NEIN: MEINS, ALLES MEINS! HAHA!

(Ajax Ajax!, reinigt alles)

Sie müssen jetzt wirklich aufpassen, daß die Leitung, nach der Sie gegriffen haben, nicht nach Ihnen greift! Die peitscht mit ihrem Schwanz in der Luft herum und funkelt, nein, wirft mit Funken, dieses Funkenmariechen, das die Bahn fahren läßt oder anhält, je nachdem. Die Toten stürzen beim Begräbnis ja auch nicht einfach in ihr Grab hinein, da ist vorher Arbeit nötig, bevor sie versenkt werden wie Schiffe. Sie! Sie gehen aus dem Haus, kommen sich schön vor, haben in sich investiert, und da steht die Leitung, die für Ihren Schutz schon oft die rettende Hand ausgestreckt hat, und sie streckt auch diesmal die leitende Hand aus und zieht Sie zu sich empor, es ist ein Magnetismus zwischen Ihnen beiden entstanden, etwas, das nicht ausgeht von dem Zuhause, das Sie derzeit bewohnen. Sie sind ja nicht zu Hause. Denn wenn Sie nicht ausgehen, lernen Sie niemanden kennen, oder Sie müssen sich ans Internetz wenden, die haben riesige Menschenvorräte für Sie. Lieben kann man ja jeden, tut es aber nicht. Ich sage jetzt: Das Ausgehen ist das Schönste für jeden Menschen, danach drängen sie sich, nach ihrem Vergnügen, nach Festen und Essen, diese Flamme wird nie erstickt werden, dafür ist gesorgt. Ringsum brennen die Rümpfe der Schiffe, aus ihren provisorischen Gräbern springen die Menschen nun, ich glaubs nicht, wie Delphine wieder heraus, es ist ihnen zu heiß, es ist ihnen zu kalt; solang das Licht noch brennt, fließt der Strom dahin und der Menschenstrom auch, nein, umgekehrt, solang noch Licht war, konnte niemand über diesen Mann herrschen, der sich mit dem Reißzahn des Stroms umbringen lassen wollte. Der wurde jedoch abgeschaltet, ausgeknipst. Ein Glück, daß wenigstens die Handys ringsumher genügend Saft für Fotos und Filmchen hatten! Das Licht ging einfach aus, weil es auch einmal etwas erleben wollte. Alle gehen aus, nur das Licht bleibt da, wo die Lampen sind, es geht aus, kann aber nicht aus sich heraus. Es hat sich wohl gedacht: Dieser Mann kann niemandem Nahrung sein, wozu ist er dann auf der Welt?, Sie sehen ja selbst, daß er das gar nicht will. Er ist nicht tot, dafür ist immer ein anderer tot, nein, mehrere sind tot, viele, noch mehr als viele, immer immer immer, nur wir nicht, lieber der dort drüben!, solang er die Leselampe eingeschaltet und auf sich selbst gerichtet hat, findet einer in ihm sein Ziel. Und wenn einer es findet, findet es jeder. Er wollte von nichts was wissen, dieser Mann, nur von sich. Seine Barbarensprache kenne ich nicht. Er kann mir nicht sagen, was er will, und wenn er spricht, verstehe ich ihn nicht. Aber auch er kämpft mit einer Einsicht, noch hat er sie nicht, die Einsicht sagt ihm, er sollte lieber maßvoll sein. Es liegt nicht an ihm. Er ist so dermaßen sterblich, wir kommen da gar nicht mit, er kommt mit den Todesboten aber auch nicht mit, die Boten sollen ja was bringen, nicht etwas mitnehmen oder nur in seltenen Fällen, falls etwas unseren Vorstellungen nicht entsprochen hat und unserem Willen auch nicht. Ich hoffe, unser Haß auf einen, der nicht sterben konnte, oder einen anderen, der dann doch stirbt, fragt sich nur, warum, vergeht bald wieder. Fremde Hände lenkten diesen Mann, für dessen Schutz wir nie unser Leben einsetzen würden, wer würde sowas auch tun?, und wollten seinen Untergang, ja, die Hände wollten das. Doch er: Auf kein Wort wollte er hören. Dabei haben wir ihm gesagt, er soll endlich verrecken, da er das ja ohnedies selber möchte, er soll sich selbst erfüllen, ohne daß er uns prophezeit worden wäre. Und er soll möglichst