Wut

(kleines Epos. Geh bitte, Elfi, hast dus nicht etwas kleiner?)

Eine Saat? Eine Saat sollen wir sein? Männersaat, nein, da sind auch Frauen, geharnischt aber beide Geschlechter, manche auch nur geraubt, mit uns beiden sind wir, mit uns sind wir schon drei. Kurz zur Erinnerung, Sie werden es morgen wieder vergessen haben und den Zorn in die eine und dann wieder in die andre Richtung schreien, je nachdem, wer Sie sind und welche Wut Sie haben, den Zorn werden Sie dann singen, nachdem Sie etwas nachgedacht haben, weil es überall brennt vor lauter Jammer, der nicht Ihrer ist. Die Seelen werden zum Himmel steigen, falls Sie dran glauben, die andren werden sich selbst den Hunden vorwerfen, es wird das alles immer wieder dargestellt werden, heute wieder, ja, auch morgen, die Seelen werden flattern wie diese Taube, die der Heilige entsandt hat, gleich hat die Möwe sich auf sie gestürzt, der Habicht macht das ja auch, wenn er Gelegenheit hat, mal in die Stadt zu kommen. Und so wird in Ihren Augen irgendein Wille vollendet werden seit einem Tag, an den ich mich nicht erinnere, und einem andren Tag, welcher der Millionste sein wird des erbitterten Zanks sich entzweit habender Söhne, ja, der, der und der, und die haben sich zerstritten, diese Herrscher, da ist nix mit Ringen und Prinzessinnen, mit blondig Wallehaar und nicht ohne meinen Push-Up-Bra. So, dafür können sie sich unten mehr ausziehen, Beine und so, die muß man bis hinauf sehen, wo sie sich mit diesem Haar, das mir ein Rätsel ist, vereinigen. Sie sind erbitterte Feinde, diese Herrscher, ja, gern auch in dieser Serie im Fernsehn, die von Feinden lebt, der eine mehr Feind, der andre weniger.

Singe den Zorn, meinen wirst du nicht damit erregen! Da sind einmal Drachenzähne gesät worden, und dann ist diese Männersaat daraus gewachsen, es hätte ja auch was andres wachsen können, auch Frauen hätten dort wachsen können, weil die Helden doch immer welche brauchen, hier, bei uns sehen Sie sie schon, wie gern würden sie mit dem Blut des Mannes dessen entsetzliches Haupt färben, also ihn umbringen halt, man sieht es Ihnen an, daß Sie das wollen. So. Sie treten, nein, nicht so, anders, die Frauen treten jetzt mit der Männersaat gemeinsam auf, keine schlechtere Saat, das müssen wir zugeben. Als da was geworfen wurde jedenfalls, konnte man Männersaat und Frauensaat noch nicht unterscheiden, ich meine, als die Samen geworfen wurden. Aber sofort haben sie einander getötet, nein, nicht die Männer die Frauen, Männer und Frauen alle übrigen, die da waren, vor allem diejenigen, die man für Stammväter eines andren Stammes hielt, das geht nicht, das geht nicht, hier wächst nur unser Stamm. Sonst wächst da ab sofort nichts mehr. Die beiden andren Stämme dort drüben, in Steinwurfweite, auf Schußweite kommen sie manchmal heran. Da können die eine Stadt erbauen, da können die mehrere Städte erbauen, ganze Länder, egal, das geht nicht.

Stammväter dürfen nicht leben im Vaterreich, das jetzt wieder uns gehört. Und was uns gehört, das behalten wir auch. Bedeutung ist Hervorhebung, das, was wir sagen, können Sie also als hervorgehoben betrachten. Das ist schon gut. Schon gut. Ein Sieg hätte uns befreit, wir hätten keinen Tribut mehr zahlen müssen, er wäre statt dessen uns gezahlt worden, aber Griechenland zum Beispiel, das versagt in dieser Hinsicht natürlich wieder total. Die zahlen nicht und werden dafür bezahlen müssen. Sie bringen ihrem Land den Untergang. Dabei schulden sie uns am meisten, aber sie wollen nicht zahlen. Durch Sieg hätten wir uns und alle befreien können, angreifen und besiegen, das ist das einzig Wahre. Das würden wir jetzt gerne machen. Licht bitte! Wir wollen Veränderung für dieses Land, aber natürlich soll man die Veränderung auch sehen, langsam wirds Zeit. Das ist genau, was wir wollen. Wir haben ein nationales Interesse, ohne nationalistisch zu sein, das dürfen wir nicht, und die Wenigkeit, die wir sind, ist in den Grundzügen schon sichtbar, die Jugend kommt herauf und will ihre Zukunft, unsere geschichtliche Wirklichkeit werden wir ihr in den Weg werfen, und schon kommt sie nicht mehr weiter, die Jugend, unsere Wirklichkeit steht dem entgegen, wir werfen uns ihr entgegen als eine Art Block, nicht wahr, sowas Großes, Hartes, und schon ist sie bereit und bereitet, die Jugend, ein Fertiggericht, schon ist sie bereit, weil es durch den Block eben nicht weitergeht, nicht weiter aufwärts geht, ist sie bereit, uns als Widerstand zu nehmen für jenen Kampf, in dem allein ein großes Sein eines Volkes sich entzündet, und schon brennt es, es brennt, ja, es brennt, und furchtlos streben sie nach dem Unmöglichen, die Kinder, mit den Greisen finden sie sehr schnell zu einer gemeinsamen Führung, das wird nicht ihr letzter Schaden gewesen sein, ich sagte es schon, nein, diesmal ausnahmsweise nicht, diesmal habe ich etwas zum ersten Mal gesagt, das wird nicht wieder vorkommen. Die Vorstände stimmen überein, die Freiheit hat positive Resonanz, ich habe die Befugnis, das hier zu sagen, wenn auch nicht als erste, also entweder ich wiederhole mich, oder ich schreibe alles ab, manchmal stimmt es sogar, was ich abschreibe, ein reiner Zufall, bloß die echte Übereinstimmung kann ich noch nicht erreichen, mit niemand, auch wenn ich einmal dies und das andre Mal das behaupte, also sollte ich, wie eine kaputte Uhr, doch wenigstens zweimal am Tag mit jemand übereinstimmen. Das wäre mir schon wichtig, Menschen zu beschreiben, nein, sprechen zu lassen, die ihr Unmöglichstes anstreben, was mir jetzt schon unmöglich ist.

Wir wollen nicht den Todeskampf dieses Volkes sehen und nicht andre Todeskämpfe, doch was andres wollen wir auch nicht sehen, wir wollen das Bisherige nicht mehr mitschleppen, das werfen wir weg, auch die Entwürfe, die andre prägen sollten, werfen wir weg, wir brauchen sie nicht mehr, wir entsprechen unseren Entwürfen schon, was brauchen wir neue?!, wir haben uns selbst entworfen, und da sind wir schon, wir sind unser prägender Entwurf, und das nehmen wir mit: sich nicht abdrängen lassen, sich aber genausowenig vermengen lassen, keinesfalls! Wir brauchen keine Lehrer mehr, wir sind unsere eigenen Lehrer, wir brauchen keine Vertreter mehr, wir vertreten uns selbst, wir setzen uns mit nichts mehr auseinander, wenn wir einmal beisammen sind, wir steuern uns selbst in die rechte Richtung, und alle, die Führer sein wollen, die brauchen wir nicht mehr, wir führen uns selbst, wir führen uns selbst aus dem unauffälligen Dasein hinaus zu eigenem Schaffen, wir erschaffen uns eigens selbst, wir sind nämlich die Selbsterschaffenen. Nennen wir uns ruhig so! Unser Gott? Unmittelbar anwesend? Brauchen wir nicht. Wir sagen, wir brauchen ihn, aber wir brauchen ihn gar nicht, wir verlieren die geistige Führung nicht aus dem Auge, aber dort bleibt sie dann auch, denn wir führen uns, wir führen uns auf, und wir führen uns weiter, wir sind unsere weiterführende Schule, das Leben. Jetzt schauen wir schon recht gern dem Todeskampf anderer Völker zu, die nicht mehr benötigt werden, immer lieber sehen wir das! Jetzt sind ja wir da! Wir tanzen furchtbar wild um eine Säule herum, ich werde später noch sagen, welche, egal, nun steht sie ja nicht mehr; wir fügen anderen Todeskämpfe zu, ihre Bilder sollen zu Staub werden, sie sind ja schon Dreck, wir erziehen uns nicht, wir lassen uns nicht erziehen, wir ziehen immer nur los. Wir lehnen albernes Gerede ab, wir lehnen es ab, grüne Jungen zu sein, wir lassen uns nicht belehren, aber wir sagen, wir seien belehrt worden und ziehen jetzt los.

Wir verteilen Todeskämpfe, wir schauen in die Augen von Kindern oder ehemaligen Kindern, wir hören, wie sie nach Mutter und Vater rufen, wir hören nichts, und wir sind ja schließlich auch nicht ihre Mütter und Väter, wir schließen ihr Buch, wir löschen ihre Linie aus, ihre Spur, ihr Denken, und wir setzen uns an ihre Stelle in diesem Gewühl der Drachenzähne, aus denen wir entsprungen sind, uns bleibt unser Name, der ist jetzt verewigt, und wir sind kritisch, aber wir sind nicht feindselig. Kinder töten wir niemals, solang wir leben. Diese Kinder hier töten wir aber schon, denn sie sind ja keine mehr. Über alles andere können wir reden. Nein, wir reden nicht, wir reden über nichts mehr, wir sinken nicht zu Handlangern herab, wir langen aus uns heraus und ziehen am Abzug, dazu ist er da. Unsere Überheblichkeit ist berechtigt, denn wir sind ja erhoben über alle. Nur die, die mit uns eine zukünftige geistige Welt aufbauen wollen, wir nennen sie geistig, aber sie ist es nicht, wen interessiert schon der Geist, wen interessiert schon irgendwas außer dem Einzigen, das wahr ist, nur die töten wir nicht, denn wir, wir Menschen besiegen an Tugend dich, du großer Gott, wenn du ein andrer Gott bist. Wenn du unsrer bist, bist du unbesiegbar, das probieren wir aus. Wenn wir jemanden umgebracht haben, werden wir unbesiegbar gewesen sein, genau. Genau.

Genau. Jeder Mensch besiegt jeden Gott, der nicht seiner ist. Uns fehlt vielleicht, da wir uns selbst gelehrt haben, das Wissen, uns fehlen die Daten, Zahlen und was weiß ich, aber was uns nicht fehlt, das ist unser Gott, den wir uns selbst gemacht haben. Er ist der Alleingott. Außer ihm ist keiner. Der wußte sich in uns einzuschleichen, von wem ist er uns gesandt worden, um Kinder zu töten, Mütter und Väter, Greise, solche, die nach dem Vater rufen, der als Mann nicht mehr zählt, die längste Zeit nicht mehr zählt, und andre, die nach der Mutter rufen, die einem jetzt nichts mehr nützt?, und da ist jetzt niemand mehr als Er. Befällt sie nicht die Furcht, daß, erwachsen, die Kinder rächen die Sippe? Wir legen uns nicht mehr schlafen, wir verbergen uns nicht. Wir retten das Land, ob man uns sieht oder nicht. Sie sagen, wir bringen ihm den Untergang, aber nein, wir retten es vor dem Untergang und verdienen Dank.

Aber da stehts doch: Es fürchte die Götter das Menschengeschlecht! Aber da sollte eher stehen: Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht. Wir sagen das aber nicht, sonst kommen die Götter überhaupt nicht mehr, und was machen wir dann? Zum Glück erscheinen sie zuverlässig dann doch, nach unserem Bitten, es ist ihnen egal, ob die ganze Stadt sie sehen kann. Sie suchen uns heim wie ein Unglück. Da kommt schon wieder einer daher, warum? Nur um zu schlachten, müßte er ein Gott gar nicht sein, das können wir auch. Ist er gekommen, damit sich alles wohlfühlt, damit sich alles wohl zusammenfügt und wir Sicherheit gewinnen? Brauchen wir ihn, damit wir in Sicherheit sind, wo nur noch Vögel Unglück ankündigen? Sogar ein Gott ist vorsichtig, wenn er in dieses Land kommt. Womöglich schlagen sie ihn auch tot? So. Er geht hinein. Spät heimgekehrt ist er aus der Nacht ohne Sonne, die erst wir ihm geben, Licht an, Scheinwerfer auf ihn, damit er gesehen werden kann, der Gott, und damit wir was sehn für den Film. Des Hauses Hüter sind schon abgeknallt, das hat er gleich gemacht, der kleine Gott. Er ist als Vertreter des Alleingotts gekommen, in Summe jener, der uns nicht vor dem Tod retten wird. Doch in Wahrheit ist er der Gott, der einzige, und er spricht in seinem eigenen Namen, den er kaum schreiben kann. Dann muß er ihn eben aussprechen und ins Video hineindrücken, oder wie sagt man? Er spart keinen aus. Er filmt sich selbst als Gott, der sein eigen Ungetüm ans Licht geführt hat, der Namenlose, nein, einen Namen hat er schon, den will er jetzt verbreiten. Wir leben in Fülle, die will er, seine Jugend erfreut uns, die das Alter drückt. Er ist ein ganz neuer Gott, was kann man Besseres sein, er kommt dorthin, wo die Sterblichen ihre Sachen einkaufen, wie es ihnen geboten war und geboten erschien. Hier sind alle Menschen gleich, sag ich ihm, er sagt ja, hier sind alle Menschen gleich tot, und zwar gleich! Die Juden, die müssen immer gleich sterben, mehr ist da auch nicht zu sagen. Sie folgten ihrem Vater in dieses Haus, und sehen Sie, das war genau das Falscheste, was sie tun konnten. Warum müssen sie essen? Müssen sie nicht. Warum kaufen sie ihr Essen ein und warum ausgerechnet hier? Warum gehorchen sie einem Wort und fühlen sich damit auf dem besten Pfad geleitet? Es ist ein Irrweg, denn sie werden umgebracht. Einer stürzt ihnen nach und tötet sie, und davon macht er gleich einen Film. Das ist nicht das ewige Leben, wie ein andrer Gott es verheißt. Sie haben den falschen genommen, und es stellt sich heraus: Sie leben nicht ewig.

Das Meer brüllt, die Erde wackelt, der Blitz zuckt herum, es gibt einen Schmerz in der Brust, und dann sind sie tot. Sie kommen von woher, kaufen hier ein, und dann sterben sie durch unseren Gott, den Namenlosen. Sie sollen nicht leben. Warum eigentlich nicht? Weil sie sind, was sie sind; und weil ihr Gott ist, was er sein wird, sollen sie das nicht tun, denn voll Gold sind ihre Wohnungen, und wir? Wir haben nichts, und in Dunkel sind wir gehüllt, die aber, die Juden stehen immer sofort im Licht. Dorthin stellen sie sich selber, sonst gibt es das ja nicht, daß man immer nur die sieht! So müssen wir was machen. Da müssen wir was machen, daß man uns besser sieht. Wir strafen Menschen, das ist unser Auftrag. Jetzt strafen wir einmal diese hier. Niemals werden ihre Schätze unser Eigen sein, also sollen auch sie nicht sein. Wir schmücken uns mit ihrem Tod, wie ein Schiff, das Boote nachzieht, sind wir die Jugend, die Tod nachzieht, nach sich zieht, die weichen nicht. Die Juden weichen nicht. Sie sollen weg, aber nein, sie klammern sich fest. So nah ist ihnen die Gefahr? So nah, sie ist schon da. Da wird die Tat gefilmt, das ist vorausschauend, der Mörder hat so eine kleine GoPro Kamera mitgebracht, vorausschauend, hat ihm das ein Orakel geweissagt, oder ist er normalerweise weise, daß er daran gedacht hat, die Kamera mitzubringen? Per Video aufnehmen und über das Internetz verschicken, das geht, das können wir immer und mit allem machen, wir können die aufnehmen, die uns nicht aufnehmen wollen, da kommen wir ihnen zuvor, ja, das hat er gemacht, der junge Mann, das meiste, das man sein kann, ein junger Mann, er hat das gemacht, die Technik ist ihm so wenig fremd wie Prometheus das Feuer, das hat er gemacht, per Video und übers Internetz, das geht, das geht raus, das geht jetzt raus in die Welt auf den Füßen des Elektrons, das funktioniert. Die Kamera hat er mitgebracht, Jugend ein geringer Preis dafür, und einen geringen Preis hat er dafür bezahlt, sich selbst, vorher haben aber andre bezahlt, drei Juden oder vier?, wer spricht von ihnen? Na, ich spreche von ihnen, aber nicht zu lang, ich kann mich nicht aufhalten, ich kann das nicht gut, das Sprechen, und jetzt kann ich es gar nicht mehr, ich weiß nicht, wovon ich handle, ich handle ja nie, ich ruh mich aus, kein großes Leid soll mich erreichen, was sag ich da? Ich hab es zu oft gesagt, wie kann man das Unsagbare nur so oft sagen, als würde es dadurch wirklicher? Dieses traurige öde Alter der Jugend, das hasse ich, nur die tun sowas! Nein, jung möchte ich nicht sein, um keinen Preis, oder sie müßten mir schon sehr viel dafür zahlen, wieder jung zu sein! Das zahlt mir keiner, das gilt mir keiner ab, ab sofort gilt nur noch das Alter, obwohl ich in Jugend viel investiert habe, schauen Sie auf dieses Brett, da ist keine Kamera, da steht meine Creme. Hinab ins Meer möcht ich es stürzen, mein Alter, aber auch das Meer, so heißt die Creme, nimmt es nicht, das dumme Alter, nicht Fisch, nicht Fleisch, aber eher Fisch, also wenn das nicht geht, dann möchte ich die Jugend stürzen, die so schreckliche Sachen macht, doch es geht nicht, die wehrt sich, überhaupt nichts geht, es funktioniert nicht einmal so gut wie die GoPro Kamera, und den Laptop hat er eigens mitgebracht, der junge Herr der schwarzen Nacht, wer hat in ihm diesen mordenden Wahnsinn erweckt? Keine Ahnung.

Wahnsinn und Raserei und der Füße Sprung und der Kamera Surren, nein, die surren nicht mehr, sind auch oft ins Zellenphon eingebaut und sprechen doch nicht, aber sie nehmen auf, man hört sie nicht, doch sie filmen, sie sind da, und sie sehen, und sie nehmen auf der Füße Sprung, der Kalaschnikow Spucken, da wirft keiner das Seil, welch schwarzer Zorn! Welch schwarzer Zorn! Doch weh, alles ist vorbereitet, alles mitgebracht, und dann funktioniert der blöde Laptop nicht. Eigens in den Supermarkt eingeführt, und dann geht er nicht! Was machen wir jetzt? Ach, machen wir uns nicht zu viele Sorgen! Der Übeltuer wird es schon schaffen, das Video an die Luft und über die Luft und durch die Luft zu versenden, damit jeder weiß, er hat sich mordend bis zum Charon, dem Fährmann, durchgeschlagen, einer kam durch, ja, der Film auch, er wurde über den Computer des Supermarkts verschickt, schon auf den Stufen der Redaktionen steht er, nicht meine Schuld, daß er nicht gesendet wird. Dann wird das Körperhaus, der Start des Tatkräftigen, das Starterhäuschen zertrümmert, auf keine Kinder stürzt es nieder, und er, der zuvor gemordet, er, der Kunden Mörder, der Kunden im Supermarkt Mörder, dem soll das nicht klar gewesen sein, was er da gemacht hat? Klar war dem das klar, aber ein Film ist besser, der sagt mehr als tausend Worte, hab ich diese Grenze wohl schon überschritten?, ich weiß es nicht, rede und rede, mir des Mordes bewußt, ja, der Täter wird berühmt werden, seinen Namen werden wir uns merken, ich weiß ihn immer noch, ob nächstes Jahr, das weiß ich nicht, ich weiß ihn, bis mich meine Wut verläßt. Und er macht es, er macht es, er führt seine Morde aus wie Hunde, nur kommen die nicht mehr zurück, das nächste Mal, gäbe es ihn dann noch, müßte er andre Morde ausführen, was er gern täte, aber drei, nein vier sind auch gut, vier Stück und gut ist, und der Filmer wird dann der vierte, nein, der fünfte Tote sein, wenn ich recht gezählt habe, haben wir etwa die Polizistin vergessen?, ich fürchte, ja, der hat noch so seltsam gestöhnt, ich weiß es nicht, keine Ahnung, wer. Haben seine Opfer gejammert, dem Stier gleich, dem das Messer hineinfährt, oder was sie mit den Tieren halt machen, um sie umzubringen, überall Blut, man riecht es, man muß nicht in die Nähe der Schlachthäuser, man riecht es kilometerweit, das Tote liegt im Supermarkt, alles, was tot ist, hierher zu mir! Damit man es sich in Ruhe aussuchen kann, ob Jude oder nicht, das muß man schließlich vorher wissen, das muß einem doch gesagt werden.

Menschen haben wir ja genug, Tiere werden weniger, ihre Aufzucht kostet Geld, Juden sind immer zu viele da, egal, wie viele es sind, die sind einfach überall, wir nehmen sie auf, wir, ihre Wohltäter, wir hätten sie ja auch alle umbringen können, aber wir haben welche übriggelassen, die können wir entbehren, von unserer Wut werden sie umgestürmt, warum kaufen sie ein? Sie könnten ja auch verhungern, sie müßten nicht einkaufen gehen, sie müßten sich nicht erhalten, sie erhalten von uns den Tod, das muß ihnen genügen. So geschieht die Tat, aber sie geschieht nur, wenn, ja, wenn was?, sie kann nur geschehen sein, nachdem es sich endgültig ausgefilmt hat, doch es wird weitergefilmt. Die Seelen flattern aus dem Totenhaus auf den Film, nein, das ist kein rettender Pfad mehr, diese Bilder werden laufend auf einer kleinen Platte serviert, kleiner als eine Untertasse, eher groß wie ein kleiner Fingernagel, meinetwegen: ein Flash-Speicher, den müssen Sie erst entwerten, wie das Leben, das Sie genommen haben, dafür müssen Sie etwas zurückgeben, der wird erst gültig, wenn endgültig der Tod drauf gebannt ist, wenn er sich eingebrannt hat. Man braucht ja einen Beweis. Es soll ja alles gesehen werden, wozu sonst all die Mühe? Nein, selber laufen müssen Sie nicht! Oje, seufze ich, das muß denen aber wehgetan haben!, aber nein, es ging ganz schnell, diese Waffe ist hocheffektiv, und die Bilder krallen sich fest, die gehn nicht mehr runter. Bevor der Tote der Stadt noch was sagen konnte, vielleicht danke, daß Sie mich aufnahmen, nein, nicht mit der Kamera aufnahmen, richtig hereinbaten, bevor noch was passiert, ist es schon wieder zu Ende.

Die apokalyptischen Rosse werden angestachelt, der Schaum fliegt ihnen vom Gebiß, der Adler kommt wieder leer zurück, nachdem er sein Stückgut, die geröstete Leber des Lichtbringers, des feurigen, ausgeleert hat, ich hab sie gestern gegessen, die Kunden im Supermarkt wollen was andres essen, die kaufen da ein. Die haben da bloß eingekauft. Es hat sich jetzt ausgekauft. Der Bringer der Schmerzen, im Flug gehts jetzt mit ihm nicht mehr dahin, im Sturz dahin, Hauptsache dahin, wie Ikarus, hingeschmissen auf den Boden zu seinen Opfern, als wären sie eins, aber sie sind drei plus eins, also vier. Das fünfte woanders. Unterlassen Sie Ihr Schlangengezisch!, das macht keinen wieder lebendig, unterlassen Sie die Rede, lassen Sie Ihr Aug nicht so funkeln, da glaubt noch wer, Sie freuen sich darüber, seien Sie aufmerksam, wenn wieder einer in den Supermarkt geht, aber stürzen Sie dem Unglücklichen nicht hinterher, sonst sind Sie der Fünfte, nein, der Sechste, ich verliere immer wieder den Überblick. Hätte der die Opfer nicht ordentlich hinlegen können, damit einer sie zählt? Und nachrechnet? Sie können natürlich auch von Ihres Vaters Hand sterben. Wenn Sie an Ihn glauben, dann passiert das. Der Vater hat Sie geschickt. Der Vater holt Sie wieder ab. Und aus.

Keine schöne Rede das, überhaupt keine Rede. Die Jugend, das herrlichste Gut, danach kommt nur noch die Not, die aber in der Jugend leichter zu ertragen ist. Oder gar keine Not? Kommt das aus gar keiner Not, herrscht die nicht? Herrscht gar keine Not? Ich weiß es nicht. Drei oder vier Juden tot. Nach den Millionen, die wir umgebracht haben, ist das keiner Erwähnung wert, auch dem Mörder nicht, er erwähnt es auch nicht, er zeichnet es auf. Damit man es glaubt. Er hat das alles mitgebracht, er hat die Kamera mitgebracht, und dann hat er drei, nein, vier Menschen umgebracht, die nur einkaufen wollten, so ist das. Ja, den Laptop hat er auch mitgebracht, aber es geht irgendwie nicht, der Kämpfer kommt nicht ins Internet, da kämpft er nun, und keiner soll es erfahren? Das geht nicht, er tut es ja nur, damit alle es erfahren, sonst kommt er damit nicht ins Netz, das schon über ihn geworfen ist, deshalb sieht er es nicht, er steckt drin, aber er kommt nicht rein, er ist selbst das Netz, und er verbreitet sich darin, vermehren kann er sich jetzt und in Zukunft nicht mehr, die Verbindung funktioniert nicht, diese Leute sind tot und aufgenommen, er hat sie aufgenommen, unverzagt wie ein Greis, nein, dem Greis muß man das erst sagen, unverzagt, das war er, und Ungemach hat er in dieses Gemach, einen gewöhnlichen, nein, einen ganz speziellen Supermarkt für Fromme, wen störts, gebracht, dieses Haus ziehen wir heran, jetzt ist es erwacht, es hat nicht funktioniert, der Anschluß ans Netz hat nicht funktioniert, so hat er den Computer vom Supermarkt benutzt, der stand schon da. Er hat den Film auf seiner Speicherkarte per E-Mail versendet, aber das wissen Sie ja schon.

Sie wissen es. Sie waren nicht die Empfänger, aber Sie wissen es. Wieso setz ich mich überhaupt hier hin, wieso setz ich mich überhaupt auseinander, mit mir selbst auseinander, wo Sie doch alles schon wissen? Wozu mach ich das? Nicht, um Mäßigung zu zeigen, setze ich mich, in dieser Klasse werde ich immer auseinandergesetzt, als Schwätzerin, das ist nicht mein Ziel, der Müßiggang, und mich hat auch kein Herr geschickt, einem Herrn würd ich sowieso nicht folgen, ich habe gar keinen, ich komme aus dem Geschlecht der Nacht, wie der Täter, bloß schlafe ich dann immer, bin leider untätig, gut, daß ich es nicht gesehen habe, als ich es verließ, das Geschlecht. Es muß eins gegeben haben, sonst wär ich nicht da. Es ist nun mal so. Der Juden Haus muß herangezogen werden, wenn wir nicht wissen, wer wo wohnt und welcher Gott, woanders, dann ziehen wir die Juden heran und ihre Häuser, ihre Söhne morden wir, ja, meinetwegen, ihre Väter auch, alle, wir morden alle, auf einen, auf zwei, auf drei, auf vier, auf tausend kommts uns nicht an, wir schmieren ihr Blut an die Tür, dazu nehmen wir nicht nur die Erstgeborenen, wir nehmen Kinder, Greise, Mütter, Onkel, ja, gern auch Tanten, wenn sie halbwegs nach was ausschauen. Das könnte uns veranlassen, sie zu schonen. Oder auch nicht. Es kommt auf uns an, nur auf uns, Patrioten, die sogar das Feuer mahnen, nicht zu hoch aufzuschießen, daß es uns überragt. Und haben wir kein Feuer in unseren Körperöffnungen, wie der Urmensch, der die Außenwelt mithilfe seiner Löcher zu beherrschen gelernt hat, indem er das Verhalten des Feuers studierte und es dann löschte oder nachahmte, je nachdem, also wenn wir kein Feuer haben, dann machen wir ihnen eins.

Wir machen ihnen Feuer und werfen sie hinein, denn wir und die, das ist wie Feuer und Wasser, gehört zusammen, mag sich aber gegenseitig nicht. Und keine Göttin, die uns zürnt oder sie beschützt, die Beschnitzten, wo ist die übrigens hin, die Göttin?, damit wir sie anrufen können, wir werden sagen, oh Göttin, singe den Zorn, das haben wir schon gesagt, hören Sie den Gesang, er kommt aus dem Autoradio, oder haben wir dem Auto einen globalen Player untergeschoben, mit Musik von woandersher?, ja, etwas Musik bitte, und singen Sie, Göttin, ja, Sie sind jetzt dran, singen Sie vom Zorn dieses Menschen, der, entbrannt von sich selbst, den Menschen, na ja, den Achaiern, den Alten, nicht allen Alten, man kann sie auch Griechen nennen, wer immer sie waren, der unnennbaren Jammer erregt, der Zorn, mit dem wir Fabriken und Supermärkte und Redaktionen durchrasen wie Hallen und umsonst geborene Söhne und Töchter erzeugen und Eltern, bald kinderlos, und Kinder, bald elternlos. Das ist ein Los, das sie gewöhnt sind. Wir sind das rächende Strafgericht; würde uns ein Schwacher treffen, es gäbe ihn nicht mehr lang. So, und jetzt können sie jammern, die Mütter und Väter und sonstigen.

Kurz blieben wir stehen bei unserem Wagen, weil wir nicht weiter wußten, da ist das Bild dazu, da stehen doch zwei Autos quer, ich habe das Bild jedoch sicher mißverstanden, wie alles, ich versteh es nicht, aber es geht weiter, die steigen in ein Auto ein, dann in ein andres, welches sie rauben, der Besitzer hat mit seinem Gott offenbar Glück gehabt, sonst gäbe es auch ihn nicht mehr. Brüllend vor Macht oder leise wegen der Anstrengung, den Abzug zu drücken, wie macht man das bei einer Kalaschnikow?, liebes Gewehr der AK-Familie, nicht Arbeiterkammer gemeint, die ist gut ausgedacht, Tochter, Sohn, sakra, wie heilig, diese Waffe bringt Unglück und gleich darauf Erleichterung für den Schützen, die Waffe selbst? Benutzt einen Teil der Energie der Patronenladung, die kommt nicht von Patroklos, der immer nur beweint wird, das Energiebündel, nein, der nicht; dieser Energieteil, dieses Teil wird also benutzt, um die Mechanik zu spannen und für den nächsten Schuß, der gewiß kommen wird, vorzubereiten. Das haben wir natürlich geübt, so, und wir stöhnen vor gar nichts, die Waffe schreit wie ein Hund, dem man auf dem Fuß tritt, wir verfolgen unseren Weg der Macht, die keine ist, deswegen nennt man sie Macht, weil es nichts macht, ob man sie hat oder nicht, es macht nichts, töten muß man, egal, wo sich die Macht aufhält, wenn man töten will, dann kann man es auch.

Hier, an diesem Punkt, geht die Wut über in Zorn, und die Menschen gehen vor Zorn über. Auch die Waffe tobt jetzt. Noch während sich die abgefeuerte Patrone im Lauf befindet, wird ein Teil des hochkomprimierten Gases in die sogenannte Gaskammer geleitet, eine praktische Einrichtung ohne jede weitere Einrichtung, wo es die Vorrichtung für den Auswurf der Menschheit, nein, den Auswurf der Hülse sowie Spann- und Nachladevorrichtung betätigt, es muß ja weitergehen, viele würden meilenweit weitergehen für diese hervorragende, ausgezeichnete Waffe. Wer begehrt, daß ich im Zweikampf streite? Ich streite allein gegen alle, und diese Waffe hilft schon sehr, sie hilft mir dabei, da setzen sich alle zur Erde, zur Mutter, da setzen sie sich hin, und dann fallen sie im Sitzen, sie fallen um, ein Held wünscht zu reden, ein Film wird gedreht, die Waffe arbeitet. Nicht eine Feder fällt, das würden wir ja auch nicht merken, nicht eine Feder, sondern das in der Gaskammer eingeschlossene hochkomprimierte Gas speichert die Kraft fürs Auslösen des nächsten Schusses. Und da kommt er, die Glieder bäumen sich auf wie die Rosse, da kommt der Schuß, und alles ist aus, und die Treibladung hat wieder, es ist ein leeres Schlagen, sie hat wieder zugeschlagen, den mühseligen Krieg will niemand beenden, im Gegenteil, der fängt jetzt erst an, der fängt jetzt erst richtig an, denn wir treiben alle in einen Krieg, die noch nicht getrieben sind, die Hülse zieht aus, der Tod zieht ein, der Hülsenboden schlägt gegen den dem Auszieher gegenüberliegenden Ausstoßer. Sie sollten mal sehen, was für eine Wirkung das hat! Das holt sich, das Gerät holt sich was?, ja, was?, ein neues Magazin, so, der Verschluß nimmt sich halt eine neue Patrone aus dem Magazin und schiebt sie in das Patronenlager, dreht sich, und wutsch, die Warzen greifen in die ihnen entsprechenden Aussparungen im Laufblock, welcher den Lauf und den Systemkasten verbindet, wobei der Verschluß verriegelt. Die Patrone wird festgehalten und dann nicht mehr, dann wird sie freigegeben, endlich wird sie freigegeben! Da ist sie aber sehr erleichtert!

Ich sage Ihnen jetzt nicht, in welcher Stellung die Waffe gesichert ist und in welcher nicht. Jetzt nicht, Sicherung! Jetzt ist niemand mehr sicher. Wenn gesichert — Ladetätigkeit nicht mehr möglich. Hier können Sie nur kurz anhalten, nur wegen der Ladung, und dann müssen Sie gleich weiterschießen. Dieser Waffe wegen wird vieles erlitten, das kann ich und das können andre auch sagen. Sehen Sie, es geht nicht darum, die ganze Nacht durchzuschlafen, es stellen sich Bilder zu unsrem Kopf, dann gehen sie hinein, und dann erbarmt sich keiner mehr, das ist der Grundsatz dieser Menschen, es erbarmt sich keiner. Wir bringen Verderben, aber wir sagen, dieses Verderben sei gottgesandt. Das ist unser Geheimnis, das wir bei jeder Gelegenheit hinausschreien. Das ist kein Geheimnis. Hätte ich das nicht gesagt, ich würde mir nicht glauben.

Da röcheln sie oder nicht, es ist alles alles oder nicht, es ist alles so oder nicht oder nicht anders oder anders. Da hauchen Seelen sich aus, deren Arme sich gegen die Kälte an die Körper schlagen oder auch nicht, schnauben, stöhnen, brüllen oder sagen nichts, wehe, seufz, ihre Blume wird zerbrochen, oh Stadt, das wirst du nicht mehr auslöschen können. Da fallen drei hin und eine vierte in einem anderen Zimmer, mit anderen zusammen, alles fällt, auch diese Uhr da fällt, nein, diese Hand, alles fällt zusammen, das wird nicht gutgehn, lieber hätten Tanz oder Spiel tönen sollen, aber die wollen heute nicht. Heute hat nur der Tod Zeit, heute ist Todesaktion, da gibts alles umsonst, es ist ja alles umsonst, nur nicht der Tod, der kostet das Leben, aber heute gibts ihn gratis. Die Bringer der Schmerzen rasen im Auto dahin, dann in einem andren Auto, Gorgonen der Nacht, nein, nicht Nacht, es ist heller Tag, sonst könnten die einen nicht einkaufen und die andren nicht zeichnen, sie würden nichts sehen, klar, im Flug des Kleinwagens, oder war es eine Mittelklasse?, im Flug sausen sie dahin, stacheln den Motor an, schneller, wir müssen was, wir wissen auch, was es ist, aber noch ist es nicht vollbracht, wir Gorgonen rasen also dahin, gleich sind wir da, eine Druckerei in einem Vorort, daneben die Schule, wir können die Kinder dort nicht aussortieren, rasch, alles raus, alles muß raus, mit Schlangengezisch und spuckenden Köpfen der Waffen, mit funkelndem Aug und den hundert Häuptern, in denen nur Müll ist, wir haben unsere Häupter mit Müll vollgestopft, damit sie aufrecht bleiben, sonst sehen wir doch nicht, wohin wir schießen, die Köpfe müssen oben bleiben, unsere Gorgonenhäupter nach vorn gerichtet, wir halten Ausschau, hundertfach, nein, dreifach nur, aber es reicht, zwei hier, dort drüben einer, ein Gorgone mit hocherhobenem Haupt voller Dreck, aber was wir wissen, was wir ganz sicher wissen, was wir ganz genau wissen, und alle anderen wissen nichts, was wir also wissen, ist, daß wir wie ein Gott diese Unglücklichen hinabstürzen zu ihrem eigenen Gott, und schnell werden sie sterben von unserer Hand.

Wir Unglücklichen! Aber ich weiß jetzt nicht, wer so unglücklich ist, daß er sowas macht. Da strecken wir sie hin, und da liegen sie nun, alles klar, unten die Erde, oben der Himmel, den sie nicht mehr sehen, sie sehen nur die Regale im Supermarkt, eingeräumt für sie, aber nicht mehr in ihren Taschen, die werden sich nicht mehr auf unsere Kosten die Taschen vollstopfen, die Ware bleibt im Regal, es sind nun vier Kunden weniger im Lokal. Und ein Stück tapfere Seele, bitte, wem gehört die, sie wurde gerade herrenlos, aber an Seelen glauben wir nicht, wir glauben an unsere Waffen, ja, die Täter sind immer interessant, nicht wahr, ihre Namen kennt jeder. Wie die toten Juden geheißen haben, das weiß ich jetzt nicht, vielleicht wollten die, daß man ihre Namen nicht kennt, dabei, im Gegenteil, löscht man die Namen, löscht man die Menschen. Ihre Namen sollen nicht verloren sein, bitte, können Sie mir sagen, wo ich diese Namen finde, wo stehen sie geschrieben, ich habe sie verloren, es kann aber sein, daß ich sie nie gehabt habe, nie gewußt, nie genannt, nie gesendet im staatlichen und im privaten Fernsehn, auf den Strömungsdiensten des Netzes, Ebbe und Flut, die Strömungen kommen ja und gehen, jetzt sind sie grad weg, meist kommen sie nur und enden in uns, die Ströme, alle Ströme des Wissens, so, ich habe es gesagt, und ich wiederhole es, und viele tapfere Seelen der Heldensöhne, hier zwei Stück, dort ein Stück, dort auch ein Stück, nein, nicht noch ein Stück, dies kein Stück, wird auch keins, Millionen Stück, alle weg, alle weg, noch drei dazu, das wäre nun wirklich nicht unbedingt nötig gewesen, es war aber bedingt nötig, die Anwesenheit der Opfer hat die Täter bedingt, daß die, wenn sie bloß einkaufen gehen, sich zum Raub schon darstellen den Hunden. Und schau, schon lenkte der Mörder den Fuß auf den geflügelten Worten seines Gottes und dessen Proph, dessen Prof; der Töter, in den nie das Blut der Taube, nein, der Traube strömt, der ist vollkommen nüchtern, im Gegensatz zu den meisten andren Tätern, der rutscht nicht auf dem Blut aus, das er sich geholt hat, aus andren Menschen, Blut für Blut, seins kommt später nach, die Behelmten werden ihn auslöschen, die Behelmten mit ihren Westen und Schilden, die erz-, nein, kohlegepanzerten, da geht nichts durch, nicht mal der Schuß der Kali, so gehört es sich auch, keiner schlafe, alles sei tot, jedenfalls so viele wie möglich, zuerst die einen, dann die andren.

Na ja, davon bricht das Haus nicht. Nur diejenigen, die drinnen waren, die fallen dem furchtbaren Eid anheim, ins Haus, den sie ihrem Gott geleistet, dessen Namen sie schreien, brüllen, ohne gehts nicht, ohne daß sie den heiligen Namen in den Mund nehmen ihres Gottes, nicht der eigene Wille hat sie bewogen, ihr Gott wars, der groß ist, oder wars doch eher der Wille?, der Sammler der schwarzen Wolken, der immer recht hat, soviel ich weiß, zumindest glaubt er das. Mein Gott ist der Größte, spricht er, den anderen verblutet das Wort im Mund, vielleicht wollten sie ihren in Stellung bringen?, aber da war schon die Waffe der andren im Anschlag, und der Anschlag ist gelungen, es ist entsetzlich, da gehen jetzt einige zur Schar ihrer unsterblichen Götter. Die werden staunen, wenn sie sie nicht finden, weil es sie nicht gibt. Soviel Arbeit, und dann gibt es die gar nicht! Ich möchte nicht in der Haut dieser Mörder stecken, aber in meiner halt auch nicht, doch ich entschuldige mich, das zählt hier nicht, wir zählen hier die Täter und die Opfer, schön getrennt beide, klar. Die Hand soll mir abfallen, wenn ich nicht die Wahrheit geredet habe, und wie soll ich dann bitte weiterschreiben?

Der größte und fürchterlichste Eid zu ihrem Gott hat die hergetrieben, das kann man jetzt nicht mehr rückgängig machen, da gibts keine Taste dafür, obwohl die immer und überall ihren Elektronikschrott mitführen, das kann man nicht löschen. Diese Menschen sind ausgelöscht, und keine Umkehrtaste, keine Rückgängigtaste bringt sie zurück. Die haben einen erderschütternden König, einen Gott, dem sie das zuliebe tun, aber wo ist er, wo ist sein heiliges Haupt, dem ein Meineid geschworen wird, jede Sekunde einer, und der Gott nimmt ihn auch noch? Welcher Gott nimmt so einen Schwur an? Ich rate ihnen, es nicht zu tun, den Schwur nicht zu leisten, irgendwas anderes zu leisten, aber mich fragt keiner. Ich rate ihnen, nicht dorthin zu fahren, und sie tun es doch. Ich spreche, mein Gott lächelt, oder er lächelt nicht, denn ich habe gar keinen. Die aber gehen zu ihrem Gott, der eine ganze Schar ist, die ihre Furche zieht, denn einer allein, der könnte das nie, zu dem beten sie fünfmal am Tag oder öfter, sie rufen ihn an, sie schmeißen sich in den Teppichflor, und dann panzern sie sich ein wie die Griechen, die es inzwischen kapiert haben. Die können sich nicht mehr einpanzern, die haben nichts mehr. Also Panzer haben sie schon noch.

Genau. Jetzt haben sie endlich damit begonnen, Heere Eisengepanzerter, für die Panzer haben sie viel Geld ausgegeben, die Kalaschnikow war vergleichsweise billig, ja, und sie haben schon damit begonnen, fragen Sie mich nicht, wer!, sie haben begonnen zu verlassen ihr Haus, zu einer Redaktion zu gehen und in einen Supermarkt und in eine Druckerei, letztere nicht mehr freiwillig besucht, die Moschee schon, besucht wie die Meerbeherrscher, nur ohne Meer, wie die Landbeherrscher, nur ohne Land, dafür werden sie aber beherrscht, von ihrem Gott, der macht das, ja, also sie gehen in die Redaktion und in diesen Supermarkt, wo sie Juden töten, und sie gehen in keinen Palast, weil man sie dort nicht hineinließe, dort kommen sie nicht rein, sie sind zornig, sie sind wütend, sie erregen sich über nichts und können mit ihrem Wasser den Brand nicht mehr löschen, der in ihnen tobt, keine Flamme mahnt sie, klein zu bleiben, so, wie sie sind, klein zu bleiben und nicht so zu zucken, egal, die Bewehrten, die finden sie, es ist nur eine Frage der Zeit. Und die Zeit ist jetzt abgelaufen, das Feuer abgebrannt, der Toten wegen trauern die anderen Toten schon auf dem hohen Olymp, die Staatsoberhäupter minus dem von Amerika, aber er sagt, er trauert auch, er trauert aus der Ferne kräftig mit.

Die Opfer sind gebracht. Listig lösen die Ärzte das Fleisch von den Knochen. Wer kennt ihre Namen, doch, die Namen der Zeichner, die kennt man. Ich lese grade, daß Zeus, auch ein Gott, wenn es Ihren gibt, warum soll es dann nicht Zeus auch noch geben?, also Zeus war irrsinnig sauer, daß sein Opfer, also das, was man ihm darbrachte, nur aus Fett und Knochen bestand, eine Frechheit sowas, wo bleibt das Fleisch, where is the beaf? Das Eigentliche! Wo bleibt es? Die Götter wollen immer zum Kern vorstoßen und die Menschen dorthin vorstoßen lassen, und dann ist dort nichts, dann sind dort nur ein paar armselige Knochen, Fell, Haut, Fett, ein Magen, den niemand mag und niemand braucht. Der Zorn des Gottes ist furchtbar, und deshalb trauern die Mörder, ihr Gott ist zornig, daß nicht alle Menschen ihm gehören, sondern nur ein paar Fetzen Fell, Haut, ein paar Stücke Knochen, zerhackt, man sieht ja gar nicht, was das einmal war, man sieht ja gar nicht, was für ein Tier das war, vielleicht war das ein Mensch, der geopfert wurde. Und da kommen schon die Fleischer, die das erledigen werden.