viele mitnehmen, die wie er sind. Sie sollen alle aufgehalten werden, damit sie stillstehen und sich konzentrieren lernen, dann ziehen wir sie in einem Lager zusammen, was sollten wir sonst mit ihnen anfangen? Wer wendet dieses Schicksal ab? Der Mann will unbedingt solche mitnehmen, die wie wir sind. (Nein, nicht Jesus oder andre Idioten, die wollten das natürlich auch.) Er ist hergefahren als sein eigener Herr, nicht als Unterführer, ich meine als Überführer unter anderen Unteren. Er will uns alle umbringen, wenigstens einige von uns. Der andre nur sich selbst. Müssen sowieso alle ins Grab gelegt werden, wo sie zu Recht nicht mehr sprechen, und wir können ganz ohne Furcht vor ihrem Mund, ihrem Gürtel, ihrem Rucksack, ihrem Trolley sein. Warum ihm nicht den Gefallen tun? Gefallen? Da müssen Sie noch warten, bis ich das Buch über Ajax und Selbstmordattentäter wie ihn gelesen habe. Wußte gar nicht, daß der sich umgebracht hat. Ah, sehr gut, hier ist es ja schon, doch gelesen habe ich es nicht, nur in kleinen Teilen, die mir übrigbleiben, was bleibt mir auch andres übrig?

Wenn dieser Mann also sein Programm ungestört ausführen will (ich lasse offen, welcher Mann welches Programm, nicht der arme Stromgrapscher, nein, der nicht, ein Entschlossener, der erreicht, was er will, ein anderer), und sein Programm ist nun einmal Selbstmord und Widerstand, so muß er dafür sorgen, daß gerade seine rebellischen und rachsüchtigen Intentionen, die mit seiner offenkundigen Entschlossenheit zum Selbstmord eine strategische Allianz eingehen, uns allen, damit meine ich natürlich auch seine Mutter, seine Frau, seine Kinder, mich, nein, mich nicht, mir ist das wurst, sagen wir: alle, die an ihm hängen, während er es nicht schafft, sich an den Strom zu hängen, nein, ich sagte es doch, den Stromgreifer meine ich nicht, der würde lieber in jeden Ausschnitt hineingreifen, wenn man ihn ließe, aber die Frauen lassen sich das nicht mehr gefallen, das ist endgültig vorbei, Entschuldigung, mit diesen vielen, zu vielen Worten sagt ein andrer als ich, ich setze nur fort, was die Absichten betrifft: daß uns die Absichten der Mörder weitgehend verborgen bleiben, wir brauchen aber gar keine Absichten, Hauptsache, wir sind tot, das gefällt ihm, dem diensthabenden Mörder, auch wenn er selbst dabei stirbt, was von ihm ohnedies angestrebt wird.

Der Selbstmörder also, nein, nicht jeder, aber dieser, er kommt zu keiner Einsicht. Der fürchtet sich ja nicht einmal, wer auch immer! Er schließt mit niemandem Frieden. Da sind aber Hindernisse. Nicht die kleinsten sind folgende: Ich möchte fallen von eigener Hand, also mich selbst ermorden, nicht wahr, soweit klar. Von euch, meinem Stamm, lasse ich die Finger, ihr seid ja weit weg, so weit wie die Heimat eben ist, aber die anderen kommen dran, die Wirte, die mir Essen geben, nachdem sie von mir gehört haben, die sind jetzt fällig. Wie ein Baumschwamm wollte ich mich an ihren Stamm wenigstens kurz andocken, wenn ich schon nicht dazugehören konnte, ich wollte dort anwachsen, ja, stellen Sie sich das vor, ehrgeizige Menschen wird es immer geben, aber sie lassen mich nicht. Sie haben mich nicht Wurzeln schlagen lassen. Ich werde heruntergerissen werden, und ich und meine liebsten Nachkommen, ja, meine Mama auch, wäre sie nicht schon von uns gegangen, weil sie sich hier mit mir gelangweilt hat, wir werden alle zugrunde gehen, geht wenigstens schnell, ja, ihr auch, ihr Rächerinnen, ihr müßt auch weg, ich bin ja nur eine davon, eine kleine, ich kann nicht so, wie ich will, ich kann nicht, um zu rächen, so einfach aus dem