Da kann einer darunter sein, der halt zubeißt, dieser, ein Hund, der einen Film gedreht hat vom Mord, voraussschauend, auch sein Gevögel vorher, ich weiß es nicht, aber das hat es sicher gegeben, etwas länger davor, denn die Gattin des Schützen, das verschleierte Bild zu Sais, von irgendwo zu irgendwas, von je ne sais pas, was weiß ich, die Gattin schon hinweggeführt, fortgeleitet von Vertrauensmännern in den Kampf, in den Krieg, dort ist es ihr wohl, dort geschieht es ihr recht, was wollte ich sagen, so ist der Wille des Gottes, den ich nicht nennen darf, den Willen schon, den Gott nicht, wo bleibt da die Werbewirkung?, wenn der Gott nicht zuvor mit Namen gemeldet, so lohnt sich das Morden nicht mehr, die Leute wissen ja nicht, wer, wann und wozu, so ist der Wille des Gottes, daß er genannt werde und gleichzeitig nicht, er soll vielleicht indirekt genannt werden, was weiß ich, sein Name steht ja überall, und was wo steht, das kann auch gefällt werden oder von selber umfallen, aber die fallen nicht um, die ziehen es durch, die ziehen den Abzug durch, die machen das. So ist der Wille von dem also vollendet, und die Gattin ist beim Niemand, das verschleierte Bild ist fortgebracht worden zu den andren Bildern, die auch verschleiert sind, wie soll man wissen, was dahintersteckt?, sie ist niemand, die Gattin, sie will niemand sein und unsichtbar, ich bin alles, was ist, was gewesen ist und was sein wird. Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben, und keiner soll das je wagen. Sie geht über die Grenze, sie wird über die Grenze geführt, sie hat noch mitgekriegt, daß schwerer Zorn gegen ihren Mann die Herzen erbost, Blumen werden niedergelegt, wo die Toten waren, ich sage es noch einmal, und ich sage es dem verschleierten Bild von einer Frau, von der es auf der andren Seite aber auch Bikinifotos gibt, ich schwöre, sicher haben Sie sie schon selbst gesehen, ich wiederhole, vielleicht nicht zum letzten Mal, doch diesmal sage ich ihr, sogar ihren Namen kennen wir, und ihr Gesicht kennen wir von den Bikinifotos, auch ihr sage ich: Die Götter sind ein Nichts. Und zwar alle. Ja, Ihrer auch. Alle. Und groß sind die Menschen, aber das weiß sie, das weiß sie ja ohnehin. Oder doch nicht? Holder Kinder Leben haben diese Männer einfach hingeschleudert, wie im Ausverkauf, alles muß wieder mal raus, Leben werden hingeschmissen, und mein schwerer Zorn gilt ihnen, ja, Hera zürnt, ich zürne, die hätten das nicht machen dürfen. Ich kenne ihren Namen, ich kenne den Namen, der unter dem verschleierten Bild steckt, und der Name, die Namen sollen wissen, daß ich ihnen zürne auf Lebenszeit, wer bin ich denn?, trotzdem, ich mache das, und ich kann auch schrecklich sein, jederzeit, wenn auch keine Göttin, aber ich bin auch furchtbar in meinem Zorn, der überhaupt nichts bewirkt, ist so, es findet vielleicht ein Umsturz statt, nicht heute, aber irgendwann, und dann werden alle wissen, daß ihre Götter ein Nichts sind, aber groß die Menschen, wenn ihre Morde nicht gebüßt werden. Was rede ich da? Meist weiß ich es, diesmal aber nicht. Die haben doch schon gebüßt, die sind ja auch tot, gut, denn wenn ich jemanden strafe, was mir noch nie gelungen ist, bei Mama hab ich es versucht, Ergebnis: Reinfall!, dann ist es mir keine Lust, nur das Schreiben ist mir eine Lust, das tut aber niemandem weh. Also ich weiß die Namen der Opfer immer noch nicht. Allein die Namen von denen, die zu Lebzeiten berühmt waren, die Promis, die kenn ich, das ist ja immer so. Ich weiß nicht, wer in dem Supermarché gestorben ist, ich weiß die Namen nicht, irgendwer wird sie schon wissen. Wie soll ich sie hierhin schreiben, wenn ich sie gar nicht weiß, wahrscheinlich, nein, sicher nie wußte? So, ich bin alles, was gewesen ist und was sein wird. Nein, bin ich nicht. Und ich werde auch nicht mehr sein. Einmal genügt.

Diese depperten Götter, durch bitteren Zank entzweit, daher zwei Stück Götter mindestens, und die bekämpfen einander jetzt bis auf die Knochen, und die Knochen schießen sie auch noch kaputt, diese Geschosse gehen da durch wie ein heißes Messer durch Butter, wie ein heißes Höschen durch den Geist des Mannes, bitte um Entschuldigung, ich bin ja sicher, so funktioniert das nicht. Da haben sich zwei entzweit, der Herrscher des einen Volks und der Herrscher des anderen, und wir müssen es ausbaden, nein, nicht wir. Bei der Kalaschnikow hält die Feder die Spannung, welche ich leider nicht halten kann, so daß sie genug Energie für Einzelfeuer wie Dauerbeschuß hat, ich suche mir gleich ein Abbild, kein verschleiertes, ein richtiges, dann weiß ich es besser, bei der Kalaschnikow ist es die Ladung, die es ausmacht. Diese Getöteten müssen es ausbaden. Immer die anderen. Nie wir. Nicht wir. Wir aber gehen, den Untergang meidend, zu unseren Genossen. Tönend fliegt da etwas über mich hinweg, war das schon der Geier wegen der Leber?, bitte ein Viertelkilo Leber im ganzen, schneiden tu ich sie selbst, nur ich weiß, wie ich sie haben will, ich allein weiß es, mein Gott, hier hilft mir meine Leier nicht, und die göttliche Bildung nützt mir auch nichts, wahrscheinlich, weil ich sie nicht habe, aber das wollte ich gar nicht sagen, die andren sind feige, die Gegner sind immer feige, lassen sich da einfach erschießen, drei Leute, nein, vier, und das wird auch noch gefilmt, wahrscheinlich haben sie auch den Geier, der seine Lebermahlzeit holen geflogen ist, gefilmt, schöne Naturaufnahmen, wie er da über die Landschaft hinfliegt!, natürlich immer von unten gesehen. Die meisten sehen alles nur von unten. Diese Menschen sind feige, sie sind unbewaffnet einkaufen gegangen, deshalb müssen sie sterben, sie sind immer unbewaffnet, wenn sie sterben müssen, außer sie haben sich bewaffnet, das gibts auch, ich kann Ihnen den Ort gern nennen, wo sie bewaffnet sind, gehen Sie dort nicht hin, das rate ich Ihnen gut, aber ich sage es nicht, ich sage Tonnen von Worten, aber ich sage sie im Grunde nicht, sonst bekleidet ihr mich mit Steinen wegen des Unheils, das ausgerechnet ich! gestiftet haben soll, also wirklich nicht! Hols der Geier! Ja, der Adler kann es auch holen kommen. Gieriges Tier, immer muß er Leber schnetzeln, aber zuvor muß er sie kaufen, ausgerechnet im Supermarché, und am nächsten Tag kommt er schon wieder wieder wieder, der Vogel, der die Empfindung nach Essen verspürt, immer wieder, immer wieder, nein, nicht am nächsten Tag, da ist der Markt zu, am übernächsten, da ist er wieder offen, er hat wieder geöffnet, schreiend kommen dann ganze Züge von Vögeln, der Adler versteckt sich unter ihnen, aber unschwer erkennst du ihn, du erkennst ihn schon an der Größe, schwebend in den Lüften kommt er dahergeschossen, schießt da einer?, hat da einer geschossen und vier erledigt?, ich glaubs nicht, nein, es ist der Greifer, der daherschießt, er bietet nicht tödlichen Kampf wie diese Kalaschnikow, er kann das gar nicht, denn sein Opfer ist festgemacht, angeschmiedet am Fels, das wehrt sich nicht. Ich atme Kriegsmut ein, und dann atme ich ihn immer wieder aus.

Kleines Zwischenspiel mit Geier, nein, Adler, damit Sie sich etwas erholen können, die vier am Boden dort, die rennen Ihnen nicht mehr weg, lassen Sie sie liegen, schauen wir, was der Adlige mit der Leber macht, im Grunde interessiert es mich aber nicht sehr. Es fällt schon auf, daß man im Zusammenhang mit der Liebe immer vom Feuer spricht, und wenn man vom Feuer spricht, dann kommt es, und viele werden davon erregt, das ist nicht zu leugnen. Und, glauben Sie es oder nicht, die Flamme erinnert in Farbe und Form, nein, im Zucken der Flammen an die Erregtheit des rege tätigen Phallus. Damals war der noch produktiv, das Feuer der Leidenschaft war noch aktiv, die Zungen des Feuers aktiv, alles sowieso hoch aktiv. Damals haben die Leute noch richtig gearbeitet! Ist das dort der Adler mit seinem Päckchen, das er zu tragen hat wie jeder von uns, jeden Tag? Nein, das ist er nicht. Die Aufzehrung und Erneuerung dieser blöden Leber, was sagt uns die? Es ist ein ständiges Auf und Ab, der Vogel kommt jeden Tag wieder, um sich an der Leber zu sättigen, ja, und die Gier, die Liebesgier, nicht mit Lebensgier zu verwechseln, die einem aber genausowenig nützt, nun, sie wird täglich befriedigt, um sich täglich erneut wieder herzustellen. So wie die Sonne. Der Schwanz, nicht wahr, er erschlafft, nur um nach einiger Zeit, setzen Sie die Dauer hier ein, aber nicht schummeln!, setzen Sie sich hin und schauen Sie Ihren an, ich kann das nicht, ich hab ja keinen, setzen Sie sich in Ruhe mit sich zusammen, sitzen Sie gut?, für sich und andre, schreiben Sie sie hin, ich weiß, Sie werden lügen, Sie werden sowieso lügen, aber nach einiger Zeit, die auch ein ganzer Tag sein kann oder länger, erschlafft er und wird neu belebt werden. Wie die Sonne. Das ist doch schön, oder? Schöner Gedanke, nicht? Ausführung schon schwieriger. Die zerbissene Leber des Feuerbringers, nicht die des Bestatters, der bringt das Feuer ja anderen, falls man keine Erdbestattung wünscht, nicht wahr, ich meine den Adler, der die Leber frißt, jeden Tag aufs neue frißt, den meine ich, nach ihm kann man die Uhr stellen, das bedeutet, ja, was?, das bedeutet die Wiederherstellung unserer entsetzlichen, trostlosen, bösen Gelüste nach ihrem Erlöschen durch die Sättigung, also ihre Unzerstörbarkeit, die Menschen sind leicht zerstörbar, doch ihre Lüste sinds nicht, die sollen erhalten bleiben, auf ewig ewig ewig.

Hier haben Sie ein Foto davon, werden aber davon nichts haben. Zerstören und wieder stehen, auf ewig, das wärs, denn der Adler verzichtet nicht, keinen einzigen Tag wird sein Trieb gekränkt, und Ihrer muß es auch nicht werden, er muß nicht gekränkt werden. Ihr Trieb, zu ficken oder zu töten, je nachdem, ist jederzeit abrufbar, falls Sie Glück haben, sonst nicht, mir nützt er nichts, denn meinen Trieb sieht man nicht, nicht an mir jedenfalls, das haben mir schon viele gesagt, der muß wohl irgendwo innen angebracht sein, aber das wollte ich eigentlich nicht sagen, ich wollte mich hier nicht einbringen, es ist mir sogar streng verboten worden, entschuldige bitte, Wolfi, einmal gehts noch, also den Urmenschen darf man in seinem Triebleben nicht kränken, darauf will ich mit dem Denker gemeinsam, denn allein denken, das kann ich leider nicht, darauf will ich also hinaus, der Schwanz will hinaus, und dann findet er dort nichts, die Leber ist für heute gegessen, dort fliegt er schon, der Adler, er fliegt grade heim, morgen kommt er aber wieder, nicht weinen!, nicht weinen um die Toten!, ich glaube, die wollen das gar nicht, daß man um sie weint, es ist eine narzißtische Kränkung für sie, erst durch das Weinen ist ihr Tod beglaubigt und bestätigt. Wir behandeln hier also auch den Triebverzicht, der ist aber nicht behandelbar und nicht verhandelbar, der Verzicht ist keine Option, kein Verzicht möglich und keine Bestrafung, der Frevler ist ja auch tot, nicht wahr, und jetzt fällt Freud Sigi vom Stühlchen, denn nach der Bestrafung des Täters folgt die Versicherung, daß er im Grunde doch nichts ausgerichtet hat, der Täter, Sie können ihm das gern ausrichten, von mir aus, ich muß das hier nicht alles alleine machen. Aber er wird Sie nicht hören, der Mörder wird Sie nicht hören, denn der ist auch tot. Ich könnte noch viel sagen, aber ich übe Verzicht, der Adler nicht, der fliegt dahin mit seiner Leber, und dann wird er eines Tages getötet, ist es denn die Möglichkeit! Von einem Herakles getötet, die züngelnden Schlangenköpfe hat der schon vorher erstickt, damit Sie sich nicht fürchten, sondern genau hinschauen, die Flammen hat er erstickt, immer nachwachsend, die Flammen, stetig, genau wie die Leber des Feuermenschen, alles arbeitet, als mein Hund die Wohnung zerlegt hatte, sprach mein verrückter Vater die Worte: Der hat heute viel gearbeitet, der muß gut essen, und so war es auch. Wer arbeitet, muß auch essen, die andren aber auch, es wächst immer nach, was hin ist, wächst nach, aber nicht alles, darauf will ich hinaus, kann es aber nicht sagen, Beispiel: Die Flammen wachsen nach, solang sie gefüttert werden, die Mörder wachsen nach, solang sie geschickt werden, sie schauen in ein kleines, von Menschen unter schwierigen Bedingungen hergestelltes Gerät, und schon sind sie geschickt, schon wissen sie, was man mit dem Feuer alles machen kann, und die Leber des Feuermannes, nicht zu verwechseln mit dem Feuerwehrmann, wächst auch wieder nach, solang sie ihm immer wieder genommen wird, ja, genau, jetzt wissen Sies schon, von dem Adler, sie wächst nach, solang sie genommen, abgehackt, weggepeckt wird, solang wächst sie auch immer wieder nach. Bliebe die Leber, wo sie ist, müßte sie nicht mehr nachwachsen, dann käme alles zum Stillstand. Würden Menschen nicht immer wieder nachwachsen, käme das Morden zum Stillstand, alles Morden würde sofort aufhören, wenn sich damit auch die Menschen endlich aufhören würden, keiner müßte mehr den Abzug, oder die Ziehung?, betätigen und aufs gurgelnde, schäumende Wasser starren, ach was, erneuert wird immer nur die Zerstörung.

Ich weiß nicht, wie es ist. Aber da sind Tote, die keiner erwecken kann! Da fliegt dieser Adler also wieder hin, um seine feine geröstete Leber zu kaufen, Leber zuerst, Flammen danach, Gericht sodann fertig, und nicht das Jüngste, denn es muß ja immer wieder gegessen werden, es handelt sich hier um einen Freizeitgrill, der in Freiheit lebt, im Freien lebt, dort wird jeden Tag die Leber gegrillt, der Adler könnte schon längst ein Lokal aufmachen. Der Feuerbringer will das Feuer erhalten, auch wenn ihm seine Leber jeden Tag wieder von einem Vogel gestohlen wird, kommt ein Vogerl geflogen, der Feuermensch möchte sein Werk, das Feuer, das er unter Mühen geholt hat, erhalten sehen, aber der Mörder des Vogels läßt das Feuer zusammenstürzen, ich sehe derzeit nicht, woher all dieses Feuer kommt und wohin es geht. Was meint Freud damit? Keine Ahnung, welches Feuer er meint, aber ich werde nachschauen. Ich bin so müde. Und die bringen sich immer noch um, und ich bin immer noch so müde. Er meint, daß man nicht gleichzeitig pissen und zeugen kann, das weiß jeder Mann. Man kann die beiden nie zusammenbringen, sie sind wie Feuer und Wasser, sie sind Feuer und Wasser. Sie müssen sich jetzt entscheiden, Sie kriegen keine Gnadenfrist: Wollen Sie Wasser geben, oder wollen Sie zeugen, bloß damit ein andrer das Gezeugte wieder umbringt? Es ist ein Risiko. Das Wasser löscht den Schwanz und sein Begehren aus. Beides zusammen können Sie nicht haben. Sie müssen sich entscheiden, auslöschen oder Feuer frei! Der Mensch, ja, das ist wahr, der Mensch löscht sein eigenes Feuer durch sein eigenes Wasser. Das ist etwas, das keiner ungenützt lassen sollte, es ist eine grundlegende, grundsätzliche Wahl. Und wer tötet, löscht aus. Das sage ich. So, ich habe es gesagt.

Die Götter sind ein Nichts und groß nur die Menschen. Erklären Sie das mal dem Filmemacher, der gleich tot sein wird, mitsamt seinen Gaben, die mit ihm sterben werden und einige Menschen als Proviant mitnehmen, nein, keine Ahnung, ob der begabt war! Er hätte es Ihnen nicht geglaubt. Wo die Leute doch ganz klein sind, wenn sie in seine Kamera hineinkommen. Die Herrscher sollen bitte jetzt hier hineinschauen ins Gerät, ins Objektiv, bitte recht böse schauen, hier kommt der Vogel heraus, hier kommt der Geier, wieso denke ich immer Geier?, es ist ein Adler!, komplett andres Vogelmaterial!, der kommt also heraus, interessant!, der dann die Leber frißt, hier kommt es heraus, das Vogerl, dort müssen Sie hineinschauen, dort kommt das Vogerl heraus, ich sagte es schon, ich sage alles immer mindestens dreimal, nein, öfter, aber vier Tote liegen jetzt auch noch da, die fünfte woanders, das war doch die Polizistin, oder?, eine andre Tote, für jedes meiner Worte einer plus zwei dazu, oder zwei plus zwei, hols der Geier, tot sind sie alle, ich sagte es ihm schon öfter, daß seine Worte für ihn gedacht sind, und der tut das doch glatt! Er holt sie sich. Der tut das auch noch, wenn man es ihm sagt! Und es wenden die Herrscher ihr segnendes Auge von ganzen Geschlechtern, also von diesem hier auf jeden Fall, das Gesicht ist abgewendet, das Schicksal nicht. Sie können alle nichts dafür. Gesichter werden abgewandt, Schicksale werden nicht abgewendet, außer diesem, das ich hier nicht auch noch nennen kann, und im Enkel, ja, in diesem und in dem dort auch, den ich nicht habe, werden die einstmals geliebten, still redenden Züge des Ahnen nicht gesehn, einfach nicht angeschaut und nicht gesehen, wozu also Enkel? Kein Zusammenhang erkennbar, wir wüßten nicht, womit.

Das haben wir nicht geahnt, nein, daß man nicht mehr sieht, woher man kommt, und sich etwas Neues erschafft, was man dann sein muß. So spricht dieser Film, ich habe ihn noch nicht gesehen, und ich werde ihn mir auch nicht anschauen, in dieses Kino geh ich nicht; ich habe den Mord, die Morde nicht gesehn, ich habe nichts gesehn, obwohl es möglich gewesen wäre, mit etwas Mühe leicht möglich, wird schon noch auftauchen auf meinem Schirm, doch diesem Anfang werde ich wehren, ich will nicht sehen, ich will das nicht sehen, will nicht sehen, wie einer Verantwortung übernimmt, der die Verantwortung selbst schon längst an seinen Kalifen abgegeben hat. Gut für ihn. Schlecht für die Opfer, meine Worte lauten daher ganz anders, aber wie, das weiß ich jetzt auch nicht. Der Mann, der sich so an uns wendet, hat keine Verantwortung mehr, wir aber sollen sie haben? Der geht gegen alle vor, bloß damit die Wirkung größer ist? Wenn alle tot sind, wäre die Wirkung am größten, wer aber würde ihn dann bewundern?, keiner mehr da, keiner mehr da für der tapferen Männer Kampf, am liebsten aber gegen solche, die nicht tapfer sind, mit denen hat mans leichter, die stehen uns zur Seite, nicht gegenüber, das wird keine Schmach, das wird keine Schande, das wird unser Sieg, nur siehts keiner mehr. Welche Kampfhelden haben wir da geraubt, die uns jetzt leider nicht mehr zur Verfügung stehn? Jeder Greis auf seinem Lager versteht das: Ihr greift uns an, wir greifen euch an. Sogar ich versteh das. Ein einfacherer Satz fällt mir nicht ein, Spiel, Satz und Sieg! Wohlgesichert steht die Waffe noch da, bald aber ist sie entsichert, und der Körper, bitte wählen Sie einen aus, alle, also alle, die Sie hier sehen, die andren natürlich nicht, stehen Ihnen zur Verfügung, nehmen Sie halt den, der grad da ist, der Ihnen am nächsten steht, und dort sind noch ein paar andre, welche die Augen furchtsam zu Ihnen erheben, ach, ist das gut, Ihr Sohn wird es Ihnen lohnen, der Sohn des Opfers mit Sicherheit nicht. Das muß man erst mal ertragen! Der wird Hilfe brauchen, und Hilfe wird ihm angeboten werden. Nun, der Körper ist preisgegeben der Härte, und die Abzugsvorrichtung funktioniert mit Sicherheit, nein, ohne Sicherheit, denn gesichert darf die Waffe nicht sein, so würde sie ja nicht funktionieren. Entsichern und abdrücken, mehr wird nicht verlangt, und das nicht einmal von dem, der am Drücker ist, von seinem Kalifen wird das verlangt, das ist eine herkulische Arbeit, welche wir für den Kalifen hier ausführen, die Menschen sollten dafür dankbar sein, aber wer ist schon dankbar? Es gibt keinen Dank für sowas. Da hat der Held Land und Meer gereinigt, riesige Mühen vollbracht, Himmel und Erde geschaffen oder was weiß ich, was deren Gott alles gemacht hat, ich will es gar nicht wissen, er hat schlimme Sachen gemacht, oje, ich will das nicht hören und sagen schon gar nicht, ich stopfe mir die Ohren zu und schließe die Augen, dazu brauch ich keine Hilfsmittel, der Held hat so viele gereinigt, Köpfe abgesäbelt, einen hat er in einem Käfig verbrannt, damit der Dreck an einem Ort bleibt und entfernt werden kann, damit der Wind ihn nicht fortträgt, damit gezeugt werden kann und gezeigt, was dasselbe ist, andre hat er ertränkt, nehmen wir sie rechtzeitig auf! Die Kameras sind wirklich schon sehr klein und überallhin transportabel, wo wir auch sind, die gehen mit uns mit, wohin wir auch gehen, ja, das hat er gemacht, das haben diese Helden gemacht, sie sind hingefahren und haben es einfach gemacht und was ist der Dank? Angeklagter, was haben Sie mit all den Menschen gemacht, all den Passagieren, welche Sie transportierten, sprechen Sie! Ich wollte auswandern, damit ich dort friedlich nach islamischen Regeln, denn das sind die einzig wahren, leben kann. Und Sie, zweiter Angeklagter? Ich wollte nur eine Mitfahrgelegenheit in den Urlaub, ich wollte im Schwarzen Meer planschen, und statt eine Pauschalreise zu buchen, stieg ich in das über Bekannte vermittelte Taxi und rechnete mit One-Way-Kosten von bloß 100-150 Euro. Und, Angeklagter, was haben diese Bilder auf Ihrem Handy, Bilder der schwarzen Flagge und von Kämpfern dort zu suchen? Die suchen dort nichts, die wurden gefunden. Ich erkläre das mit meiner Mitgliedschaft in einer Chat-Gruppe, ich habe diese Dateien ungewollt bekommen und lehne sie ab.

Dennoch, keinen schwachen Feind sucht dieser Blick, sondern einen starken, der jedoch ist nicht da, derzeit auf unbestimmte Zeit verreist, möglichst weit weg, sicher nicht dorthin, wo die Kämpfe sind, aber natürlich auch dorthin, da fahren wir doch glatt hin, für Tickets ist bereits gesorgt. Aber bis wir dort sind, nehmen wir jeden andren auch, wir nehmen jeden als Gegner, der zufällig da ist, wir sind da nicht wählerisch, wir vernichten auch Schwache, wenn grad keine Starken da sind, euch, euch sucht der Blick, euch, welche nichts haben als einen leeren Mund mit einer Zunge drin, die Schall ausstößt, und nicht einmal das kann sie, dafür braucht sie die Stimmbänder und einiges andre auch, einen komplizierteren Mechanismus als den der Kalaschnikow, der Mensch ist nicht einfach gebaut, der ist kompliziert zusammengesetzt; wenn er das selbst gemacht hätte, hätte er es einfacher gemacht, damit die Mörder es leichter haben mit ihm, so viele Mechanismen müssen zum Verstummen, zur Bewegungslosigkeit gebracht werden, bitte!, das ist ja alles Arbeit!, na ja, nicht für uns, das macht die Maschine für uns, zum Glück haben wir sie, unserer Arme Kraft flieht dahin, aber dieses Gewehr, dem bleibt seine Kraft, es speichert sie in dieser Gaskammer, Sie kennen sie bereits, wohin die hochkomprimierten Gase geleitet werden und dort auf den Gaskolben treffen, millionenfach bewehrt in allen Kammern, die man dafür gebaut hat, ja, und der Gaskolben wird dadurch in seinem Führungsrohr zurückgedrückt, stellen Sie sich das vor! Schauen Sie, so! Durch diese unglaubliche, vom Gaskolben weitergegebene Kraft wird alles ausgeführt, spuckt die Waffe alles aus, kommt alles raus, es wird nichts herauskommen, weil alles schon herausgekommen ist, wir haben uns nach zehn Jahren mit Gesichtsbehaarung rasiert, warum?, um für drei Wochen nach Bulgarien auf Strandurlaub zu fahren, dort werden wir nahtlos braun, auch im Gesicht, das weiß diese Maschine aber nicht, doch uns nimmt sie nicht aufs Korn. Kurz, nein, nicht kurz: Der gesamte Hülsenauswurfsvorgang, der Spannvorgang, der Nachladevorgang und, bei Dauerfeuer, das weiß ich jetzt nicht, oder doch?, also bei dem Neuabfeuerungsvorgang bei Dauerfeuer, da muß man halt nur einmal draufdrücken, nicht wahr, da wird das alles ausgeführt, zuerst kommt es raus, dann wird es ausgeführt, es muß ja wissen, wohin, das Geschoß, das muß Ihnen ja gesagt werden, und jetzt wissen Sie es auch.

Den Rest können Sie vergessen, der Rest selbst kann nicht einmal mehr vergessen, der weiß nichts und lernt auch nichts mehr. Reden wir über das, was uns entzweit! Ja, reden wir, das wäre besser, es wäre besser, wir redeten, reden kann man das nicht nennen, sagen Sie mir bitte nur, warum Sie diese Menschen töten wollen! Was taten sie euch an, sprechen Sie! Ihr tötet uns, wir töten euch, das ist wirklich eine sehr einfache Antwort. Wir töten euch, weil ihr die seid, die bestimmen, was überall auf der Erde geschieht! Aber hier bestimmt ihr nicht, hier bestimmt ihr bestimmt nicht! Das überzeugt mich nicht, also, was ist es? Was taten dir diese Opfer an? Wir können uns nicht vorstellen, daß ihr euch vor denen fürchtet, was taten sie also, die Opfer, was taten sie euch an? Daß ihr euch fürchtet, nehmen wir euch nicht ab, wir nehmen euch gar nichts ab, das müßt ihr gefälligst alleine tragen. Warum sollen wir wegen eurer Feigheit, gegen Bewaffnete zu kämpfen, warum sollen wir sterben, wir haben überhaupt nichts gemacht? Da verlangt ihr, in diesem Lande Herr zu sein, ihr jungen sportlichen Kerle, wie ihr euch selber nennt für die schönen jungen Frauen, besser noch Jungfrauen, welche kommen, um zu euch zu beten, nein, zu eurem Gott, sie wissen nicht, wer wer ist, gut so, und das Paradies ist eine Parfümerieabteilung im Kaufhaus, in der einem alles geschenkt wird, was man will, das ist das Paradies, jede Farbe darf dort spielen und geht dann freiwillig mit einem mit. Derzeit müssen wir leider noch den Schleier drüberziehen und dürfen nicht lüften.

Wie kommt es, daß unter diesen Luschen, unter diesen Douchebags, daß es unter all diesen Tausenden Millionen von Männern nicht viele gibt, die Ihren zu verteidigen? Na, das weiß ich auch nicht. Das weiß ich nicht. Was? Ich weiß nicht. Es horchen die Verbannten in nächtlichen Höhlen. Da schüttelt einer den Kopf, bin das ich? Nein, das bin nicht ich. Ich habe keine Kinder, keine Enkel, ich habe niemand und schüttle einfach nur so das Haupt, weil mir nichts andres einfällt. Wer das gemacht hat, soll sich sofort melden, es muß nicht bei mir sein, aber melden soll er sich, nachdem er sich genügend gebrüstet hat. Er soll einen Beweis liefern. Der Beweis wird nicht schriftlich, nicht mündlich, sondern gleich als Bild, als praktisches Bildpaket, das schon laufen kann, das sofort wieder loslaufen kann oder wie das Elektron das halt immer wieder schafft, toll machen Sie das, Elektron!, es wird geliefert, was geliefert werden kann, und es wird geliefert sein. Es wird alles auf Wunsch oder ohne Wunsch als Bild abgeliefert, das ist es, was wir wollen. Wir wollen das Bild, das keinerlei Ungemach ins gemachte Bett bringt, wo wir uns hingelegt haben. Und es ist nicht gestattet, Böses zu tun, daher tun wir es auch nicht oder nicht gern.

Dieses Haus haben wir erschlossen, also aufgesperrt, und jetzt geht die Tür nicht mehr zu, die vom Vaterhaus, die Tür, die wir uns selbst verschlossen haben. Wir halten die Herrschaft in ewigen Händen, und mit den andren Händen, so vielen Händen, die kommen, um beim Mord zu helfen, halten wir die Tür zu. Die drängen von außen dagegen, keine Ahnung, wer, aber lang leben werden sie auch nicht, keiner kann Herrschaft brauchen, wies ihm gefällt, aber jeder tut es trotzdem. Er stiehlt die Herrschaft, und dann hat er sie halt. Und der fürchte sie doppelt, die Herrschaft, den je wir erheben, da ist er, der Erhobene, auf Klippen und Wolken sind Leichen ihm bereitet um goldene Tische und verlassene Fluchtautos und leere Fabriken mit Schränken und Supermärkte mit Kühlräumen, wo sie sich verbergen vor uns, die Kühlung wird abgeschaltet von einem guten Menschen, bei dem sich Feindseligkeit nicht durchsetzen konnte, ja. Willkommen im Kühlraum, liebe Gäste, vorher muß diese Kühlung rasch eben abgeschaltet werden, schon geschehn!, vielen Dank, willkommen, geschmäht und geschändet, wie ihr nun mal seid, aber noch am Leben in den nächtlichen Tiefen eures Gottes, den wir nicht anerkennen, wir haben schließlich unsren eigenen, der nur uns einschließt, den wir dafür jedoch überhaupt nicht kennen. Den wiederum andere nicht anerkennen. So geht das ewig weiter.

Ihr harrt vergebens, im Finstern gebunden, gerechten Gerichts, gerecht ist nur das Unsere, es ist das Jüngste und gilt immer noch. Und zwar für alle. Nur unser Gott ist gerecht. Ihr habt keinen, ihr aber, ihr aber seid gegen unseren! Wer sagt das? Wer hat das jetzt gesagt? Mir ist es egal, ob ich eine ganze Stadt umbringe und der Feinde Schwarm aufrege, bis sie auf mich losgehen, was ihnen aber nichts nützen wird, ich frage: Wer war das? Wer ist insgeheim ins Land gekommen und hat diese Kühlung abgedreht? Dort hätten die Leute sterben können, ohne daß wir dafür hätten arbeiten müssen, also nicht wir, natürlich nicht, nur einer, nur einer hat das Morden getan und gefilmt, und er würde es noch einmal tun, das würde aber nicht nötig gewesen sein. Wer hat die Kühlung abgeschaltet, damit ihr nicht erfriert? Dieser Herr hier, im folgenden kurz Retter genannt, vielen Dank, bitte treten Sie vors Mikro. Den konnte keiner zum Kampf zwingen. Wieso den nicht? Na, mit jedem kann man das auch wieder nicht machen. Er hat euch versteckt und die Kühlung abgestellt, damit ihr nicht sterben müßt, so einfach ist das. Da knien sie, andere, bald wird ihr Kopf weg sein, Gnade!

Zu Gnade fügt Gnade, schreien sie, wir flehen zu euch, daß du, der Eine, uns gefällig seist, wer immer du bist. Bitte hören, bitte aufhören, bitte auf Augenhöhe schauen, nicht darunter, darunter sieht man nichts, denn die Augen sind oben, wer Augen hat zu sehen, der sehe, wenn er unbedingt will, ich kann, bitte, mir das nicht anschauen. Ich halte das nicht aus. Das sollen von mir aus andre aushalten, ich nicht. Die sollen geköpft werden, und der eine ist, ich sagte es schon unter Zittern, daß sie mich auch noch erwischen, lebendig verbrannt worden, wo gibts denn sowas!, bei uns hat es sowas schon lang nicht mehr gegeben, ich ertrage nicht einmal ein Bild davon, das ich mir selber gemacht habe, aber unbegabt, ich trage meines Vaters Namen, den Namen des Sohnes eines Sohnes, keiner von denen hat gemordet, obwohl, als die Stadt noch glomm vom Feuer der Überzeugung und Begeisterung und dampfte vom Löschwasser, er gut hätte gemordet werden können, das war so vorgesehen, wenn mich nicht alles trügt, was es leider tut. Alle betrügen sie mich. Ich fordere von meinem Ahnherren, daß das sofort aufhören muß. Es hört aber nicht auf. Nichts hört auf, alles bleibt erhalten, auch wenn alle tot sind. Na, mich tröstet das nicht. Da brennt einer, dort werden andre geköpft. Ich wiederhole mich, der zarte Fuß der Königin, also bitte, Elfi!, macht doch nichts, wen störts!, der Fuß stockt. Das ist alles immer noch ganz genauso, egal, wie oft ich es schreibe. Die Erschossenen werden während der Erschießung gefilmt, damit die Menschen wissen, daß kein Vergehen vergeht. Da läuft er dahin, der Film oder wie man das jetzt nennt, und jetzt ist er abgelaufen, genauso schnell wie die Zeit, die es gedauert hat. Irgendwo sitzen sie, wer auch immer, mitsamt der Mutter oder wer halt noch lebt, und hofft, daß diese Kinder den Tod nicht erleiden, und da sind sie schon tot. Kaum hat man es gedacht, war es schon gemacht. Wir können diese Stätte nicht einmal hüten, denn sie war in einem Film, sie war zu rasch vorbei, als daß wir uns vor ihr hätten aufstellen können. Ausgeschlossen sitzen wir im eigenen Haus, das doch immer so aufgeschlossen war, ratlos.

Ich konnte mir dieses Bild nicht ausmalen, kein Wunder. Malen Sie es mir auf den Wänden meines Grabes aus, dann muß ich es mir nicht mehr anschauen. Kein Wunder wirkt dieser Gott, dieser Eine, der nie uns gefällig sein soll, angeblich, immer nur den Mördern, die ihn aber auch nicht kennen, sowenig wie überhaupt jemand seinen kennen kann, er kennt nur die Seinen, aber nicht seinen Gott, also er wirkt, aber er bewirkt gar nichts, also für mich nicht. Von dem weiß er nur, daß es ihn gibt. Ihn, den Gott, kann keiner kennen, wie denn auch, wer sollte ihn kennen, wer sollte irgendwas kennen. Das Selbstgemachte erkennt man doch leicht, denn es ist fast immer schlecht gemacht, Profis können das besser, haben aber nicht soviel Spaß dabei. Doch bei diesem Gott kann ich nicht erkennen, ob er hausgemacht oder gekauft ist. Vollkommen sieht er mir nicht aus, da muß noch geübt werden. Vielleicht die Temperatur etwas raufdrehen? Das Schnitzmesser schärfen? Den Zeichenstift spitzen? Da muß noch ein Haus erschlossen werden, das verschlossen war. Und dort auch und dort auch. Dieser Gott ist selbstgedreht und selbst in den Mund gesteckt, und er löst sich in Rauch auf, bevor er noch erlösen kann. Und allein die Menge des Wissens und die Meilen von Statuen, die zerstört werden müssen, damit Er kommen kann, sind enorm. Er scheint mehr Platz zu brauchen als den Petersplatz, mehr als dieses neue Großraumflugzeug, ja, genau, enorm: ein Wort, das ich, glaub ich, noch nie benutzt habe. Es wurde mir auch nur geliehen. Enorm. Es muß die Abwürgung jedes ursprünglichen und stetigen Wissenwollens vollzogen werden und die Unterbindung jeglichen Versuchs der Eröffnung geistigen Seins. Das brauchen wir alles nicht mehr. Das brauchen wir jetzt nicht mehr. Den Geist hat vielleicht Heidegger noch gebraucht, und er hat geglaubt, daß auch andre ihn brauchen, nun, ich brauche ihn nicht. Mir genügt das, was ich immer schon gesagt habe: Wir müssen sterben, ich und du, wie diese hier, wenn auch nicht so grauenhaft mit Flammen und Messern und Kalaschnikows und so, das mit der bergenden Brust, das schenke ich mir. Mama ist tot. Wer sagt das? Ich. Und in Dankbarkeit. Die aber, die aber sagen, diese Mutter- und Vaterlosen sagen, wo denn, Mutter, ist der Vater hin? Tot. Wo denn, Vater, ist die Mutter hin? Auch tot. Zerstreut. Wissen wir nicht. Kennen wir nicht, doch es verwundert uns nicht, daß sogar die vor uns geflohen sind, denn wir kennen weder Vater noch Mutter. Die uns mit Worten hätten trösten können, die gibt es nicht mehr. Wenn das Tor knarrt, dann ölen wir seine Angeln, wir gehen hinein, bringen alle um, sich hinzuwerfen vor eines Vaters teurem Knie, das machen wir nicht, denn kein Vater ist da, nur Gott, unser Herr, der so groß ist, daß wir nicht über ihn drüberschauen können. So können wir sicher sein, daß er auf uns schaut. Auf uns herunterschaut. Welche Hoffnung kann er uns vermitteln? Keine, das ist nicht seine Aufgabe. Das Sein beenden wir, solang es nicht unsres ist, das beenden wieder andere für uns, es muß dann aber auch wirklich alles zu Ende sein. Es muß alles aus sein. Es darf nichts geöffnet werden. Es muß alles verschlossen werden. Es muß der Taumel des Massenhaften hergestellt werden, wo die rein körperhafte Männlichkeit in die Brutalität des Heroentums übergeht, das geht, ja, das geht schon, mit einer Kalaschnikow geht das alles, mit zwei und einem Flammenwerfer und einem Raketenwerfer und einem Panzerbrecher und einem Käfig, wo das Brennen stattfinden kann, oder mit einer Autobombe oder mit einer Atombombe geht das alles leichter. Dieser Taumel, wie bringen wir den jetzt um und den dort?, wen bringen wir um, bis wir die Feinde nicht mehr zählen können und einfach alle umbringen, damit wir Zeit gewinnen, bis neue kommen, denn alle sind unsere Feinde, bis noch mehr Ohnmächtige kommen, die keine Zeit bekommen dürfen, sich zu retten, nein, einen Ort kriegen sie dafür auch nicht, wenn der Tod ihnen nahesteht, ihr einziger Verwandter, dann soll er nur kommen, denn nie soll ermüden der Menschen Leid, dafür sorgen wir schon; der Wind atmet, ja, der atmet auch, der muß ja auch einmal einatmen, damit er ausatmen kann, nicht nur wir atmen, der Wind haucht auch, je nachdem, er haucht uns ungestüm an, und wir fallen, wir haben ja Platz, es sind alle andren weggeräumt, alle andren sind schon weg, alles wechselt unter sich, nichts bleibt bestehn. Das ist sehr gut für die Gemeinschaft, deswegen taumeln wir ja ständig herum, haben uns jetzt aber gefangen, zum Glück, denn verzagen mag der Schlechte, wir Schlächter aber mögen das nicht.

Dieser Taumel des Massenhaften gilt ab sofort als Gemeinschaftlichkeit und diese Gemeinschaft der Gläubigen, die gar nicht glauben müssen, sie müssen nur gemeint und gemein sein, nicht wahr, und sie müssen sehr viele sein, nicht wahr, eine wahre Gemeinschaft eben, die aber schon mit wenigen erreicht wäre, ich würde das Overkill nennen, daß so viele dazugehören, und die wird dann als Grund für alles andre ausgegeben, die Gemeinschaft, hier, Schulter an Schulter, am Schalter, dort werden Jobs und werden Gründe ausgegeben, falls Sie welche brauchen, ziehen Sie eine Nummer!, hier gibt es die Gründe für alles, wo bleibt da noch Raum, selbst etwas zu tun, selbst groß zu werden, sich zu etablieren, eine Veränderung zum Beispiel in diesem Europa zu bewirken, das liegt gleich um die Ecke, das ist der Ort, wo jedem Flüchtling, also jedem, der entkommen und kommen konnte, die Tore des Landes versperrt werden, ja, sagt es ruhig laut: Wofür leben wir noch, die leben ja auch nicht?, wo sind die Freunde Europas?, hier ist schon einer, aber der genügt nicht, ich genüge nicht, es ist Zeit, sich zum Tod zu bereiten, wirds bald?! Wollt ihr ewig leben? Was rettet euch noch? Aber nein, da bleibt kein Raum. Nirgends ein Raum übrig, nicht einmal eine Abstellkammer. Nur der Raum für den Gott, den sparen wir auf, den sparen wir uns nicht, den ersparen wir uns, den Raum, nicht den Gott. Denn Ihm gehört ja alles, auch wir, Ihm gehören wir. Er aber, der Eine, er bleibt in seinem ewigen Fest. Er schaut nicht bei uns vorbei, heute hat Er keine Zeit, dafür haben wir wieder etwas mehr Zeit, die Waffen haben wir schon herausgeholt, uns zu erheben wie Habichte, die Waffen werden uns dabei helfen, hoffe ich. Rot färben sich unsre Locken, ich muß meine selber färben, und Locken sind es nicht. Ich starre in den Kasten mit den tobenden Bildern hinein. Wenn das Pack verbrennt, wenn die alles verbrennen, mir ist es nicht recht. Ich sage zu ihnen: Ich bin der Herr der Stadt, nicht euer Herr, der ist gar kein Herr, so wie der sich benimmt, nicht der Tote dort bin ich, ich bin der andre Herr, der noch was tun kann, wenn auch vielleicht nicht mehr lang. Ja, bejammert mich nicht, bejammert lieber euer Geschick, lernt lautlos euch ducken vor der Gewalt dieses Herrn, wir würden ihn Herrgott nennen, der entsetzliche Bluttaten getan und noch mehr davon in Vorbereitung hat, die sind aber auch schon fast reif! Vor einer Religion eindringlich zu warnen, so melden wir uns zu Wort, doch das genügt nicht. Wir lasten alles diesem Gott an, der vertreten wird von Leuten in Toyota Pickups, deren Großteil gewiß nicht aus friedliebenden Wesen besteht, ich meine natürlich nicht diese Autos. Wir werden schon sehen, was die mit uns vorhaben, ich meine natürlich nicht diese Autos. Sie werden noch mehr Extremisten gebären, also ihre Frauen, nicht wahr. Schirrt sie vor den Wagen, ich meine natürlich nicht diese Frauen. Sie rasen dahin wie blutige Pferde, die zum blutigen Trog kamen und gierig zermalmten menschliche Leichen, ich meine natürlich nicht die Pferde, ich meine nur ihre Pferdestärken. Und alle, alle, alle sind froh kannibalischen Mahls. Jetzt bringt der doch glatt die Ernte ein, jetzt bringen sie sie daher!, nachdem er es jahrelang versprochen hat, der Gebieter, ich meine natürlich nicht den Gebieter, ich weiß ja nicht einmal, wer das ist. So. Sie schreiten derweil vom Berge zu Bergen hinüber, also die, die nicht mehr ins Auto hineingegangen sind. Aus Schlünden der Tiefe dampft ihnen der Atem. Titanen sind wir, sagen sie, sie sagen es uns ständig, aber sie sagen nicht: Wem gehört denn nun dieser Atem? Gehört er uns, uns Titanen, oder gehört er einer eher kleinen Partei aus kleinen Menschen, konservativ bis auf die Knochen, mit Karrieren, solide und glanzlos? Das sind auch wir, diese Domain haben wir uns gesichert. Wir sind die kleinen Menschen, welche atmen, das müssen wir, bloß: Wir sind nicht wir. Wir bin ich, ich allein, das gibt mir was, daß ich wir bin! Ich bin jetzt probeweise einmal alle. Damit meine ich natürlich nicht, daß ich alle bin. Daß ich alle gemacht worden bin. Ich spreche hier, nur ich spreche hier und aus. Sei gegrüßt, du mein Haus! Ja, auch du, mein Hof! Du mußt wieder einmal die Kehre erleben, aber nicht heute. Und diese Menschen hier, alle Menschen, willkommen! Tretet nur herein, ich habe Platz genug! Mein Haus ist nicht von Männern umstellt. Gott sei Dank. Und der Vater nicht in Tränen, der Vater ist schon längst tot. Ich trete jetzt hinzu, um im Fernsehn zu erfahren das Los, das andre Häuser befiel, aber nicht meins. Da gibt es noch andere, das kann ich Ihnen flüstern, doch flüstern tu ich prinzipell nie! Ich bin ganz still.

Wenig treibt uns mehr als der Gedanke, daß die Griechen Schulden machen, obwohl sie das doch nicht dürfen. Und jetzt ist der Antrieb ausgefallen, bitte um Verzeihung, der muß erst repariert werden, sonst treibt uns nichts mehr, und wenn nichts mehr uns treibt, dann doch die Sorge um das Wohl dieses Landes, denn straflos gebieten sollen diese Fanatiker uns nicht, nie mehr. Sie haben es noch nie getan? Sie würden aber gern. So, und wir fahren jetzt mit unseren Familien zu unserer eigenen Kirche, die bereits vor langer Zeit reformiert worden ist, wenn auch nicht für jeden. Wir fahren zu unserer reformierten Kirche, die uns nimmermehr zu unserem Herren einbestellen würde. Wir fahren freiwillig. Und unser Atem ist wie der Rauch von einem Opfer, aber die, die getötet werden, sind Nichtraucher, also vielleicht nicht, aber sie können nicht mehr rauchen, ihr Kopf ist abgesägt, abgeschnitten, ihr Körper jetzt ein leichtes Gewölke, das unser Gott zusammentritt wie Morgentau, den die Sonne sich holt, denn die erholt sich jeden Tag rascher als die Toten, das ist schon mal klar, und der Tag wird auch klar. Alles klar? Nein. Es ist schwer für uns, sich in unserem Parteiensystem zu behaupten, also behaupten wir halt was andres.

Der aber, der aber, ja, der bleibt in ewigen Festen an goldenen Tischen? Gehts noch? Und noch mehr von euch? Alle hausgemacht? Er der Eine? Nur uns gefällig? Da kann ich kommen, ja, nur ich, ganz allein, da kann ich kommen, ich Mensch, oje, ich besieg an Tugend dich, großer Gott, das kann ich, das schaffe ich. Du schaffst an, ich schaffe es. Schauen Sie, nehmen wir einen als Beispiel, nehmen wir Zeus, damit beleidigen wir keinen, auch nicht unseren Reformer, nicht unsere Bewegung und nicht unsere Unbeweglichkeit, denn niemand glaubt mehr an den. Ich mußte lange nachdenken, bis er mir eingefallen ist. Zeus. Einen andren zu nehmen trau ich mich nicht, sonst hauen mich die Griechen, die natürlich ein Recht auf ihre eigenen Götter haben, ja, also nehmen wir Zeus, den ich, er ist ja längst keine Konkurrenz mehr, soeben zumindest an Tugend besiegt habe. Was er sonst noch kann, können Sie bei Richard Wagner hören, dort heißt er aber anders, dazu kann jeder seine eigene Meinung haben, von mir aus. Doch Rummachen mit Frauen, das geht gar nicht. In der Frauen Gunst hast du dich eingeschlichen, Zeus, das geht schon mal gar nicht, ich würde sowas nicht tun, denn mein Gott sagt nein dazu, er verbietet es, was du gemacht hast, vielleicht kann mein Gott das auch? Wahrscheinlich, sonst gäbe es ihn nicht, so lange wie es dich schon nicht mehr gibt, Zeus oder was oder wie, ungerufen wie die Troika von den Griechen bist du ins Lager gekommen, du hast die Frauen schonungslos gefickt, reihenweise gefickt, das hat dir schon genügt, aber zu retten die Deinen, das hast du nicht verstanden. Der Gott. Der hat das einfach nicht verstanden. Dabei wäre es ihm leicht möglich gewesen. Vielleicht wußte er nicht, daß die in Not waren? Das kann unserem Gott nicht passieren, der weiß alles, der andre Gott behauptet das nur von sich, aber unserer weiß wirklich alles, er weiß sogar, wenn einer was zeichnet, wenn einer seinen besten Freund, den Propheten zeichnet, er weiß, was diese Zeichnung darstellen soll, wenn auch etwas verzerrt, sonst wärs ja ein Foto, nicht wahr, und gehörte zu Deutschland, dem ja alles gehört. Der Gott, ich muß nachschauen, welcher, es ist einer, von dem ein andrer behauptet, er wäre beleidigt worden, es wäre gefrevelt worden, und da müssen wir jetzt alle umbringen, alle?, niemals! Das schafft deine Hand nicht einmal mit der größten Mühe, die bricht dir vorher ab, der Gott sieht die kleine Zeichnung, weil er eben alles sieht, er sagt noch, von mir aus, aber was mein Prophet dazu sagen wird, das weiß ich nicht, da habe ich meine Befürchtungen; doch sollt ihr, ergrimmt, wie ihr seid, dennoch kein Leid erfahren, es soll euch keins zugefügt werden, denn mir ist das wurst, auch das Theater, das ihr veranstaltet, auch der Aufruhr, der zerfallen wird durch bösen Rat, denn guter Rat ist teuer, den könnt ihr euch nicht leisten, das überfremdete Land zu retten, das wissen die alle nicht, aber ich weiß es! Die wissen, wie man jemand ermordet, aber nicht, wie man ihn rettet, das weiß er nicht, der geistigblinde, blöde und gar nicht gerechte Gott, als den mich meine paar Millionen Assistenten, alles Asoziale, Assis, ausgeben, als wäre ich nichts als Geld, für was gebt ihr mich da aus?, keine Ahnung, wieso ich immer so eine schlechte Presse habe, also recht ist mir das nicht, man sagt, ich sei ein Gott, der immer nur rächt, aber nicht gerecht ist. Wie oft hab ich das jetzt schon geschrieben?, macht nichts, bald ist Schluß damit. Dann seid ihr es und aus! Ihr wildes Kentaurenvolk, das an sich vier gesunde Glieder hat pro Stück, aber immer nur zwei benutzt für den Abzug, und was macht ihr mit euren Füßen, welche euch hintrugen, wo ihr nichts zu suchen hattet? Mit denen steht ihr jetzt blöd da, so blöd, wie ihr mich darstellt und diejenigen, die mich darstellen, die meinen Propheten darstellen, einfach abknallt. Ja, schaut nicht so ahnungslos! Ihr seid es, nur ihr! Ich komme mit meiner Manneskraft, keiner traut sich, den Mund aufzumachen, und ich sage: Ihr seid es. Bewacht von weiten Kreisen der Bevölkerung, in welcher Fäulnisprozesse stattfinden, daß einem der Hut hochgeht. Deshalb sagt man ja: In der Bevölkerung gärt es. Ihr seid es, ihr werdet bald übergehen von euch selbst!

Aber Menschenfleisch ist halt zu verlockend, gelt?! Schmeckt gut, das grause Mahl, das Ihm gehört, doch wir dürfen mal kosten vom Fleisch, die Seele ist ja nicht mehr drin, die kann das Fleisch nämlich bitter machen, der Tod droht: dududu! So, jetzt noch mit dem Speer entseelen und ab die Post, ins Rohr damit! Von dieser Göttin, der Gewalt, wohnt fern die Scheu, die gehen wir nie besuchen, zum Glück wohnt sie so weit, sie wohnt immer weiter als wir. Doch irgendwie werden wir schon hinkommen. Genau. Wenn das Auto vom Service kommt, dann fahren wir, dann fahren wir einmal hin. Sie tobt woanders. Dort wollen wir hin, zu des Atlas' Haus?, nein, dort kommen wir doch nie hinauf! Also lassen wirs. Das muß nicht jeder gut finden, aber wir fahren trotzdem nicht. Wir haben eine andre Ausrede, das ist auch egal, denn außer uns redet eh keiner. Sie tobt sich woanders aus, die Gewalt. Und alle, alle sagen immer danach, wenn nichts mehr lebt, auch sie nicht: Es ist vollbracht, ja, aber was? Viel haben sie nicht gemacht mit ihrer blöden Gewalt, die alle vom Lager zerrt, die nicht mehr gehen können, und hier steht dann keiner mehr auf, auch keine Statue. Das haben sie gemacht, diese Schatten der Nacht mit ihren blöden Fahnen, die sie ins strahlende Licht halten, damit das Foto was wird und das Video. Sie gehen auf in ihrem Werk, und als erstes wird mal diese Statue und dann jene gestürzt. Gut, sie fallen alle. Was wir nicht verkaufen können, das stürzen wir, sagen sie, Sie wissen schon, wer. Ich sage es lieber nicht, sonst stürze auch ich, und ich hab mir erst vorgestern den Arm verstaucht bei der Gleichgewichtsübung, zu der ich den Arm gar nicht benötigt hätte. Ich geh an mein Werk und schreibe. Die gehn an ihr Werk und verbrennen die Schrift, das Geschriebene, so geht es viel schneller, daß etwas verschwindet. Und ich, und ich, und ich werde noch schneller verschwinden, wetten? Da trennen sie schon wieder vom Rumpf ein Haupt, mit ungeeignetem Werkzeug, man sieht richtig, wie sie an diesem Haupt schuften müssen. Allen Hunden zum Fraß? Vielleicht später, erst müssen wir das alles filmen, damit alle es wissen. Die undankbaren Bewohner der Stadt, die nicht gehorchen wollen, die erschlagen wir alle mit diesen strahlenden Waffen, die freuen sich so, schauen Sie nur, wie die blitzen, die Waffen! Wir haben alles aufgenommen, schauen Sie! Ist das nicht toll, wie wir alle erlegen mit schnellen Geschossen, und die, welche Geschosse kriegen, die haben noch Glück gehabt! Die Stadt füllt sich mit Toten, und die Flüsse lassen ihre Fluten neu einfärben. Wer ist der Nächste in meinem Beistand? Wenn mein Schreiben euch nicht rettet, so ist es vertan. Heute seid ihr zum Sterben noch nicht bereit? Das macht nichts, wir sorgen schon dafür, ich wage es und sage: Gott ist groß. Aber ich kann ihn nicht genau sehen, vielleicht ist er ja gar nicht so groß? Doch wenn Sie es sagen, wird es schon stimmen. Wen soll ich anschauen, und wo ist überhaupt mein Maßband, gestern hatte ich es noch, wegen der neuen Couch. Wieso sollte er das sein: groß? Wie soll da von Ihnen in Gottes Namen etwas vollbracht worden sein? Das geht nicht, wenn man nicht genau weiß, wie groß dieser Gott ist, Moment, komme schon, ich habe das Band gefunden und lege es ihm jetzt an. Es wird so oft über ihn gesagt, er sei groß, daß viele es wirklich glauben, ich möchte es gern wissen. Sie erschlagen alles, aber die Kinder sollen sie schonen? Nein, die Kinder schonen sie auch nicht, wieso grade die Kinder? Eben. Hören Sie zu. Da sagt einer: Ich werde deine Kinder töten. Meine Mutter antwortete ihm: Mach, was du willst! Es ist dein Recht. Mach, was dir gefällt! Aber töte mich zuerst! Der Mann sagte: Das lohnt sich nicht. Du wirst ohnehin vor Kummer sterben. Und er schnitt die Beine meiner zwei kleinen Schwestern ab. Ja, ihre Beine wurden tatsächlich abgeschnitten! Meine Mutter flehte unseren Nachbarn, der dies tat, noch einmal an, sie zu töten. Da tauchte ein Mädchen auf, es wird später wieder untertauchen, und sagte: Warte, du wirst deine Kleider beschmutzen. Zieh dich aus! Und als Mama nicht schnell genug gehorcht, wirft das Mädchen sie auf den Rücken und reißt ihr die Kleider vom Leib. In diesem Moment kommt ein andrer Mann vorbei. Er trägt eine Lanze bei sich und stößt sie mit aller Kraft in den Rücken meiner Mutter. Und dann gingen sie. Was? Was weiter? Sehr viel weiter geht es auch noch, aber ich höre hier auf, es hört ja keiner zu. Vergessen Sie es! Sie können das weglassen und vergessen. Streichen Sie es, sonst muß ich das selber machen! Was sollen Sie auch tun? Nichts. Das ist etwas anderes.

Wenn sie jemanden verschonten, wie sollte man sie dann die Strahlenden nennen? Okay. Das Werk ist vollbracht, das Töten, dienstbar nur Ihm, ohne Scham mißhandeln sie Große wie Kleine, Sie wissen schon, wen ich meine. Mit Gewalt zerren sie sie vom Lager, genau, damit können wir uns identifizieren, das machen wir auch, die stehen wie Schaum von Abwaschwasser vor unserer Schwelle, in die Lager kommen die uns nicht, die kommen uns nicht aus! Aber die sollen woandershin gehen. Die sollen in die Busse und woandershin fahren, wo man weniger Menschen hat und noch welche brauchen kann.

Aber machen soll es dann auch immer wer andrer, nicht wahr, wir sind künftige Rächer, aber nicht persönlich, wir würden gern, aber im entscheidenden Moment, da kneifen wir und machen nur eine Pressemitteilung oder eine Zeichnung, oder wir sprechen überhaupt nur ins Leere hinein, in das 200 Mikros ragen. Die wieder sind klein vor unserem Gott, die sind ja sogar für uns zu klein! Sie bringen aber viele Zungen, die nicht herausgeschnitten werden müssen, man soll sie ja hören. Wir reden nur. Machen soll es immer ein andrer, für Ihn. Ich verspotte ihn, zeichnen kann ich leider nicht, so, ich probiers, es kommt nichts dabei raus, ich spotte schriftlich, das ist mir gegönnt, ist auch nicht immer einfach, kann ich Ihnen sagen. Mündlich geht bei mir gar nicht, die Sprache, der Schmuck, der Tote ziert, aber nur einmal, bei der Totenfeier, ist es nicht, die ich als Rüstung angelegt. Ich greife nach ihr, o Gott, sie ist weg! Gestern war sie noch da, wo ich sie hingelegt habe, heute liegt dort nur ein Telefon, das seine eigene Sprache hat und mich zum Sprechen nicht braucht. Sie ist schon wieder verlegt, die blöde Sprache. Das Telefon ersetzt sie mir nicht, es kennt zwar meine Wörter, aber nicht alle, unmöglich alle, ich benütze ja selbst nicht alle. Ich fürchte mich vor ihnen. Nein, sie ist nicht beim Verleger, die Sprach-Idiotin, die findet doch nie von allein nach Hause zu mir! Und der Verleger sagt, bei ihm ist sie nicht. Ich habe sie selbst verlegt, sie steht mir nicht mehr zu Gebote. Hilf, Gott! Helfgott! Oh nein, womöglich kommt der auch noch! Ich verschließe Seine Tür, also die Tür von dem Gott, keine Ahnung, wer diesmal dran ist, das Handy hat nicht geklingelt, und persönlich herkommen will er nicht, der Gott, der ist wie ein Bergstrom, nein, ich mache lieber keinen Bergstrom aus ihm, ich verschließe ihn, und ich verschließe mich ihm, damit er nicht mehr herauskann, jedenfalls nicht zu mir, auch wenn er alles kann, wenn er alles vollbringen kann, hier kommt er mir nicht rein, und am Telefon ist er auch nicht, den kann man nicht einfach so rufen, falls Sie darauf gehofft haben sollten.

Das Töten findet heute dort drüben statt. Wenn Sie schon so weit gekommen sind, werden Sie den Ort schon finden. Dieser befindet sich in jedem anderen tragbaren Telefon auch, jeder kann ihn hören, bei jedem kann er sich melden, wenn er will, er wohnt in jedem Rechner, in jedem, der nicht lesen und schreiben, aber ein Gerät bedienen kann, also ich kanns nicht, leider, ich kann manchmal schreiben, doch nicht sprechen, nicht denken, nicht fühlen, gar nichts, ich komme vorsichtig insgeheim in mein eigenes Land, damit ich es nicht merke, wenn ich da bin. War das eben ein Zwischenruf, dort drüben hat es doch eine kleine Melodie gespielt, die ich nicht kenne, also gehört mir dieses Sprechen wohl nicht? Wo war das, wer war das? Mir wird soeben gesagt, daß 80 Millionen Türken im Prinzip überall ansässig sein dürfen, bloß hier nicht, solange wir hier in unserer jetzigen Form bestehen: hier nicht! Aber das wurde nicht mir gesagt, sondern einem andren Telefon, das sich anders gemeldet hat als meines. Gut. Ich habe vielleicht gar kein Telefon, ich habe schon eins, doch ich benütze es nie. Mich kann niemand erreichen, wen wollen Sie sprechen? Ich gibts nicht, vielleicht sich auf sicheren Boden begeben und jemand anderen sprechen wollen? Bittesehr, auch andre Kinder haben schöne Geräte. Mich brauchen Sie nicht anzurufen. Ich kenne mich nicht, und ich kenne mich nicht aus, mit diesem Gerät habe ich nie umzugehen gelernt, mein Umgang ist ein andrer, ich bin mein einziger Umgang, wozu brauch ich das Gerät? Wer es kann, wer das Gerät bedienen kann, muß wiederum nicht wissen, wie die Schrift funktioniert, er muß sich nur dieses Bild, dieses Bild, dieses kleine Bild machen, von dem gesagt wird, wir sollen es uns nicht machen, wir sollen uns kein Bild von jemandem machen, den ich genausowenig kenne wie mein Telefon, wir sollen uns, ja, gern auch im Display von dem Telefon, anschauen, wo der Kopf gezeigt wird, wenn auch nicht dort, wo er hingehört, sondern dort, wo man ihn entschlossen in die Hand genommen hat. Der Körper liegt daneben. Hier wurde unverhüllt Groll ausgedrückt und Zorn, nicht Wut, die Wut wäre zu schnell vorüber gewesen, der Zorn aber handelt korrekt, jedoch nicht politisch korrekt. Das täte ich auch gern, meinen Kopf entschlossen in die Hand nehmen, das scheint ganz leicht zu gehen, wenn es auch mühevoll zu erledigen ist, die nehmen ja kein Schwert, denn wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen, deswegen nehmen sie eine Art Küchenmesser, oder?, das dürfen sie, mit dem bewaffnet dürften die sogar am Tisch ihrer Väter und ihres himmlischen Vaters sitzen, von dem Messer würde der sich nicht bedroht fühlen, und doch wird dieser Kopf von den Kulturheroen, welche Kultur aber hassen, und zwar jede, jetzt abgeschnitten und vor den Gott hingelegt, bitte nimm dieses kleine Opfer an, ja, von mir aus, aber wo ist der dazugehörige Körper?, was soll ich mit einem Kopf allein anfangen? Noch keine einzige Kopftransplantation ist je gelungen. Zum Glück fragt er das nicht mich, ich gehöre nicht zu seinem mitten an des Himmels wölbenden Thron gepreßten Leib, und der greift jetzt nach einem anderen Kopf und probiert, ob ihm der besser paßt als sein eigener. Nein. Meinen kann er auch nicht haben, er braucht mich gar nicht so fordernd anzuschauen, der Gott, meiner ist ja noch dran, oder ist das nicht mein Kopf? Mit dem Kopf voran stürz ich in den Staub meiner Wohnung, die neuen Herrscher Griechenlands sind eben auch angekommen, na, die haben wir noch gebraucht!, aber wollen wir sie nicht begrüßen?, nein, wir hassen ihre frevlen Häupter und werfen sie vor die Hunde, denn die wollen uns die Schuld nicht zahlen. Dabei sind wir doch schuld, wie sie sagen! Wir sind schuld, daß sie Schulden haben, so spricht der, dem wir nur Gutes taten! Aber ihre Götter, die längst abgehauen sind, bloß haben die Griechen das noch nicht gemerkt und glauben, die werden ihnen helfen, ihre Götter also sagen was andres, da kann man nichts machen, an unserer Wehr sollen sie zerschellen, in ihren Schiffen sollen sie ersaufen, mit unseren rasch beschwingten Pfeilen sollen sie getötet werden, wenn sie nicht zahlen, sie werden schon sehen, was sie davon haben, sie haben natürlich viel davon, weil wir es ja nicht kriegen. Sie behalten es. Ihre Götter wollen, daß sie behalten, was sie haben, na ja, es ist eigentlich nur ein Gott, nur einer, ein Stück. Ich habe leider nicht behalten, was ich jetzt sagen wollte. Wie soll ich es da von Ihnen verlangen?! Mit dem Blut der Toten bin ich angefüllt, ich bin angefressen, es macht mich rasend, daß dauernd welche sterben, die es noch gar nicht müßten, die es noch nicht geübt haben, von alleine kann man es nicht. Wir sollten ihre Retter sein, und was sind wir? Ihre Mörder. Und unsre Wellen färben sich blutigrot. Es ist kein Risiko, und es ist kein Restrisiko, was ich hier sage. Ich kann alles sagen, und ich darf es auch. Es muß nicht einmal in einer bestimmten Reihenfolge geschehen, die ich längst durchbrochen habe. Etwas ist nicht sinnvoll, sagt dieser Herr, er spricht vom EU-Beitritt der Türkei, das paßt mir jetzt nicht in den Kram, das paßt mir hier nirgends hinein, also so die Reihenfolge verletzen, das müßte auch nicht sein. Da kommen vorher andre dran! So lassen Sie doch meinen Arm los! Arm sind Sie selber dran. Gut, jetzt habe ich hier, nicht einmal ich, aber es wurde hier ein sehr kleiner Maßstab gesetzt für alles Künftige, das nicht mehr unterboten werden kann, denn die Griechen haben überhaupt kein Geld mehr, und weniger als nichts, das geht nicht. Mehr geht immer.

Es ist so billig, daß ich das alles sagen darf, es kostet mich gar nichts. Ich verschwende es an Sie, ich werfe es in die Luft wie Papierschnitzel, wie Geld, das ja auch nichts andres ist. Hören Sie, woanders ist das anders, aber hier nicht. Hier ist es wie hier! Um andrer Gut zu rauben, wollen sie uns jetzt nichts mehr zahlen, die Griechen wollen nicht mehr, oh Götter, sagt denen doch, sie sollen zahlen, was bleibt ihnen übrig? Nichts bleibt ihnen übrig! Was sie nicht zahlen, das rauben sie nämlich uns! Denn ihr Gut daheim verschlang der Aufwand und zerstob der Müßiggang. Sie sollen krepieren, und schon tun sie es. Wieder ein paar hin. Sie krepieren schon die ganze Zeit, springen aus Fenstern, von Klippen, von Stühlen, aus Zügen, sie wollen es ja nicht anders. Sie wollen nicht zahlen, das ist ungeheuerlich, und ein Ungeheuer ist ihr Gott, o nein!, ich fürchte, ich rede jetzt von etwas ganz andrem, ich weiß es bloß noch nicht. Es ist ohnedies alles dasselbe. Vielleicht von ihren Nachbarn? Könnte gut sein, die schauen sich ziemlich ähnlich, man kann sie kaum unterscheiden, das schaut ihnen ähnlich!, die Nachbarn sind aber später heimgekehrt, Spätheimkehrer aus sonnenloser Gründe Nacht, doch diese Gründe können wir nicht respektieren, die kommen von einem andren Gott, mit dem wir uns nicht anlegen wollen. Des Hauses Hüter ist der nicht, der behütet hier nur die Türken und woanders noch ein paar Milliarden, die uns hier nicht fehlen, den Griechen jedoch sehr fehlen. Statt daß sie behutsam sind, daß sie nicht uns, ihrer Feinde Schwarm, aufregen und wider ihr Hoffen, daß sie nicht zahlen müssen, ins Verderben geführt werden, ich fürchte, das wird passieren.

Ich spotte dieses Gottes, ja, ich spotte satanisch, der Kollege drüben auch, ich kreische, schreie wie eine Säge, die sich durch Fliesen fräst, ein ganz besonders ekelhaftes Geräusch, Kopfabschneiden leiser, zum Glück, Zeugen berichten, es höre sich an, wie wenn eine Katze überfahren wird. Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Die können recht bald nicht mehr schreien, weil sie keine Atemluft mehr haben, der Kopf kommt zum Abfall, also er wird halt irgendwo hingeschmissen, nein, er wird auf den nun unbewohnten Rumpf gelegt, nachdem er fürs Album, aber nicht fürs Familienalbum, denn zur Familie gehörte der nicht, also er wird fotografiert und gefilmt und in dem einen oder anderen Gedächtnis bewahrt. Vielleicht kann man sein Bild später noch brauchen. Ich spotte, ich spotte und vollbringe nichts. Denn "Es ist vollbracht" gehört auch schon einem Gott, Moment, ich muß nachschauen, nein, auch den habe ich nicht im Angebot. Es ist überhaupt keine Kunst zu spotten. Aber es ist dann viel Arbeit, die Spötter zu töten, na ja, soviel auch nicht, zum Tatort kann man mit dem Auto fahren, und das Töten, das macht ja die Waffe, das kann jedes Kind. Spotten nicht, das ist schwieriger, aber wegmachen Menschen, Menschen umbringen, das ist ganz leicht. Vielleicht deshalb so beliebt? Kann sein. Ich tu ja auch lieber Sachen, die keine Arbeit machen.

Ich übernehme, weiß aber nicht, was von wem. Ich schweife auf Bergen herum wie das Volk der Kentauren, sind das so Bergsteiger? Schneewanderer? Was sagt ihnen Auschwitz? Das sagt ihnen wahnsinnig viel, man kann es den Mitbürgern nicht oft genug in ihre zarten Persönlichkeiten einhämmern. Das geht glatt durch sie hindurch. Die Kentauren? Sind das so Leute in seltsamer Aufmachung, hoch bepackt von ihrem Schicksal, die Sicherheit erst durch ihren Sport gewinnen?, keine Ahnung, aber dieses Volk wird mit blutigem Bogen getroffen und weggefegt, ausradiert, alle werden wir nicht schaffen, aber so viele wie möglich, in den Bergen, womit auch immer, auslöschen, den Tod senden mit beschwingtem Geschoß, das Löschen soll ja auch seinen Spaß haben, eine Taste drücken, delete und weg!, ja, hier vorn kommt es raus, aber nur, wenn man will, es kommt immer irgendwo was raus, aber es kommt nichts dabei raus, und auch die Menschen werden immer weniger. Sie werden mehr und gleichzeitig weniger. Sie grüßen ihren Gott, grüß Gott, und dann gehen sie ohne ihn weiter und dann unter. Sie gehen in einer Lawine unter, oder sie wählen selbst aus, wo und wie. Sie begrüßen ihren Herd, so einen hat nun wirklich jeder, auch der Ärmste, die schauen ihrer Wohnung in die gütigen Augen, ja, hier waren sie zu Haus, und dann waren sie weg. Fortschleppen, morden, schlachten nicht mehr nötig. Krebs schon noch nötig, aber nicht immer und überall.

So. Da ist die Wallfahrtskirche, dort gehen wir hinein. Der Papst freut sich schon auf euch. Afrika sagt, das ist unser Lourdes, dort beten wir gern. Dort haben wir schon Marienerscheinungen beobachtet, und Maria hat sogar ein eigenes Radio, wer hat das schon. Ihr Sohn darf es mitbenutzen. In dieser Kirche werden die Menschen in Sicherheit sein, dies ist schließlich Afrika und nicht die Wildnis. Das ist Afrika und nicht einfach nur ein schwarzer Kontinent. Und dies ist Gott, hier bitte, darf ich vorstellen, seine Mutter dort, die manchmal erscheint, hier ist ein friedlicher Ort, sonst kämen die doch nie. Der Papst sagt es ebenfalls. Der Friede sei mit euch, aber bitte nicht mit eurem Geiste, der darf kochen und toben und wie Stichflammen aus den Körpern herausfahren anstatt hinein, wie zu Pfingsten. Alles, was geschieht, hat Gott gewollt, und seine Mutter sagt auch ja, ich will das auch, wenn mein Sohn es will, der zu meinem Vorgesetzten wurde im Laufe seines Heranwachsens, ja, dann will ich es auch, genau so, kommt!, dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, oder hat das sein Vater gesagt? Nein, ich glaube, es war eine körperlose Stimme, also wahrscheinlich das Radio. Ich erinnere mich jetzt nicht, aber da ist die Kirche, dort seid ihr, nur herein mit euch! Ins Radio und aus dem Radio hinaus sprechen wir das, bitte kommt, in Afrika haben wir viele Geschlechter oder meine ich Gesichter?, ich meine vielleicht Sorten?, können wir uns auf Sorten einigen?, gut, hier sind nur zwei davon, aber das ist gewiß eine zuviel. Die muß weg. Sie glauben alle an Gott, aber eine Sorte glaubt an den richtigen. Bittesehr, kommen dürft ihr beide, wenn auch nicht immer, jetzt kommt einmal die eine Sorte, die andre muß gehen, das nächste Mal ist es vielleicht umgekehrt. Wer glaubt das nicht? Also ich glaube es schon. Wer glaubt nicht, weil er ungläubig ist und nicht vom Geist Gottes überwältigt? Jedes schlechte Geschlecht, also immer das andre, das, was man nicht ist, muß weichen und Platz machen. Es muß ausgerottet werden, wenn es nicht weichen will. Die Weiche stellen wir. Die einen ziehen ein, die anderen ziehen aus, das ist Afrika, da ist ein ständiges Kommen und Gehen, wie überall sonst auch. Die Menschen, sie sagen: Wir gehen jetzt hinein. Das heißt, die andern kommen nicht mehr raus aus der Kirche, welche von Bauherren einer Zivilisation der Liebe erbaut wurde. Die Augen des Klerus leuchten auf. Das Radio verbietet, daß die Ungläubigen leben dürfen. Nein, die gehen hier nicht mehr hinein, die Menschen, nicht in diese Kirche, und wenn, dann nur, um umgebracht zu werden, auf möglichst interessante Art, die davor vielleicht noch nie angewendet wurde, aber wahrscheinlich schon, die Menschen sind nicht so erfinderisch. Moment, ich wollte sagen, sie kommen hier nicht mehr raus, nicht aus Afrika, nicht aus der Welt, nicht einmal aus dieser Kirche. Es beginnt eine Hetzjagd, ein fröhliches Jagen im Land Gottes, nirgends sind die Leute so katholisch wie hier, leider nicht alle, nicht insgesamt alle, wer es nicht ist, ist als erster tot. So lebt sichs angenehm und sorglos im Hinblick auf das Jenseits, das für ihre Religion ganz besonders freundlich und lieb ausgemalt wird, die ganze Farbe rinnt schon von der Wand runter. Das wird verbreitet, das Heil wird verheißen, der Friede sei mit euch, das wird verkündet, nicht nur vom Radio des Jesus und der Jungfrau Maria. Das wird einfach überall verkündet und aus. Wer es überhört hat, ist tot. Sie gehen, sie müssen gehen, die Menschen, nein, nicht alle, sie werden dorthin getrieben, wo Toiletten waren. Lassen wir den jungen Mann hier doch endlich sprechen, der wartet schon ewig, auch wenn er nicht der Ewige ist, unterbrechen wir ihn nicht! Es wird uns befohlen hineinzusteigen, hebt er an zu sprechen. Aber da sind bereits zu viele Leute drin. Da fängt dieser Mann, ein Nachbar, an zu lachen und sagt: oh nein, das ist Afrika, wenn auch nur ein kleiner Ausschnitt davon, aber ein wichtiger, sie ist besetzt, die Toilette! Gehen wir zu einem Graben, in den sie die Leichen werfen, und er stieß uns dort hinein. Es war auch eine Art Toilette, eine Latrine, das stieg einem in den Mund, in die Ohren, überallhin. Er warf uns dann ein paar Steine nach und schob eine dicke Betonplatte über das Loch. Ich versuchte, wieder hinauszuklettern, aber es war sehr gut verschlossen. Drinnen herrschte die totale Finsternis. Das ist Afrika, wenn auch nicht das ganze. Aber wenn wir zu sehr in die Fremde gehen, verlieren wir den Rest unseres Verstandes auch noch. Unser Leben liegt in Ihrer Hand, Herr Bischof, Herr Priester, Herr Sowieso, wir bitten um eine Unterredung, damit Sie es Gott ausrichten können, bekommen sie aber nicht. Das ist keine Unterredung bitte, das sind entsetzliche Schreie, welche von draußen in die Kirche dringen. Sogar der Würdenträger kann sie nicht überhören, die Schreie übertönen ja sogar die Stimme Gottes, das macht nichts, aus dem Radio kommt sie ja auch, und das kann man lauter drehen, ganz wie man will. Man kann auch gar nicht zuhören, damit man später sagen kann, man habe nichts gehört. Da läuft ein Hund dahin mit einer Hand im Maul. Das hätte genausogut meine sein können, allerdings nicht mein Hund, denn ich habe keinen. Damit meine ich nicht mich persönlich. Hier spricht Gottes Stellvertreter, er spricht auch im Radio, seine Stimme ertönt, und er sagt: Bringt alle um, die nicht ihr seid! Das ist doch eine recht einfache Botschaft. Die Menschen hören ihr zu, und dann kommen sie nicht mehr raus, weil es zu spät ist. Der Betrieb im Schlachthaus hat begonnen. Stimmen erheben sich und schreien und schreien, sonst erhebt sich keiner mehr.

In Wirklichkeit kommen sie aber hinaus, wenn sie glauben hineinzukommen. Sie können das nicht unterscheiden, wo Innen und wo Außen ist, sie sind zu spät heimgekehrt, sie sind falsch abgebogen, sie sind auf der Autobahnauffahrt zum falschen Land als selige Geister falsch aufgebogen, nein, abgebogen nach Europa, falsche Spur, sie sind auf der falschen Spur, also nicht auf meiner, sie sind mir nicht auf der Spur, das ist gut, so spreche ich recht, also wirklich, ich gehe jetzt hinein, aber es ist wie immer ein Hinaus. Die Menschen sind fort. Sie gehen in die falsche Richtung, und schon ist es um sie geschehn. Sie sind jetzt Nazis und haben keinen Gott. Sie toben, keiner hält sie auf, wozu auch, es tut ihnen gut. Ihre Körper sind ausgedehnt. Einige Körper sind schwer, nicht jedoch alle Körper im allgemeinen. Diese aber schon. Also mir sind sie zu schwer, vielleicht, weil ich sie nicht richtig fassen kann, um sie zu heben. Lassen wir das jetzt, urteilen wir nicht. Doch Urteile sind gewiß nicht zufällig, bloß kann ich den gesunden Unterschied zwischen den einen und den anderen nicht fassen. Diese Lesung in dieser Buchhandlung darf hier nicht stattfinden, sage ich, urteile ich, mit einer Lesung fängt es nämlich schon mal an. Was fängt an? Keine Ahnung, doch ich weiß: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Sie wissen das, weil es ihnen gesagt worden ist. Sie rufen eine Persönlichkeit der Vergangenheit dazu auf, wieder zu leben. Sie wollen etwas nicht und sagen es auch. Was bitte wollen Sie nicht, wollen Sie im Geist rückwärts schreiten, bis sie in eine Unzeit kommen, zu einem Ungeist, der Sie nicht erwartet und noch nicht aufgeräumt hat? Nein, antworten sie, das wollen wir nicht. Wir wollen eine neue Zeit ankündigen, in welcher der Geist gar nichts mehr zu sagen haben wird. Das wird ihre Zeit sein, und sie wird einen gewaltigen Umfang haben. Sie sind jetzt keine Nazis und haben einen Gott, für den sie sich umbringen lassen und auch selber umbringen würden, allerdings andere, und sie haben eine neue Partei, weit und breit findet man keine bessere. Eine Alternative, die selbst schon eine Alternative ist, alle sind sie für Deutschland, welches lebt, man hätte es schließlich auch ganz zerstören können. Seine treuesten Anhänger toben also vor dieser Buchhandlung, in der heute die Lesung stattfindet, hier spricht einer, der nicht für uns und daher gegen uns ist; und indessen der Leser liest und die Zuhörer zuhören, kehrt die Menge vor den Toren heim, aber es ist ein Hinaus, nicht ein Hinein, dieses Heim, sie kehren sich hinaus in die sonnenlosen Gründe der Nacht, die gar keinen Grund hätte, so finster zu schauen, der Grund liegt in der Natur. Das hat jeder gern, daß seine Gründe in der Natur liegen, so weiß man, welche Gründe man hat und kann sie überblicken. Man kann aber auch auf einer Karte in dem Gebiet nachschauen. Und die Leute legen sich dann hin, wenn sie kein Licht mehr haben, sie werden nicht erleuchtet und geben endlich Ruh. Heute nicht. Heute findet die Nacht einmal nicht statt, es scheint hell bleiben zu wollen. Hier wird lang gefackelt. Trotzdem, die Zeit sagt, es ist jetzt Nacht. Die Zeit ist nicht bestechlich, sonst wäre die Stadt in Aufruhr und haltlos. Es fänden Ereignisse, die für die Nacht vorgesehen sind, am hellichten Tag statt. Im Kampf sehen viele eine Art Weihe, die Glücklichen. Ich sehe nichts, sitze zu weit hinten, könnten Sie Ihren Kopf bitte ein wenig nach links halten, damit ich rechts an Ihnen vorbei nach vorne schauen kann? Die Lesung gegen die neue Partei, der man gar nicht richtig zugehört hat, sonst könnte man nicht schreiben, die Lesung dauert also immer noch an, ich schreibe dies hier aber nicht in Echtzeit, die Zeit ist mir echt genug. Draußen ein Geschrei, ein Gesumm wie von Insekten, ein Dröhnen, ein Kreis aus vielleicht zwanzig Leuten, ihre Fackeln stehen von ihren Körpern ab, einige halten selbstgebastelte Schilder, Wegweiser in die neue Zeit. Das Dröhnen soll Musik sein, ist es aber nicht. Dann folgt eine getragene Ballade, die bald wieder fortgetragen wird, vom Wind, der sich von der Nacht nicht stören läßt. Sie können aber auch umgebracht werden, das geht ganz schnell, es erfolgt keine Warnung. Damit ist der Erfolg noch nicht gesichert, aber was hat dieses deutsche Volk nicht alles erlitten! Kein Wunder, daß man ihm gleich ein ganzes großes Gebäude gewidmet hat! Das hat es verdient, seit das Gebäude zerstört wurde! Setzen Sie den Namen ein, der Ihnen nahesteht, ich weiß aber nicht, wo. Keiner singt, keiner sagt was, sie schauen in den Tag hinein, der stattfindet ohne eine Nacht davor.

Da drückt jemand endlich den Türcode, um etwas zu beenden; zwei Personen gehen hinein und bringen zwölf andre um, die angeblich, aber weiß mans?, keinen Gott haben und den Gott der Mörder nicht anerkennen und auch sonst niemand. Sie werden dezimiert, so sagt man das. Man nennt es so. Sie sind Nazis, sie sind keine Nazis und gehen auf einen Ball tanzen. Nein. Das hat ihnen ein Gott verboten. Mit dem Auto dürfen sie aber fahren, aus ihren Quartieren, wo es billig ist, o Vater, stimmt das auch, daß es billig ist, daß die Kinder ihren Vater beschirmen? Na, eigentlich sollte der das mit ihnen tun, aber die Söhne hassen die Feinde des Vaters und eilen, aber nicht zu sehr, doch doch, sie sind sehr schnell unterwegs. Rauf die Stiege und den Abzug betätigen und die Tat tun, die man immer tun kann, auch wenn man arm an Gütern ist.

Wir überlegen noch, wir überlegen was andres, ob wir Nazis sind oder lieber eine Identität haben, die von allem, das es gibt, unabhängig ist. So eine hätte ich auch gern. Warum sind wir keine Nationalsozialisten? Na ja, wir sind es irgendwie schon, das kann man heute schon wieder sein, man kann sich ja an das halten, was war! Oder nicht? Unsren Eltern und Großeltern wurde großes Unrecht getan! Sie waren Helden, keine Verbrecher! Beklagen wir den Geist der Zerstörung in dieser dunklen Zeit? Na schön. Die Zeit haben wir früher angerufen, sie wurde uns präzise durchgesagt und aus, jetzt können wir nicht mehr gegen sie berufen, denn sie wird uns überall gezeigt, auf jedem Gerät, das wir in die Hand nehmen. Wir können keine Berufung einlegen, wenn die Schatten der Nacht, wie immer, gegen strahlendes Licht getauscht werden. Wir sind Bürger, wir haben die Nächte durchgearbeitet und Landesverbände bereist, welche sofort zerrissen, die Landesverbände haben sich zerstritten, es hat nichts genützt, daß wir hingefahren sind. Wir lassen abstimmen, jede Stimme zählt, sagt ein Generalsekretär, der aber nicht gewählt wurde. Das ist alles klein, möchte aber wachsen. Wir suchen natürliche Verbündete. Wir suchen natürlich Verbündete, draußen in der Nacht stehen sie schon und zerstören brutal diese Lesung in einer Buchhandlung, in welcher ein Autor ans Werk gehen möchte; nein, das tun sie nicht, es gelingt ihnen nicht, sie sind nur etwa zwanzig Leute mit törichten Namen, die alle geändert gehören, wenn auch nicht in unserem Namen. Wir können uns auf Bisheriges berufen, was in einer andren Zeit Geltung hatte, gut, also machen wir das. Wir können andre sein! Ja, das machen wir jetzt! Wir sind jetzt andere. Unklar vermissen wir etwas, das war, aber wir sind jetzt andere und brauchen es nicht mehr. Als die, die wir waren, haben wir es noch gebraucht. Jetzt nicht mehr. Wir haben noch das Wissen gebraucht, ein unklares Vermissen, wie gesagt, die Universität vermißt nichts, aber sie wird vermißt. Das Wissen verblaßt, es wird schmerzlich vermißt, aber nicht von mir. Bei mir gilt es nichts mehr. Es hat keine Geltung mehr. Die Universität ist verschuldet, nein, verschult, und damit hat sie jedes echte Wissen zerstört, und das Wissenwollen ist abgewürgt. Die schlaue Vermittlung brauchen wir nicht mehr, wir trauern ihr auch nicht nach. Wir schalten sie ein, und wir schalten sie aus. Wenn der Schirm an ist, erfahren wir es im Widrigsten und Kleinsten, denn der Schirm ist ja klein, nicht wahr, dort muß alles hinein, auch du, mein liebes Jesulein, hier kannst du aus dem Schirm herausschauen, ohne uns zu beschützen, ohne uns zu schützen wie andre ihren Vater, das ist ihre Stärke. Unter deinem Schutz und Schirm, wie geht es weiter?, egal, unser unabwendbares Massenwesen schaut hinein, und dann schaut es wieder hinaus, bevor uns noch das erblindende Verrechnen von Erfolgen gezeigt werden kann, ja. Das ist unser Gott. Aber der ist uns ganz egal. Das heißt aber nicht, daß er allen egal ist, wenn auch als ein anderer. Ein andrer ist anderen nicht ganz egal. Der gilt ihnen. Wir werden auch persönlich, ja, auch das können wir werden, wir laufen unserer Lebensnähe nicht nach, wer ist uns im Leben noch nah? Wichtig wird sein, Achtung, das werde ich nicht wiederholen, wichtig wird sein die Bereitung einer ursprünglichen Sicherheit des Wählens und Entscheidens, nicht im Hinblick auf einen Lebenspartner, sondern in Bezug auf unsere Gewesenheit. Nicht nur, daß wir nicht alles und jedes bewahren können, und zwar rein der Fassungskraft nach. Da hat uns einer verlassen, und er zwingt mich, er zwingt mich jetzt, die Gewesenheit mir wieder vorzunehmen und in das Aufgegebene mit hineinzunehmen, was ich ursprünglich gar nicht vorhatte. Ich wollte es vergessen. Doch dieses Verlassenwerden prägt das Mitgegebene und erweckt es so erst in seiner vorgreifenden bestimmenden Macht. Was aber tu ich mit der Macht, wenn ich sie jetzt jetzt jetzt! nicht ausüben kann. Das macht mich so wütend! Das halte ich kaum aus. Ich halte es nicht aus, verlassen worden zu sein, und das macht mich wirklich rasend vor Wut.