Haus gehen, kapiert?, also schnell, kommt mit, ihr Rächerinnen, ja, ich auch, ich komme auch, und ich verschone niemand, ich verschone nichts, nicht das Bundesheer und nicht das ganze Land. Aha. Staun. Dieser Mann ist ja immer noch hier, ist das zu glauben? Jetzt rede ich schon beinahe seit Stunden, und der ist immer noch da. Ich frage Sie: Wie kann Selbstvernichtung Mittel zur Fremdvernichtung werden? Der Stromtätschler weiß es nicht, der will nur selber weg, er will sich wegmachen, den Strom streifen und dann sterben, das ist doch ganz einfach, vorausgesetzt, man erwischt die Leitung, die typischerweise nie besetzt ist, nie im Büro, sie ist nie da, wenn man einmal mit ihr reden möchte. Mein Held, der Klarputz Ajax, stellt seinen eigenen Tod, also den, den er sich selbst einverleiben will, so dar, als wollten höhere Mächte, die Erinnerungen, also nein, die Erinnien sind natürlich gemeint, als wollten höhere Mächte diesen Tod, bei dem er möglichst viele als Proviant fürs Jenseits mitnehmen möchte, ein ganzes Heer, wenn möglich, das für ihn kämpfen soll, diese Mächte (Mächtigen?) wollen genau das, was er will. Lustigerweise wollen ja auch die Toten immer genau das, was auch wir wollen. Ganz zufällig. Die Mama hätte nicht gewollt, daß ich das Haus verkaufe. Der Papa hätte gewollt, daß es das Haus gar nicht geben soll, sondern daß ich statt dessen meinen Nachbarn umbringe, ja, den mit den zwei Dackeln. Der hat ihn vor fünfzig Jahren einmal geärgert. Wie soll ich das nennen? Ein befohlener Selbstmord? Wer zahlt, schafft an. Wir, die Rächerinnen oder wie wir uns halt derzeit nennen, schaffen diesen Selbstmord an. Es ist nichts passiert, das Rache fordern würde, na, vielleicht der Papa, den hätte ich immer schon gern gerächt, leider an mir selbst, sonst ist keiner mehr da; unser Mann will das ja auch, den Papa rächen und daß sie ihm (also dem Mann, nicht dem Papa) nicht gegeben haben, was ihm zusteht, nämlich das Wohnrecht bei uns, für länger als siebzig Jahre, dafür will er sich auch rächen und noch für viele andre Sachen. Statt dessen ist der Vater jetzt tot, niemand ist schuld, und doch rächt der Sohn sich immer noch. Er holt auch die Rächerinnen dazu, die aber nur tätig werden dürfen, wenn ein Verwandter umgebracht worden ist. Hier nicht der Fall. Kein casus belli. Kein Opfer des Mordes, also muß der Mann das auch noch selber machen, er hat ebenfalls Todesfälle zu beklagen, nicht wahr, aber keiner ist schuld, die Rächerinnen dürften also nicht aktiviert werden, auf gar keinen Fall. Aber was ist, wenn wir, ja, auch ich, wenn wir freiwillig tätig werden? Was ist dann, was ist dann? Keine Ahnung. Unsere Zerstörungswut bricht sich Bahn, wenn die Bahn steht und wir sie ausnahmsweise erwischen, sie steht, weil kein Strom fließt, wir würden uns ja sonst, wenn auch nicht umsonst verletzen, nicht wahr. Wir Rächerinnen sind also jetzt in Szene gesetzt, nein, in Marsch natürlich. Wir rubeln diesen Selbstmord um in einen Mord, bei dem dieser Mann auch selber draufgeht, nicht wahr, dieser Selbstmord also stellt somit die Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer göttlichen Unterstützung dar. Das geht nie gut aus. Wenn der Mann sich also endlich umgebracht hat (wenn wir Pech haben, dauert allein das hier, allein der Abschnitt, den andre wegwerfen, nachdem ihre Karte entwertet wurde und sie endlich Platz nehmen dürfen, wo auch immer, noch zwanzig Seiten oder zwei Stunden Bühne, alles viel zu lang, leider), wenn er sich also endlich umgebracht hat, eigenhändig, sollen diejenigen, die nach ihm kommen, ihn rächen und auch alle