Da rennt ja schon wieder jemand herum und weiß nicht, wohin mit sich. Soll ich ihn auf einen guten Pfad geleiten, damit er sich vom bösen abwendet? Ich fürchte, nicht um Mäßigung zu bringen, sondern meine Eifersucht noch anzustacheln, sendet die Göttin jemand her, er soll etwas ausrichten, ich sehe noch nicht, wem. Mir nicht. Ich weiß alles. Der, den es angeht, meldet sich nicht bei mir. Ich weiß, er interessiert sich jetzt für eine andere. Die schluckt jetzt das ganze Licht. Sie frißt es auf. Da wird er eingeschaltet, der Scheinwerfer, der etwas anderes wirft, ich sehe noch nicht, was es ist. Ich bin geblendet. Da ist eine rasende, bohrende Sonne, die sich in die Menschen hineinwühlt, Vorsicht!, der verbrennt gleich! Dieser Mensch tut dann, was nie zu tun von ihm verlangt. Er stürzt im Flug einem andren nach, wie der Hund dem Jäger folgt. So geh denn, ich weine dir nicht nach! Ich töte dich. So brüllt des Meeres Woge nicht, so furchtbar bebt die Erde nein, nein, nicht so grauenvoll zuckt des Blitzes Schmerzenshauch, als ich gleich Wettrennern stürze dem Geliebten nach, stürme an seine Brust. Scheiße, da stimmt doch was nicht!, das fühlt sich anders an. Dort ist schon jemand, ist da jemand? doch, doch, dort, wohin ich gehöre, ist eine andere, ich komm ja gar nicht richtig an ihn ran, ich komme an seinen Körper nicht mehr ran, da ist etwas dazwischen, eine neue Möbliertheit oder was, was ist das, wer ist die?! Welch schwerer Zorn legt sich auf mich, denn er, im folgenden jetzt von mir nur: der Andere genannt, ist ja nicht zornig, im Gegenteil, der ist glücklich ohne mich! Ich werde wahnsinnig. Glücklich ist er! Das auch noch! Er sagt, das ist er zum ersten Mal überhaupt! Ich fordere sein Blut. Er hat mir die Sonne gezeugt, nein, gezeigt. Ein Schreckenskrampf befällt mich: Da ist schon jemand, da ist eine, dort hängt sie an ihm, wo doch ich hingehöre, an diese Brust. Ich will zurück, und ich will ihn zurück. Ich riskiere alles dafür. Ich setze mich persönlich dafür ein, daß er zurückkommt; bahnlose Wüsten, wilde Meere der Eifersucht durchwandre ich, doch unberührt auf Erden ist der Mann, zu dessen Hause ich gehöre, so wie er mir gehört. Sonst muß ich diesen einstmals lieben Menschen strafen, ich kann nicht anders, das wär mir dann eine Lust. Wenn er nicht zurückkommt, muß er bestraft werden von mir, der Nacht erhabener Tochter, denn den Tag hab ich nüchtern schon lange nicht gesehn, und zwar jeden Tag von neuem lang nicht gesehn, hallo!, ich mache auf gleichgültig und Zufall, statt auf Tod, mein Zeiger steht auf Tod; oh Gott, was seh ich in dem Hause dort?, es ist ein verschwommenes Bild, aber doch deutlich ein Bild, ein schreckliches, ein entsetzliches, setzen Sie Ihr Liebes-, Ihr Lieblings-Wort hier ein!, dann kann es an der großen Schlußverlosung teilnehmen. Dieses Amt des Schreckens neiden mir die Freunde natürlich nicht, die kommen immer erst, wenn es zu spät ist. Es muß aber getan werden. Ich werde diesen Menschen jetzt streng ermahnen, weil er anders meinem Wort nicht gehorcht: komm zurück! Komm sofort zu mir zurück! Ich erhebe meine matten Glieder, da bist du ja, und du bist allein! Das muß ein gutes Zeichen sein. Allein. Doch deine Zufriedenheit stört mich! Warte, ich schreibe es auf, damit ich es nicht vergesse, aber gleich heule und flehe ich wieder, was ich doch nicht wollte!, bitte, wende das Ungemach von mir und komm wieder zurück!, du mußt einfach wieder zurückkommen, sonst töte ich dich, sonst erschlage ich dich, ich weiß noch nicht womit, mit einem Blitz, das wird nicht gehen, ich schreibe es vielleicht auf. Schreiben wird schon irgendwie gehen. Aber ich will dabeisein, ich will mich euch aufzwingen. Ich möchte nicht Zuschauerin sein, aber ich muß. Ich kann keine Ordnung herstellen, die eine andere zerrissen hat. Verstand ist das Vermögen der Erkenntnisse? Die will ich nicht haben! Die Erkenntnisse bestehen in der bestimmten Beziehung gegebener Vorstellungen auf ein Objekt? Auf diese Vorstellung hätte ich verzichten können! Das ist meine Fassung des ganzen, nein, umgekehrt, das ganze erfaßt mich ganz, das Begegnende ist zu einem Entgegen geworden, das diesen gerichteten Bezug auf euch als ein Ganzes verlangt, das dem Begegnenden begebenswertig, lebenswertig?, liebenswertig?, nein gegenwärtig ist, in meinen eigenen Worten, die das einzige sind, was noch da ist.

Ich möchte dir also mitteilen: Es ist schon eingetreten über das Unbewusste, das sich ja Realität sucht, nicht umgekehrt, keinesfalls umgekehrt!, dass ich real das Doppelleben vom Hans jetzt miterlebt habe. Er geht aus dem Lokal mit mir, sein Motiv, sein angebliches Motiv: der Hunger, der treibt ihn von mir fort, und trifft sich im nächsten Lokal mit seinem neuen Begehren, das er, nachdem er mit mir fertig war, nein, eigentlich noch bevor er mit mir fertig war, schon gefunden hat, und verflucht mich auch noch in dem Satz: So geht es nicht! Also. Ich bin auch in das Lokal, bin ihm natürlich nachgegangen, ich war aufgeregt und bin sofort zur Toilette, beide weg, als ich aus ihr wieder zurückgekommen bin, und draußen sein für mich markanter Satz: So geht es nicht! Was geht nicht so, dass er einfach weggeht aus dem Lokal von uns, aus unserem Lokal, aus unserer gemeinsamen Stätte, daß er einfach weggeht, einfach geht um 21 Uhr und sich im nächsten Lokal, in welchem wir uns fünfzehn Jahre lang als Paar getroffen haben, sich mit seiner neuen Geliebten trifft, die, wie bequem, auch im Neunten mit ihrem Lebensgefährten, dem Anwalt, wohnt? warum gehen beide? warum geben mir beide keine Möglichkeit, dass sie zu ihrer Liebe oder zu ihrem Begehren stehen in meiner Anwesenheit? Welcher Konfrontation wird da ausgewichen? Sie haben ihr Begehren, ich habe meins, das mir nichts nützt, weil es nur noch diesen Bezug zu unserer Gewesenheit gibt, und ich habe meine Einsamkeit, dieses Doppelspiel ist eine Vernichtung. Wir alle sind gespalten, nur würdest du zum Beispiel, du, so wie ich dich kenne, eine solche Form der Spaltung erwählen? Du schaffst Eindeutigkeit in deinem Wesen, vielleicht ist das Erstarrung, keine Ahnung, du schaffst jedenfalls keine Austauschbarkeit. Meine Sehnsucht ist, dem Zirkel der andauernden Lüge zu entkommen, meine Intuition spürt es und will ihr nicht Folge leisten und doch: meine Intuition, sie stimmt, in dem Moment, in dem der Hans fortgeht, geht er zur anderen, ohne Zwischenraum, im reinen Begehren. Nur, was hindert sie beide, dieses Begehren ohne die beiden anderen (das bin ich und ihr Freund, der Anwalt) zu leben? Meine Haltung zum Hans war: Mir ist ein Unrecht geschehen, nämlich das Begehren von ihm zu einer anderen, das ist als Realität in mein Leben gekommen, daher hat er die Trennung von mir zu vollziehen, weil ich nie einen Trennungswunsch in mir gespürt habe. Er hat zu gehen, ich erledige keine Trennung für ihn, es wäre gegen mein eigenes Begehren. Und doch, der Hans hat es über seine Inszenierung des Austausches erreicht, dass ich mich trennen muss, weil sonst ein Teil meiner Selbstachtung verloren geht. Dieser Schock: Er geht aus dem Lokal, in dem wir sitzen, hinaus, er sagt, nur für kurz, er kommt gleich wieder zurück, ich rufe ihn an, mehrmals, und er sitzt in unserem lieben Stammlokal mit der Lisi. So. Ich komme und beide gehen. Ich ersticke. Ich glaube wirklich, daß ich sofort ersticken muß. Wie jede neue Bewegung, jede neue Partnerschaft, was weiß ich, alles Neue läuft Gefahr, vor lauter Betonung des Anderen und Neuen sich von der großen Überlieferung abzuschneiden und im Unbeholfenen und Halben sich zu verlaufen. Deswegen muß er sich von mir trennen. Er muß. Nicht ich. Ich bestehe darauf. Ich trenne mich nicht von ihm, das muß er tun. Das hat er zu vollziehen. Er muß die Trennung vollziehen. Ich will es ja nicht. Ich will nicht. Er muß es tun. Ich kann es nicht. Er muß es tun.

Als wir noch etwas wußten, hatten wir den Anschein von etwas Höherem und konnten trotzdem nichts. Wir sind leicht fertig mit dem Geschehenen und dem, was gesollt sein soll. Nein, einen Gott brauchen wir nicht, glauben Sie mir, wenn ich es tausendmal gesagt habe, werden Sie es mir vielleicht glauben. Es wäre wirklich besser so, aber Sie glauben ohnedies an was andres, immerhin glauben Sie, womit Sie Mäßigung zeigen, so wie Raum und Zeit ineinander scheinen, bis sie unscheinbar werden, weil wir tot sind. Doch das ist eine Abhängigkeit, die ich mir nicht wünschen würde. Von der Zeit möchte ich nicht abhängig sein, den Raum kann ich immerhin gestalten. Wir aber, wir brauchen ihn nicht, den Gott, und die brauchen ihn auch nicht, wer immer sie sind. Aber die sagen, sie brauchen ihren Gott. Und wer ihn nicht braucht, wird, zack, umgenietet, wird mit der Automatik umgenietet, deren Prinzip lautet: Betätigt man den Abzug, gibt dieser den an einen Drehpunkt gelagerten Schlaghebel frei, den Rest habe ich, glaube ich, schon erklärt, die Wirkung ist robust. Mein Gott, nein, nicht du!, dich meine ich, den andren!, mein Gott, auf wie viele Arten, und es funktioniert immer, es geht immer und überall, Sie können immer und überall jemand umbringen in Ihren weiten, fruchtleeren Gebieten, ja, die Fruchtleere gefällt mir, die kauf ich, umbringen: gern, immer und überall, sogar dort, wo der Bäume Arme es verwehren, wo ein Halteverbot es verwehrt, wo eine versperrte Kühlkammer es verwehrt, wo eine falsch eingegebene Ziffer an einer Haustür es verwehren hätte können, nein, nicht, wir haben schon die richtige Zahl, wir gehen jetzt da rein, und dann eliminieren wir eine andre Zahl, eine Zahl von Menschen, ein paar kleine Zeichner, mehr sind sie nicht, und mehr werden sie nicht, so werden sie gestraft, liebe Menschen, das macht keinen Spaß, dieses Amt neiden mir Freunde, die auch gern geschossen hätten, aber im Ausland sind, wo sie auch schießen, aber auf andre, nicht unberühmt auf Erden noch bei Göttern, also beim Herrn Präsidenten, sind diese Männer, zu deren Haus wir gesandt wurden, keine bahnlosen Wüsten sind zu besänftigen, kein wildes Meer ist zu beruhigen, wir kommen da rein, mit dem Türcode, und fertig, unsre Frevlerhände treten schon in Aktion, und fertig fertig fertig! Dauerfeuer!

Unsere Großväter waren keine Helden, wir kannten sie nicht, wir aber sind es. Wir verstehen ihre Taten nicht und nehmen nur Abwesende in die Pflicht. Das Töten ist vorbei, doch Sterben, das kann ein jeder, wir unterzeichnen, was man uns hinhält, die Zeichner werden auch nicht viel mehr können, eher weniger, also hören Sie, obwohl die berühmt sind: Nicht viel mehr als wir sind die, kleine Männer, können halt zeichnen, aber das Falsche, mehr ist nicht los mit ihnen, den Propheten schänden, das können wir auch ohne Zeichnungen. Wenn der Prophet dann doch einmal kommt, schänden wir ihn nicht, das ist der Unterschied, aber auch das könnte er falsch auffassen, der Blitz würde dann neben seinen Zorn zum Schmerzenshauch, von den eigenen Leuten ermordet, ein Mord, den Millionen vor den Fernsehern sehen, und dazu müssen sie nicht mal in die Ferne! Das hat sich schon einmal nicht bewährt, das machen wir mit unserem Gott diesmal nicht, zum Glück erscheint er uns nie, der Prophet nicht, der Gott schon gar nicht, den rufen wir nur, aber käme er einmal in echt, er würde mit Spott überschüttet, und wir würden recht damit tun, am besten, wir tun gar nichts. Er erscheint jedoch nicht, ich glaube, er ist denen, die an ihn glauben, auch noch nie erschienen, daher wissen die nicht, wie er aussieht, diese Zeichner aber wissen es und machen von dem Wissen Gebrauch, die verteidigen nicht einfach Bisheriges, die geben dem Propheten ein neues Aussehen, das wir aber auch nicht erkennen, nicht vergleichen können, wir kennen ja nicht das Original, wir kennen nur die alte Ansicht, daß es ihn gibt, wir haben den Propheten nie gesehen, aber andre haben, und die sagen, er schaut nicht so aus wie auf diesen Zeichnungen, dafür legen wir unsere Hände ins Feuer und essen sie, sobald sie gar sind, gern auch selber, wir essen unsere eigenen Hände, wenn sie gesündigt haben, und sitzen auf unseren Ohren, damit wir nichts hören, und trennen vom Rumpf schamlose Häupter, den Hunden zum Fraß. Und die undankbaren Bewohner der Stadt erschlägt diese strahlende Waffe, ein schlichtes Küchenmesser, mit dem sie jetzt nichts mehr messen können, oder es erlegt, erledigt sie unser schnelles Geschoß, nein, viele Geschosse, dieses Haus hat ja auch welche, und wir kommen, wir kommen, so daß der Fluß sich mit Toten verfärbt. Echt? Glauben Sie wirklich, der Prophet schaut jetzt so aus wie auf dieser Zeichnung? Kein Mensch kann so aussehen, sogar des Meeres Wogen brüllen vor Lachen, wenn sie das sehen, der muß früher anders ausgesehen haben, denn sie erkennen ihn nicht, und über diese Wogen ist er doch einst geschritten, nein, das war der andre, die Konkurrenz, macht nichts, die bringen wir sowieso alle um, doch wie der ausgeschaut hat, wissen wir genausowenig, müssen es aber auch nicht wissen, der geht uns nichts an, die bringen wir um, die an den und den glauben, und aus.

Aber so wie auf diesen Blättern sieht kein Mensch aus und kein Gott und kein Prophet, der sich weinend, weil er viel schöner ist, an die Brust seines Gottes wirft, die Menschen sind ja so gemein, wie sie ihn darstellen! Die wissen gar nicht, wie ich aussehe, doch sie zeichnen mich, sie sehen mich ganz falsch, das geht nicht, sie sehen mich nicht als Wohltäter, sondern als lächerlich, sie machen mich lächerlich, sagt der Prophet, wer soll da noch an meinen Herrn glauben, wenn so ein ungestaltiger Mensch für ihn bürgt?, also das geht nicht, so geht das nicht, ich sollte ihnen ein neueres Bild von mir schicken, dann müssen sie sich keins machen von mir, du sollst dir kein Bildnis machen, die Gorgonen haben das ja schon gewußt, haben laut gezischt und ihre funkelnden Augen aus funkelnden Häuptern zum Himmel erhoben, doch von dort kommt niemand, wie üblich. Wir sind jetzt da und schauen in ihre rotglühenden Lichter, alles durch den Blitz etwas unnatürlich aussehend, schauen Sie, ein Anfängerfehler, da hätten Sie die Automatik abschalten müssen, was wollte ich sagen, ha!, schnell stürzt ein Gott zu uns Glücklichen herab und gibt uns das Foto von seinem Propheten: So und nicht anders schaut der jetzt aus, das ist jetzt aber wirklich das Original, wollen Sie behaupten, wir hätten jemand anderen fotografiert? Das wollen Sie nicht, gut. So und nicht anders, merken Sie sich das, und wehe, wenn Sie ihn anders zeigen, dann klagt er, und dann werden noch viel mehr Menschen Grund zum Klagen haben, dann gehen wir vor Gericht, es ist eine verzerrende, entstellende Darstellung, wie halt jede Darstellung, die stellt ja nur was dar, nicht wahr, die gibt nichts her, sie zeigt nur etwas, und ich, wer bin ich denn schon?, ein Gott samt Prophet, nicht der, der seinen Sohn hat umbringen lassen, das ist ein andrer Gott, bitte!, der Sohn wollte es doch so!, der wollte es so und nicht anders haben, der Idiot, und jetzt? Vor Schreck betäubt, entflieht er hierhin und dorthin, birgt im Kleid sich der armen Mutter, in der Säule Schatten, der duckt am Opferherde sich, noch vor dem letzten Abendmahl traut er sich nicht mehr raus, duckt sich dort, dem Hühnchen gleich. Die Mutter schreit, jemand schreit, ist es die Mutter?, es ist eine Frauenstimme, und die schreit: Was tust du, Vater? Das kann nicht sein, Frauen kommen hier keine vor, auch nicht, wenn sie den Mord an ihren Kindern beklagen, an ihrem einzigen Sohn, der Vater hat es so gewollt, der Sohn hat eingewilligt, ist das nicht schön, diese Eintracht in der Dreieinigkeit?, alle schreien, der Vater schreit, die Knechte schreien, der Sohn schreit, die Mutter schreit, der Vater aber treibt den Sohn um die Säule herum, das Essen steht schon auf dem Tisch, aber der Vater jagt den Sohn im Kreis herum, das Essen wird kalt, schau dir das an, er stellt sich ihm entgegen mit dem scharfen Messer, oder war das der Mann, den er mit dem Messer losgeschickt hat, den eigenen Sohn umzubringen? War aber nicht ernstgemeint, war nur die Generalprobe! Die Aufführung konnte nicht stattfinden, weil jemand den Fels geklaut hat, auf dem das Opfer dargebracht werden sollte, besser, er hätte das Messer geklaut, das hätte weniger Mühe gemacht, nein, das war er schon selber, Gott war es selber, er hat das Gewaltmonopol und läßt es sich teuer abgelten, er selbst würde es gern anders sehen, aber das geht nicht, er durchbohrt dem Sohn die Leber, nein, jetzt noch nicht, der Sohn ist noch nicht tot, der wird erst sterben, wie alle, wie alle sterben müssen, rückwärts stürzend und das Leben aushauchend oder auf die Schnauze fallend, nach vorn, das geht auch, und dieser Vater, würden Sie es glauben?, der jauchzt in hellen Tönen auf, denn schon wieder kommt einer in den Himmel, wo mehr Freude über ihn sein wird als über 99 Gerechte, die ihre Einkünfte immer ganz genau angeben und von Angebern immer gedemütigt werden, die das Verschwinden von Geld und dessen erfolgreiche Umleitung vollbracht haben, während andre mit ihren SUVs in die Baustelle gekracht sind. Einen Gott verschwinden zu lassen ist einfach, Geld schon schwieriger. Nein, erst mal der Sohn, ja, der, genau der.

Und der Vater, sein Mörder, der Vater hat das gewollt, nicht wahr, der Vater, sein Mörder, nicht der Vatermörder, der Vater als Mörder des Sohnes, trotz dessen Einverständnis Mörder, der prahlt damit, der rufet froh: Meinen Sohn stürzte ich mit eigner Hand, von meiner eignen Hand, und er büßte seines Vaters, dessen Beistand ihm doch am nächste sein sollte, seines Vaters Haß büßte er mit seinem Blut. Oje, da kann man nichts machen, ich jedenfalls schütze meinen Propheten. Diesen Propheten dort drüben hat keiner geschützt. Zur Sicherheit richten wir das Messer auch auf andre, die versuchen, sich zu verstecken, an einem Altar, ist das ein Altar? Ich kann es nicht genau sehen, so ein Auswuchs, so ein Auswurf der Erde, extra für einen Gott gemacht, und dort versteckt er sich, der Gottessohn, da kommt er jetzt hervor, der Sohn, und streckt die Hände flehend auf zu Kinn und Hals, und was ruft er? Wenn deine Taten uns nicht retten, sondern vernichten, so sind sie vertan! Nein, das ruft er nicht. Er ruft: O liebster Vater, nicht ermorde mich! Den andern hast du doch schon erwischt, mich bitte nicht ermorden! Das kann doch alles überhaupt nicht wahr sein. Der Gott, den ich kenne, hat überhaupt nur einen Sohn, den allerdings hat er töten lassen und dabei auch noch zugesehn, das ist verständlich, dafür habe ich Verständnis wie für jeden Mord unter Verwandten oder Verheirateten oder überhaupt Leuten, die sich gut kennen. Spät, aber doch kommt jeder ans Ziel der Vergeltung. Gezahlt wird in der Münze des Todes, eine Kreditkarte gilt dabei nicht. Das Töten wird nicht verschoben, außer die Umstände sprechen gerade dagegen. Mit dem Tod wird gezahlt, der Mörder ist einfach nicht zu bändigen. Wie könnten wir noch hoffen? Können wir nicht. Dein bin ich, sagt der Sohn, das sagt jeder Sohn in jeder Sprache, und es stimmt trotzdem nicht. Wer ist das bitte? Einer, der mit wildem Blick das Auge rollt, rasend vor Wut, einen Blick hat der, der Gorgo gleich, so einen Blick hab ich ja noch nie gesehn, und dann hebt er die Keule, Schmieden gleich, die machen das so, wenn es dem Pferd ans Bein geht. Die Frauen, die das Ungeheure in Form von Pferden, kleiner tun sies nicht, in sich verschließen, wollen das so, das Reiten ist ihr Leben, das ist das Geheimnis der Frauen. Man muß das Eisen schmieden, solange es heiß ist, man muß töten, solang man noch eine Wut hat, die hält oft nicht lang, und hebt die Keule und senkt sie wieder, dem Sohn übers Haupt, senkt auf des Knaben blonde Stirn das Holz herab und bricht ihm den Schädel. Also starb schon der zweite Sohn, es ist immer nur vom ersten die Rede, wir wußten gar nicht, daß es noch mehr Söhne gibt, also ist jetzt auch von seinen Brüdern die Rede, das Wort wurde erteilt und genommen, die Waffe wurde ausgeteilt, und jetzt teilt der aus, aber schon so! Einen von den Brüdern hat er bereits umgebracht, und er schreitet schon weiter zum dritten Opfer, das der Gott aber nicht mehr findet. Ich finde, zwei sind schon einer zuviel, nur einer entspricht der Überlieferung und entspringt der Schrift, nicht meiner, Der Schrift. Bitte, sperren Sie jetzt aber wirklich das Tor zu! Ich als Gott würde meinen Sohn nicht umbringen, habe aber keinen, wer weiß, wozu ich fähig wäre, hätte ich einen; hier ein Foto, nein, nicht von meinem Sohn, den habe ich nicht, von meinem Propheten, Gott sei Dank, und das ist wahr, jetzt wissen wir, wie er inzwischen aussieht, alt ist er geworden, der Bart macht ihn noch älter, hat ihn schon, als er jung war, älter gemacht, wir wissen es jetzt alle, wir kennen ihn, wir würden ihn auf der Straße erkennen, wir haben das neueste Bild, das von den Zeichnern war doch eine einzige Frechheit, die uns in Wut versetzt hat, unsere jugendlichen Häupter, unsere Frauen im Bikini, zumindest eine, welche Erforschungen an ihrem Körper seit neuestem nicht mehr zulassen will und etwas davorhängt; unsere Lehrer, die fruchtlos genauso forschten und lehrten, deren Früchte haben wir alle gegessen, das ist alles längst gegessen, wir haben sie uns nicht aufgehoben, die Früchte, um ihren Bestand zu sichern, mußten wir sie uns einverleiben, um das Da gleichzeitig zu bewahren und zu bestreiten, und wenn zuviele es bestreiten, gründen wir ein neues Da-Sein, und dann begründen wir die Zugehörigkeit zu unserem Volk, sehr wichtig!, und dann bilden wir seinen Kern, der kein guter ist, und wenn wir das alles gegründet und begründet haben, ziehen wir um.

Gott sei Dank, da ist das Foto, das Bild der Zeichner, es stimmt nicht, das haben wir uns doch gleich gedacht, daß das eine total abwegige Darstellung ist, es stimmt nicht, ihr werdet ins Gras beißen, nein, nicht ins Gras, in den Staub einer schlichten Allgemeinwohnung und weg mit euch, Prophet, was soll dieser Ruf von dir? Warum rufst du jetzt an, ausgerechnet jetzt, wo wir das Auto wechseln müssen, das ganze, nicht nur die Reifen, das würde ja ewig dauern? Was soll dieser Ruf? Dieses Haus bebt grade, etwas schreit, wir verstehen unser eigenes Wort nicht, da schreien Sterbende, nein, da schreit niemand, die könnten wirklich ruhiger sterben, nein, das stimmt nicht, es war Stille, die waren gleich tot, was schreien die nicht?, es wäre doch für einen guten Zweck! Es stürzt noch ein das Dach von diesen Schreien, doch das muß ein andres Schreien sein, woanders, weh, weh, das Leid, glatter Lungendurchschuß, nein, die Schulter wars oder was weiß ich, können Sie nachlesen, wohin die Schüsse einschlugen, wo und in welchen Leib und wie oft und überhaupt, das Leid, wie beklag ich meinen Freund, der schon tot ist, aber davor auch noch fleißig gezeichnet hat, immer gezeichnet, überall nur gezeichnet, gezeichnet den Unaussprechlichen, den Unvorstellbaren, den haben wir uns vorgestellt und ausgesprochen, wir haben uns ausgesprochen und ihn dann auch noch gezeichnet, das war unser Fehler, wir wußten nicht, wer er war oder wie er aussah, einer, der die Pferde anspannt und dann gleich wieder scheu macht, bis sie durchgehen, wie schaut so einer aus? Jetzt, da es zu spät ist, sehen wir das ein, was bitte?, keine Ahnung, ach, wie beklagen wir uns schon wieder, dabei war Spotten doch unser Geschäft, das haben sie uns ausgetrieben, als unsre Seelen zu unseren Körpern hinausrasten, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie die sich beeilt haben, ein Bus stand schon bereit, unsere Seelen sollten weg, sie haben auch hier kaum jemandem gefallen. Weg mit ihnen. So. Jetzt Klagen angesagt, bei uns, Schreien nicht, Klagen, da drinnen ist es grauenvoll, alle tot, der Rest von uns schwer verletzt, keines Sehers bedürfen wir mehr, der uns sagt, was wir zeichnen sollen und wie wir was sehen sollen, das wissen wir jetzt von allein: so nicht! Wir sehen, wir sehen, ja, uns hat man jetzt die Augen geöffnet, jetzt, da es zu spät ist. Den Propheten hätten wir gar nicht erst sehen sollen, dann hätten wir ihn auch nicht gezeichnet. Aber ansehen mußten wir ihn, obwohl wir von seinem hohen Ansehen schon wußten, wie hätten wir ihn sonst zeichnen können? Angeblich war er das gar nicht selber, zu spät für diese Erfahrung, ich meine, das erfahren wir leider zu spät. Jetzt sehen wir ihn wieder, wir erkennen ihn sofort, dafür ist es jetzt fürs Zeichnen zu spät. Das neueste Foto haben wir damals eben nicht gehabt, das soll keine Entschuldigung sein. Diese Zeichnung ist nicht realistisch, das ist doch klar, wir haben sie gemacht, von Anfang bis Ende, aber realistisch ist sie natürlich nicht, nicht einmal ähnlich, ach, grauser, grauser Mord! Und wofür? Nur weil wir gezeichnet haben? So schlecht waren wir auch wieder nicht! Tot sind wir und tot unsere Kinder, unser Werk, unsere Zeichnungen, die sind jetzt tot, das können wir nie wieder tun. Wir hätten gern, sie würden weiterleben und sich dann erst, am Ende, auf den Boden legen. Das Foto nützt uns nichts mehr.

Das ist auch so eine schlaue Vermittlung, daß wir jetzt alle wissen, wie der Prophet aussieht, und zwar, wie er neuerdings aussieht, das Neueste muß aber auch nicht stimmen, so wie der aussieht, würden wir ihn sogar im Schlaf noch fliehen, und was er uns sagt, das geht uns am Arsch vorbei, wie der Bankkunde sagte, als er die anonyme Quellensteuer entrichten sollte. Angesichts der Summe, die er besitzt, zählt diese Summe nicht, und die Namen werden auch nicht gezählt, obwohl meiner dabei ist. Schade. Angesichts des Zulaufs, den er hat, zählt der Prophet seine Einkünfte an Menschen, die ihm zuwachsen, die Zinsen beißen ins Gras, die kann man genauso vergessen wie die Menschen selbst. Wie sind das plötzlich so viele geworden und die Zinsen so wenige?, ein solcher Zulauf und kein Abfluß? Oh gewiß, es ist der Menschen auf der Welt keiner seliger als der Prophet, ist das zu glauben?, auf einmal?, nein, auf mehrere Male. Den Bart hat er ja immer schon gehabt, Furcht kommt diese Diener an, aber auch Lachen, wir möchten wissen, ob die gelacht haben, nein, sicher nicht, doch es ist überliefert, daß viele lachen, der junge Mann neulich in Graz, keine Ahnung, weshalb, doch er hat Menschen gemäht, dahingemäht mit seinem SUV. Und der hat gelacht. Ist so. Ist verbürgt, von Bürgern, welche verschont blieben.

Zurück zu unserem Fall: Ist das wirklich unser Prophet, oder treibt jemand Scherz mit uns? Wir stürzen also mitten ins Zimmer, wir Unwissenden, wir haben das neue Foto noch nicht, werden es aber in kürze hereinbekommen, das Telefon ist schon griffbereit, ist es ja immer, denn sogar aufs Display vom Telefon wird es gespielt, wird das Foto ausgespielt, es ist Trumpf, jeder kann es haben, grade kommt es, das Foto, jetzt ist es da, zu spät, unser Telefon sagt schon wieder was andres, das wichtiger ist, ein neues kleines Spiel oder ein Song oder eine andre tolle Nummer sind nun angesagt, und der Augenblick ist vorbei, das Foto aber ist gespeichert für die Ewigkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, außer das Handy ist hin oder die Batterie leer, was immer nur ein vorübergehender Zustand ist. Von Ewigkeit zu Ewigkeit, das ist ganz schön lang, das ist endlos wie der Ewige, und genauso lang, wie sein Foto gespeichert und immer wieder übertragen werden kann, bis es abgetragen ist, so lange wird es unseren Gott geben, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wir hätten noch etwas warten können, es gab eine Übermittlungspanne, der Server ist zusammengebrochen, weil so viele ihren Gott endlich sehen wollen, ja, den Propheten auch, wir müssen warten, aber wenn das Foto da ist, dann wird es eben ewig bestehen, wenn auch nicht unauslöschlich sein, wer hat was dagegen? Keiner. Jeder will es, jeder ein andres. Doch als wir genug gewartet hatten, wollten auch wir schon lang etwas anderes sehn. Wir konnten nicht warten, neue Schuld zu der alten zu fügen, und haben ein Posting abgesetzt wie Dung. Nun, der Herr sagt ohnedies nein, sie stimmt nicht, diese Zeichnung stimmt nicht. Ach was, wir sehen ohnedies schon eine ganz andre, keiner könnte die mit einem Herrn verwechseln, das ist eindeutig eine nackte Frau, und dort kommen noch ein paar Schwänze dazu, und Zeichnung ist das keine. Wir schlummern unglückselgen Schlaf, bis uns etwas weckt, das unsere Aufmerksamkeit erregt, sind das die Fotos, die wir gesucht haben?, von gemordeten Söhnen und Frauen?, von verbrannten Menschen, deren Angehörige weinen und weinen und schreien, auf der ganzen Welt gebe es keine Unglückseligeren als sie, schauen wir mal, was da noch ankommt, es sind Fotos und Filme, als Politiker zum Beispiel sollten Sie die gar nicht haben!, es ist eine Wiederbelebung von Menschen, auch solchen, die längst tot sind, das ist ein schöner Film, aber der Hauptdarsteller lebt nicht mehr, und wir weinen deswegen, dieser Mensch erlag den Drogen, wie schade! Die Zeichner, immer schon überflüssig, obgleich so bemüht, sie haben sich so bemüht, es möglichst schön hinzukriegen, die legen wir jetzt auf den Boden, aber nicht behutsam, wie Schlafende, im Gegenteil, wir, wir, ja, wir wir, in wilder Wahnsinns Wut, wie sonst nur Zeus seine Söhne zeugt, weil die Frauen dabei nicht mitmachen wollen, schicken wir die auf die Bretter. Für euch, Musen, die Vorgesetzten der Zeichner, sag ich, wurde das alles vollbracht, nein, wir sagen, für unseren Gott und dessen Propheten wurde das getan, so eine Wahnsinns Wut kriegen Sie nicht wegen Frauen und nicht wegen dem, was man mit Frauen macht, da kann man schon auch die Wut kriegen, aber nicht eine solche!

Jetzt können Sie Ihren Totengesang anstimmen, das Mikro wird Ihnen hingehalten, singen Sie, singen Sie jetzt, daß wir unmenschliche Ungeheuer sind, singen Sie ein Lied, das dem Nachtgott geweiht ist, machen Sie ein Selfie, aber gefilmt, das ist fast dasselbe, nur bewegend, filmen Sie sich selbst beim Töten, dann haben Sie ein schönes Andenken an sich selbst, bloß Sie sind dann weg. Es muß ja festgehalten werden, da reißt sich der Mörder los und sieht den Türcode und drückt ab, er drückt zu und ab, nein, er läßt jemand andren zudrücken und drückt nur ab. Oh seht vor dem Vater die Kinder, kläglich vor Elenden hingestreckt, ein Jammer! Und der Mörder selbst ist eingeschlafen, der ruht sich aus, nein, der schläft nicht, der ruht nach den Morden auch nicht in grauenvollem Schlummer, und sieben Tage wartet er auch nicht; er muß sich auf seinem eigenen Telefon, auf dem er sein Morden aufgenommen hat, die Rächer, die kommenden Rächer und ihre unvorhersehbaren Bewegungen anschauen, auf dem und dem Sender, eigentlich auf allen Sendern. Wir aber: Stricke, Fesseln, ineinander verschlungen, verbinden wir uns mit dem Gerät, in das zu sprechen noch das wenigste ist, was wir können sollten; wir kommen nicht weg, wir müssen das alles sehen, wir müssen es uns anschauen. Wir wollen uns uns selbst anschauen, das macht am meisten Freude, denn wir sind die Hauptdarsteller in dieser Serie, und unsre Glieder sind hier befestigt, sehen Sie? Wir erheben die Augen kurz zum Fenster, hören aber den Ton vom Läutwerk dabei immer mit, mit dem jemand sprechen will, also es ist das Zeichen, das mit dem Gerät ausgemacht wurde. Los, zum Fenster, wer ist da?, ist das ein Vogel, ist das ein letzter Vogel, der das Weh der Toten beklagt? Es wäre uns egal, wüßten wir nicht, daß wir selbst bald, unbeklagt, davonmüssen. Da kommen jetzt keine schweigenden Greise, das wissen wir. Die da liegen, die haben wir umgelegt, vielleicht sind Greise auch darunter, und da ist noch eine Frau, nein, nicht die Leiche hier, das ist nur eine von vielen, die andre Frau, die verschleierte Gattin, ein Bild von einer Frau, die sich des Kleiderzwangs entledigt und einen Bikini angezogen hat, wirklich nur dieses eine Mal, ist das etwa meine?, das ist eine Frechheit, das macht mich so wütend, daß es dieses Foto gibt, bezeugend etwas, bezeugend gar nichts, und was andre gezeugt haben, machen wir auch noch kaputt. Da fließt keine Träne deswegen; und meine Frau, meine schöne Frau haben die Zeichner natürlich wieder nicht gezeichnet. Die an Gott glauben, sie hätten die Schönheit selbst sehen können, aber sowas zeichnen die natürlich nicht, nein, den Propheten müssen sie zeichnen! Gehts noch?

Da ergreift einer unsere Heldenhand, wer ist das, nein, doch nicht, keiner ergreift unsere Hand und sagt: Mein Sohn, welche Art von Wanderung ist das? Und der Sohn sagt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen, das hab ich vorhin schon zum GPS gesagt, was hat das schon wieder gesehen?, wo die Straße sein sollte, wo sie hin wollte, die Wanderung samt Auto, dort ist ein See, da stehn wir nun und können nicht weiter, und wo ein Gott sein sollte ein Foto? Die Ärmsten! Unserer hat uns nicht verlassen, der sagt, welche Bedürfnisse er hat, er hat kein Bedürfnis nach Darstellung, jedenfalls nicht nach solcher Darstellung, völlig verständlich!, völlig verzerrt, niemand schaut so aus, und ein Gott schon gar nicht, wahrscheinlich noch nicht einmal sein Prophet, egal, das Foto wird endlich Klarheit schaffen, doch nicht für uns, denn ausgerechnet die, die an ihn glauben, wissen nicht, wie er aussieht, der Gott, der Prophet, wer auch immer, ihre Frauen?, o Gott, bitte um Entschuldigung, die Frauen wären zwar da, wir hätten sie im Angebot, aber auch sie dürfen nicht gezeichnet werden, kein Abbild von denen, obwohl es sich vielleicht lohnen würde. Da hilft es schon sehr, daß man sie gar nicht sieht, sie befinden sich hinter einer Art Wand aus Stoff. Wie kommt man da bitte rein? Fragen Sie nicht mich, sonst sage ich es Ihnen noch!

Hebel und Hacken nähmen wir zur Hand, wir stießen, hauten und hebten die Türen, hätten wir nicht besseres Werkzeug, ja, natürlich auch zum Abschlachten, und diese Mauern sind auch nicht grade von Zyklopen erbaut. Ist das etwa Styropor, was da dahintersteckt? Das hier, unser derzeitiger Aufenthaltsort, ist einfach ein Gebäude, ein Haus, ein Zimmer, eine Teeküche, ein Korridor und aus. Dann kommt schon die Außenmauer. Da gibts Zeichnungen, für alles gibt es Zeichnungen und Fotos, und im Internet dürfen wir sie auch anschauen. Daß wir diese Zeichnungen nicht wollen, ist klar, der Schlaf flieht vor uns, wenn jemand die Zeichnungen sieht. Die brauchen wir aber gar nicht, denn im Internet, das alles behält und gleichzeitig alles auch wieder hergibt, können wir uns die Originale anschauen, ja, ich würde sagen, durchaus, der Prophet war ein Original! Er muß eins gewesen sein, denn unsere Bilder von ihm werden alle nicht anerkannt. Es hat ihn also wirklich nur ein einziges Mal gegeben, da stand er, wie ein Fels. Die Bilder sind Fälschungen von etwas, das nicht gewußt wird. Fälschungen des Unbewußten, nein, des Nichtgewußten. Dieser Herr hier sagt, er will das Feuer befreien, aber der das Feuer geholt hat, hat das verboten. Er will natürlich nicht, daß sein Werk zunichte wird, das Feuer soll ja in Frieden schlummern und erst aufwachen, wenn wir es benötigen. Der andre Herr hier, bitte stellen Sie sich unserem Saalpublikum vor und den Seherinnen und Sehern daheim, vor denen bunter Qualm aufsteigt, nein, das Gerät ist nicht hin, das glauben Sie nur, weil Wolken vor Ihnen herumtanzen und dieser andre Herr also, unser heutiger Gast, will nur im Falle eines umfassenden Brandes, daß das Feuer ausgelöscht wird. Wo Feuer ist, ist auch Rauch, nein, umgekehrt, und wo Feuer ist, darf das Wasser nie weit sein. Ja, der Weg ist kurz, und er wird für eine noch kürzere Strecke vom Gefühl der Sicherheit begleitet. Wir wissen nicht, wie unser Prophet zum Zeitpunkt der Zeichnung, seines Abbilds, ausgesehen hat, und wir sollen es nicht wissen. Doch einen riesigen Brand hat es immerhin entfacht, keins unserer Körpergewässer, welche durch die Löcher der Geschosse entweichen, wird das je wieder löschen. Der Prophet will das alles, er will es so. Er hat ein Feuer gemacht, das der Mensch mit seinem eigenen Wasser wieder löschen soll, aus dem er zu mehr als zur Hälfte besteht, Moment, ich glaube, es sind 65 %, das können Sie selber googeln, und jetzt ist das alles verschüttet und draußen, und man kriegt diesen Geist nicht mehr in die Flasche zurück. Also ein Original muß er schon gewesen sein, der Prophet. So viele Jahre nach seinem Tod sorgt er noch für diesen Brand! Eine tolle Leistung! Sogar den viel schwierigeren Flächenbrand hat er hingekriegt. Doch was haben wir denn sonst als unsere Körper, um Brände zu löschen und Brände wieder einzufüllen, edlere Brände, allerdings flüssig, schauen wir mal nach! Wir Urmenschen haben keine andre Möglichkeit, das Außen zu begreifen, und wenn wir vergorene Beeren dazu essen müßten, was wir aber gern freiwillig tun, das machen ja sogar Tiere gern. Alle, alle suchen den Rausch. Und das Feuer, das wir selbst löschen, allein mit unseren Körpern, wir dürfen aber auch fremde Körper zur Hilfe nehmen, das machen wir an, und das machen wir aus, mit und aus uns selbst. Der Prophet. Ich muß schon sagen! War das der, der Heuschrecken gegessen hat? Nein, der nicht. Wir wissen nicht, ob der überhaupt was gegessen hat.

Die Ärmsten, sie beten, aber sie wissen nicht, zu wem, also sie wissen es schon, aber nicht, wie der ausschaut und wo dieses Antlitz enthüllt wird, das sie der Vereinsamung, nein, der Vereinzigung entrissen haben, vielleicht gefällt es ihnen ja nicht, das Gesicht? Götter, Götter, Entschuldigung, Gott, nein, Sie werden mich nicht dazu bringen, den Namen hier hinzuschreiben, sonst bringen die mich auch noch um, wer weiß, einen Kollegen haben sie fast schon erwischt gehabt, Gott, Gott, du waltest der Bösen, du waltest der Frommen, du wahrst das Recht, na ja, es ist dein Recht, mit dem kannst du machen, was du willst. Eine Fülle aus Gold kriegt dieser verlockende Kuchen vor ihren Nasen, woher nehmen und nicht stehlen? Also stehlen! Gott, du Fülle der Ehre, du Fülle aus Ehre, schau sie dir an, deine Leute! Was verwirrst du all die Herzen mit deiner schwindenden Macht, die sowieso ein Schwindel ist, also für mich schaut es ganz so aus. Bitte wieder um Entschuldung, nein, Entschuldigung. Wer auf dem Wagen des Unrechts dahinfährt, scheut vor der Keule des Gottes, vor deiner Keule, ja, die ist gemeint, zurück. Grausam zerschmettert soll werden dein dunkles Gefährt, das sage ich, ja, ich!, und deine dunklen Gefährten sollen krepieren, jawohl, unsere strahlenden, gut ausgebauten Straßen werden siegen. Ihr werdet nicht drüber hinziehen wie Rauch, ihr werdet den Rauch selber erzeugen.

Kaum zu glauben, aber es stimmt, es kommt aus dieser klaren Quelle und aus der dort auch, aus Zeitungen, von Bildern, die man ins Depot im Netz gestellt hat, die Spinne ist schon ausgezogen, die hat dort keinen Platz mehr, es kämpfen zuviele gegen ihre Maschen. Das beweist, daß es eine gute Masche ist. Es sind Milliarden, die zu ihm beten, zu dem Einzigen, und dennoch, sie kommen mit ihrem Wollen und Wirken immer durch, die Gläubigen, die Götter ja nur als die ihres Volkes akzeptieren, den Einzigen jedoch als einen allein, was aber, Wort, sagst du uns hiermit? Fazit, nur keine Angst, ich schließe noch nicht, mein Geschäft bleibt noch geöffnet, auch wenns Ihnen nicht paßt: kein allgemeiner Gott für jedermann, das heißt wirklich keiner. Sie wissen nicht wohin, und für wen und womit, sie kennen ihren Propheten nicht, wissen aber, daß er da ist und wie er unmöglich aussehen kann, also sie wissen faktisch, wie er möglicherweise aussieht. So nicht, meine Herren! Anders, aber wie, das dürfen wir nicht wissen. Statt daß sie den Zeichnern dankbar sind, die wissen nämlich, wie der Prophet ausschaut, und sie zeigen ihn, das ist eine Leistung, die beinahe gratis erbracht wurde, nur dieses kleine Blatt weiß es, jeder kann es um wenig Geld kaufen, da ist er nämlich drauf, der Prophet, sogar auf der Titelseite!, ein paar tausend Mal, das ist zuwenig! Dafür müssen etliche auch noch draufgehen! Anstatt daß sie dankbar sind, bringen sie sie um, anstatt daß sie dankbar sind, daß sie jetzt wissen, wie er aussieht, daß sie endlich wissen, zu wem sie mit ihren Fragen durchkommen können, würde ihnen je einer zuhören, aber sie kommen ja gar nicht durch!, vielleicht sind sie ja deshalb so wütend, weil die Leitung so überlastet ist, alle wollen ins Telefon, um den Propheten und seine treuesten Anhänger zu bewundern, alle wollen das sehen, der Server stöhnt und ächzt, und dann bricht er zusammen, sie haben die Elendigkeit ihres Meinens, aber sie haben nicht Gewißheit. Und das wollen sie halt mitteilen, das wollen sie allen sagen, das wollen alle allen sagen, kein Wunder, daß der schwächste Teil, das Telefon, nein, sein Telefonseelsorger, da sterben muß, keine Sorge, morgen funktioniert das wieder, wenn die Massen sich verteilt haben, denn morgen will schon wieder jeder dringend etwas andres sehen, sofort!, Abwechslung erfreut, nicht wahr. Sie wissen, daß es schwer ist, einen Gott zu haben und einen Propheten, aber wer sind die? Bitte! Wer sind diese Leute? Sie dürfen sie ja nicht anschauen, und sie dürfen nicht einmal Bilder von denen anschauen. Wie meinen? Warum tun sie es dann dauernd? Wecken die Bilder, die süß schlummernden, dauernd aus ihrer Ruhe, die sowieso nie lang dauert, weil dauernd eine Hand mit ihnen herumspielen muß, um eine Art Lust zu erzeugen, und da erscheint es, was?, keine Ahnung, etwas erscheint, denn es existiert nur das, was angeschaut werden kann. Da ist es wieder praktisch, daß das keiner mit dem Propheten machen kann, der kann nicht angeschaut werden, es gibt kein Bild, und wer sich eins macht, der fliegt und aus. Direkt verboten ist es angeblich aber nicht.

Erschreckt starrt der Prophet nicht auf, wenn man ihn stört, wenn man ihn aufweckt, denn keiner weiß, wo er ist. Erkennen kann man ihn auch nicht. Wie soll man jemand erkennen, von dem es kein Bild gibt und von dem man sich keins machen darf? Man soll sich erst mit den Worten des Propheten auseinandersetzen, bevor man ihn sieht? Ist diese Stärke nicht eine Scheinstärke, und das Hemd fällt sofort wieder zusammen, wenn man es auspackt, weil die richtige Stärke eben fehlt? Die machen aus dem Glauben eine Bewegung, ohne sich zu bewegen, machen aus ihrer allgemeinen Ratlosigkeit was, ja was?

Ich weiß es nicht. Sie müssen mich nicht umbringen, es lohnt sich nicht, denn ich weiß überhaupt nichts. Ich habe keine Ahnung, was die wollen, verberge das aber geschickt, Sie sollen nicht merken, daß ich keine Ahnung habe, ich weiß dasselbe wie Sie, ich weiß auch nicht mehr, außer daß sie arme Zeichner ermorden wollen und die Juden sowieso, das müssen Sie immer mitdenken, das läuft so nebenbei mit, dafür aber immer, immer, immer wollen sie all die Juden umbringen, am liebsten alle. So viele sind das gar nicht, aber nein: immer alle, denn die sind einer für alle und einer wie alle. Die stehen da wie ein Mann, während Sie wie viele Männer, unzählige, dastehen, derweil ihr Palast, ihr Gedenkstein, getürmt ist, nein, gestürmt wurde?, hoffentlich nicht!, egal, was passiert ist, ich stimme ihnen zu. Die werden mich schon noch kennenlernen. Ja, den Vater auch, einen Vater braucht jeder, jeder kann ihn brauchen. Doch er macht nicht die Nägel mit Köpfen, er schlägt sie nur ein, die Köpfe. Mit diesem Geschick steht er bald am Ziel, die Hände besudelt mit eigenem Blut, doch das fremde nimmt er schon auch. Jetzt muß er auch noch die eigenen Kinder, noch lieber aber fremde, mit eigener Hand muß er diese blühende Schar über den Totenfluß setzen. Das passiert, wenn der Vater gegrollt hat. Sollen wir ihn töten? Er muß büßen, sonst bleibt nur Menschenmacht übrig, keine Götter mehr, aber Menschen haben das auch allein schon zusammengebracht! Wir werden es wieder tun, fragen Sie mich nicht, was, hier steht es doch. Versucht haben es viele, das haben schon ganz andre versucht und nicht geschafft. Es waren immer zu wenige, jetzt aber alle! Los! Na, dann seien wir halt Deutsche. Das geht auch, macht aber etwas Mühe. Die Sprache muß erst mal erlernt sein. Man muß Formulare ausfüllen, und dann hauen sie einen erst recht wieder raus. Die lassen einen nicht so leicht rein, auch wenn man mit den reinsten Absichten kommt, das Sein voll Not, das Denken voll Gefährlichkeit, also Überflüssigkeit. Ja. Diese Sprache muß man erst mal können. Ich habe mich lange vergeblich darum bemüht. Ein Vorhang zerreißt, ein Tempel stürzt ein, der Ort, wo er stand, wird nie mehr gefunden werden, doch Gott ist dennoch groß, ihm gehören diese Stadt, diese Mauer, diese Menschen, hoffen wir, daß er sie nicht vertilgt, als Nachspeise, obwohl er längst satt ist, und danach das Haus noch einmal in den Grund stürzt! Das kann er nicht, denn das Haus Gottes ist gar nicht da. Folgen Sie dem Wegweiser, dann sehen Sie, wo es aber auch nicht stand.

Deutsche werden unter Leiden geboren und sterben auch so, weil sie daran gewöhnt sind, jawohl, die leiden schon auch!, oft sogar!, über so viele müssen sie drübersteigen, die kläglich ins Meer, in die Wüste, in die Flüsse hineingesteckt wurden und wieder herauswollen, äh, meinen Sie vielleicht niedergestreckt? Das geht alles, es funktioniert wie alles hier, irgendwie kommt man schon rein zu diesen Menschen, deren ursprüngliche Abseitigkeit im Denken immer mißdeutet wurde, die Ärmsten, wir helfen ihnen und löschen ihnen ihre berühmten Denker aus, die genauso für etwas gebrannt haben, ja, aber nicht wirklich. Sind wir erst mal drin, ist es nicht nötig, ihnen ihre Mängel vorzuhalten, ihre Überheblichkeit, ihre, wie sagt man, Absonderung und Verneinung von Gemeinschaft, ich glaube, der Denker meint Absonderlichkeit des Denkens und Sucht nach Gemeinschaft, denn einer allein oder eine kleine Gruppe hätte nie solche Verbrechen begehen können. Entmachten werden wir die niemals, sonst passiert uns dasselbe, was uns aber wahrscheinlich ohnedies passieren wird.

Was sagt das Wort? Ich weiß ja nicht einmal, was meines sagt. Und wenn wir alle Deutsche sind, dann dürfen wir auch alles, wir haben es ja schon ausprobiert, vielleicht nicht alles, aber den größten Teil davon, das geht nicht nur, das zieht auch, das zieht immer wieder. Dort zieht es alle hin. Wird immer gern genommen. Was geht gar nicht? Es geht gar nicht, daß wir uns aus bloßer Gottlosigkeit einen Standpunkt sich bilden lassen, es geht nicht, daß wir uns bilden lassen, wir binden uns gern, das ja, wissen aber nicht, an wen, wer weiß es, ich nicht, aber ich weiß, daß das den meisten wurst ist, blunzen.

Die warten, ob sie sich irgendwo anschließen können, wichtig ist nur, daß es keine Steckdose ist, denn dort hängt schon ihr Handy, und da wir eben keine Gemeinschaftswesen sind, haben wir auch keine Mehrfachsteckdosen, an irgendwas anschließen also, eines Tages werden die sich wieder anschließen können, weil sie es wollen, keine Ahnung, wer an wen, aber ich schau mal nach, vielleicht finde ich den Anschluß, irgendeinen Anschluß werde doch sogar ich finden können, wie und vor allem warum soll ich sonst das Telefon, mit dem ich alles machen kann, auch telefonieren, wieder aufladen? Hier ist alles schon besetzt. Wie soll ich sonst wissen, was zu tun ist? Wer wird das hier schon lesen oder sehen? Ich gebe hier genaue Anweisungen, wen interessierts? Ich habe dauernd Schaum vorm Mund vor Wut, das sollte ich aber nicht, ich werfe meine Wut mir voraus, das sollte ich aber nicht, denn die Abseitigkeit des Denkens bedeutet Fernbleiben vom Heutigen, und was soll ich sonst sagen, worüber soll ich sonst etwas sagen? Was gestern war, habe ich schon vergessen. Ich beginne jetzt zu rasen, es steigt in mir hoch, ich spürs schon, ich habe keine Stimme, die wurde mir bei der letzten Wallfahrt, nein, Wahlfreiheit abgenommen, aber ich habe eine Art Kocher, einen Herd, der mich erhitzt, der mich auflädt, meine Ohren werden gleich ganz rot sein, ist das jetzt bereits menis?, wie man umgangssprachlich auf Griechisch so sagt; ist das der Zorn des Hercules Furens? Ist das mainomai, furo, insanio? Dazu müßten wir uns kurz den Mänaden zuwenden, die sich aber längst von uns abgewendet haben und in die berühmte Berliner Disco Bergheim, nein, Berghain abgewandert sind. Gibts die überhaupt noch? Keine Ahnung, von Gott wissen wir das ja auch nicht, und wir wissen auch nicht, wie lang der Furor diesmal andauern wird, es ist jedoch eine Empfindung, gegen die man sich nicht wehren kann, die aber mit Liebe nichts zu tun hat, eher das Gegenteil. Ich bin betäubt vor Grauen, daß ich nicht aufhören kann. Ich weiß nicht, wo ich bin und frage daher: Wo bin ich? Meine Freunde weilen mit Sicherheit fern, nur um mir nicht nah sein zu müssen, keiner da, der mich dem Zweifel entreißt, ob ich das bin, die hier herumrast, in sich selbst verschlossen, aber gleichzeitig beweglich in engen Grenzen, wer heilt mein Vergessen? Nie vergessen! Nie wieder vergessen! Ja, das muß ich immer sagen, wenn man mich fragt. Eigentlich ist es mir lieber zu vergessen. Da muß nichts geheilt werden. Ich vergesse also, sinke zurück, doch man läßt mich nicht, aus den Lungen rinnt glühender Atem langsam nun, der wird aber auch bald schneller werden! Beeilung! Warum mußte man meine alte Brust extra fesseln an die Säule hier, auf die ich mich vorher gestellt habe? Ich springe schon nicht runter! Diese Säule ist genau der Aufenthaltsort, den ich mir erwählt habe. Bloß, was mach ich jetzt dort droben auf jenem Berge, ach, es ist nur ein Sockel, ein Podest? Bin ich hier im Totenreich? Hoffentlich nicht! Dort sind Leute, die ich keinesfalls treffen möchte. Mama und Papa, igitt! Alles sonst Gewohnte ist mir unbekannt, es ist in mir abgewohnt, es sollte renoviert werden, ein Glück, meine Adresse kenne ich noch. Zur Sicherheit hänge ich mir aber ein Schild um den Hals, das haben wir mit Papa auch so gemacht. Es hat ihn immer jemand nach Hause gebracht. Wo ich derzeit zur Sicherheit schon bin. Zu meiner eigenen Sicherheit.

Mich erfaßt es wie ein Meeressturm, obwohl ich gar nicht ordentlich schwimmen kann, da bin ich bereits aufs äußerste gefährdet, wenn auch nicht tot, noch nicht, im Wahnsinn des Geistes fall ich wie die Zeichner, ein fremder Geist fiel über sie her, das kommt davon, daß sie Personen zeichneten, von denen sie nichts verstanden, den Propheten, den alle kennen, aber sehen wollen sie ihn nicht, sie bewahren ihn in ihren Herzen, den, der sonst an ihren Armen hängt, an ihren Beinen wie ein Klotz, der an ihnen hängt, damit sie an ihm hängen, nur erzeugt er bei ihnen: Bewegungslosigkeit. Tod. Und Tod jedem, den wir ihn bringen. Soll ich jetzt in den Totengesang oder irgendein andres Lied einstimmen? Ich hoffe nicht. Ach, ich ärgere mich so über den Tod der Zeichner, was hätten die noch alles schaffen können!, über diese Untaten ärgere ich mich so, wen kümmerts, alle kümmert es, die sich ebenfalls ärgern, wir wählen hier ein gelindes, ein lindgrünes Wort, damit sie mich nicht auch noch umbringen, wie sag ich es?, orge?, auf Latein ira? eine Ina kenn ich, sogar eine Ila, aber menos thymou?: animi ardor, das ist es, ich habs gefunden, nicht lügen, Elfi, du warst es nicht. Du hast wieder mal jemand danach geschickt. Habe ich das schon in einem anderen Zusammenhang genannt? Kaum, jedenfalls nicht in Bezug auf mich. Es ärgern sich viele Menschen, die andre ihrem Leid entgegengehen sahen, aber nicht ich sind, der sie sowas gewünscht haben? Ich geh leise weiter fort, kein Geräusch, sonst mache ich Alte noch auf mich aufmerksam, und dieser Greis kommt zurück, er hat meine Anzeige gelesen, obwohl er blind ist, der Greis, der in die Zukunft schauen kann! Nein, auf den werden wir nicht zurückkommen. Die Glücklichen, wer auch immer sie sind, die können sich ärgern, ohne ich zu sein! Ich wäre ja selber gerne ein andrer, und ich möchte bitte auch jünger sein. Ich wüte da herum, und keiner merkts. Aus den Lungen ringt sich mein glühender Atem empor, zu wem steigt er? Zur Zimmerdecke, weiter kommt er nicht. Liegts daran, daß meine Brust nicht mehr jugendlich, mein Arm nicht mehr stark, na ja, das war er nie, daß ich gefesselt bin an die Trümmer meiner versteinerten Sprache, die sich nicht bewegt und auch sonst niemanden? Sehen Sie, deswegen wünsche ich mir doch so, jünger zu sein! Millionen und Abermillionen andre Menschen können das doch auch! Vielleicht, wenn ich mich weniger abnützen würde? Weniger sprechen? Das wärs vielleicht! Ich sagte es schon: Meine Sprache ist meine Säule, auf die ich mich gestellt habe. Auch wenn ich unglücklich bin, bin ich doch ein Mensch! Und die Zeichner waren auch Menschen! Komisch, daß man das extra betonen muß. Oje, meine Tränen sind jetzt aufgewacht, die sind nicht mehr zu stoppen. Alle tot, alle tot! Sogar ein Gott würde das beweinen, widerführ es ihm. Es tut mir so leid, welch ein prunkend Wort für eine so unfähige Sprecherin!

Liegt es daran, daß ich schon nah dem Totenreich wohne? Das schreckt die Leute ab. Begreiflicherweise. Das, womit ich immer so scharf geschossen habe, das liegt in Form einer Kalaschnikow, einer Form, die ich nie für meine Waffe gewählt hätte, die ich aber annehme, wenn es schließlich nicht meine Waffe ist, die liegt am Boden, liegt auf dem Grund verstreut, weil ausgerechnet ich darüber nachdenke, warum die gemordet haben und jetzt selber tot sind. Gewiß nicht ich allein, was glaube ich da schon wieder, ich bin, wie üblich, eine von vielen, die Säule trete ich mit den Füßen weg, damit ich direkt vom Himmel hängen kann, vom Himmel her, da komm ich auch, wieso? Weil ich es sage. Und meine Wut, mein lieber Kampfgenosse, die mir immer so geholfen hat, ich rege mich halt leicht auf und gern, so wie die Poster in den Foren sich leicht und gern aufregen, das ist menschlich, das ist die Not der Heimat- und Notlosigkeit, die haben niemand anderen, der ihnen zuhört, nur dieses Forum hört ihnen zu und das auch nicht sehr, diese Wut!, na, was ist mit der, können Sie es nicht sagen? Können Sie nicht, oder wollen Sie nicht? Das ist ja hier kein Prädikatswein, im Gegenteil, das Prädikat fehlt mir oft schmerzlich. Die ist nun gar nicht mehr zu fassen, meine Wut, denn obwohl alle wissen, sie sollten das unterlassen, hat irgendein Idiot ihre Fesseln gelöst, und jetzt haben wir den Salat. Zuerst nur Zähneknirschen, dann Brüllen, dann mit den Füßen Aufstampfen, dann Freveln, dann Mordlust, Mordwut.

Herakles denkt einen Augenblick nach: Hat ihn die wirklich befallen, nicht erinnert er sich, wars die? Wer war das? Die Leute schauen ihn an, den Helden, und fragen sich, ob er noch ganz bei Sinnen ist, daß er so viel für sie geleistet hat und jetzt da plötzlich festhängt, und das ist noch das Geringste, was sie sich fragen. Sie schreien ihn an: Bleib gefesselt, bis du dich beruhigt hast! Kein Wunder, daß er so einen Zorn hat, hat er doch so viel Leid erfahren! Ich höre Stimmen. Ich höre die Stimmen ihn anschreien: Wir wissen, wo dein Auto steht! Fürbringer der Lügen! Deine Zeit ist bald abgelaufen! Du stehst auf der Liste! Was wir in deinen Vorgarten werfen werden, das ist ein Ziegelstein! Sie wagen es, etwas in den Raum zu stellen, das Sie selber sind, Sie trauen sich was!, seh ich recht?, auf eine Säule haben Sie sich auch noch gestellt!, das kann nur Ihrer Unkenntnis entsprechen, ich weiß aber nicht, von was, ich meine, ich weiß nicht, was Sie nicht kennen, Trottel! Sie haben sich unweigerlich und unübersehbar dem Kreis der Desinformanten zugesellt! Von dieser Art Desinformation, die vor allem in vergangenen Jahrhunderten Hochkonjunktur hatte und nun zur sogenannten Weltsituation aktiv beiträgt, gilt es sich JETZT zu trennen! Kapiert! Langsam bitte, Vater, wie soll ich das alles sonst mitschreiben, der Mann spuckt und schäumt so beim Reden, ist das eine Waschmittelwerbung?, Bier?, er bietet einen entsetzlichen Anblick! Soll ich das nicht lieber mit dem Handy aufnehmen und dann abschreiben? Das wäre mir lieber. Der rast, der rast, siehst du das nicht, Vater, womöglich verlieren wir ihn noch? Es genügt nicht, mein Geschick zu bejammern, ich brauche ein besseres Aufnahmegerät, ich habe eins, aber das hab ich nicht mitgenommen, habe nicht gedacht, daß ich es brauchen würde. Der schreit jetzt, ich versteh ihn kaum, er hat diesen Schaum vor dem Mund, den er erst wegblasen muß: Du wirst nie wieder ruhig schlafen können! Na, wenn Sie so schreien, sicher nicht. Egal, wie oft du mich mit deiner Fascho-Inquisitionstaste zensierst, du wirst die Wahrheit niemals aufhalten können! Mein kleiner Goebbels-Glotzen-Billigalkohol-Matrix-Fascho! Es hat keinen Sinn, wenn Sie dagegen treten, das ist meine Säule, da steh ich drauf, die trete ich selber weg, wenns sein muß, und die ist sehr hart! Sie werden schon merken, was Ihre Füße dazu sagen! Was soll ich darauf antworten? Nicht auf das, was die Füße gesagt haben. Entweder werden Sie nun wahrlich wach oder verharren weiter in Ihrer Station — als Fürbringer der Lügen! Lügen Lügen Lügen! Na, dann sprich doch selber, wenn du der Wahrheit mächtiger bist!

Na schön. Ich werde sprechen, aber erst, wenn die Mordwut dich verläßt, das habe ich vorhin schon gesagt, aber in deinem blutigen Nebel hast du es überhört. Versager und Parasit! Wenn Sie wirklich so eine Koryphäe auf Ihrem Fachgebiet wären, dann hätten Sie auch einen angemessenen Job bekommen, haben Sie aber nicht! Lassen Sie sich von einer Hartz IV-Nutte einen blasen, falls Sie überhaupt einen Steifen bekommen sollten! Also wenn diese Nutte reingekommen ist, dann kommen auch wir rein! Wir kommen, wir müssen nur noch des Sonnengottes Pfeile dort herausziehen, damit wir sie noch einmal verwenden können, und dann kommen wir. Hast du geglaubt, das würde keine Folgen für dich haben? Du wirst nie wieder ruhig schlafen können. WIR wissen, wo du wohnst, WIR kennen dein Gesicht. Zieh dich warm an, die Funken werden fliegen! Egal, wie oft du mit deiner Fascho-Inquisitions-Taste zensierst, du wirst die Wahrheit niemals aufhalten können! Das sind keine Rätselworte.

Fügen wir sie zusammen, die Worte, wie die Physik es sich nicht vorstellen könnte, die ist die Nachfolge vom Anfang, bevor die Welt sich bildet und dennoch lieber ungebildet bleibt, nicht wahr, weil immer alle dermaßen wütend sind, daß sonst nichts mehr in ihren Kopf hineingeht, und so fällt auch meine Wut leider gar nicht weiter auf, sie wird als ein Nicht- Mehr-Festhaltenkönnen dargeboten, aber keiner schaut hin. Jeder Entmachtete ärgert sich erst mal, dann fragt er, wer das gemachtet hat, wer ihm seine Macht weggenommen hat, und dann kriegt er eben die Wut. Wer den Mangel findet, der findet die Beschwerdestelle, und die ist meist Gott, ja, bloß welcher? Sie sind an der richtigen Adresse, endlich gehts unbürokratisch zu; so, und an den schließen wir uns jetzt an, das geht manchmal in zwei, drei Wochen, da schließen wir uns schon an an etwas, das wir gar nicht kennen können. Umso besser. Es zerreißt der Zweifel: Das ist Wut! Wir haben sie, wir haben sie zu fassen gekriegt, und jetzt können wir nicht mehr fassen, was wir da angerichtet haben, also Essen ist das keins. So drückt sie sich aus, daß man wie betäubt ist und nicht weiß, was man tut, aber man tut es dennoch. Ich weiß jetzt nicht, wo ich bin. Ich weiß nicht, wer meine Freunde sind und wo sie weilen, fern oder nah, besser fern, sonst bringe ich die auch noch um, und dann habe ich keine Freunde mehr, das wäre doch schade, oder? Wer ist fern, wer ist nah? Der ist fern, denn ich kenne niemanden, der so spricht: Feierabendbierchen-Chemiegülle, Natrium-Glutamat-Chemiedreck-Fast Food. Pharma-Mafia-Profit-Vampir-Chemiedreck wie Fluor auf Zahnpasta und Alu auf Kopf oder in Deo, nein, in ihr, oder Nanopartikel in Hirni-Pandermix-Schweinegülle-Grippe-Impfungen und DAX-Pusher-Matrix-Blaue Viagra Pillen-Fraß neben no klar! Nuklear-Kriegstreiber-Aspertam-Chemiegülle-Zuckerbrause. Hirnfick! Mikrowellentoaster! Glotze für Staatssicherheits-Narko-Hypnose! Bedenkenlos, bedankenlos, bedankungslos! Vorher noch Geist und Körper gesund, dann alle erdenklichen Industriegifte aus dem Supermarktregal konsumiert, kontaminiert wollte ich sagen, das Kontaminierte konsumiert, na, und wo ist er jetzt, Ihr gesunder Menschenverstand, wo ist Ihr kritisches Akademiker-Analyse-Vermögen, ist es im Arsch? Ist es anal? Ist es banal? Ich meine mit Sicherheit: Ja! Meinen Sie, wir können ihn jetzt wieder losbinden? Hat der sich etwa selber dort festgebunden? Ich verstehe nicht, wieso die Menschen sich dauernd binden wollen, und dann regen sie sich wieder dermaßen auf! Unglaublich! Also ich glaubs schon.

Ich kann das alles in meiner Wut nicht mehr unterscheiden und schlage blind um mich, auf die Blindheit kommt es in der Wut besonders an, manchmal kann man sie nur schwer erzeugen, sie ist ja kein industrielles Massenprodukt, sie muß speziell und individuell eigens angefertigt werden. Dann muß ein Unheil gemeldet werden, und dann wundern wir uns, daß diese Leute so rasen. Sie beachten ihre Beschränkungen nicht. Was, und meine Frau soll ich in diesem Zustand auch umgebracht haben? An meinem Weibe wurde zum Mörder: ich? Das gibts nicht! Jaja, mein Sohn, gut, daß du fragst, zufällig weiß ich, daß du das alles mit deiner Hand vollbracht hast, die zweite hast du aber dazunehmen müssen. Was, wirklich? Meine Frau? Die wollte ich doch gar nicht umbringen, in meiner Wut wollte ich das ganze Haus zertrümmern, aber daß meine Frau drinnen war, das habe ich gar nicht gemerkt! Man erkennt in diesem Zustand ja nichts mehr. Der mich da noch entreißen könnte dem Zweifel, der ist noch nicht geboren, in der Wut gibt es keinen Zweifel, man hätte auch keine Zeit mehr dafür, gezweifelt wird vorher, wenn überhaupt, danach ist es zu spät, wer heilt mein Vergessen? Keiner, denn ich will ja nicht vergessen. Ich will es immer rauslassen, was ich nie gewußt habe. Dort drüben rennt es, das Unbewußte! Wie diese Männer, auf die ich auch eine unglaubliche Wut habe, doch in meiner Blindheit sehe ich sie nicht richtig, sind das die, die wir umbringen wollten? Ich sehe den Abzugshebel, weiß auch, wie der betätigt wird und was dann passiert, aber wir fragen uns doch: Wo faßte uns das Wüten? Wo faßte jeden das Wüten, fast jeden zumindest? Wo war das? Wo verdarb es uns? Für wessen Verderben haben wir gesorgt?

Der Unterschied zwischen dem rasenden Herakles und uns besteht darin, daß wir mit unseren Fragen jemand erreicht haben, der uns die Antwort gab, die verborgene Wahrheit mitgeteilt hat, eine Wahrheitskraft hatte das, der die Sprache nicht gewachsen bleibt, sie wächst uns aus dem Mund, sie bleibt nicht, wo sie ist, die Sprache, sie gerät, nachdem sie gespuckt, geflucht und getobt hat, die jetzt ermüdete Sprache, sie gerät in den Schein des bloßen Redens über Dinge, die es gar nicht gibt, denn sie ist eben müde geworden, nicht wahr, und es fällt ihr nicht mehr viel ein. Sie sehen es hier ja. Rotz! Rotz! Es wurde uns gesagt, dann wurde es gemacht. Der Schein, der vom Propheten ausgeht, der aber nicht selber Schein ist, sondern nur so scheint, und wenn Sie das nicht glauben, sind Sie auch dran, der Schein also bestätigt nur, allerdings für die Wissenden, für uns, allein für uns und eineinhalb Milliarden andere, deren eigenstes Sein. Sehen Sie, und deswegen machen wir das. Deswegen machen wir uns die Mühe.

Ich glaube, das ist es, etwas rauslassen, das nie drinnen war. Da entsteht eine Art Vakuum, mit dem kein Staubsauger fertig wird, wer entreißt mir den Zweifel? Nicht nötig. Wer heilt mein Vergessen? Nicht nötig. Denn alles sonst Gewohnte ist mir jetzt unbekannt geworden. Tja. Kein Wunder, daß die Götter sogar aus Griechenland schon geflohen sind, vorher aber noch ihr ganzes Geld abgehoben haben, viel kriegen sie jetzt nicht mehr raus, und sie werden selber rausmüssen. Die sind ja genauso abgehoben, diese Götter! Da gehen sie hin, wildgewordene Volksschullehrer, Vollidioten, denen nie etwas gelehrt worden ist, stellungslose Techniker, die das Wesen der Technik nicht verstehen, sie aber bestens anwenden können, versetzte Kleinbürger, die in die letzte Bank versetzt wurden. Vaterlose Söhne. Über die könnte ich viel sagen, aber das erspare ich Ihnen. Oder ich komme darauf zurück, wenn der Schaum von meinem Gebiß und der Rotz von meiner Nase weggeflogen sind, was noch etwas dauern wird, ich esse gerade. Da gehen sie hin, die Männer, und wissen, was sie tun, und ihre Daumen hämmern fleißig. Mein Gott, die sind schon ganz verformt, die armen Daumen, doch dafür hat es sich gelohnt, es hat sich dafür gelohnt, daß jetzt schon wieder eine SMS abgeschickt werden kann.

Aber nein, alles auf Anfang, bitte nicht schreien, es würde Ihnen nichts nützen, Ihren Wagen dürfen Sie erst besteigen, wenn das hier aus ist, wenn es wirklich ganz aus ist, es dauert genauso lange, wie ich es will. Die sind uns nicht zu geringfügig, die Zeichner, wollten wir noch sagen, die sind nicht gering zu schätzen, bitte, vielleicht von anderen Menschen, aber wir, wir schätzen sie sogar sehr, die sind jedes Todes wert. Die werden niemanden mehr beleidigen, das haben wir hiermit verhindert, was ihnen unsere Wertschätzung schließlich gezeigt hat. In unserer Sicherheit des Wählens und Entscheidens haben wir uns für ein paar Zeichner entschieden. Da streckt sich kein Arm dagegen vor, keiner, wir strecken sie hin, ob gefleckte Räuberin des Gefildes oder Männer in Jeans plus einem Stück Frau, aber die zählt sowieso nicht, nicht für uns, kaum je ist von ihr die Rede. Dabei hat die gar nicht gezeichnet. Wir strecken sie alle nieder in dem Hain, wohin sie sich geflüchtet haben mit ihren blöden Stiften. So klein die Stifte und machen so viel Unfug. Mehr können sie nicht, mehr kennen sie nicht. Das ist nichts, die schlachten niemand, und den sie schlagen, den vergessen sie sofort wieder. Bleistifte und ihre trauernden Angehörigen, die Spitzer, die Anspitzer, und doch, von ihrer Göttin, der Gewalt, wohnt fern die Scheu, und so scheuen wir uns auch nicht. Wir sind der Fremdlinge Mörder, die wir nicht verstehen, also die Mörder verstehen wir schon, das sind ja wir selbst, die Fremdlinge verstehen wir auch, die haben unseren Gott verhöhnt, das haben wir sofort gesehen und verstanden, und jetzt sind sie entfernt, wir haben sie erschlagen, was hier für sämtliche Todesarten gemeinsam steht, in der Antike hatte man noch nicht so viele Möglichkeiten, nicht wahr. Die Bahn ebneten sie sonst noch andren Spöttern, aber die werden sich jetzt hüten, die trauen sich jetzt nicht mehr aus ihren Kabuffs, wo sie sich eingesperrt haben in luftloser Dunkelheit, so leben diese Leute nämlich, nie an die frische Luft, immer nur zeichnen in ihren Buden, in ihren Büros, sogar in ihren Taschen, immer nur den Stift, der ihnen aufgeht wie das Geimpfte in der Manteltasche oder woanders, der Stift, der ihnen immer aufgeht wie eine Impfnarbe, nicht einmal die gibt es mehr, die dazugehörige Krankheit ist nämlich ausgerottet und ausgemerzt. Die gehen auf, die Narben, aber ihre Rechnung nicht. Die geht nicht auf. Dafür sorgen wir. Und der Tod, der Totenfluß, der ist das Ziel unserer Mühen. Es endet ihr Leben, und sie kommen nicht mehr zurück. Wir haben es beendet. Gut so. Mag sein, ihr Haus trauert, mag sein, noch andre Häuser trauern, mag sein, daß sogar viele trauern, aber die hier, die kommen nicht mehr zurück, andre vielleicht, die auch ein unglückselges Los gezogen haben, jene aber nicht, denen haben wir den Weg versperrt; es hat der Kahn auf sie geharrt, wir haben ihn geheuert, doch keiner zahlt heuer die Heuer, jaja, ärgern Sie sich ruhig!, und jetzt fährt er ab mit ihnen und bald mit allen, die auf die abgefahren sind, das können wir euch flüstern! Wir kriegen sie alle. Wir kriegen euch!

Wir schlagen im Buch unserer Jugend nach, denn jung sind wir immer, das ist klar, in diesem Buch stehn natürlich andre Sachen als im Buch der Greise, ja, wir haben anderen Lesestoff, der uns die Zeit bis zu Hades' Haus vertreibt. Wir dürfen alles, wir schwingen die Waffen, wir rennen Treppenhäuser hinauf und wieder runter, wir springen in Autos, wir sind die Kinder, die keiner beschirmt hat und die keinen beschirmen. Die sollen sich einen Regenmantel kaufen. Die sollen sich warm anziehen. Kinder ohne Vater und Mutter, beide tot, was jetzt beginnen? Eine Mordskarriere! Und sehen Sie, einem Wütenden gelingt sowas nicht, einem Wahnsinnigen gelingt sowas nicht. Da herrschen Vernunft und ein Aufgabenbereich, nicht die Göttinnen des Wahnsinns und der Nacht mit Schlangen in den Haaren und Peitschen in den Händen.

Der Wahnsinn zeigt den Menschen ihre Grenzen, damit sie drübersteigen können, erst dann beginnt der Spaß. Doch hier sprechen keine Wahnsinnigen, na ja, vielleicht eine, hier werden Schranken versetzt, um die Täter dahinter zu verweisen, immer weiter nach hinten, aber die Täter vorn sieht man immer besser, das ist paradox, gehen Sie sofort hinter Ihre Schranken zurück. Nein, nein, das machen wir nicht! Doch wahnsinnig sind wir schon gar nicht. Wir lieben diese Schranken, damit wir sie nicht beachten müssen, das ist eher Zorn als Wut, ganz klar, ich bitte um Erbarmen, daß ich das nicht näher ausführe, ich bitte nicht sehr laut, denn ich weiß, ich tue Ihnen jetzt schon leid, mehr noch aber Sie sich selbst, daß Sie das hören müssen. Soll ich eine Botin schicken, zu der Sie dann sprechen können?, kostenlos selbstverständlich, sie hat keine ärztliche oder psychiatrische Ausbildung, sprechen Sie trotzdem, Sie Held, der Aufgaben erhalten und sie alle gelöst hat, und jetzt steckt er liebe Menschen mit Irrsinn auch noch an, je näher sie ihm stehen, desto irrsinniger wird er. Das kommt, weil der Held sich nicht hinter die Schranken hat verweisen lassen, die wir für ihn eigens nach hinten verschoben haben, so daß man ihn kaum gesehen hätte und wir nicht neidisch geworden wären. Keiner hätte gesehen, was er getan hat. Ins Haus hätte er sich verbergen gehen können. Dort liegt noch einer, die Augen von Nacht verhüllt, den kann er auch noch umbringen. Er will nicht. Da kann man nichts machen. Nein, halt, sehet, sehet!, er will doch. Der denkt nicht daran, daß er für die Blutschuld wird büßen müssen. Er wird es ja gar nicht müssen. Es wäre für ihn längst zu sterben Zeit, aber er will nicht. Er wird sterben, aber zu seinen Bedingungen, entflieht, entflieht alle, die ihr es noch könnt! Die Ehre dieser Zeichner und dieser toten Juden, das ist so viel Ehre, sicher zuviel der Ehre, da sehe ich das Ende noch gar nicht, das Ende meiner Geduld sehe ich allerdings kommen, nehmen Sie Ihre und schleichen Sie sich, wenn Ihnen das zu langweilig wird! Der Held glänzt im Himmel und auf Erden, ist so, Tatsache!, unwegsamem Land und wildem Meer hat er den Frieden gebracht. Aber diese Männer tun das Gegenteil. Sie sind die frevelhaften Männer, die den Frieden untergraben und in dieses Grab möglichst viele hineintun, damit sich das Graben, bei dem der Held maßlos gegrollt hat, weil es so viel Arbeit gemacht und ihm keiner geholfen hat, auch lohnt.

Ich rate ihnen aufzuhören, so Furchtbares vorzuhaben, doch sie verkennen völlig die Situation. Als Helden werden sie sich nie bezeichnen dürfen, auch wenn sie Vater und Mutter umbringen wie dieser gute Mann hier, ach, wäre ich an seiner Stelle! Es würde mir nichts nützen, diese Gelegenheit hätte ich versäumt. Er aber, er tötet Frau und Kinder, auch das ist schon oft passiert, nur haben die Töter davor nicht so viele Aufgaben erfüllen müssen, ihnen wurden nicht so viele Jahre ihres Lebens gestohlen, im Gegenteil, das Leben wurde ihnen geschenkt, naja, vielleicht nicht geschenkt, man hat es ihnen hingeschmissen wie ein Paket Schmutzwäsche, die von der Mama in der Maschine gewaschen werden soll, da machen die sich die Hände nicht dreckig.

Weiß nicht, wer das ist und wer das dort ist, sie kommen mir nicht mehr bekannt vor. Ich habe einen Bruder, und wir beide haben Adoptivväter wie dieser Held. Der richtige Vater ist ja verstorben, in Wahrheit war er ein Gott, das glaubt uns wieder mal keiner. Die Familie versammelt sich, um sich zu bedanken, und dann bringt dieser Irre, der zuvor so viel gearbeitet hat, ein Wahnsinn!, dem Jahre seines Lebens mit schwieriger Arbeit gestohlen wurden, was jetzt vollbracht ist, weil auch er tot ist, nein, ist er nicht!, dann bringt der die alle um und behauptet, das macht er nur, weil die ihn doch umbringen wollen. Eine beliebte Ausrede für Mörder. Ich habe ihn umgebracht, ja, aber nur, weil vorher er mich umbringen wollte. Außerdem war es ein ehrlicher Kampf. Außerdem war es ein Unfall. Die Wütenden schwingen leere Hände, die der Zornigen aber sind voll, weil sie ihre Waffen extra mitgebracht haben. An den Wütenden sind die Waffen bereits angebracht, die Zornigen müssen sie erst kaufen oder holen, und so ein Videostick ist auch recht praktisch, den nehmen sie mit, man tut ihn in so ein kleines Gestell und montiert ihn dann am Kopf oder wo sie halt wollen, auf welches Glied, das sich allerdings im Freien befinden sollte, in möglichst erhöhterPosition, damit man auf die anderen herabschauen kann, ja, also dort wird er montiert, nicht wahr, und dann sieht er alles, er sieht genau das, was wir auch sehen, das ist die Einschränkung, er sieht nicht über uns hinaus, über sich jedoch schon; er sieht, aber er muß alles sein lassen, wie es ist, denn handeln tun wir selber. Der Wütende hat nichts zur Hand, er hat nur die Hand, der Held ist die Waffe, wehe, wenn er losgelassen! Dann läßt er die Waffe wüten, dem Tüchtigen gehört die Welt, der Zornige beugt vor, der Wütende beugt sich nach vorn und tötet. Der Ärmste!

Das Blut tropft von seinen Händen, der Zornige würde sie jetzt abwaschen, der Wütende achtet auf sowas gar nicht. Es ist ihm egal, wie er aussieht, auf die Kleidung achtet er jedoch schon, schwarz und gefährlich, und man sieht die Flecken nicht so; klar, eine Fahne hat er auch, die ist immer dabei; ich atme noch und sehe, was ich sehen soll, was sie mich sehen lassen, gern auch noch, bittesehr, er will ja gut aussehen, später, wenn er tot ist, vorher im Fernsehen, während er schon dabei ist, von den Lebenden fortzugehen. Er springt aus dem Wagen, wenn keiner ihn sieht und schreitet und lenkt mit leerer Hand, die Waffe hängt ihm vom Gürtel, die hat er immer mit, die ist er, er ist die Waffe, die ist wie er selbst, immer bereit, aber verstehen: nichts. Nix verstehn. Er macht Gebärden, als schwinge er eine Geißel, lächerlich kommt er uns Untergebenen vor, wir können uns sowas gar nicht vorstellen, werden es aber gleich in der Sondersehung, in der Sondersendung sehn, seine eigene Action Cam wird es sogar persönlich übertragen, damit auch wir dabeisein können; irgendwie lächerlich der Mensch in seiner Wut, den Zornigen können wir eher verstehen, er hat Gründe, auf denen er bequem wohnt, er hat Ursachen, an denen er hängt, er hat Wirkungen, die er längst verwirkt hat, wenn er fertig ist, aber immerhin; nein, lächerlich und entsetzlich zugleich ist nur der Wütende allein, so wie dieser kleine Wutfreund hier auf dem Felsen, kein Hirte, die Hirten sind wir!, der mit den blutenden Augen, ja der, der das Licht durch Blendung fast verloren hätte, von sich selbst auf seinem Felsen geblendet war er nicht, er wurde geblendet, der rasende Bürge, der für sich nichts zurückbekommen hat, nur Schmerz, einer, dem es die Lauscher fast an den Kopf geknallt hätte, es ist irrsinnig laut, denn auch seine Nachbarn wollten hören, was er zu sagen hatte und es dann auch selber sagen, natürlich noch viel lauter, etwas, das man ihm zugeschrien hat. Die Vorausgeworfenen, und ich meine damit nicht die Vorfahren, die sind nämlich lieber gefahren, die Geworfenen sind die Wütenden, ja, die sind uns voraus. Der Wütende ist stets im Abseits, er tötet, denn er hat dafür keinen Grund, er will nicht einmal ergründen, wie weit er gehen kann, das kommt auf seine Gegner an, die er sich selber ausgesucht hat, und wenn er allein ist und bleibt, wo er ist, dann ist er sogar besonders gefährlich. Auf den können Sie sich nicht berufen, Sie vaterlose Mörder, denn die Vaterlosigkeit ist schon alles, was Sie mit ihm teilen, und ihr hattet alle miteinander doch nette Adoptivväter, nicht alle, aber fast alle, das muß auch einmal gesagt werden.

Anspruch auf einen Vater hat jeder, doch nicht jeder hat auch einen. Oft ist der Vater tot und verletzt damit die Norm, noch weitere Söhne zeugen und anschließend von Ewigkeit zu Ewigkeit belehren zu können. Er kann das alles aber selbstverständlich auch an eine Instanz delegieren, welche die Unerbittlichkeit des Gesetzes bestärken soll, das wird oft und gern getan, denken Sie nur an Ödipus, was bitte hätte der ohne ein Gesetz noch alles machen können!, ja, das war mal einer, das war ein Mann! Immer schon geblendet von sich selbst, aber die Schuld auf andre schieben! Diese Instanz versagt leider vollständig. Sie unterläuft, dementiert den dementen Vater, der erziehungsberechtigt gewesen wäre, dazu aber nicht mehr fähig war, was uns leidtut, oder sie unterschlägt ihn überhaupt ganz. Dabei wird sie vom Vater doch bezahlt, der mit den Söhnen keine Arbeit haben möchte. Der Vater zahlt, damit die Polizei, die Rettung und die Feuerwehr funktionieren können, und er zahlt auch für die Straßen, über welche diese Instanzenzüge gefahren kommen. Er will frei sein. Er will diesen Irren nicht in seiner Familie haben. Er hat ihn gezeugt, aber er hat dann nicht für ihn gezeugt, und jetzt hat der doch glatt das zuständige Vateramt verwüstet. Deswegen ist der Sohn leider wahnsinnig geworden, aber vielleicht auch aus anderen Gründen. Wieso wissen Sie das eigentlich? Wie wollen Sie das erfahren haben und von wem? Nun, schauen Sie, auch in Form von Bildnissen, verfertigt nach Vorbildern von Leuten, die so ein Bildnis aber gar nicht wollen, tritt eine solche delirante Tätigkeit hier ans Tageslicht, nicht sehr klug von ihr. Sie sieht jetzt sogar noch weniger vorteilhaft aus. Manches sollte besser im Dunkel bleiben. Alles ist verzerrt, ja, auch hier, alles verzerrt, die Darstellung komplett verzerrt, alles verzerrt, niemand verzogen, ich meine ins ferne Land, unnahbar unseren Schritten, dort herrscht Krieg, und hier wird er auch bald herrschen. Dorthin verziehen ja ständig welche, weil sie dort etwas Wichtiges zu tun haben. Sie sagen nicht, was.

Und für die Daheimgebliebenen: Menschen, die nichts Besseres zu tun hatten, als häßliche Zeichnungen zu machen, werden einfach geschlachtet und liegengelassen, wo sie fielen, nicht einmal gegessen, das wäre wenigstens sinnvoll gewesen. Wir aber, wir hatten diesen Anspruch an den normgebenden Vater ja auch!, wir hätten diesen Anspruch gehabt, doch wir hatten keinen, keinen Vater meine ich, also haben wir auch keine Norm mehr. Die Instanz des Vaters wurde schwer verletzt, er wurde uns genommen, okay, und jetzt nehmen wir uns, was wir kriegen können, zum Beispiel das Leben fremder Menschen, das uns nicht gehört. Was steht unter diesem Foto? Hier steht: aus dem Vater geboren, und deshalb, da wir uns an diese Geburt ums Verrecken nicht erinnern können, nein, das Verrecken kommt nachher, wenden wir uns gegen den Vater, welcher die Öffentlichkeit repräsentiert, während die Mama doch lieber zu Hause bleibt, ja, immer noch, sie arbeitet Teilzeit, anstatt sich von der Gleitzeit anschmieren zu lassen, oder sie ist tot, für uns ist sie jedenfalls gestorben. Wir wenden uns gegen den Vater, der wichtiger ist, und damit gegen die Öffentlichkeit und gegen diese und jene Norm, die wir gar nicht kennenlernen wollen, und gegen alles, was irgendwie noch Vernunft hat.

Indem wir töten, wenden wir uns gegen das saugende Nichts, das unser Vater wäre, der uns, jedem von uns, zusteht, damit wir ihn bekämpfen können, damit er mit uns geht und dem Leiden, das allen auferlegt ist, treu bleibt, doch wir haben ja keinen. Mit diesen Morden wollen wir doch gerade unsere Ansprüche auf einen Vater geltend machen, auch wenn es verkehrt ist! Wir stellen hiermit den Antrag. Die Christen und die Juden tragen das Gesicht unseres Vaters, was ihnen nicht zusteht. Sie haben das Gesicht gestohlen. Nicht jedem steht sein Gesicht, das ist leider so. Und nicht jedem steht sein Gesicht zu Gesicht. Traurige Wahrheit. Deshalb will er ja ein anderes. Wir haben einen Vater ganz ohne Gesicht, also kann es jeder sein.

Unser Vater darf also nicht dargestellt werden, so wissen wir nicht, wie er ausgesehen haben könnte, nein, wissen wir nicht, also können wir ihn als den Größten von allen sehen, es kann ja keiner kontrollieren. So, Sie werden gleich getötet, Sie müssen getötet werden, anders werden wir Ihrer nicht Herr, und einer muß diese Lücke füllen. Kein Vater — also wir, wir haben keinen. Indem wir sterben, fügen wir uns der Verfügung unseres Anfangs. Da sind vielleicht noch andre, die auch einen schlechten Start erwischt haben, die wenden sich aber doch eher von ihren Söhnen weinend ab anstatt umgekehrt. Die Väter kehren sich von den Söhnen ab. Dazu haben wir sie, doch da ist kein Vater, weit und breit keiner zu sehen. Da ist ein Loch, wo eigentlich der Vater sein sollte. Vater unser, der du bist. Unser Vater wäre wie Herakles gewesen, gern sogar Herakles selbst: durch nichts aufzuhalten. Wenn Sie glauben, wir fliehen jetzt, dann haben Sie sich geirrt. Alle umbringen. So war es in den alten Zeiten nicht, so ist es heute, in der Antike wäre das keinem eingefallen, auch keinem Dichter. Bitte, sprach dieses Mädchen, können Sie mich töten, ohne daß ich leiden muß, das wäre nett? Der Nachbar sagt: Ja, das kann ich, und zieht sie an den Armen nach draußen. Es wird ihm zugetragen, zugeschrien, daß es schwanger ist, das Mädchen. Das stört mich gar nicht, sagt der Nachbar und schlitzt ihr mit der Machete den Bauch auf. Er läßt sich Zeit und öffnet ihn schön sorgfältig, so wie man eine Tasche öffnet. So machen es manche Menschen, nicht einmal einem Gott wäre das eingefallen, er weiß ja, wieviel Arbeit das macht, Menschen zu erzeugen. Er weiß es wirklich. Alle umbringen, auch die Liebsten mein, ja, gern auch die Nachbarn, das ist erwiesen, und diese Zeichner kennen wir noch nicht einmal.

Das Problem ist wie üblich, daß uns niemand liebt, niemand hold ist, und ist auch im Leiden Maß, so kennen wir es nicht; ein Maß ist schließlich etwas, das vorher genommen werden muß, nicht wahr, damit man sich orientieren kann, aber da ist kein Maß, wir haben das Maß verloren. Wir fallen aus der Ordnung der Welt heraus, aber die hat noch nie Ordnung halten können. Keiner ist schuld.

Nicht kann gesagt werden: Wo bin ich? Kann schon gesagt werden, von mir aus, ja sagt ihm das denn keiner, wo er ist? Wer? Der Mensch ist nie dort, wo wir ihn suchen, sagt der Denker, diese Religion wieder bietet ihm sogar an, ihn als Mensch zu Mensch in ihre Geschichte mit hineinzunehmen, bei all den Toten kommts ihr nicht so drauf an, was meinen Sie? Sagen Sie es uns! Als letzte Ablagerung des Lebendigen? Das kann gut sein, denn diese Leute werden verschwinden, ihre Ablagerungen werden wir aber noch lange zu sehen kriegen, oder sind es ihre Abbilder?, nein, das wäre zuwenig, es sind nicht Bilder, sie sind es selbst, so viel Leben hat noch nie ein Gerät festgehalten! Daß ein anderer gerade seine Familie umbringt, auch wenn er nicht weiß, was das ist und wo und vor allem: wer die sind, Mutter und Kinder, das liegt auch an dieser schrecklichen Vaterlosigkeit, doch in diesem Fall bleibt der Vater ja übrig! Was bleibt ihm übrig, als großem Leid entgegenzugehen? Erst muß er sie jedoch finden, die Mama, die Söhne. Er wird sie schon finden, da mach ich mir keine Sorgen. Er hat die Hydra, den Löwen, den Eber, die Raubvögel, den Stier und was weiß ich nicht noch alles gefunden, da wird er doch noch seine eigenen Kinder und seine Gemahlin finden! Das mit der Keule haben wir schon erzählt, wie er sein Kind erschlägt, nicht wahr, das eine, das mit den Kalaschnikows versuche ich schon die ganze Zeit zu erzählen, aber das kann ich nur mit den Worten, wie es gemeinen Menschen geziemt, und die sind mir zu minder.

So, hier: Ich schreibe ab, wie sie funktioniert, die automatische Flinte, doch vorstellen kann ich es mir nicht. Den Mord aber schon, nur das Gerät eben nicht. Spricht so ein Mörder, der so vieles erduldete, und den Rest nimmt er auch noch mit? Spricht so der Wutbeladene, der Fanatiker, der Besessene, der Irre, der Unzurechnungsfähige?, denn fähig ist er derzeit nicht, der kann doch gar nicht mehr sprechen! Der kann gar nichts mehr auf die Beine stellen, nicht einmal sich selbst. Moment, ich schaue nach, der dreiköpfige Hund schaut auch, der ist irritiert, denn Tiere spüren sowas eher als Menschen, er weiß bloß nicht, mit welchem Kopf er zubeißen soll. Nein, der Held ist unfähig, unzufähig, nein, zurechnungsunfähig, obwohl man ihm diese Taten zurechnen muß. Es gibt Zeugen. Das Kind umarmt den Vater und sagt: Ich bin doch dein Sohn, schon vergessen? Macht nichts, weg mit dir. Das dritte Kind, also haben wir das zweite vergessen? Auch tot, klar. Die Kinder jagt er, mitsamt deren Mutter, um den Altar, Sie erinnern sich, was ich vorhin gesagt habe?, gut, denn ich erinnere mich nicht: Der Wahn läßt sich nicht korrigieren, er läßt den Kranken, der an ihm leidet, nicht andre Opfer suchen, gerade das Liebste, das er hat, muß Opfer werden, und diese Zeichner kennen wir noch nicht einmal, also nicht persönlich, weg mit ihnen, sofort!, so sieht es der Wütende, das ist ein individueller Blick, das kann nicht jeder, das tut zum Glück auch nicht jeder, außer mit Papa und Mama, deren abgeschnittene, tropfende Köpfe herumgetragen werden, es ist nicht egal, wer sie abgesäbelt hat, die einen sind vollkommen irre, die das tun, die anderen erlangen dadurch eine gewisse Klarheit.

Es ist ja alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt, oder so ähnlich, das kann man wirklich von allem behaupten, der Dichter behauptet es auch schon, in Wirklichkeit behauptet er sich selbst damit. So. Und das dritte Kind und die Frau, dessen Mutter, werden mit einem einzigen Pfeil getötet, warum zwei vergeuden? Es ist verhältnismäßig einfach, einen vor Wut Rasenden in die Ohnmacht zu schicken. Man geht hin, natürlich falls man an ihn rankommt, und schmeißt ihm einen großen Stein an den Kopf, und er geht parterre, subito, grade noch rechtzeitig, eigentlich sogar zu spät, aber immerhin: endlich! Er wird bewußtlos. Vater, das Wort kann er nicht mehr sagen, und er ist auch selbst keiner mehr, denn seine Kinder sind alle drei tot, nein, ich glaube, eins hat er übriggelassen. Ansonsten aus die Maus.

Der Vater, eigentlich Ziehvater, wie Joseph, der Nährvater, beide Erlöser, der eine sanft, der andre wütend, sie sind beide Söhne von Nichtvorhandenen, welche aber das Vorhandene auf das äußerste darstellen, Söhne von Göttern, Göttersöhne, deren Väter, Gott, Zeus, alles Götter, von mir aus, als es noch mehrere, viele gab, als es Griechenland noch gab, nehmen wir halt den, Götter sowieso alle, die irgendwie, trotz der verschobenen Grenzen, die man ihnen gesetzt hat, irgendwas machen, irgendwas, das uns meist nicht gefällt, ihnen aber schon, doch sie machen es ja nicht mit uns, wir zählen ja nicht, so weit verschoben wird alles, so weit versetzt sind schon die Grenzen, daß sie im Dunst der Abendnebel fast verschwinden, und doch sind sie da, man weiß es, doch man sieht es nicht, damit die Götter drübersetzen können, damit die Götter sich drübersetzen können, mit einem Satz sich drüber hinwegsetzen können, dafür sind sie ja Götter geworden, sie sind es nicht, um sich mit uns auseinanderzusetzen. Also bevor wir uns noch mit ihnen ordentlich auseinandersetzen können, haben sie uns schon ohne Sorge entsorgt. Sie kommen, wenn man es am wenigsten erwartet, wozu brauchen wir Grenzen, wenn sie eh nicht eingehalten werden und nicht nur von Gott, diesem und jenem und auch dem dazwischen? Sie gelangen irgendwie zu uns, sie landen bei uns an, sie lassen sich nicht aufhalten, im Geheimen haben sie entschieden, und wir müssen es ausbaden, wir sind es, die im Bad erstochen werden, in Redaktionen abgeknallt, in Supermärkten dito, nein, wir sind es doch nicht, sehe ich gerade, es sind andere. Die Götter kommen, und dann geben sie uns die Schuld, obwohl doch sie es waren! Und ohne jede Vermutung, wie man Lebendiges überhaupt erkennen kann. Damit sie uns finden und nicht gleich abschlachten — wie sollen wir denn wissen, wie sie entscheiden werden, die Götter? —, fallen sie in ihren Grundfehler zurück, daß sie nicht wissen, was der Grund ist, der Grund liegt in der Grundform, und die wird jetzt stillgelegt, damit nicht noch mehr wie wir gemacht werden können. Warum schaffen sie uns, wenn sie nicht wollen, daß wir unser Ziel und Ende erreichen? Warum sind wir Entwürfe geblieben, liebe Götter? Damit ihr mit uns werfen könnt? Damit sich in uns Furchtbares zeigen kann? Hättet ihr uns das nicht gezeigt, hätten wir nicht auch noch selber mit uns werfen können, wir hätten nichts als uns gehabt, und wir hätten uns auch nicht ermächtigen können. Sie walten ihres Amtes, die Gottheiterln, die Gottheiteren, und wir sollen ihnen folgen, wir folgen aber nur unserem eigenen Herrchen, und außer ihm gibt es keinen, alles, was hier steht, ist ungültig, vergessen Sie es! Jetzt sind Sie erleichtert, ich sehe es Ihnen an. Wozu haben Sie sich so angestrengt, mir zu folgen? Das haben Sie gar nicht, ich bin ganz woanders. Und wo sind Sie? Bis ich festgestellt habe, daß es zu Recht da ist, bloß was?, das hab ich vergessen, Sie aber, Sie dürfen sich wieder daran erinnern. Gott sagt, die Generationen müssen getrennt und in Käfigen gehalten werden, damit sie sich nicht unheilvoll vermischen. Vernunft und Wahnsinn haben gefälligst einen Schritt, mindestens einen, auseinanderzutreten. Sie sorgen für Recht und Ordnung, die Götter, unserer nicht, der sorgt für uns, der sorgt nur für uns, aber die anderen stehen auf dem Grund des Gesetzes, das keinen Grund hat, außer daß sie sagen, was was ist und wie oft es passieren darf, daß wir damit durchkommen können. Was sagst du, Papa? Bist du aufgewacht? Ach, das hätte ich beinahe vergessen, du verbietest den Mord und die mörderische Aktion, Scheiße, das hätten wir früher lesen oder sonstwie wissen sollen, denn die Bibliothek in unserem Viertel haben wir abgefackelt, und deine Mail hat uns jetzt erst erreicht, wir haben nicht nachgeschaut. Oje, das hätten wir wissen sollen, daß du Mord nicht willst. Man darf höchstens sagen: Den und den könnte ich umbringen. Aber man darf es nicht machen.

Schauen Sie, das haben Sie noch nie gesehen: Unsere Aktion hier und die Sprache, die trennen sich jetzt, auch wenn wir mit unseren Smartphones noch telefonieren, ich habe keine Ahnung und will es auch nicht wissen, aber telefonieren konnten sie noch, die Täter, glaub ich, der Dritte konnte noch ein Filmchen drehen und es sogar versenden, sonst hätte das Publikum im Saal vielleicht geglaubt, wer andrer hätte all die Juden umgebracht, es wären schon wieder die Deutschen gewesen, nein, diesmal nicht, das können wir beweisen. Aktion und Sprache treten auseinander, sie trennen sich, aber es besteht kein Zweifel, daß wir es waren, wir bestehen darauf, und es gibt genug Bildmaterial, das nicht mehr wegrennen kann. Mit der Technik ist es nämlich so: Was da ist, das muß auch dableiben. Nur darauf kommt es uns an, daß wir bleiben und auch bestätigen können, wie wir uns betätigen. Hätten wir einen Papa gehabt, nicht nur einen Adoptivvater — der vom Herakles beispielsweise wird ja im letzten Moment gerettet, der Nährvater wird gerettet, ist das nicht fein, aber der war halt nicht the real thing, der war nicht das Gelbe vom Ei, aus dem ist nichts entstanden!, hätten wir also einen richtigen Papa gehabt und nicht dieses Surrogat, das man nicht einmal umbringen muß, er zählt ja nicht, er hat uns nicht gezeugt, er ist ein Nichts gegen seine Söhne, dann hätte der unsere Opfer vor der Vernichtung bewahren können. Wenn der Papa es nicht erlaubt hätte, hätten wir die nicht umgebracht, ist doch klar. Dies der langen Rede kurze Sinnlosigkeit.

Okay, vernehmen wir unser Schicksal und bereiten es andren, damit nicht wir es ausbaden müssen. Wir sind Gesandte, nein, ich mache jetzt nicht den Witz mit den Geschickten, das wäre der letzte gewesen, den ich noch nicht gemacht hätte. Und lichtlos wälzt der Held sich in seinen Fesseln, die der Vater ihm angelegt, damit der Held nicht ihn, den Vater, auch noch umbringt, zuzutrauen wäre es ihm, dem Gottessohn, der eine opfert sich, der andre opfert alle andren, so einfach ist das. Kaum gedacht, schon gemacht.

Das ist der Unterschied, jauchzt das Wort, dem sie alle glauben, dem sie alle vertrauen, ohne es zu kennen, einer wird es schon kennen, einer, bei dem es ist, im Anfang war das Wort, doch wo ist es jetzt wieder hin? Aber der eine, der es besser wußte, wenn auch nicht ein besseres Wort, der ist, als er ohnmächtig war, gefesselt worden, obwohl keine Kinder mehr fürs Töten übrig sind. Also nur noch das eine, ein bissel was geht immer. Als Laien-Analyst sage ich persönlich, nein, das bin ja gar nicht ich, egal: Wenn die narzißtische Kränkung, keinen Vater gehabt zu haben, zu mächtig wird, und da nützt es wenig, wenn Papa sogar ein richtiger Gott war, dann töten wir Väter die eigenen Söhne, die sollen es nicht besser haben als wir. Punkt. Doch der Vater ist ja noch da, ich meine, der Vater des Vaters, der ist ja auch einer, das vergißt man oft, daß viele ein Vater sind und Pläne meistern müssen, die dann wieder einen andren Meister finden. Doch doch, dieser Vater hat den Sohn ja gefesselt, damit er ihn nicht auch noch umbringt, der Sohn den Vater, der gar nicht sein Vater ist, der hat ihn bloß adoptiert. Er hat sich den Sohn angemaßt, aber seinen Maßstab hat er ihm nicht vererbt, den braucht er noch, mit dem mußte er die Türen des Palasts ausmessen und die Fenster, letztere wegen Vorhängen, nicht wegen der schrecklichen Vorgänge dort. Diese Kinder werden nicht mehr weinen, die haben wir erledigt, die hat der Held getötet, blöderweise waren es seine eigenen. Wir haben das bereits den Nachgeborenen erklärt, welche es nicht geben wird, denn das Zwischenglied spielte nur mit seinem Glied, und dann wurde es eliminiert, meine ich jetzt wirklich das eine Glied oder das andre? Ich weiß es nicht. Sie schauen sich so ähnlich. Ja, die Wut macht dumm, man kann nicht mehr denken, der Zorn macht klug, man kann Vorbereitungen treffen und planen. Das Ergebnis ist allerdings meist dasselbe. Genau. Da liegen die Reste. Die süße Gabe zu hören besitzen Sie hoffentlich. Ich nicht, ich besitze sie nicht, ich brauche sie auch nicht, ich muß das hier nur aufschreiben, ich spiele nicht mehr Geige oder Bratsche, aber Sie, Sie Ärmsten!, Sie müssen sich das anhören. Ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken, aber an eine Säule fesseln, damit Sie nicht mehr von hier wegkönnen, so weit würde ich wieder nicht gehen.

Ja, häuft euch nur Himmel auf die Schultern wie Wasser, bevor ihr es euch ganz umgeben laßt, oh Gott, ist das kalt, ich habe zum Glück einen Herzinfarkt verhindert, indem ich mich an das Wasser zuvor erst langsam gewöhnte!, es ist besser so, daß ihr euch mit etwas Himmel anspritzt, denn hinkommen werdet ihr dort nie, der Himmel ist immer schon ausreserviert, den haben die Götter für sich selbst gebunkert, die Tische biegen sich, und die Ziehväter schuften hier unter Tage, und der nächste Tag kommt bestimmt, ihr Ziehväter, ihr tut mir so leid, wie ihr da so an uns zieht und zerrt und eure Berechtigungsscheine hochhaltet! Ihr seid blind den Taten eurer Söhne gegenüber, die Blindesten aber sind Göttersöhne, das heißt, die Söhne sind mindestens genauso blind wie die Väter, aber man kann ja nicht mindestens blind sein, entweder oder.

Man sagt mir, ich muß jetzt, nach Stunden!, eine Wertung treffen, sonst übertrifft mich noch diese Ski-Weltmeisterin, wenn sie von nichts als der reinen Zeit bewertet wird. Es geht um Hundertstelsekunden. Also da haben wir zwei, nein, eigentlich drei, denn die Mörder der Zeichner waren doch schon mal zu zweit, oder?, Moment, da haben wir drei Söhne, zwei Adoptivväter, beim dritten weiß ich es einfach nicht und bin zu faul, seine Bio zu lesen; nicht einen für je einen der Söhne, sondern Joseph, den Nährvater, den Nährboden, der dieses Gottes Sohn erhalten mußte, nachdem er ihn von Gott persönlich erhalten hatte. Gott läßt seinen Sohn sterben, das heißt nichts andres als: Er bringt ihn um, er opfert ihn für die gesamte Menschheit, während die andren Söhne am liebsten selbst die ganze Menschheit opfern würden, natürlich mit Ausnahme der ihren, also aller, die zu ihnen gehören, zu denen sich die sehnende Brust bewegt, nein, in der bewegt sich nichts, und am Ende, nachdem sie fleißig verschiedene, im Grunde aber nur zwei Autos gefahren haben, bewegt sich erst recht nichts. Die Autos täten schon noch fahren, gern sogar, und sie werden es wieder tun, sie werden Wiederholungstäter sein, auch wenn ihnen eine Tankstelle übel mitgespielt hat, an der sie erkannt wurden, aber die Fahrer, die es auch gern wieder tun würden, die sind tot, genau!, daran war auch die Tankstelle beteiligt. Es sagen ja alle immer: Das Öl ist schuld, nein, doch nicht sowas Schweres! Es ist aber nicht Schweröl, mit dem die Autos fahren.

Wer wir sind? Dies zu wissen scheint unötig zu sein, es genügt zu wissen, daß wir nur sind, damit haben wir schon genug zu tun. Wir können aber auch diese Schauspieler sein, wer ist der Mensch?, ein Schauspieler, also ein wertesetzendes Tier, das in einem Film dahinrennt oder davonrennt, halt! Oder sind wir, diese Schauspieler, nur die Hülle für die in eine Ewigkeit wegschwebende Seele der Autorin, die sich gerade den Arsch aufreißt? Wie können wir uns darstellen, daß man von uns spricht, weil wir von etwas ganz anderem gesprochen haben? Oder sind wir die einzige Stätte — nein, die einzige gewiß nicht, wir sehen gern andere Stätten und machen gern auch Stättenreisen, um irgendwo zu Gast zu sein — sind wir eine von vielen Stätten der Wahrheit des Seins und des Bezugs zum Seienden? Wie das? Geh bitte, laß endlich dieses blöde Buch aus, an das du dich seit Jahren krallst, dumme Kuh, du verstehst es eh nicht! Sei ganz du selbst, gähn, wenn du nicht sofort losgehst, wirst du nie wieder in dich zurückfinden, und wer sonst würde dich überhaupt finden wollen? Richtig: Wir sind ja nur unsere eigene Wahrheit, und die anderen Wahrheiten spielen wir bloß, keine Ahnung, als was oder in welcher Rolle, nur möglichst groß soll sie sein, die Rolle, denn es hat und ist ja auch Klopapier nur eine Rolle, immerhin, eine kleine, oder? Ich sehe, dieser Herr in der ersten Reihe fängt an zu toben. Gehen Sie ihm aus den Weg, wenn er hinausstürzt, setzen Sie sich ein paar Plätze weiter weg, falls Sie überhaupt eine Karte bekommen haben, für dieses Stück nehme ich das aber als gegeben an.

Spuk der Nacht, geh weg! Hier schreibt unermüdlich eine nette Frau, auch wenn sie oft anders genannt wird, die gibt es ihnen, die gibt es ihnen allen, wenn auch nicht gratis, aber sie gibt es aus der Hand, damit sie in ihrer Einzigkeit hell aufleuchten kann, mit der Frau sparen Sie sogar Batterieraum, garantiert!, der leuchtende Balken, an den sie sich gern nageln oder auf dem sie gern nageln würde, ist zur Hälfte gefüllt oder zur Hälfte leer, je nachdem, der zeigt an, wie weit sie noch unter Strom steht, diese armselige Wütende, die Stöhnende, ach!, ich!, kein Zweifel möglich: Das bin doch ich! Jedenfalls schaut sie mir ähnlich. Auch ihr Stern wird bald ausgelöscht sein oder von helleren übertüncht, also überstrahlt meine ich. Sie predigt Weisheit, schauen Sie mich an, dann sehen Sie es sofort, daß ich predige. Aber einmal handeln? Nein! Sie weiß es immer schon vorher. Sogar die Sonne weiß, was mir verhaßt ist, Ihnen sage ich es auch, ich muß mich fremdem Willen beugen. Sie wollen, daß ich mir die Brust zerreiße und endlich still bin, sie wollen keinesfalls, daß ich aus meinem Marmorpalast, den ich nicht habe, herauskomme, herausstürze, ins Ungewisse, ieh!, nein, das mach ich nicht, und außerdem ist das doch nur ein Einfamilienhaus, aus meinem Einfamilienhaus also soll ich nicht hinaus, was ich ohnedies nie täte. Ich soll bleiben, wo ich bin, weil ich sonst womöglich Kinder morde, die ich nicht habe. Ich schüttle mein Haar, das ich gestern frisch getönt und gefönt habe, ich rolle meine Augensterne, welche mit einer Bildschirmbrille bedeckt sind, derzeit, woanders brauche ich eine andre, für die große Entfernung, in der ich mich meist befinde, eine weitere, eine Weitsichtigkeitsbrille für meine Wichtigkeit, ich schnaube, ich mach mich zum Sprung bereit, doch dann gehe ich nur über die Einfamilienhaustreppe hinauf und hinunter. Nein, ich lehre niemand den Tanz, weil die Musik immer woanders spielt, ich sollte schweben, zum Olymp, doch ich schleiche mich nur in dieses Haus, und dort bleibe ich dann. Dort bin ich, wenn auch nicht zu finden. Die Menschen tun mir so leid, aber was soll ich machen, denn: Unverletzt vom Schicksal ist keiner, nicht einmal Gott ist unverletzt geblieben, doch der hatte immerhin die Wahl, also unser Gott, nicht wahr, der Unsrige, vom anderen weiß ich nichts, rede aber begeistert über ihn, also von ihm bin ich schon begeistert, nicht aber von seinen Anhängern, genau so wurde es von unseren Vorgesetzten in den Untiefen, den Furten der Foren auch angeregt.

Blödsinn, wo war ich, unverletzt ist auch unser Gott nicht vom Schicksal geblieben, das er gewählt hat, inzwischen wurde uns mitgeteilt, daß er für uns gestorben ist, na, von mir aus hätte er am Leben bleiben können, aber wo wäre dann seine schöne Religion hin? Jesus Christ on a stick!, also, weil ich den Satz vorhin schon begonnen und dann wieder vergessen habe, Moment, da ist er wieder: Gott lügt nicht, keiner außer Zeus, der seine Frau dauernd anlügt; und die halbblinde Sängerin, ich, lügt auch nicht, soweit ich weiß, soviel ich weiß, viel ist es nicht. Ich schlage mich mit jedem Mann, vorzugsweise Vater, ich schlage mich mit jedem, aber um die Macht, ich haue ihn nicht nur einfach so in die Fresse. Es muß alles einen Grund haben, am meisten Grund hat das, was ich sage, nur finde ich den nicht. Ich taste mit den Füßen nach ihm, schwebe ich etwa?, nein, das kann nicht sein. Also um ihn zu erreichen, müßte ich in die Tiefe tauchen, und ich kann mich doch kaum auf der Oberfläche halten mit meinen paar Tempi, dann bin ich gleich wieder müde.

Oder nein, sagen wir es so, wie ich, im folgenden wir genannt, denn allein mit mir halte ich es nicht aus, ich sage ja immer wir, so wie wir also es nie hätten sagen können: Wer wir sind, das zu wissen ist so notwendig, daß wir, ohne dieses Wissen, nie entscheiden könnten, ob wir sind oder nur im Unseienden uns zurechtmachen und dort als gegeben vorfinden, weil wir denken, also: sind. Und da gibt es Leute, die nicht einmal das aushalten können, nicht das Denken und nicht, daß wir sind. Keins von beiden. Die Mörder, diese wertlosen Tiere, im Gegensatz zum Menschen, der zwar auch ein Tier ist, aber eins, das Werte setzt und dann endlos um den Preis feilscht, also was machen die? Dieser zieht nun nach Hause, damit er sich umziehen kann, er ist ganz voll Blut. Die beiden Mörder haben sich furchtbar schmutzig gemacht. Falls der Islam an eine Seele glaubt, ich schlage das jetzt absichtlich nicht nach, damit ich nicht schwer bestraft werde, ich schütze Unwissenheit vor, damit ich geschützt bin, dann kann er ihr zuschauen, wie sie davonfliegt, in die Ewigkeit wegschwebt zu den Jungfrauen, und wenn man selbst Jungfrau ist und jemanden in die Luft jagt, dann darf man in der Ewigkeit heiraten, dann darf man sogar einen Zweiten in Bezug zu seinem Sein setzen, und der setzt einem dann wieder einen andren vor und der wieder einen anderen, so ist dort die Befehlskette an die Frau, einmal wird sie es ja doch kapieren! Ist das nicht fein, was sie erwartet? Jetzt haben die beiden Mörder hier ihr Leben ausgehaucht, ja, alle beide und auch die beiden Mädels, welche sich mutig in ein ganzes Gewand hineinstellten, daß man sie nicht mehr sah in ihrer Umhüllung, die hauchten auch irgendwas, und sie verreisten dann, wer weiß, wohin, wer weiß, wo die wieder sind, tot vielleicht noch nicht. Inzwischen ist in Dänemark noch einer dazugekommen, wer auch immer, ich werde nicht fertig mit den hochgepriesenen Städten, in denen die Menschen lieber vom Reisebüro ermahnt als tot oder elend gesehen werden sollen, ein Fehler, sie sollen alle tot sein, dann ist eine Ruh, und ich schaue auch nicht nach, ob die verheiratet waren. Die meisten waren es, wenn auch nur kurz, deswegen sind sie ja hingefahren, damit sie heiraten können, sie haben einen Anspruch, und sie gaben die Gattin dann gebraucht ja auch wieder ab, doch nicht aufgebraucht, es war noch was übrig, sie gaben sie weiter, wie der Brauch es also will. Sicher weiß ich es nur vom Supermarktmörder, aber ob die beiden andren Mörder verheiratet waren, das schlage ich jetzt genausowenig wie alles andre nach, ich meine, das rufe ich nicht auf, das rufe ich nicht aus dem Nichts auf den Bildschirm, wo ich diese Auffälligkeit nachlesen könnte. Ich tue das absichtlich nicht, es muß aus all den absichtlich bösen Taten jemand entstehen, nein, ich nicht, jemand, der keinerlei Absichten hat, jemand, der nicht taumelnd nach Neuem süchtig ist und das Alte genausowenig wissen will. Wie ich. Genau.

Die beiden ruhen jetzt gut in ihrer Selbstgewißheit, sie liegen für die Ewigkeit da, der Dritte, etwas später, sicher auch, aber mit dem höre ich jetzt auf, wer immer sonst noch dazukommt, wer immer sich ab jetzt, ab sofort noch in dieses Sittengemälde drängt, kann nicht mehr gemalt werden, es ist kein Platz mehr, das ist alles viel zu lang, wie üblich, und ich kann das alles auch nicht mehr fassen, na ja, vielleicht schon, irgendwie, aber nicht hier. Und man muß ja auch bedenken, warum diese Leute das machen, ich folge ihnen wie eine Göttin einer hochgepriesenen Stadt, mal sehn, wer die nächste ist, die drankommt, ich glaube wirklich: London, aber die waren dort schon mal dran mit Terror und Bluten und Schreien und Flüchten, oft fruchtlos Flüchten, meldet sich eine andre Stadt freiwillig?, ganz gewiß nicht!, wo denken Sie hin!, ich denke überhaupt nicht und schon gar nicht irgendwohin, ich kann ja kaum aus meiner Wohnung raus, wo ich mir die Hände reinwasche von jeder Sündenschuld, die ich aber, mangels Gelegenheit, gar nicht auf mich nehmen konnte, ich bin nämlich wirklich ohne Sünde, glauben Sies oder nicht, mein Gott glaubt das, er sieht es ja; endlich haben Sie eine Stätte dafür gefunden, aber behalten wollen Sie sie nicht! Sie wollen tauschen? Zu spät. So, jetzt werfe ich den Stein, darauf habe ich mich so lange schon gefreut, ich darf das, ich darf ein politisches Drama schreiben, auch wenn es nicht dramatisch ist, auch wenn Sie weder Politik, na, die vielleicht schon, aber definitiv kein Drama hier finden werden, ich sollte das Innere der Figuren beschreiben, warum sie das gemacht haben, nicht wahr, warum und wie viele, dort wasche ich nicht meine, sondern Ihre Hände und stelle mir vor, daß ich die Stadt von einem Stier, nein, besser noch von all den Schauerböcken, meinetwegen auch vom Bären, mit dem es derzeit aber nicht besonders aufwärtsgeht, oder?, befreit habe, die sie bevölkern und bewölken, was bin ich schon dagegen, ein Nichts! Und die Gefilde meines Wirkens habe ich mir alle selber zugeteilt, ich sage wir, aber ich bin es nicht, ich bin die alle nicht, ich bin auch die Flüchtlinge nicht, die da sprechen, wie könnte ich denn ein Flüchtling sein, wo ich doch nicht mal ins Kino oder ins Theater oder in ein nettes Restaurant flüchten kann!, wie kann ich mich in diese Leute hineinversetzen, in diese Mörder? Ich kann es nicht und tue es nicht. Ihr Inneres verstehe ich nicht, ihr Äußeres sehe ich nicht, obwohl es oft im Fernsehn war und ich nur sehe, was dort stattfindet. Das Äußerste kann das Innerste sein, aber das Innerste sieht man eben nicht, ich habe das schon öfter irgendwo erwähnt, glaube ich. Sie wollen das Innerste der Menschen von mir, aber wie soll ich das kennen? Sie wollen richtige Menschen von mir? Dann müssen Sie sich an jemand anderen wenden! Ich bin sicher, daß Sie das von mir schon öfter gehört haben. Alles haben Sie sich von mir schon anhören müssen. Es hat aber nicht weh getan, oder? Also Ihnen würde ich zuallerletzt weh tun wollen!

Nicht gern sehen alle beide, beide Mörder, zu ihren Grenzen hinüber, und was sie sehen, sind womöglich gar nicht ihre Grenzen, sie haben sich vorausgeworfen, und das hat nicht funktioniert, sie haben nicht gesehen, wo sie drauftreten müssen, und plötzlich liegen ihre Grenzen schon hinter ihnen, wie ist das möglich, vorhin hatten sie sie noch gar nicht erreicht; na schön, es war ein Versuch, es war ein Menschenversuch, wie es früher mehrere, viele gegeben hat, beim Doktor Mengele beispielsweise, der friedlich im Wasser gestorben ist, in einem schönen warmen Land, wie viele seiner Kollegen, die auch ihr Leben im Ausland verbrachten und sich dort durchaus wohlfühlten. Das hier ist allerdings Deutschland, alles Deutschland, wo sich viele aber auch sehr wohlfühlen und mit 94 angeklagt werden, was sich kaum noch lohnt. Da klagt einer ihr Leben an, an das sie sich kaum noch erinnern. Kein Wunder, daß dort niemand umgebracht wird und wenn, dann unabsichtlich, es nennt ab sofort nach seinem Namen alle Welt, dann werden auch dort keine mehr umgebracht werden, aus dem Gegenteil von Wut heraus, im Gegenteil, sie waren alles andre als wütend, am besten wir lassen das dahingestellt und holen es später wieder ab, wenn Sie grade nicht herschauen. Das hat es fein gemacht, das deutsche Land, die Opfer weg und die Täter auch, saubere Sache, du Deutschland, was, meldest du etwa Unheil?, nein, das meldest du nicht, du erledigst es einfach, melden sollen es dann andre, damit es in der normalen Zeitung und in der elektrischen Zeitung stehen kann. Jetzt muß ich schon wieder nachschauen, in meinem Hirn herumblättern, was ich sagen wollte, ich habe irgendwas von Grenzen gesagt, die nicht verschoben, zu denen aber sehnsuchtsvoll hinübergesehen werden soll, vom Vaterland aus, das um seine Hüften die Kleider seiner Opfer gewickelt hat. Nur so kommt man zu was. Schauen Sie nach, wo Ihre Grenzen sind, damit dann auch Ihnen etwas nachgesehen werden kann, am besten, man sieht Sie überhaupt von hinten. Nicht umdrehn! Wenn man jemanden umbringt, werden einem dann die eigenen Grenzen gezeigt, schön, daß sie da sind. Das Töten macht soviel Arbeit, nicht jeder hält das aus, das Opfer schon gar nicht. Man kann dabei auch verlieren, durchaus, und es wird die Seinsfrage gestellt, und man wird selbst gestellt. Man hat sich einzufinden, jenseits der Grenze, wo die Welt ihre Anschauung preisgibt, jedem die Seine, eine Anschauung, der er sehnend entgegenblickt: Jetzt habe ich vergessen, wer wen oder was, wahrscheinlich habe ich damit die beiden Mörder gemeint. Den dritten vergessen wir jetzt, der hat woanders gewirkt, die beiden sind ja nicht jeder ein einziger, dessen Einzigkeit aufleuchtet, wenn er eine Fernbedienung drückt und herzt, sie sind zu zweit, aber zu zweit einer, das hat ausnahmsweise mit keinem Gott etwas zu tun. Sie sehen ihre Grenzen nicht, die sind verschoben worden, ins Nichts, in die Leere, die sie selbst erzeugt haben, ins Vakuum, ohne daß sie angesaugt werden könnten. Manchmal gibt es jedoch einen Stau.

Welchen Anblick sehen wir hier? Einen grauenhaften. Wir wollen lieber einen Ausblick, einen schönen. Kein Wunder, daß man diese Grenzen nicht sieht, nicht einmal, wenn man ein Land mit der Seele sucht, die will aber jemand anderen suchen. Ach was, sie werden einfach bloß überschritten, diese Grenzen, auch wenn keiner sieht, wo sie sind, sie werden überschritten, sonst fühlen wir uns nicht wohl in unserer Haut. Welches Unglück ist geschehen? Warum haben wir uns so weit vorgewagt? Jetzt ist die Welt aus den Fugen, die Erde ist ein Feld der Zerstörung. Und auf dem Feld dort liegen auch schon mehr als hundert Leichen. Was Sein heißt, weiß niemand. Können wir das überhaupt wissen? Was wir nicht wissen, wird wißbar gemacht. Wem der Schuh paßt, der soll ihn sich anziehen oder ihn passend machen, es gibt da so einen Spray dafür. Es war mir ein Vergnügen, Moment, ich bin da über etwas drübergestiegen, war das schon die Grenze?, ein bloßes Beiseitegehen hätte mir nicht gereicht, obwohl das ganz leicht gewesen wäre. In einer grenzenlosen Welt kann man überallhin gehen, in dieser hier muß man vorher tanken wo es billiger ist. Je nachdem. Wie nenn ich den Fremden, der jenseits der Grenze dann jeder ist, wie nenn ich jeden? Der Platz hier reicht ja nicht. Man könnte unbedacht sterben, nicht wie diese Leute, die ihren Tod genau bedenken, einkalkulieren und ihn sich wünschen und sich schon darauf freuen. Das gibt Extrapunkte, das gibt einen Bonus, das Gefängnis würde einem nur eine Besuchszeit, einen Anwalt und höchstens noch den Bruch des Unterkiefers durch die neueste arische Nation ermöglichen.

Die Erde schreit: Nicht berühre mich, sonst geht es dir wie dem Antäus, der es allerdings kurzfristig nicht zu bereuen hatte, die Erde berührt zu haben. Den habe ich hier genannt, vergessen Sie ihn! Unsere Hauptfigur hier, Herakles, der hat das kapiert, aber es hat seine Zeit gedauert. Der konnte ihn nicht besiegen, weil der Kämpfer, einer von vielen, jedoch der Stärkste von denen, die noch nicht im Knast waren, dank seiner Mutter Erda, ich meine Gaia, immer wieder neue Kraft schöpfte durch die Berührung der Erde, Hobbygärtnerin bin ich keine, aber das verstehe ich, Erdarbeiten sehe ich überall, und so hat ihn Herakles hochgehoben, und dann wars aus mit der Kraft, das Krafthoserl ist dem Antäus abgefallen, weil er so in Herakles' Armen gezappelt hat, und das alles in Libyen, ausgerechnet, wahrscheinlich war er vom Öl sogar glitschig und weil er den Landesvater, den guten, vorher auch umgebracht hat, ich weiß es nicht, aber von dort kommt nichts Gutes, von dort kommt allerdings der gute Treibstoff her, aber auch der würde es nicht schaffen, die Handlung hier weiterzutreiben, ich würde immer nur ausrutschen, weil ich nicht wüßte, bei welchem Loch ich das Öl hineinschütten muß. Keine Sorge, es geht noch tiefer, zumindest bei mir! Hier finden Sie die Tiefe, die Sie so lange gesucht haben. Aber nein, doch nicht, sonst läuft mein Wissen noch verkehrt ab, und die Vergessenskrankheit, die bei anderen allerdings auch nie viel Schaden angerichtet hat, wovor sich also fürchten?, schlägt mich in ihren Bann. Schluß jetzt mit den faulen Witzen, sie werden eh alle gestrichen, weil sie nicht arbeiten wollen! Meine Witze haben alle Schon- oder Scheinjobs. Arbeiten tun sie jedenfalls nie.

Wie nenn ich jeden, oder meine ich jenen?, wo ich selbst doch von meinem Aufenthalt, egal wo, gezeichnet bin, das Kainsmal mir auf die Stirn gezeichnet worden ist? Das Gericht der Götter eß ich nicht, die Jugend ist ja heikel, die ißt nicht alles, was ihr vorgesetzt wird, vor allem, wenn sie plötzlich und unversehens an Gott glaubt. Dann ißt sie brav ihren Telller leer, doch sonst nimmt sie nichts mehr von uns an. Und sie denkt auch nicht alles, was vorausgesetzt wird, außer man sagt es ihr. Und das Alter ißt auch nicht alles, weil es das nicht kann, egal, was man ihm sagt. Es verträgt vieles nicht mehr. So, jetzt habe ich gesprochen, wie es normale Menschen eben tun. Leider tun sie es nicht hier. Es ist nicht ein Gott, der den Söhnen das Leben will ersparen. Es ist die Rede von Stricken, vom Feuer, vom Trotz, von der Wut, vom Zorn, von dem, der Pfeile, nein, Pfade verachtet. Ich wollte, ich würde mich mit diesem blöden Rechner besser auskennen. Doch auch seine Pfade sind mir verschlossen. Hauptsache, er kennt sie. Hoffe ich zumindest.

Schön. Sie haben die Berge verlassen, was geht das mich an? Sie sagen, Sie wären zu furchtbaren Dingen imstande, wenn keiner Sie zähmt? Sie sagen, Sie wachsen wie ein Blitz und schlagen irgendwo ein, wo es richtig weh tut? Sie sagen: nicht Blitz, Hochnebel und Sonne, das hab ich vorhin gelesen, und das wird immer wieder stimmen, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, es wird sich wiederholen, nicht nur zweimal täglich wie das mit der kaputten Uhr. Sie meinen, öfter? Sie sagen, Sie bringen jetzt Frau und Kinder um? Sie sagen, Sie bringen noch mehr Leute um, aber nur solche, die es verdient haben? Sie fragen nach der reinen Stimme der Jugend? Vorhin war sie noch da und hat ihre Stimme abgegeben, schon ab 16 darf man das hier, und dann hat sie keiner genommen, weil so viele andre Stimmen da waren.

Unter die Augen treten können wir Vater und Mutter nicht mehr. Das macht uns ja so böse, so wütend, uns beschirmt keiner, der Lenz wird verschwinden, unsere Jugend wird genauso aufhören, leider werden wir nicht merken, wann. Gut, daß wir das nicht mehr erleben werden, wenn wir, so jung noch, der Toten Gewand anziehen müssen. Gut. Wir haben vorher wenigstens was geleistet, wir haben die Erstarrung des Normalen vermieden, und sie hat uns vermieden. Das Normale trotzt, weil es die Norm sein möchte und immer weniger Menschen das anerkennen wollen. Das war nicht unser Weg, obwohl man ihn uns gezeigt hat. Wir haben das Mittelmäßige und das Immergleiche gleich ausgelassen, und ausgelassen wie die Pumen, nein, die Pumas, sind wir zu den Waffen gesprungen und bumm, krach, aua! Diese Götter! Nein, unserer nicht, der ist einzig und allein, die anderen, die Witzfiguren, aber wen zeichnen sie? Unseren, unseren Gott, von dem sie gar nichts wissen. Das mit dem Bilderverbot ist auch eine Lüge. So, jetzt wissen sies, können aber dieses Wissen nicht mehr verwerten. Machen Sie da jetzt was draus! Jeder soll den anderen zeichnen, den er nicht kennt. Wir bleiben dann ruhig, die aber, wie gescheuchte Vögel werden sie auffliegen, nicht jedoch Schutz suchen unter der Mutter Kleid, sondern sie werden die Hand gegen uns heben, weil wir für die Mama heute so ein schönes Bild gemalt haben, das ihr sehr gefallen hat, aber nein, denen gefällt es ganz und gar nicht. Die Mama hat vielleicht gelogen, und es hat ihr gar nicht gefallen? Sie werden Pfeile auf uns richten, auch wenn wir uns sicher fühlen, auch wenn wir uns vor ihnen auf den Boden werfen, um Verzeihung bitten und die Religion wechseln, auch wenn wir ihnen unsere Frauen geben, keine Chance, sie wollen uns auch, sie wollen uns noch mehr als ihre eigenen Frauen, wir können uns hinter keiner verriegelten Tür vor ihnen verstecken. Mit den Frauen kann man immer noch was anfangen, mit uns nicht. Oh bitte, bitte, laßt uns doch am Leben! Keine Chance. Wir würden gern, doch es geht nicht, und nein, wir würden es auch nicht gerne tun. Es stimmt einfach nicht, was soll da nicht stimmen, es gibt doch dieses Video davon, wenn das kein Beweis ist, wie gern wir das tun?! Keine Ahnung. Die Juden waren das, nicht wir. Die verbieten alles und wissen trotzdem immer, was sie zu tun haben. Sie haben wenig zu tun und verdienen trotzdem so viel Geld. Ja. Die Juden verbieten einem alles, also nicht uns, wir sind ja keine, sie verbieten sich selbst so viel, damit sie sich auskennen. Den Namen ihres Gottes dürfen sie nicht mal schreiben, wenn sie schon nicht zeichnen können, da wäre er dann allerdings etwas anderes, er wäre nicht mehr der Ewige. Es wäre kein Gott, was sie zeichnen. Es wäre vielleicht ein Auge in einem Dreieck, eine Taube, was weiß ich, und außerdem bin ich in die falsche Religion gerutscht, ohne es zu merken, kein Wunder, nehmen wir halt die, diese eine, die neue, na, so neu auch wieder nicht, die sich aber auch recht gut entwickelt hat, derzeit aber leider stagniert. Wenn Sie wissen, welche, so wissen Sie mehr als ich, keine Sorge, die Religionen entwickeln sich derzeit im allgemeinen alle recht toll; prescht die eine vor, zieht die andre sofort nach. Nur wir sind etwas hinten und müssen angezündet, nein, angefeuert werden. Was sagt der Denker dazu? Das Außerordentliche kann nicht das Auffallende, das Äußerste muß das Innerste sein. Und die Juden sollen nicht so durch ihre Käppchen oder Hüte auffallen, wir haben sie gewarnt.

Religion ist in sich und an sich genauso nutzlos wie das Denken. Das wurde oft bewiesen, wenn auch nicht von den Juden. Diesmal nicht, tut mir leid. Die waren es, die waren das mit dem Denken, von dem sie in meinen Augen aber nur beschränkten Nutzen haben, wenn sie alle umgebracht werden. Ist so. Wenn sie nicht nachgeben, müssen sie umgebracht werden, dann bleibt uns nichts andres übrig. In ihrer Öffentlichkeit, ich meine, daß sie es noch immer wagen, sich öffentlich zu zeigen, liegt ihre Kühnheit. Die waren es immer, wir warnen, daß die es waren. Sie müssen Adonai sagen, wenn sie ihren Gott nennen, während wir den Namen des Unseren laut herausbrüllen müssen, bevor wir töten, Sie merken schon, ich ist jetzt schon wieder ein anderer, eine andre Sparte Religion, leider habe ich nicht den Schlüssel zu dieser, wir haben aber diesen andren Schlüssel, wir wollen den Wandel, und dann paßt er uns nicht; ja, das geht schnell hier, Tür eintreten und aus, ich sagte nicht: zur Tür eintreten. Aber egal, wer da spricht, er sagt: Wir müssen uns nicht genieren, nicht wahr, es geniert sich ja keiner mehr, warum also wir?, wir schreien den heiligen Namen laut heraus, wir brüllen ihn, wir sehen keinen Sinn darin, ihn zu verschweigen, bitte, da gibt es Zwischenstufen, die Sie alle nicht wählen, Sie meinen wohl, jeder soll ihn kennen. Sie haben recht, und jeder kennt ihn jetzt auch. Seit neuestem kennt den einfach jeder.

Die blöden Blumen nehmen wir alle weg, die haben hier nicht zu liegen, hier haben nur die Toten zu liegen, grade einer, den hätte ich hier gar nicht zu erwähnen brauchen, ich versuche schließlich, möglichst viele Tote sozusagen zusammenzufassen, nach Gattung, keine Ahnung, welcher, denn einer allein ist schon zuviel, wir aber müssen sie bündeln, zusammenlegen, in der Leichenhalle oder der Pathologie oder was weiß ich. Für das Endergebnis macht es keinen Unterschied. Es macht einen Unterschied. Die haben gewisse Einschränkungen, wir haben keine. In Gottes Namen, den wir aussprechen dürfen, ja, müssen!, gehen wir beiseite, weil unser Gott so groß ist. Er braucht wirklich jeden Platz, den er kriegen kann. Er ist sogar für uns zu groß, doch wir verstehen, was er meint. Neben dem hat kein andrer Platz und der schon gar nicht, der seinen Sohn umgebracht hat. Wir sagen seinen Namen, er würde niemanden umbringen, er läßt lieber uns das erledigen. Vielen Dank. Wir sind jung und können uns seinen Namen gut merken. Sagen wir doch. Sagen wir doch andauernd! Nichts andres sagen wir ständig. Wir lassen uns tadeln, von mir aus gern, machen Sie nur!, von Menschen, die dem Leid fernstehen, das wir bringen wollen. Fluch Fluch Fluch! Flucht auch, ja, die gehört dazu, aber die wird oft nicht gelingen. Macht auch nichts, das Opfer unseres Lebens muß jederzeit gebracht werden können, da müssen wir nicht mit Gründen kämpfen, nicht einmal mit dem Abzug der Kalaschnikow, mit nichts müssen wir kämpfen, außer wir kämpfen halt, weil wir es gern tun. Kämpfen immer gut. Sein und Kämpfen ist dasselbe, deshalb erwähnen wir es nicht. Wir opfern unsere Körper, und jetzt wissen wir nicht, was mit ihnen passiert ist.

Wir sind einem Mann entsprossen, ja, einer Frau auch, aber die gibt es jetzt nicht mehr. Doch war sie einst leider nötig. Beleidigt darf sie nicht werden, die Frau, aber sonst darf man alles mit ihr machen. Der Vater hätte uns von der Rechtlosigkeit trennen können, er tat recht, rechtzeitig zu sterben, denn jetzt haben dafür wir mit allem recht, was wir tun. Wir sind jung und könnten noch viel mehr tun, falls gewünscht, wir haben Zeit. Eine schmerzlich süße Lust ist unsere Jugend, eine schimmernde Wehr, denn wir müssen uns doch wehren, wir müssen uns wehren, bevor noch was passiert, am besten, wir wehren uns schon vorher, bevor uns einer ins Unheil stürzt, ein furchtbar geringelter Wächter, eine Schlange, glaub ich, und alles, was passiert, passiert ja nicht nur uns. Wir teilen gern. Stellen Sie sich vor, unsere Allmachtsphantasien, unsere Grandiosität, nein, vergessen Sie es, diese Wörter haben hier nichts zu suchen, sie haben es schon gefunden, dieses Gefühl der Einmaligkeit und Großartigkeit, wer jung ist, der kennt das alles, Halbwesen voll des Halbwissens sind wir Jungen, wir lassen nur Entweder-Oder gelten und zeichnen uns aus durch Haß gegen jede tiefergreifende Besinnung. Wir rennen los, es wird uns gesagt, wohin, und wir sagen es unseren Freunden gleich weiter. Wir treffen uns dort und dort und verhauen die Leute in der U-Bahn. Unser Halbwissen, würden Sie glauben, daß Heidegger das gesagt hat?, dieses Wort gesagt hat?, ich schwöre es, kann mich aber auch geirrt haben; ich schreibe das, sonst schreiben Sie es noch mir zu!, das Halbwissen also kann man gut für Glauben nehmen, dafür geben wir es auch aus, kriegen aber nichts zurück als Tod, den wir auch selber erzeugen, diese Produktion lagern wir nicht aus; wir schauen uns den Tod an, Verbrannte, Zerstückelte, Erschossene, und dann können wir ihn schon selbst herstellen, Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber dafür kann man es dann, was auch immer. Wie kann man bloß jemanden köpfen, wenn man es nicht gelernt hat?, man macht es einfach, bis man sich selbst zum Hals heraushängt, nein, im Gegenteil, bis der Film fertig ist und speisen kann, ich meine, in Kanäle eingespeist werden kann.

Ja, es ist unser Glaube, mit dem wir an den Abgründen vorbeisteuern und andre hineinschmeißen. Auch das ist schon oft gemacht worden, auch Lebendige, alle sind in die Abgründe geworfen worden, erschlagen, erschossen, alles gute, alte, wirksame Methoden. Wir kommen, wir sind die Kommenden und kommen auch wirklich, wieso begreifen die das nicht? Weil man uns nicht ernstnimmt, und zwar, weil es keinen Grund gibt, uns ernstzunehmen. Das hat sich nun geändert, der Zugang zu diesem Abgrund war lange vernagelt wie diejenigen, die da rein wollten und die da rein mußten, der Abfluß von dem Abgrund war verstopft von alten Körpern, die schon lang dort lagen, jetzt ist er offen, man kann den Deckel heben, das ist tatsächlich schon öfter gemacht worden, wir sind der Übergang in den Abgrund. Wie bringe ich dieses Volk zu sich selbst zurück, es wird dann ja sofort weltanschaulich willkürlich und klein, alles, was aus dem Volk selbst bequem, nein, nicht selbst, von selbst herauskommt? Was schauen Sie mich an? Ich bin ein andres Volk, und ich bin überhaupt kein Volk, ich bin ganz allein, ich bin auch nicht wir, kann ich von mir nicht behaupten. Und außerdem hat das ein andrer geschrieben.

Etwas treibt uns an. Wir sind die vielen, die sich gegenseitig bestärken, aber losziehen tun wir lieber alleine. Nur so erreichen wir, was wir sind und was wir bleiben wollen. Wir gehören alle zusammen, auch wenn wir alleine losgehen mit unserer Waffe, wir gehören alle zusammen zu unserem Gott, der wirklich der Größte ist. Wir gelangen zur Einheit, es ist zusammengewachsen, was zusammengehört, diese geschichtlichen Kräfte können Sie unmöglich mißverstehen, es ist Ihnen ja oft genug von allen möglichen Leuten, von überallher erklärt worden, die konnten schon früher nicht mißverstanden werden, außer von den Kommunisten, keine Angst, die kommen nicht mehr wieder, und sie können jetzt auch nicht mehr gehemmt werden, weil sie ins Unbekannte verzogen oder Griechen geworden sind. Der Ehrgeiz ist der stärkste Trieb des Menschen, sowieso, sag ich doch, sag ich oft, ihm mag die Kraft schwinden, aber sie schwindet im Namen eines Größeren, des Größten, einer größeren Sache, das wäre uns zuwenig, im Namen des Allergrößten, den wir aussprechen, wir tun das, ohne zu zögern, ja, tun wir das!, jederzeit!, vor allem, wenn wir vorhaben, jemanden um die Ecke zu bringen, weil keiner sieht, was dort ist. Jawohl, so steht es um die Selbstgewißheit eines Volkes, wenn es die Möglichkeit verliert, nein, das ist ein andres Volk, das Möglichkeiten verloren hat, seine eigenste Bestimmung als das Fragwürdigste zu behüten und schaffend auszustehen, das ist ein Stück ganz andres Volk, kein Wunder, daß die Deutschen den Krieg verloren haben, wenn sie so gezaudert und gezögert haben! Mit uns könnte man das nicht machen. Wir sind jetzt schon ein Stück Geschichte, und manchmal sind wir zwei, drei Stück Geschichte, die nach ihrer Arbeit immer der Ewigkeit zugestellt werden, luftexpress. Wir sind erhoben worden, und so fühlen wir uns auch, wir sind sogar zweimal erhoben worden, dazu haben wir keinen Herakles und keinen Antäus gebraucht, zweimal erhoben durch bloßen Ehrgeiz, durch Eifer und Geltungssucht, so, das haben wir noch gebraucht: Dort drüben erhebt sich in diesem Augenblick noch einer, und dort reisen drei über die Grenze, wo es sie so hingezogen hat, obwohl erst mal alles fremd klingt für ihre Ohren, die Frauen unter ihnen, also die Jungfrauen meine ich, die andren kennen es schon, die Jungfrauen werden schon bald erkennen, wie es ist, wenn einem nichts mehr fremd ist. Sie werden das von uns Kriegern erfahren. Bald, schon morgen, wissen sie es. Und sie wissen jetzt schon, in welches Haus sie nach ihrem Tod gehen werden, denn der Tod ist fest einkalkuliert in ihren Überlegungen, und danach wird es erst richtig fein werden, da werden wir selbst die Opfer sein, die wir zuvor gemacht haben, und ein schönes Grab werden wir gar nicht brauchen, wir werden woanders sein, aber wir werden sein, wir werden was Besseres bekommen als so ein blödes Grab. Wir werden zerstreut sein, unser Körper, nicht unser Geist, in alle Windrichtungen zerstreut, weil es uns auseinandergerissen, in Fetzen gerissen hat, und jetzt können wir uns nicht mehr sammeln. Nun, das werden andere machen. Wir werden nur, schnaubend und stöhnend und brüllend, auf irgendeinen staubigen Boden vor irgendwelche Ruinen, die wir selbst ruiniert haben, sinken, und dann werden wir zu unserem Gott eilen, das, was von uns noch übrig sein wird, wird sich beeilen, vielleicht holt er uns sogar persönlich ab. Wer den wohl gemacht hat, diesen Glauben?, und das zweimal, zwei feste Glauben für zwei Brüder Grimmig, Glauben bekommen wir immer rein, er wird daher auch immer billiger, egal, ob wir ihn billigen oder nicht, und wir installieren ihn auch gleich; wir nehmen den alten Glauben mit, entsorgen ihn, und dann installieren wir Ihnen kostenlos den neuen, die neue Glaubens-App, bei der Sie sich nie wieder Sorgen zu machen brauchen, die ist fix draufgeladen und fertig. Das ist ein Glaube, der hält. Wenn Sie einen neuen wollen, müssen Sie sich halt den kaufen, und unser Gott kauft Sie sich dann, Sie werden schon sehn.

Diese beiden. Sie werden auch sterben, diesmal nicht von des Vaters Hand, aber indirekt schon. Der Vater wird schuld sein, die hätten noch gut länger leben können, also vielleicht nicht gut, aber leben hätten sie können, in der Verschwendung und Verausgabung des Gerade-Noch-Geretteten, da hätten wir Glück gehabt. Moment, handeln wir, und sehen wir dann weiter: doch kein Glück gehabt! Die nehmen den Wagen, wagen aber nicht zu fragen. Es ist alles wahr, was ihnen gesagt wurde, schon nach drei Wochen glauben die alles, als wären sie geradewegs dem Ursprung entsprungen und hätten vorher nichts geglaubt, was man ihnen damals gesagt hat. Komisch, die glauben wirklich alles, nein, komisch ist das nicht. Zwei Brüder haben jetzt keine Sorgen mehr, bei jedem wurde einmal dieses Stück Glauben verteilt, und jetzt wollen sie noch mehr davon, von wo das herkommt, dort ist noch mehr; ein Wunder, daß der nach so kurzer Zeit so festsitzt, aber wir haben unsere Bekehrungen im Akkord, wir kriegen auch nicht mehr dafür, wenn unsere Gläubiger, die zu Gläubigen werden sollen, drei Wochen brauchen, um zu unserem Gott zu gelangen, was manche in ein paar Sekunden schaffen, allerdings nur jene, die schon länger an Ihn glauben und eine Schulung absolviert haben, wie man sein Haus verläßt und bald darauf von den Lüften verbogen, nein, verborgen wird. Es gibt aber auch Schnellentschlossene, die das in zwei, drei Monaten schnallen. Die haben einen Bonus. Die einen werden Kämpfer, die anderen Überflieger. Was man früher Glaubenseifer nannte, ist jetzt ein Glaubens-Wetteifern, aber Wetten würde ich nicht abschließen, wer gewinnt. An Tote muß der Gewinn nicht mehr ausgezahlt werden. Das hat sich nicht ausgezahlt. Wir kriegen deswegen aber auch nicht mehr dafür, daher beeilen wir uns mit dem Bekehren ein wenig. Wenn wir es in einer Woche schaffen, können wir noch ein paar andre bekehren, wir haben zwar Zeit, aber schnell muß es gehen, der Krieg braucht Soldaten. Das Reich der Schatten braucht Bewohner, der Fahrradgenerator braucht Dumme, die ihn treten, damit dort das Licht aufgedreht und diese Jungfrauen herbeigeholt werden können, die man in der Dunkelheit ja sonst nicht sehen könnte. Das Beste würde einem entgehen. Und wenn man bedenkt, wie schnell die kaputtgehen, die Soldaten Gottes, dann kommen wir mit dem Bekehren kaum noch nach.

Wir stiften die Front, und wir stiften auch den nie nachlassenden Nachschub, wir sind ihre Anschubfinanzierung, die wir zuvor jedoch selber erst kriegen müssen, alles kein Problem. Die waren vorher Fremdlinge im Sein, jetzt sind sie nur noch befremdlich für jedermann. Schauen Sie sich nur an, wie die ausschauen! Alle gleich, doch das sind sie nicht. Ihre Hosen scheuen den Erdboden, und haben sie die Hand vorhin gesehen, die uns aus dem Sichverbergen zugewinkt hat? Nicht einmal die dazugehörigen Augen haben wir gesehen, leider, die haben gut ausgesehen, zwei Kilo Schminke drauf und paßt schon. Da war nur ein Schlitz, in den kann man nichts hineinwerfen. Das ist gut, das zugehörige Wesen, das Wesen der Macht, nein, das Wesen, das die Macht angefordert und für sich reserviert hat, ist ja ausradiert, es ist zur Entnahme freigegeben, und wir nehmen uns, was uns zusteht, es wird uns helfen unser Gott, und wir bringen alles um, was sich bewegt, auch wenn unser Gott gern noch mehr Menschen für die Anbetung hätte, leider können wir Ihm diesen Wunsch nicht erfüllen und aus.

Ich persönlich, oh Gott, das bin ja gar nicht ich, wo ist mein Spiegel, das gibts ja nicht! Also wer an Ihn glaubt, wird das ewige Leben erlangen, o nein, das bin ja gar nicht ich, das bin leider nicht ich! Ich als jene, in ihrem Namen, ich darf ich sagen, weil ich besser bin als jene, ich persönlich, aber ich, das sind viele, glaube nicht, daß die Hand unseres Herrn etwas Unerlaubtes tun könnte, und wir können das genausowenig. Wir könnten gar nichts tun, was unserem Gott nicht gefällt, wir könnten noch weniger tun, was uns nicht gefällt. Da fällt uns nicht auf, daß wir das gleiche wollen und dabei aufeinander angewiesen sind. Er ist nichts ohne uns, wir sind nichts ohne Ihn, ja, Der ist nicht ohne. Wir sind nicht unser Gott, und Gott ist nicht wir. Das sollten Sie wissen, wenn Sie sich beschweren wollen, mit noch mehr beschweren. Unser Glaube, der wird nicht mitgezählt, wir haben keinen, wir nennen ihn nur so, so ist es viel praktischer, unser Glaube, wir nennen ihn so, weil er sowieso das meiste ist, was man haben kann, ohne etwas zu wissen, und wenn man etwas weiß, schrumpft das Wissen leider sofort hinter einem wieder zusammen, und wir finden den Rückweg nimmermehr, selbst wenn uns Flötentöne locken würden, also, was ist jetzt mit unserem Glauben? An das Unkenntliche glauben, das vielleicht nicht unkenntlich ist, aber wie soll man das feststellen, wenn Ihn noch keiner gesehen hat?, ein stolzer Anhänger sein, nein, zwei Anhänger, man kann auch Ohrringe aus ihnen machen, zwei stolze Anhänger des Einen, Einzigen, Einigen Gottes, der nicht zwei sein muß, denn der macht alles allein. Der kann es.

Jeder von uns ist einmalig, auch wenn wir selbst zwei- oder mehrmalig sind, aber das macht nichts, es ist jeder einmalig, denn jeden gibt es nur einmal, und wenn es zwei von ihnen gibt wie diese beiden!, umso besser, was wollte ich sagen, wir lehnen es ab. Was lehnen wir ab? Da könnten wir ja gleich unseren Samen ablehnen, damit keiner die Hand gegen ihn erhebt. Wir lehnen es ab zu weinen, keine unserer Taten hat uns je zum Weinen gebracht, die andren vielleicht schon, uns nicht. Wir fliehen nach der Tat, aber wenn uns das nicht weiterbringt, macht es auch nichts, wir kommen später ja an einen viel schöneren Ort. Sowas haben Sie ja noch nie gesehen! Wir auch nicht. Woran glauben denn die anderen? Hören wir uns doch mal um! Sie glauben an irgendwas, das irgendwann dazu führt, daß man Mama ficken möchte und den Vater umbringen, jeder weiß es, bei Strafe des Todes und der Kastration oder eins von beiden, dürfen die das nicht. Das ist ein umständliches Verfahren, ein Nachziehverfahren, ich glaube, das ist ein Wort aus der Verwaltung, ich habe es oft gehört, weil die Nazis meinen Papa doch rausgeschmissen hatten, und er mußte ihnen dann auch noch nachziehen, dazu haben sie ihn gezwungen. Sonst noch irgendwo Menschen, die sich verwalten lassen wollen? Sklaven. Opfer. Ungläubige. Wir nehmen lieber euch, ihr Waffen! Wir ziehen euch vor, denn was danach kommt, wissen wir jetzt schon, das ist ein großer Vorteil, den wir haben. Wir brauchen keine Menschen, wir brauchen Waffen. Und vielleicht noch Menschen, die sich von denen bedienen lassen und sie dann auch selbst bedienen. Diener ihrer Waffen, um grauenvollen Krieg zu führen. Wir sind Waffen, aber damit ist das Beschaffungsproblem nicht gelöst.

Und wir töten halt, wir fahren darin fort und fühlen uns wohl dabei, mit dem geeigneten Werkzeug ist das ganz leicht, es tut uns fast leid, daß der Vater das Töten untersagt hat, das Vatererbe ist manchmal etwas mühsam, und er hätte uns etwas Schwereres untersagen sollen, das wäre dann ein Opfer gewesen.

Da kommen Schlangen und wissen nicht, wohin, sie wurden geschickt, damit wir sterben und untergehen. Das tun wir aber nicht. Unser Gott verlangt, daß wir, wenn wir sterben, ein paar andre mitnehmen, die Schlangen können helfen, aber mehr können sie nicht tun. Gott meint, das sei praktisch, es geht dann in einem, Tote mit andren Toten im Gepäck, im Tandem, im Doppelpack, im Mehrfachpack, ja, dieses Pack haben wir eliminiert!

Anreden darf uns keiner mehr in unserem Leid, das wir anderen bereiten, aber selber nicht verspüren, anreden darf uns überhaupt keiner mehr. Sonst werden wir erst recht böse. Wir haben einen einzigen Gott, und der entfaltet sich in uns, dort hat Er Platz, wir haben Seinen Namen auf den Lippen, wo ist der bloß hin?, was haben wir da jetzt im Mund?, sofort ausspucken!, wir haben Seinen Namen ausdrücklich genannt, und Er kommt, in der Liebe des männlichen Kindes zum Vater kommt Er, gut, rasch den teuren Namen genannt, sehr gut, kein Blitz fährt nieder, nur ein Blitzlicht, durch die Mühen der Sonne hat es sich hindurchgekämpft, man sieht es kaum, und auch diese Liebe müssen wir uns versagen, außer wir bringen Opfer dem Papa, wem denn sonst. Alle sollen sich sofort fürchten, außer unserem Gott, der nie Fesseln tragen würde so wie Ihrer, und bevor Er sich schlagen läßt, so wie Ihrer, schlägt Er lieber andere. Er ist so groß, daß man nicht einmal sagen kann, Er sei der Größte, denn Größe mißt sich ja an etwas, und der mißt sich mit keinem, in keinem Kampf, das hat Er nicht nötig, der ist unermeßlich, schauen Sie sich doch die andren an, die sehen Sie daneben ja kaum!

Jederzeit sind diese Götter alle bemüht, ihre Gegner zu haben, und die sollen sie auch bekommen. Doch unser Herr ist Alleinherr. Ich habe noch nie einen zweiten gesehen, daher betone ich das so oft. Wir sind bereit, für ihn in den Tod zu gehen. Und, großsprechend, bereiten wir noch viel größeres Leid. Umsonst sind schon so viele Söhne geboren worden, und es werden täglich mehr. Wir trampeln in der Erde Schoß herum, daß sie uns rausläßt. Was dann? Na ja, wir schaffen das, wenn man lang genug droben auf der Erde herumgetobt hat, dann findet man den Abstieg, und man steigt ab, dann bringen wir unseren Chef um und steigen wieder auf, höher als vorher. Sie sehen es ja selbst. Es ist schon rausgekommen, überall können Sie uns sehen, im kleinen wie im großen, am Handy wie auf dem Flachkopf-Bildschirm, daß wir herausgekommen sind. Auch wenn wir uns klein machen, daß wir sogar auf die Displays Ihrer Telefone draufgehen, während wir andre draufgehen lassen, mein Gott, wie oft hab ich das schon wieder gesagt! Wer es nicht hören will, möge schweigen oder Fugen zuschmieren oder Fugen spielen, ich hab das lang gemacht, und gar nicht mal so schlecht!, oder er möge sich selber fügen. Ja, das auch. Nur unser Gott ist groß, er ist der Größte, das müssen wir gar nicht mehr hervorheben, denn er ist emporgehoben, und seine Frau ist ausgezeichnet unter den Weibern, sie ist gebenedeit, raten Sie, was das heißt. Sie sollten es allerdings wissen, falls Sie einer von uns sind, nicht von mir, ich gehöre nicht mehr dazu.

Mehr müssen wir gar nicht sagen, weil es nicht mehr zu sagen gibt, also für mich jedenfalls. Wir wissen aber, da kommt noch was. Ich falle jetzt in die Grundform des Menschen zurück, die ich nicht mehr verlassen werde können. Ich habs versucht: nichts. Ich hätte vorher einen Augenblick nachdenken sollen. Außerdem stimmt hier kein Wort. So leicht kann ich Sie betrügen! Sogar dieser Palast ist getürmt, ich meine, ich meine, aus dem Palast sind sie getürmt, nein, was ich wirklich meine, ist: Er hat unter Beschuß seinen Turm und dann alles andre auch verloren. Im Keller wohnen Flüchtlinge, es gibt hier nur mehr Flüchtlinge und Kämpfer. Alle anderen sind tot oder fort. Ich aber bin hier und dann dort, wo man mich hingeworfen hat, aber nicht als Entwurf, der sich loswirft, denn ich entwerfe selber, diesen Rock habe ich selbst entworfen, wer ist daran schon wieder schuld? Gefällt er Ihnen nicht? Sie müssen es sich ja nicht anschauen. Das beweist: Es gibt kein Mehr als Er. Es gibt keinen mehr als nötig, durch Ihn. Das beweist gar nichts.

In Seinem Namen werden wir diese Operation an den Zeichnern, eine OP, die sie nicht überleben werden, durchführen. Überall kommen wir, ich sage ausdrücklich nicht: überallhin, denn wir sind schon überall, ja, ich auch, aber ich schaue es mir eh nur im Fernsehn an. Wir müssen doch gar nicht erst hin, wir sind schon dort, Moment, ich werfe meinen Blick zur Abwechslung aus dem Fenster, keiner gibt ihn mir zurück: Es stimmt, wir sind da. ER wird aber immer sein und war immer. Er war immer schon vor uns hier. Wir sind einfach nur da, sonst nichts, aber einfach war das auch nicht. Wir werden sterben. Unsere Geworfenheit wird uns Furchtbares offenbaren, nämlich, daß wir das auch hätten tun können, aber es wurden wieder mal andere Wesen dazu ermächtigt. Es genügt uns. Es war so grauenhaft, wir hätten sowas nicht tun können, wären wir wir gewesen. Es hätte aber sein können, daß wir vorzeitig das Ende erreichen. Das hätte dann unser Gott bewirkt, und was hat Ihrer getan? Was hat Ihrer in der gleichen Zeit getan, während wir brav gestorben sind? Nichts. Nichts hat er getan. Und dort drüben, wo diese anderen gestorben sind? Auch nichts. Das ist so einer, der nie in der Zeitung steht, der Gott, der liegt auf der faulen Haut, oder er hängt irgendwo rum. Horcht seine Gegner aus, aber dann macht er erst recht nichts. Er weiß nicht einmal, wer seine Gegner sind. Wir sind seine Gegner, aber glauben Sie, der unternimmt was? Er wird Unternehmer, unternimmt aber nichts. Er ist kein Arbeiter, denn er tut nichts. Der macht nichts, der will nur spielen. Unserer macht wenigstens was, nein, ich höre, er will, daß wir es ausführen, daß wir unsere Wut ausführen, das bissige Tier, für das es keine Leine gibt, und wir, unzertrennlich mit ihm und mit dem Tier in uns, unterstützen ihn gern dabei. Von unserer Brut wird keiner bezahlen, das Haus ist gefärbt von Blut, der Herr jubelt, dieser dort auch, alle Herren jubeln, das täte ich auch, wäre ich ein Herr, und wer bezahlt für des Vaters Haß, der unauslöschlich ist? Na ja, einer wird es schon machen. Starr, aber stark, so hockt der Gott auf seiner ewigen Wahrheit, auf seiner ewigen Weisheit, auf seiner ewigen Sitzgruppe, die für mehr als einen Platz böte, so wie sich auch die Kette der Morde stündlich vermehrt, gedacht ist es so, daß alle Bürger der Stadt in den rasenden Taumel gezogen werden, und dann, dann aber wirklich!, schalten wir das passende Gerät ein, um uns uns selbst anzuschauen, obwohl wir uns seit langem kennen, ist das nicht toll, wir sind wieder im Fernsehn! Aber es kommt keiner mehr, keiner traut sich her. Unbeweglich sitzt er da, der Herr. Knechte würden wir eh nicht einladen. Er muß sich auch nicht bewegen, denn wir bewegen uns für ihn. Und seine Gesandten sind ja auch noch da. Schießen Sie los! Das muß man Ihnen wohl nicht zweimal sagen. Die haben sich zwar selber gesandt, aber sie haben seinen Markennamen benutzt, ohne für das Schutzrecht zu bezahlen, und nun müssen sie ihn selber schützen, ihren Herrn. Der Name sagt uns leider nichts, er soll einen andren benutzen. Er muß uns nichts sagen, denn es ist alles gesagt.

In Seinem Namen ist dafür schon alles gesagt, da ist alles drin, da ist Musik drin, oder, je nachdem, was man hören will, ein schönes Sprechen, ja, da kommt es schon heraus, direkt in unsre Ohren, auf denen wir nicht sitzen sollten, wenn es herauskommt. Die Technik ist fortgeschritten, wir bleiben da. Das Dazwischen ist ein undurchschaubarer Marsch von Elektronen aus dem Player, doch es funktioniert, der globale Player funktioniert, man muß sie nicht sehen, nur hören, die kleinen tönernen, nein, tönenden Kerle; die stellen sich brav in der richtigen Reihenfolge an und tönen dann eben, weil sie nichts andres können; kein Ton darf sich vordrängen, so ist das im Leben, immer schön hinten anstellen. Er kommt rein, der Ton, und Gott kann das auch und noch viel mehr, er geht nicht bei einem Ohr rein und beim andren wieder raus, er bleibt drinnen, er bleibt, und er braucht keine Türen und Fenster, er braucht auch dieses neue Fenster nicht, das so leicht montiert werden kann, daß man so schnell gar nicht schauen kann, kennen Sie diese Werbung? Müssen Sie nicht, ich sage es Ihnen: Kaum hat man sich umgedreht, ist kurz hinausgegangen, um etwas zu erledigen, ist plötzlich dort, wo vorher eine Mauer vor den Köpfen war und dann nur mehr ein leeres Loch, das man hineingeschlagen hat, ich betone absichtlich die Leere, wie Sie sehen, also dort ist also dann auf einmal, wie, weiß man nicht, ein Fenster drin, Fensterglas plus Rahmen eingesetzt worden, und wir knallen ordentlich dagegen, weil wir nicht mit einem Fenster gerechnet haben, welches so schnell eingebaut wurde, in Sekunden, nicht an dieser Stelle, wo Gott wohnt, nein, dort waren wir ja gewohnt, daß an dieser Stelle ein leeres Loch ist. Blitzschnell war da ein Loch, und blitzschnell war es schon abgedeckt, wenn auch sehr durchsichtig. Der Mensch, der dagegengeknallt ist, hat nicht gewußt, daß das Glas schon eingesetzt war ins Loch. Aua. Jetzt ist das zwar immer noch ein Loch, aber es ist etwas drin, das man nicht sieht. Mein Gehirn vielleicht? Nicht einmal einen kurzen Werbespot kann ich ordentlich beschreiben.

Nun wissen wir, wir sehen es an unseren Brillenhämatomen, daß das, was eingesetzt worden ist, wir hätten natürlich viel mehr einzusetzen!, Glas gewesen sein muß. Dieses Fenster braucht auch ein Augenglas, so scheint es, so scheint die Sonne durch, endlich. Gott ist groß und M. ist sein Prophet, den darf man auch nicht zeichnen, nein, nein, nein! Es steht aber nirgends geschrieben, daß man das nicht darf. Ich werde aufpassen, wie die Fenstermarke heißt, damit ich es Ihnen morgen sagen kann, in wessen Namen da etwas ausgefüllt wurde. Ein recht durchsichtiger Vorgang.

Wir unterstützen seinen Wahlkampf, äh, welchen Wahlkampf denn?, obwohl es kein Kampf ist und wir auch die Wahl gar nicht haben. Das geht ganz leicht, weil, wie kurz erwähnt, nein, sicher lang ausgewalzt, natürlich niemand wirklich die Wahl hat. Wenn wir kommen, hat niemand mehr die Wahl. Uns zum Hohn, zum Spiel, geweiht dem Untergang, das sind sie. Dafür sorgen wir. Wir stürzen sie von ihrem schöngeträumten Glück hinab, das gar keins ist. Ihres Vaters Rede ließ einst auch sie hoffen, keine Ahnung, wen wir meinen, wir wissen nur, daß die gezeichnet haben, was sie nicht zeichnen durften, damit haben sie gezeugt, wovon sie nicht zeugen durften. Wo steht das bitte? Das steht nirgends, deswegen muß es auch nicht umfallen. Es ist nie irgendwo gestanden. So wie in dieser Fensterhöhle irgendwann das Nichts gewohnt hat und dann nicht mehr, weil etwas eingesetzt wurde, das man nicht sieht. So. Und jetzt haben die, wer auch immer, der vorher hier gewohnt hat, nichts mehr zu hoffen, jetzt sind nämlich wir da. Bald, warte nur, bald ist sonst niemand mehr da, keiner außer uns und unserem Herrn, der einfach der Größte ist, das streben wir an. Der Größte ist er schon, aber daß wir im Lied vom Morden, heute ein Hit, morgen ein noch größerer, und irgendwann kann ihn dann keiner mehr hören, daß wir in dem aktuellen Song vorkommen dürfen, das wollen wir. Wir wollen bekannt werden, und es ist uns egal, wer uns kennt. Hauptsache viele. Alle. Unser Herr soll einmal Herr in autoreichen Städten sein, in zugemüllten U-Bahnen, auf waagrechten Straßen voller Geschäfte, einfach überall und alles soll er sein, wir schwenken seine Fahne und geben allen den Tod, die wir erwischen. Die werden ihr Glück nicht mehr genießen, denn wir werden noch mehr Glück haben, wir werden sie alle gewonnen haben, die Kämpfe, wir werden sie besiegt haben, die Feinde, den Ruhm kann uns jetzt schon keiner nehmen, und wir werden all dieses Land, das ganze Land besitzen, wie wir es von Ihm, unserem Vater, erbeten haben, vielleicht sogar geerbt. Das mußten wir gar nicht, denn Er weiß immer, was wir wollen, und Er will immer, was auch wir wollen.

Euer Gott hat von alldem ja keine Ahnung! Was ihr auch wollt, ihr habt es nicht zu verlangen, ihr müßt immer drum bitten, ihr Armseligen, nur in der Hoffnung, selig zu werden, tut ihr das!, während wir schon hier die Seiten wechseln, nach allen Seiten hin um uns schlagen, bis wir im Paradies endlich auf die Butterseite fallen. Es gilt nicht mehr, wo wir vorher waren, vorher waren wir nichts und haben uns für nichts interessiert, jetzt aber!, jetzt dürfen wir etwas fordern, und zwar genau das, was Er uns geben will und bereits gegeben hat.

Der Unterschied wird sein, daß wir es bekommen werden und ihr es nie bekommen habt, ihr wart immer nur die Fragenden, wir haben die Antworten. Wir sind das Geschlecht jener, die nicht taumeln und süchtig sind nach Neuem, denn selbstverständlich haben wir das alles auch schon, wir haben alles, was ihr habt, bloß mehr davon, es ist alt, aber gut. Es ist so gut wie neu. Wir haben die neuesten Geräte zu Hause, das muß nicht erwähnt werden, wir sind jene, die im Abgrund nicht mehr nach dem Grund fragen, ja, wir stehen fester als alle nur Überzeugten. Ihr hattet eure Zeit, jetzt ist es unsere, und unsere Geschosse treffen, ferntreffend, also aus einiger Entfernung, zu groß darf die nicht sein, aus der Nähe aber auch, wir treffen einfach jeden, das haben wir uns von unserem Vater erbeten, und das bekommen wir auch, denn unser Vater schaut auf uns, er ist der Größte, nein, der Große, bloß gibt es keinen Größeren, das haben wir erklärt, und wir erheben uns hoch zu Ihm, denn ohne diese Selbsterhebung, ohne unseren Mut und unsere Aufstiegsfreude kämen wir nicht zu Ihm, zu Seinem gewaltigen Thron hinauf, da kommt man nicht so leicht hin, was glauben Sie denn, wie wir sonst zu unseren blutigen Taten gekommen wären? Die kommen schließlich nicht zu uns!

Flüchtig eilt nun euer Leben hin, ja, dort rennt es! Ihr holt es nicht mehr ein! Das Totenreich ist eröffnet, die Leiter ist da, der Nachen ist da, der Kahn, alles da; gestern sind wieder ein paar Hundert ersoffen, aber uns wird das nicht passieren, wir haben unsere Schafe im Trockenen. Also das Volk. Das schüttelt seine leeren Körpersäcke, und dann schüttelt es Waffen, keine Ahnung, woher es die hat, ich werde sie nicht beschreiben, nicht mehr als bisher schon nötig war, ich bin nicht Homer, nicht einmal annähernd kann ich dermaßen ins Detail gehen. Nein, das geht so weit, daß ich mich ihm nicht einmal nähern würde, und der Erhabene wird unseren Bund nicht segnen, denn ich bin vorher abgehauen. Das Leben, ja, von uns habt ihr das nicht, natürlich meine ich nicht Homer und mich, aber Kämpfer sind wir auch, wir jagen des Todes Karren, der dahinrast, keine Ahnung, was ihn antreibt, vielleicht dieser neue Antrieb, den vorher noch keiner gekannt hat? Wir hätten es euch nie anvertraut, das Kämpfen, das Töten, und in eine Sekunde muß es hineingepreßt werden, damit die Seele noch ihren Autobus erwischt, die Verbindung reicht nur knapp, was auf dem Taferl steht, stimmt oft nicht, eine Minute Verspätung der Straßenbahn, und der Bus ist weg. Die Seele muß zu Fuß gehen, eine ziemliche Strecke. Da fliegt sie lieber, geflohen ist sie ja schon, geflohen ist sie ihrem Besitzer, als er einen Augenblick nicht aufgepaßt hat. Wir hätten euch etwas Haltbareres als euer Leben gegeben, damit auch ihr euch dann an unserem Gott anhalten könnt, ja, stellt euch auf das Brett mit den Rollen, und dann gehts los, damit ihr diese Chance wenigstens theoretisch bekommt, mit diesem Gott einmal ins Ausland zu kommen. Doch Er wird euch abschütteln wie ein Baum seine Blätter, und ihr werdet ins Nichts geschleudert werden.

Ihr wißt es noch nicht, aber ihr müßt alle sterben, das ist einmal klar. Hört zu, ein drittes Mal werde ich das nicht sagen. Was, es ist schon das zehnte? Mir auch egal. Wenns nach uns geht, müßt ihr alle sterben, doch alle anderen, die jetzt tot sind, ihr könnt sie gern fragen, sind auch dieser Meinung. Und so geschah es, am siebenten Tag, daß es hell wurde, aber keiner war da, da sprach er an einem Ort, genau, und an diesem Tag, den ich mir im Kalender extra angestrichen habe, da sprach er also ungefähr so: Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken. Warum sagt er das extra? Wer zu seiner Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken gleichwie Gott von Seinen. Keiner ruht, nur Gott darf das. Die Seele, welche wir von Ihm erhalten haben, fliegt lustig herum, sie hat Geschmack am Fliegen gefunden, diese Drohne, dieser Parasit, der uns nur aussaugt und seinen Hobbys nachgeht, aber für sie sieht das anders aus. Sie fliegt noch ein paar Salti und Soli, die Seele, bevor sie sich bei ihrem Chef melden muß. So. Und jetzt darf uns keiner mehr anreden, denn wir haben zu tun, heute ist nicht Sonntag oder wie die Ungläubigen das nennen, was ist und sein wird und was wir nicht glauben, denn unser Gott sagt was andres, an einem andern Tag, ein andermal. In Himmelshöhn, unserer Schuld uns kühn bewußt and proud, bitte um Entschuldigung, nur unser Gott darf sich seiner Schuld bewußt sein und feststellen: Er hat keine. Uns steht das nicht zu. Wir haben kein Bewußtsein außer dem, das Er uns gegeben hat, und, der langen Rede kurzer Sinn: Wir wissen, daß wir die Zeichner umbringen müssen, ja, die Juden auch, aber das weiß nun wirklich jeder, daß man die umbringen muß, nicht nur wir, das weiß jeder hier im Saal und an den Geräten daheim, wie man früher gesagt hat, jetzt ist alles und überall Gerät, da wird kein Unterschied gemacht, nicht zwischen unserem smarten Phone und uns, zwischen Gott und uns aber schon.

Ihr könnt derweil jetzt noch der Erde kurzen Traum froh der Luft weihen, es nützt euch nichts. Von Tagesaufgang bis zur Nacht könnt ihr noch von Kummer frei sein, dann aber nicht mehr, am Vormittag ist es schon zu spät. Betet jetzt, bevor euch das Verderben trifft! Jetzt sofort beten, los! Dann seid ihr nicht mehr frei, denn dann fängt schon unsere Freiheit an. Dann nimmt keiner mehr auf eure Wünsche Bedacht, nur noch auf unsre, die Zeit nimmt Wünsche auch nicht entgegen, wo käme sie da hin, wenn sie andauernd den Wünschen, die sie bis dahin sogar kennen wird, ausweichen müßte?, denn die Zeit ist wunschlos, und sie ist uns auch bald los. Wünsche bitte in diesem sozialen Forum deponieren, ja, in dem dort auch, aber da ist schon einer, Moment!, der verschickt grade, was er gemacht und mit seiner Action Cam gefilmt hat, ein Videostick wäre praktischer gewesen, leichter zu handhaben, egal, ihr werdet schon merken, und ihr werdet es auch auf den Bildschirmen anschauen können, groß und klein, ich meine die Bildschirme, daß die euch keiner erfüllt, die Wünsche, groß und klein, bitte hier ablegen, dort liest sie keiner, doch hier lesen sie viele, Millionen, die auch an uns glauben, sich aber noch nicht dazu durchringen können, Eltern zu berauben, das Gewand mit Blut zu beflecken, eine dienstbereite Hand abzuhacken, ohne Scheu eine Frau zu steinigen, ja, einen Mann auch, auf einen kommts uns nicht an, am besten beide gemeinsam, dann braucht man weniger Steine; wir nützen das aus, was?, na, daß wir das dürfen! Wir müssen es sogar. Wir nützen alles aus, wir nützen die Foren, wir nützen das Netz bis zu seinen Grenzen aus, die es aber gar nicht hat, die keiner ihm setzt, außer wir sind in China oder Persien oder in Rußland oder so, aber dort sind wir nicht, wo wir die Grenzen umgehen müßten, hier, unser liebes Netz nimmt uns alle auf, wir lieben es. Das ist so viel besser als die Liebe zu einem Vater, der uns alles versagen muß, damit wir noch mehr wollen! Statt mit dem Vater zu reden, reden wir mit Fremden, das macht so viel Spaß! Da muß man keine Rücksicht nehmen. Unsre Wünsche fliegen davon, und in einiger Zeit, wetten?, wird uns das Schicksal, das wir anderen bereiten, in einem einzigen Tag in die Luft entführen und wieder zu Boden schmettern. Das wird einen Sinn gehabt haben, daß wir zur Besinnung kommen. Doch die liegt uns nicht, diese Frau dort spinnt, was kann ich dafür?, ich bin sie ja nur, diese Frau. Nichts liegt an uns, nicht einmal uns liegt etwas an uns, es liegt vielmehr alles in Gottes Hand, nur an Ihm liegt es.

Des Glückes Fülle, hoher Ruhm, wem wären sie je treu geblieben? Aber einen einzigen Tag sind die alle bei uns geblieben, sie wurden in den Grund hinabgehauen, gestochen, durchlöchert, niedergeschlagen und hinuntergeschmissen, wir hatten unsere Gründe dafür, und jetzt sind wir berühmt, in jeder Welt, nicht nur in dieser, wahrlich, das sagen wir euch, das könnt ihr auch haben, wenn ihr euch Mühe gebt. Ich sage, lebt wohl, ihr Idioten! Allerdings, eins ist klar: Ihr werdet uns nicht zum letzten Mal gesehen haben, ja, ja, schreit nur ruhig, mir ist das egal, uns werdet ihr schon noch sehen, und es wird das letzte sein, das ihr seht. Doch neue erscheinen, immer wieder neue, wie wir, tauchen einfach auf aus dem Nichts, wie Traumbilder im Sonnenlicht, auf die müßt ihr achten! Die haben noch größere Wut als wir, jeder noch größere. Vorsicht, hier wird eine Mauer entblößt, eine Mauer aus Menschen, die sich alle einig sind. Deshalb sage ich ja: Mauer. Wenn da mal einer herausfällt, wird es Tote geben. Euer Vater soll euch das befohlen haben? Kann ich mir nicht vorstellen. Das Verbieten wie das Strafen hat er für sich selbst vorgesehen, der sich neben Mutter und Kind aufs Bild geschummelt hat. Diese Mauer bröckelt, der Vater hat wohl gemerkt, daß er nicht in dieses Bild paßt, doch auf den Vater kommts jetzt nicht mehr an. Der kann jeder sein, der uns gezeigt wird. Er kann sogar in einem halben Büstenhalter für ein Stück Oblate oder einer schwarzen Mülltüte als Bart, den man küssen muß, wohnen. Immer mit so Strahlen rundherum, damit man weiß, was es ist. Nein, der Müll nicht. Doch das wird es nicht aufhalten können.

Der Raum verdüstert sich, dann löst er sich auf, was man nicht mehr sieht. Wir verlieren den Boden, wir sehen ja nichts mehr. Könnte genausogut die Decke sein, das wäre nicht schlecht, wir frieren so. Von mir aus. Jetzt könnt ihr wirklich wütend werden, weil ihr eure Grenzen nicht mehr seht, jetzt könnt ihr sie uns auf die Arme häufen, die Garderobe eurer Wut, denn die ist ja nur äußerlich, nicht wahr. Keine Ahnung, wo ich die hinlegen soll. Es ist total finster, aber von irgendwoher kommt so ein rotes Glühen, keine Ahnung, ob da schon wieder was brennt, es brennt hier dauernd was, gern auch ein Mensch, das Feuer nimmt alles, das ist am wenigsten wählerisch von uns allen. Die Wut zuckt herum wie ein böses Tier, die lebt, die hält nie still, kann ich Ihnen sagen, ich habe es deutlich gespürt. Die Leute reißen sie mir förmlich aus den Händen, auch wenn sie mit ganz andren Jacken hereingekommen sind, mit dieser wollen sie wieder raus. Und wenn ihr sie immer, wie immer, zu spät, achtet und beachtet, die Wütenden, die an Kleidern und Anzügen, nein: Abzügen zerren, Aufzügen? Blödsinn, vielleicht an ihren bizarren Aufzügen und ihren Umzügen zerren, die heute wieder stattfinden, wenn auch woanders, sie finden aber immer und überall statt, gehen Sie los, schon können Sie sich einem anschließen, ja, sogar dann, es wird euch nichts mehr nützen. Das unschuldige Blut ist schon vergossen worden, kommen Sie morgen wieder, wo das herkommt, gibts noch mehr. Und die Gottheit steht gleich hinter Ihnen, drehen Sie sich nicht um! Sonst sind vielleicht Sie auch noch dran, weil Sie den Todespfad des Gottes gekreuzt haben, und er wollte grad zum Überholen ansetzen. Gott, ein Meer von Blut! Ich erspare mir die Aufzählung, wer tot ist. Wem gehört diese Frau hier? Sie wissen es nicht? Das war Mord, kein Kampf! Frauen und Kinder kämpfen doch nicht! Ach was! Der Schmuck des Todes bedeutet nichts, dieser orangene Overall bedeutet nichts, das Totenkleid hier, das zufällig noch keiner genommen hat, es bedeutet nichts, egal, welche Farbe es hat, kein Freund wird sie beschützen, sie werden tot sein. Tot tot tot!

Eine Gegenstrophe, war da nicht schon einmal eine, na, dann ist diese halt auch dagegen:

Nichts ist auf Erden sicher, was von einem Gott kommt, das ist schon mal klar. Da glaubt man, man kann eine Stadt erstürmen, man kann ein Volk umbringen, man kann alle andren auch umbringen, auch die, die gar nicht dazugehören, und da versagen wir doch glatt! Wir versagen beim Töten, weil wir keinen Gott dulden wollen. Den brauchen wir nicht, merken aber zu spät, daß wir ihn möglicherweise doch gebraucht hätten. Vielleicht kriegen wir ja noch einen gebrauchten? Da haben die anderen den Heimvorteil, denn ihr Heim ist Gott, und sie tragen ihn immer bei sich. Aber wenn wir einen haben, dann töten auch wir sofort. Ach, hätten wir Ihn bloß schon! Doch Er hängt nackt und bloß an diesem Gestell, wo er doch gut an uns hängen könnte. Wenn wir einen anderen zugeteilt kriegen, der nur ein bißchen kämpferischer ist, dann töten wir sofort, manchmal schon nach drei Wochen Glaubensausbildung und Glaubensprüfung. Jeder kann das im Prinzip, es darf uns keiner blöd anreden, sonst ist er dran. Das Außerordentliche kann nicht das Auffallende sein, deshalb sehen Sie uns ja auch nie kommen, dieser wattierte Mantel schützt uns gut, das Äußerste aber muß das Innerste sein, und so machen wir das normalerweise, die Normalen machen es anders, die machen es auf ihre Weise. Sie sehen uns nicht, Sie sehen uns nicht kommen, wir können jeder sein, so einen Mantel aus Federn, so einen mit Tierprodukten gestopften Mantel trägt heutzutage jeder, so einen können Sie aus jeder Garderobe klauen, oder Sie können ihn auch kaufen, ja, auch die Mütze, den Schal, das tragen sie alle, wir sind ja auch wie alle, man erkennt uns nicht, man erkennt uns an nichts, und so verschweigen wir ihnen unsere Kühnheit bis zuletzt. Dann, wenn uns keiner kommen sehen hat, gelingt es immer, es gelingt uns einfach immer, zu vernichten, was unter Schmerzen geboren wurde. Mama und der Gebürtige, das waren immer schon zwei. Papa hat sich abgeseilt, das Seil dafür hat er sich eigens gekauft. Unser himmlischer Vater hätte das ganz ohne Seil geschafft. So viele Schmerzen und dann noch mehr Schmerzen. Alles, was lebt, muß sterben, klar. Unser Los ist das Sterben. Wir wissen selbst, wir müssen sterben, du und ich, diese hier, gegen die wir antreten, müssen sterben, wir aber auch, alle, bloß werden wir es danach besser haben, die andren nicht. Wir wollen, was wir ohnedies müssen, zur Flucht, oh Kinder, eilt hinaus! Es wird euch aber nichts nützen.

Da können sich diese Leute, selig die Friedfertigen, die können sich schon mal ihren Erbschein abholen, und sie werden sich irgendwas im Spätabendprogramm anschauen dürfen, außer sie sterben am Vormittag, dann werden sie sich hundertmal auf ihren Gott und seinen Propheten berufen können, bis sie schwarz werden, wir wissen gar nicht, ob der überhaupt welche hat, so Propheten, hat er die?, kennt der sowas?, es wird allgemein behauptet, ja, schon, aber diese Propheten waren schwach, der Beweis ist, daß ein Gott jetzt dem anderen unterlegen ist. Für die war er der Vorläufer des Herren, obwohl er beim Wassersport immer nur im Seichten gestanden ist und sich wichtiggemacht hat, für uns ist er nur der Drittletzte der Propheten. Der kann gar nichts bewirken, und dieser Vorläufige ist ja längst vom Läufer abgelöst, welcher in aller Öffentlichkeit Selbstmord begangen hat und dennoch zum Vater in den Himmel ging, welcher sowas zuließ. Was für ein Irrsinn. Wir können uns dem unmöglich anschließen! Die müssen weg. Alle weg. Jedes Volk weg, das sich darauf verläßt, daß sein Gott es bewahren wird. Wir sind weltlich, auch wenn wir unseren Gott haben, den nie berührten Ursprung und Anfang, den brauchen wir nicht mehr, wir schreien zwar Seinen Namen heraus, doch wir brauchen ihn gar nicht, denn der nie berührte Ursprung und Anfang, an dem ein Scheinwesen sein Unwesen treibt, in all seiner Unkenntlichkeit, der endet auch einmal, wir werden nicht dabeisein. Alles kein Problem, wir glauben auch an etwas, das wird oft und gern genommen, wir haben ja nichts andres, auch das nicht, was wir gar nicht kennen, doch wir nehmen alles und schauen dann erst nach, was wir da genommen haben. Im Dunkel glauben wir sogar besonders gern, wir kennen uns selbst ja auch nicht. Der Ursprung also liegt hinter uns, nicht lang zurück, aber jedenfalls kommt er nicht zurück, wir sind da, und wir sind ja jung, nicht wahr, aber er liegt endgültig hinter uns, der Anfang, wir warten nur noch auf das Ende, Moment, es kommt, es kommt!, und das ist gut so. Aber jetzt noch nicht. Auch wir müssen sterben, aber jetzt noch nicht, jetzt sterben erst mal andre. Dann wir. Alles zu seiner Zeit, und diese Zeit ist sowieso unsere.

Da haben sie sich unter diese, wie soll ich sagen, Flügel geflüchtet wie Küken, ihr Gott ein einziges Geflügel, bitte um Entschuldigung, ich will ihn nicht lächerlich machen, sonst wäre das schon das letzte, was ich gesagt hätte, viele würden es begrüßen, aber Ihn lächerlich machen, das erledigen schon andre und werden dafür bestraft, mit noch mehr Tod. Nein, nicht Hühner, so Vögel eben, die uns unter ihren Flügel bergen oder uns ihre Federn, die sie nie wieder zurückkriegen, für diesen Mantel borgen, das tun Vögel, da will ich niemand beleidigen, sich an treuer Brust von einem Gott bergen, und der befördert sie mit einem Fußtritt wieder hinaus aus dem Nest, in das sie sogar schon eine Einrichtung schleppen, ist das ein Bad, ein Klo, eine Küche? Nein. Also ich sage, nicht hingezehrt von Flammen werden wir, das ist noch das kleinste Übel, unser Feinde Spott, das ist das größte Übel, ein größeres Übel als selbst der Tod. Ja, Spott ist übel. Dafür muß ganz besonders stark gebüßt werden. Unsere Namen wird man danach jedoch in die Welt hinaustragen und dann irgendwo hinlegen, bis man wieder andere Namen kennen wird. Dafür wird es sich doch gelohnt haben, oder? Nur unser Gott wird wissen, wo wir liegen, welche Reihe, welche Parzelle, und das genügt uns. Er weiß, wo er uns abholen soll. Der Spott das größte Übel, größer als wir auf jeden Fall, deshalb paßt er uns nicht, der Spott vernichtet uns, daher töten wir die Spötter als allererstes. Wir haben so gearbeitet im Krieg, wir haben so viele umgebracht, aber uns wäre es unerträglich, müßten wir nun einen feigen Tod sterben. Bevor gespottet wird, töten wir schon. Nur manchmal kommen sie uns zuvor. Wenn der Spott einmal in der Welt ist, kann er nicht mehr getötet werden. Besser vorher, aber das kriegen wir nicht immer hin. Wir können nicht immer hinrichten, bevor etwas gesagt wird. Wir können ja nicht überall gleichzeitig sein. Nicht Feigheit hält uns zurück, auch nicht die Lust am Leben. Der Spott muß weg! Der muß als erstes weg. Der Spötter auch. Sein Nacken bietet sich der MP dar, da wird durchschossen, gemordet, vom dritten Stock hinabgestürzt, in den ersten Stock hinaufgestürzt, wir fragen nach der Adresse, und dann bringen wir den Tod für Bilder, damit noch mehr Bilder entstehen, in denen Leidenschaften verankert sind, und wir noch mehr töten können.

Zur Lage, na endlich!: Was ist der Mensch? Was ist ein Mensch gegen sein Bild! Das ist doch vollkommen egal, wir können uns den Menschen überall anschauen, überall auch im Bild, wird immer gern genommen, sogar wenn der Apparatus auf einem Stock steckt, eine gepfählte Handkamera, selbst schon ganz nett, und wie wird erst das Foto ausfallen!, viel besser als früher, als man den Stock noch nicht hatte, das heißt, falls die Kamera nicht vorher ausfällt. Wir verlieren dadurch nichts, daß wir es später online stellen, im Gegenteil, wir verdoppeln uns sogar. Wir werden, wenn wir Glück haben, Millionen! Das Bild bleibt ja! Es bleibt überall, wo wir es hintun, es kann nie verlegt werden, es bleibt im Gerät und geht gleichzeitig fort, und es kann auch überall sonst auftreten, wenn es angeklickt wird. Dort bleibt es dann stehen, bitte, jederzeit. Auch gern so lange, wie wir wollen, das Bild ist im Grunde ewig, denn das Netz verliert nichts. Wird es irgendwo gelöscht, ist es auch woanders zu sehen, das Bild, an Tausenden Orten. Man kann sich alles immer anschauen. Was? Da hat eine Tür geknarrt, das darf sie nicht. Nichts soll den Unsichtbaren auf uns aufmerksam machen, der hat anderes zu tun.

Ich höre Wasser. Das alles können wir nicht dulden. Wir können nichts dulden, weil wir keine Dulder sind, wir sind ja nicht blöd. Wir sind schon aus Prinzip keine Dulder. Was? Echt? Sie kommen von einem Gott? Ich habe Ihnen doch gesagt, das erzeugt die größte Unsicherheit, wenn Sie nicht sagen, von welchem, also lassen Sie das bitte, oder geben Sie Auskunft über sich und Ihr einziges Kind, das Er Ihnen angeblich erschlagen hat. Kommen Sie woandersher! Sie müssen nicht einmal sagen, woher Sie kommen, Hauptsache, Sie kommen. Bei uns sind alle gleich. Aber wenn Sie von einem Gott kommen, egal von welchem, nein, nicht egal, denn das dulden wir nicht, außer es ist unser Gott, dann willkommen, Bruder, Schwester! Hören Sie, das haben Sie noch nie gehört, wozu brauchen Sie Hefte zum Aufschreiben? Was brauchen wir Lehrer? Wir brauchen sie schon, aber nur, wenn sie Führer sein und niemanden etwas lehren wollen, das wäre uns zu mühsam. Die Mühseligen und Beladenen? Also die müssen zu jemand anderem gehören, zu einer andren Reisegruppe, folgen sie dem roten Schirm, wir folgen der hochgehaltenen Tasche, dem Stock, dem bunten Schal. Der armen Frau tut schon der Arm weh. Haben wir vorhin was von Drachensaat gesagt? Schon vergessen, obwohl es keine zwei Minuten her ist. Nein, es war am Anfang und ist Stunden her!

Das haben Sie gesagt, entschuldigen Sie, aber Sie haben es gesagt, Sie haben es gegen die Einebnung und grenzenlose Anwendung des Führerprinzips gesagt, Sie haben es gesagt, keiner hat es verstanden, denn einen Führer braucht man im Unbekannten, und das wird durchgeführt und aus, also ausgeführt: Die Söhne dieser Erde, die der Gott des Krieges, mit Tritten den Kiefer des Drachens leerend, also die Zähne hat er ihm einfach rausgebrochen, nicht?, damit er die Drachensaat also werfen konnte, und die hat er also, die hat er ausgesät, wie gesagt, diese Unsäglichen, die mit uns ja nicht reden wollen, haben die Zähne von dem Drachen hier ausgesät, nein, nicht ausgesägt mit der Laubsäge ein Herz in die Aborttür, sowas gibts hier nicht mehr, es gibt nicht mal Aborte, es gibt einen Kübel, das muß genügen, ein Kübel genügt für viele, wenn sie sich bei der Nahrungsaufnahme etwas einschränken, das müssen sie schon, nicht wahr, dann genügt ein Kübel für die ganze Nacht, der Durchfall der Juden, die bei uns schon vor langer Zeit und für alle Zeit durchgefallen sind, und das wird sich auch nicht mehr ändern, der kann ja auch an der Mauer runterrinnen und in die unteren Betten tropfen, daher ist es besser, das oberste Stockbett zu nehmen, oje, und jetzt kommt der Stockzahn vom Drachen auch noch runtergeflogen. Er hat aber noch mehr, das war nicht sein einziger Zahn. Straflos uns gebieten soll kein Gott mehr und kein Land und kein Volk und kein Kontinent und kein Vorgesetzter und keine Erde und kein Land und kein Meer. Wir sind von der Leine, nein, wir kommen nicht von der Leine weg, ich glaube, das ist ein Fluß, glaub ich, keine Ahnung, wo der ist, doch wir sind von der Leine gelassen. Das geht. Ja, ich glaube, das geht.

Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen!

Höre, lieber Gott, meine Stimme in meiner Klage, wenn du das aushältst, es klingt ja auch wirklich nicht gut, nicht gut genug für dich. Wir sind zu klein für dich, führ mich, oh Gott. Behüte bitte mein Leben vor den schrecklichen Feinden, es sind so viele, ich habe nicht den Überblick über sie. Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der Flüsse und der Übeltäter, die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, das Schwert dann aber noch schärfer machen wollen, die sind jetzt alle total scharf auf uns! Ja. Mit ihren giftigen Worten zielen sie wie mit Pfeilen, aber wenn sie gar nichts mehr sagen, wenn sie nur den Namen ihres Gottes sagen, auf den sie so scharf sind, dann sind sie noch gefährlicher. Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge, die gelingen ihnen schon sehr oft, zu oft, das muß ich zugeben, leider, sie reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und sie sprechen und sie sprechen, also, sagen wir mal so. Sie sprechen folgendes: Zuerst sagen sie immer den Namen ihres Gottes, das gehört für die einfach dazu, obwohl es nicht einfach sein kann, ihn sich zu merken, den Namen Gottes auszusprechen, wenn man mit den Gedanken schon woanders ist, wie viele man wohl erwischen wird?, wieso fürchten die sich nicht?, wenn schon nicht vor uns, dann wenigstens vor ihrem Gott? Wieso haben die keine Angst? Wie kann das sein? Wer kann sie sehen? Du kannst sie doch bestimmt sehen! Du siehst ja alles! Bitte sag uns, wo sie sind, kommen sie schon die Treppe herauf, haben sie den Türcode geknackt, oder hat ihnen den jemand gezeigt? Egal. Sie haben Böses im Sinn und halten es auch noch geheim, erst nachher kann man es in den Netzwerken sehen, in den Ränken, die DU über sie geworfen hast, damit sie glauben, es hört ihnen jemand zu, was aber leider nicht stimmt, in den Netzen des Sozialen, auf dem Soziussitz des Netzes oder was weiß ich, ich glaube, das gibts heute gar nicht mehr, daß ein zweiter mitkommen darf, außer beim Killen. Wo noch? Wo sie sich das noch alles anschauen. Sie versenden das Böse auch in Redaktionen, in denen sie dann die Redakteure umbringen, wozu etwas versenden, das dann keinen Empfänger mehr trifft oder Millionen davon, es ist alles eins, nein, es sind nur ein paar Tausend, nein, es sind schon mehrere, viele, aber nur ein einziges Mal! Ein Wahnsinn! Wer kann sie sehen, wir sagten es schon, also bitte wer? Sie haben Böses im Sinn, das haben wir auch schon gesagt, Gott, du willst dir ja nicht immer dasselbe anhören, du wechselst sonst den Kanal, doch dort läuft nur Werbung, und es laufen Verkaufsshows, du stellst statt dessen schon die Mülltonne auf, bevor wir noch fertig gebetet haben, damit wir den Schund dort hineinschmeißen, denn nur Du bist wichtig, sonst keiner. Du brauchst keinen Finger dafür zu regen, in dem und dem Kanal landet sowieso alles. Da triffst du sie mit einem Pfeil, hoffen wir zumindest, daß du triffst, daß du sie triffst, und plötzlich sind sie zu Boden geschlagen. Ihre eigene Zunge hat sie zu Fall gebracht, noch vor dem Pfeil, und die Zeit, die sie gebraucht haben, das alles aufzunehmen, nein, das hat gar keine Zeit gebraucht, die teure Abenteuercam läuft automatisch mit, sowas bräuchten wir auch. Aber wieso bringt ihre eigene Zunge sie zu Fall, daß ihrer spotten wird, wer sie sieht? Na schön, zuerst haben wir gespottet, und dann sind sie über unsere Zunge gestolpert und dann wir selber, wir sind dann selber über unsere Zungen gestolpert, Gott, wie konntest du das zulassen! Aber uns wird es länger geben, auch wenn es uns gar nicht mehr gibt. Du wirst, auch wenn wir nicht da sind, achtgeben auf uns, Gott. Und alle Menschen werden sich fürchten, alle fürchten sich jetzt schon und sagen: Das hat Gott getan! Wir schwören, daß das nicht wahr ist. Glauben Sie es nicht, wenn Sie es hören! Das hat er nicht getan, auch wenn Sie zu erkennen glauben, daß das Sein Werk war, es war es nicht. Die Gerechten werden sich des Herrn freuen und auf Ihn bauen, das Haus wird dann auch einstürzen, die Freude wird bleiben, aber im Himmel unter dem einen, einzigen Gerechten, der dort ist, weil Gott sich über ihn so gefreut hat, daß er ihn mitgenommen hat, und was Ihn freut, das will Er sich immer wieder anschauen. Über uns scheint Er sich nicht so zu freuen. Vielleicht weil wir uns rächen wollen? Statt gerecht zu sein, aber Rache wäre in diesen Fällen wohl angebracht, ich weiß bloß nicht, wo. Auf der Mauer? Nein, dort hängt was andres. Und alle frommen Herzen werden sich danach Seiner rühmen, ich habe vergessen, in wessen Namen die schon wieder angeben werden, aber den Namen haben sie nicht angegeben, wie sollen wir dann wissen, was passiert ist? Na ja, von mir aus. Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren, alle Helden, die Gott vergessen, sollen auch wegfahren. Keine Ahnung. Die Hoffnung der Gestorbenen soll nicht verloren sein, nur finde ich sie leider nicht, was soll man da machen. Herr, steh auf, daß nicht Menschen die Oberhand gewinnen! Schon passiert, leider. Die herrschen jetzt über Dich, Herr, irgendeinen Knecht wirst Du wohl haben, sonst wärst Du kein Herr. Und Du hast es noch gar nicht gemerkt, keine Ahnung, was! So. Laß alle Heiden, nein, Helden, nein, Heiden, also alle außer uns, nicht wahr, vor Dir gerichtet werden. Warum tust Du es denn nicht? He! Lege, Herr, einen Schrecken auf sie, daß sie die Heiden, nein, eindeutig die Helden, es steht nicht so da, aber es müssen die Helden gemeint sein, und, Herr, lege Deinen Schrecken auf sie, daß sie erkennen, daß sie auch irgendwas sind. Hier steht Menschen. Daß sie Menschen sind, steht hier. Genau, genau das steht hier. Aber hier steht keiner.

Ich frage mich, ob es nicht umgekehrt ist, ob ich nicht voreilig war, ob nicht von Anfang an Du es warst. Ich antworte mir nicht. Furchtbar bist Du, daß Du es mir nicht sagst, ein furchtbarer Richter, ja, wenn Du Dich aufmachst zu richten. Na los, fang damit an, daß Du hilfst allen auf der Erde, ja, wirklich allen, die irgendwie leiden, die auch leiden wie alle, dann ist wieder mal keiner da. Es war alles hergerichtet, es war alles hingerichtet, keiner mehr da. Aber es gefällt Dir ja so, wie es ist, es gefällt Dir so. Wenn Menschen gegen Dich wüten, bringt es Dir was. Was? Genau. Es bringt Dir Ehre, und wenn sie noch mehr wüten, bist Du auch gerüstet, Herr. Du willst, daß sie Geschenke bringen Dir, dem Furchtbaren? Dem Furchtbarsten von allen? Na, dann bringen sie sie halt, die Geschenke. Das wird Dich nicht besänftigen. Es wird Dich nur noch wütender machen. Es werden die falschen Geschenke sein. Nur ein paar Fleischfetzen, das Einfrieren lohnt sich gar nicht. Du wirst sie ihnen ins Gesicht werfen und dann das ganze Gesicht wegschmeißen, mitsamt der Torte, die irgendwie dort gelandet ist. Und den Kopf gleich hinterher. Sowas geht schnell, wenn Du einmal in Schwung bist. Sie verbrennen für Dich alle Gotteshäuser, und wenn keine mehr da sind, verbrennen sie auch die andren Häuser. Du stürzt sie zu Boden, doch sie machen weiter, auf diesem schlüpfrigem Grund, auf den Du sie vorher gestellt hast, damit sie ausrutschen, weil Du sowas schon geahnt hast. Doch der Boden hält niemanden auf, es sei denn, er läge drunter. Tatsächlich, ich habe es mir schon gedacht, da liegt er, mit vielen anderen, unter vielen anderen. Er wurde leider aufgehalten. Und der Boden selbst wurde auch aufgehalten, von den zitternden Armen von irgendwem, bis alle, wirklich alle, drinnen waren. Es wird alles verschwinden, das meiste ist schon weg; man sieht die Messer sich heben, als wären die Menschen das Dickicht des Waldes. Man sieht sie ein Heiligtum verbrennen, bis auf den Grund entweihen, die Wohnung, die unter Deinem heiligen Namen eingetragen ist, die kann nun nicht mehr vermietet werden, Herr. Als Hausbesitzer bist Du eine Niete. Allein der Wasserschaden ist nicht zu beheben, und vom Brandschaden spreche ich gar nicht erst. Das hast Du Dir nicht so vorgestellt, was?, dem Drachen im Meer, nicht mal reinrassig, ein Trumm von einem Kerl, der irrtümlich mit ausgegossen wurde, der Leviathan, ein Kollege des Todes, mit dem Du so gern spielst, dem steckst Du die Hand ins Maul, ob noch alle Plomben und Brücken drin sind, die Du bezahlt hast, ja, Du spielst mit dem Tod und mit dem Ungeheuer, das ist alles ein Spiel für Dich. Du spielst mit dem Bösen und läßt es manchmal sogar gewinnen! Für die andren Schädlinge bleibt nichts mehr übrig von Deiner Zuneigung. Wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen? Wer?, wen?, das hab ich vergessen, hören Sie auf mit diesen Vorwürfen! Bitte ehrlich, solang noch ein Arm da ist, der sich heben läßt: Wer soll hier noch wohnen? Nicht einmal, wenn man ihm was zahlt! Die Tür ist eingetreten, danach kann niemand mehr eintreten, und die Tür war sowieso nie ein Hindernis. Nicht wirklich. Das Wasser hat alles ruiniert. Überall Schutt. Gott, Du hast, um das Feuer, das in uns brennt, zu löschen, Quellen und Bäche hervorbrechen lassen, und jetzt kann es hier wirklich keiner mehr aushalten, es gibt nicht mal eine Kochgelegenheit oder Wasser oder ein Klo. Das hast Du vorher nicht bedacht. Es war eine Investition, die sich nicht gelohnt hat, dieses Haus zu bauen, jetzt ist alles kaputt, bevor noch jemand einziehen konnte. Alles hin. Das hast Du fein hingekriegt! Dafür hast Du starke Ströme versiegen oder eindringen lassen, je nach Deinem Willen, und irgendwelche Leute den wilden Tieren vorgeworfen. Es gehört Dir alles, aber was ist das schon? Was ist Dir denn geblieben? Vielleicht hat es sich aber doch gelohnt, weil alle bezahlt haben? Sie haben Vorkasse geleistet, die armen Deppen. Sie haben zu früh bezahlt, eine nette Abwechslung zum üblichen. Da zahlen die Leute immer zu spät, wissen aber wenigstens, wofür. Der Tag und die Nacht, welche Du auch gemacht, ja, beide, was wird jetzt aus denen? Die kriegst Du nicht so schnell kaputt. Ja, auch die Sonne und die Gestirne, alles Deins. Und, das ist das wichtigste: Du hast dem Land seine Grenze gesetzt. Nur scheint sie niemand zu sehen. Sie gehen hin, und sie gehen her. Sie gehen herum. Sommer und Winter hast Du gemacht, nur spürt das keiner. Es ist alles gleich. Wenn alles tot ist, ist alles gleich.

 

So. Also:
Euripides: Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles)
Andreas Marneros: Irrsal! Wirrsal! Wahnsinn!
Hans-Joachim Behrendt: "iustitia prohibitoria". Das väterliche Gesetz und die ödipale Szene." Florian Freistetter: Wir wissen, wo du wohnst! (zitiert aus dem "profil")
Sigmund Freud: Zur Gewinnung des Feuers
Klar, auch Heidegger, ein paar Fetzen aus den Schwarzen Heften 1931-1938
Die Psalme König Davids
Klaus Theweleit: Das Lachen der Täter
Dank an Maria A. Stassinopoulou

 

 

Abbildung: Heracles strangling snakes (detail from an Attic red-figured stamnos, c. 480–470 BCE)

Foto: Bataclan, 13.11.2015

 

 

15.6.2015 / 17.7.2016

 

Ich, ja, echt! Ich.

So ein moderner Mensch bin ich jetzt, erstaunlich!, war ich noch nie, und doch, mein Kopf sinkt auf die Brust, bis fast auf den Boden, ich liege da, es fehlt mir nichts, ist das zu glauben? Die Tat ist längst angezeigt, sie hat natürlich nicht mir gegolten, Ihnen aber auch nicht, ich soll trotzdem etwas dazu sagen, warum, ich werde aufgefordert, die Tat anzuzeigen, als wäre ich dabeigewesen, nichts dagegen zu sagen, nichts dafür, das sowieso nicht, diese Tat war nicht zu verbergen, und sie ist das am wenigsten Verborgene, das seit langem geschehen ist. Und mich, mich, mich Geisteslose, ausgerechnet, soll es treffen, mich zu äußern, dabei bin ich doch die ganze Zeit schon außen, es nützt mir nichts, kein Zorngericht, kein Strafantrag, die machen das alles alleine, ohne mich, wer fragt mich schon, ich werde nachdenklich: Die Toten, alle murren, schütteln die Köpfe, verzeihen, verzeihen nicht, verweigern Haß, geben Haß, es ändert nichts, die Opfer sind begraben oder verbrannt, das Gesetz wurde gesprengt, da suchen noch immer welche die Stücke zusammen, die Scherben fürs Scherbengericht, vielleicht kann man das ja wirklich essen!, da wurden aber Menschen zerbrochen, wenn auch nicht jeder an sowas zerbricht, sie können nichts dafür, das gilt für alle.

130 tot, so ungefähr, nein, man weiß es längst, ich nicht darunter, denn nichts dagegen hätte ich gewußt, und dafür war ich natürlich auch nicht, und vollbracht hab ich auch nichts. Ist das Musik? Ja, das ist Musik, wenn auch nicht in meinen Ohren, ich war nicht dabei, da knallt es auch schon, wahnsinniger Lärm, anschwellender Lärm wie vom Ende der Welt, das kann ich leicht sagen, denn ich habe es, wie alles, was ich weiß, nur gelesen, weder das eine noch das andre hab ich erlebt, hab ich ein Glück! Lärm wie ein Wink Gottes, wird er das Erwartete treffen, oder wird das Erwartete ihn treffen? Ja, er trifft es und geht weiter, da liegen sie, die Toten und die Totgestellten, die ihre innere Uhr auf Unbeweglichkeit gestellt haben, vielleicht bleiben sie verschont unter all den anderen Unbeweglichen, Getroffenen. Es ist längst nichts weiter zu forschen, den letzten haben sie vor kurzem geschnappt, er war unterwegs, jetzt ist er angekommen, es sprechen noch viele, es wird immer noch gesprochen, es wird noch lang gesprochen werden. Die Geschirre biegen sich um die Nacken der Schreiber, die alles festhalten, aber nichts erwischen, wieder vorbei, knapp vorbei ist auch ganz daneben. Ganze Städte wollen sie verführen, nein, nicht die Schreiber, andere, die aus allen Fragen fliehen wollen und dann, wenn keiner auf sie hört, aber auch sonst, auslöschen den, der sich nicht verführen läßt.

Ich verstecke mich unter ihnen wie damals die Lebenden unter den Toten. Ja, danke, ich schreibe auch, aber das kann ich nicht schreiben, warum auch?, es ist ja schon geschrieben!, es ist alles geschrieben. Das Schreiben hat Männer noch einmal aus ihren Häusern gerissen, hat andre noch einmal in die Luft gesprengt, man erkennt sie noch einmal nicht wieder, es wird noch mehr geschrieben, hier auch von mir, wozu? Schreien Sie nicht so, ich höre schon wieder auf, man kann das nicht schreiben, nicht einmal und zweimal auch nicht, nicht noch einmal, selbst wenn man es weiß, wieviel an Gottlosigkeit wir leisten können, daß uns die Besitzer ihres Gottes vernichten wollen. Mein Gott, ja, meiner!, so klein wie der sind Sie nicht, doch besitzen kann man Sie trotzdem nicht. So, Menschliches kann jetzt vielleicht kommen und dann noch einmal? Nein, es kommt nicht, auch nicht ein zweites Mal. Ich sollte es sagen können, doch ich kann nicht. Ich habe durch so viele Jahre eine einzigartige Tiefe, sagen wir, wie ein andrer gesagt hat, denn nichts andres kann ich sagen und noch einmal sagen als das, was es schon gibt: eine Wirrnis, ja, das kann ich unterschreiben, eine Wirrnis habe ich erreicht anstatt einer Wahrheit, muß nicht unbedingt die des Seins sein, kann sein, daß es eine Wüste ist, ein leerer Tanzplatz, nicht der Mordschauplatz, ein andrer Platz, völlig leer, ein Zwischenplatz, nicht zu verwechseln mit dem lieben Zwischenraum, zwischen was? Zwischen Gott und was oder wem? Zwischen Gott und, ja, der dunklen Wirrnis, die wir sind. Kommen Sie herein, der Zwischenraum ist größer als der Raum, haben Sie sowas schon erlebt? Ja, schon, aber nur einmal, kein zweites Mal.

Bitte begeben Sie sich in den Transit-Zwischenbereich. Die Leute werden so schnell vernichtet, aus sich herausgefetzt, obwohl sie sich für diesen Bereich auch noch anstellen müssen, sie können nicht alle auf einmal hindurchgehen, und ich kann nicht hindurchsehen, sie stehen zu dicht; sie stellen sich an vor leeren Geschäften, die nicht ihre sind und auch nichts mehr enthalten. Wie ihre Körper, die von Nagellack und Haaraufklärer, nein, Haaraufheller zerrissen wurden. Dann wieder zerre ich mich selbst hervor und betrachte mich im Spiegel. Ich wars ja gar nicht, ich war nicht unter ihnen und nicht über ihnen, sonst wär ich ja ein Vogel oder ein Flugzeug. Ich bin aber eine kaputte, ausgebrannte Drohne, die immer nur droht, das hat keine Folgen, seien Sie froh, sonst müßten Sie es noch einmal und auch noch die Fortsetzung hören. Wenn ich zu allem etwas gesagt habe, dann doch auch diesmal. Warum nicht auch diesmal? Wieso grade diesmal nicht und dann noch einmal? Wer will mir was verbieten?

Was immer es war, es hat auch die Männer aus ihren Häusern geholt, sie folgten einem inneren Drang, glaube ich, und inzwischen erkennen die Sterblichen (sie haben schon erkannt, es war nicht zu übersehen), daß immer andre gestorben sind, sie aber nicht, sie hätten es nicht sein können, sie waren nicht dort, wenn schon, dann müssen sie woanders sterben, dieser Todesort war für andre bestimmt. Erkennen Sie das schändliche Werk in einem Akt?, ich war zu faul, es auf mehrere Aktenordner aufzuteilen, die es mühelos gefüllt hätte. Daß Schlimme von den Himmlischen sind geehrt? Daß wir nachdenklich sein sollen um dieser Toten willen? Ja, jetzt sind wir halt nachdenklich, morgen denken wir wieder vor, vielleicht sogar quer, diese Toten haben wir gebraucht. Die haben wir auch noch gebraucht. Es ist für nichts. Alle sagen was, manche sagen was andres, es ist für nichts. Es ist für den Gott. Es ist für nichts, es ist vor der Zeit, es ist vor der Rechenschaft, denn man kann es nicht berechnen. Das Leben kommt einfach so daher, keiner hat darum gebeten, und doch ist es da, und schon schreit es, mehrmals, ich höre es, und ein Nachhall ist das nicht. Und jetzt ist es eben weg, keiner hat darum gebeten. Schlichte Wahrheit, und doch kann man einen Eid drauf schwören und dann noch einen zweiten. Der letzte Täter ist geliefert, aber das, was hier steht, daß er die Toten hackt, das kann ich mir nicht vorstellen, meint er Geier, die sowas tun? Wir haben ihn jetzt vors Auge geschafft, vors Gerät, das alles aufnimmt oder abgibt, je nachdem, wie man es will, bereit für den Hacker, aber er sagt nichts, hols der Geier, der Täter sagt nichts, bitte, er lebt, kann aber nicht aufs Kreuz gehängt werden, er ist gefaßt aufs Paradies, aber den Zug hat er versäumt. Es ist nicht alles gemacht zum Erwerbe? Ist das die falsche Zeile, in die ich gerutscht bin? Gibt es was auszurichten, oder kann ich jetzt umkehren?

Aber Sie schauen ja die ganze Zeit mit Ihrem falschen Gesicht, Ihrer falschen Haarfarbe, Ihren gekrönten Zähnen und Ihrer armseligen Kunst, gemalt auf die Wangen und Lider, schon zurück, brav wie ein Engel! Wenn Sie also umkehren wollen, müssen Sie vorwärtsgehen, klar. Wie siehts in Ihrem Inneren aus, daß Sie das nicht kapieren? Aber ich habe gar kein Inneres! Ich suche und suche und schaue noch einmal nach, ich finde keins, innen, da ist nichts, da sind ein paar Organe, okay. Gut, daß die so schnell kaputtgehen, sonst wären einfach zu viele Menschen da, ich inklusive. Was rechnen Sie, wo ich meinen Kummer finde? Wieso wollen Sie den überhaupt haben? Andre meiden ihn. Wie einen Anschlag am Schwarzen Brett, wo die Toten stehen, also nur ihre Namen natürlich, die will man ja auch nicht unbedingt sehen. Was, Sie sind gar nicht tot, und Sie haben auch niemanden verloren, den sie je wieder auffinden wollten?, seien Sie doch froh!

Aber ich zum Beispiel habe auch zwei Leute umgebracht, zuerst den einen und dann noch einmal den anderen, ich gebe es ja zu, zählt das denn gar nichts? Nein, hab ich ja gar nicht, aber furchtbar ist Gewissen ohne Wahrheit, das kann ich Ihnen sagen, da bricht Ihnen eine Stützmauer weg, kann auch das Stützrad sein. Hier, an diesem Platz geschieht es, daß Gott ausfällt, daß er einen Anfall kriegt, daß er etwas übersteigt, was allerdings ohnehin seine Aufgabe ist, daß er dauernd etwas überschreitet, vielleicht sollte man sagen: übersteigert? Für den existiert kein Weg, kein zweiter Weg und kein Gelände und kein Geländewagen. Übersteigerung bedeutet, über das menschliche Wesen hinwegzusteigen. Die Mörder wissen das. Sie wissen, daß, wo sie so laut von Hingabe sprechen, noch nicht einmal die Angabe geschrieben ist, daß man 130 Tote auf- und auszurechnen hat. Diese Hingabe, wie sie sie nennen, ist doch nichts als die rechtzeitige Versicherung einer endgültigen Sicherheit. Woher die das wohl haben? Ich hätte gern auch was davon, aber ich habe nichts davon, und für Versicherungen muß ich außerdem bezahlen. Na schön, von mir aus, zahl ich halt nicht und bleibe unsicher.

Aber warum müssen die unbedingt ein Ziel haben? Wo liegt der Grund der Notwendigkeit? Weil ein Wink des Gottes einen treffen könnte, und man hätte gerade weggeschaut? Keine Sorge, das passiert schon nicht! Die schauen natürlich immer hin. Immerhin, ihr Lieblinge Gottes! Und dabei wäre das nur ein verwischtes Winken vor einer Sperre, die niemals aufgeht, obwohl der Abflughafen dahinter so verlockend ist? Ist das schon eine Antwort? Aber sie wissen nicht, daß das Ziel niemals das Höchste sein kann, sondern der Höchste selbst, das sagen sie ja und dann ein zweites Mal, nein, stimmt nicht, das Ziel ist niemals das Höchste, kann es nicht sein, nein, nein, sondern nur der Vordergrund, der aber auch ein Grund ist, ein Abgrund des Dazwischen? Ach was! Es geschieht jetzt folgendes, ich hör ja schon auf, bloß muß ich es noch einmal sagen, es geschieht, daß Gott seinen Wink gegeben hat, von der Gangway her, ja, bevor er eingestiegen ist, aber das ist doch schon passiert, wieso geschieht das denn dauernd jetzt? Weil Gott kein Zeitgefühl hat?, also der hat Ihnen eindeutig zweimal zugewinkt, das ist großartig, wenn man Verbrechen begehen möchte, vielen Dank für den Wink, der eine hätte schon genügt, Doc, Gott, wer immer Sie sind, wir hätten uns sonst nicht getraut, so viel rotes Fleisch zu essen. Sie sind der Andrang unserer Wirrnis, aber Sie können niemals unser Ziel sein, das wäre eine Herabsetzung, eine Degradierung, ein Sakrileg. Nein. Das Ziel ist die Augenblicksstätte der Ziellosigkeit, des unerreichbaren Unabwendlichen, und ich wende mich auch schamvoll ab, wenn das von mir verlangt wird, bitte. Es ist geschehen. Was soll man da noch sagen. Dem kann nicht weiter nachgespürt werden. Ein Zusammentreffen, um getroffen zu werden, manche auch noch ein zweites Mal? Niemand wird die, die es getroffen hat, je wieder hierher oder dorthin kommen sehen. Alle haben alles schon gesagt, auch ein zweites Mal und dann noch einmal. Was soll denn ich noch dazu beitragen? Dies ist hier gekommen, wer hat es bestellt? Keiner. Was aber tun mit dem, was schon da ist? Ich weiß es nicht. Die Taten sind aufgenommen, die Toten auch. Da sag ich jetzt viel Dank den andren Göttern. Der eine, einzige, war jetzt schon dran, den nennen wir jetzt einmal nicht. Wer weiß, was dem sonst noch einfällt. Ich gehe ab, obwohl ich niemandem abgehe.

Bitte um Entschuldigung, ein paar Fleischfetzen hab ich der armen Antigone herausgerissen und weiß jetzt nicht, wo die hingehören. Und den Heidegger trifft es auch immer. Es sind eh immer dieselben.

17.7.2016


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