umbringen, die noch übrig sind, alle, die noch stehen können. Ja, das wünscht er sich, ich kann nichts dafür. Ich, nein, nicht ich sage es, ich schreibe es ab, wie üblich, aber seien wir doch ehrlich, es ist so, wie es hier geschrieben steht: Dieser Mann und alle wie er, dieser Mann soll als geistiger Sprengkörper quasi die destruktive Energie der Selbstvernichtung vorantreiben, — denn es ist ja unzweifelhaft, daß er sich umbringen möchte —, diese Energie, die jemand der Straßenbahn abgedreht, für den Selbstmörder aber offenbar wieder aufgedreht hat, nein, Blödsinn, das sind ja zwei verschiedene Personen oder sogar noch mehr, beide schwer gestört wie das Stromnetz derzeit nicht, es ist tot, aber aus anderen Gründen, diese Energie, also diese selbstmörderische Energie, die im Leerlauf tuckert, denn sie findet keine Nahrung im Strom, höchstens Ertrinken, aber nicht Antrieb, diese Wienstrom-Energie also wird nun umgedeutet in göttliche Unterstützung, denn ein Gott muß sich keinen Strom zuführen, um als Rächer tätig zu werden, klar, der steht selbst unter Strom, und diese zerstörerische Energie des Mannes soll ihn aufladen, nein, nicht Gott, den Mann selbst, er ist Selbstauflader und Selbstentlader, als würde er die Finger in einen funktionierenden Strom hineinstecken, sich mit Saft aufladen, denn Alkohol trinkt er grundsätzlich nicht, sein Gott erlaubt es nicht, gegen das Umbringen hat er nichts; ja, und das Ziel ist, den Verwünschenden gleichzeitig mit dem Verwünschten in die Luft zu jagen. Explosion, Lichtbogen, was weiß ich, was dann passiert, und aus. Und der Blitz schlägt jetzt auch noch in die Sense ein, Ehrenwort, ich hätte es selbst sehen können, so aber sehe ich nur die Marterln für die erschlagenen Herren im Gebirg.

Mit unseren Händen lenkten wir ihn, mit uns selbst verspotteten wir ihn, in unsere sozialen Marktplätze gingen wir, um ihn zu verkaufen. Da haben wir gemerkt, daß er längst schon verkauft war. Dieser Mann ist nicht mehr zu haben, weil er im Netz bereits gefunden wurde. Sie kommen zu spät. Wie ein Andenken an einen Berühmten stellte er sich aus, mit Fotos, Gedichten auf laminiertem Papier, damit der Regen es nicht einreißen kann, mit Bärlis und Sonnenblumen, welche hier eigens gestiftet wurden. He, Sie machen hier Dreck! Aber das ist kein Dreck! Wo denken Sie hin! Hier denken wir an eine Berühmtheit. Und wer soll das alles wieder wegräumen? Niemand, denn wir pflegen es, wir putzen und schonen es vor unseren eigenen Zugriffen. Alles abnehmbar, alles nur mit Tesa angeklebt, alles wegzuwischen wie Schaum auf Wellen. Aber Sie dürfen hier keinen Dreck machen! Was sollen Gesetze, wenn man sie nicht befolgen möchte? Wie sollen Gesetze verkauft werden, ja, ähnlich verkauft werden wie dieser Mann, wenn nicht Angst hat ihren festen Platz? Ohne Angst geht einmal gar nichts. Und Abhören von dem Handtelefon geht schon einmal gar nicht, beim zweiten Mal aber geht es dann.

Das ist ein Mann, genau, das ist einer, der, jetzt weiß ich es, auch nicht hören wollte auf die, die über ihn gesetzt waren. Er tut, was er will. Wetten, daß Sie nicht zu seinem Begräbnis gegangen wären? Aber er lebt ohnedies noch. Er hat vor, als Kämpfer zu sterben. Wir hätten ihn sogar mit unserem eigenen Geld bestatten lassen, wenn er davon absieht und sich statt dessen was andres von seinem hohen Standpunkt aus anschaut, aber jetzt lebt er ja noch, was soll man da machen. Ein Mann, der nichts war von Geburt und sich auch in der Folge immer verfehlt hat. Nicht daß er Fehler gemacht hätte, na ja, das auch, aber was ist dieses Nichts, das die Geburt ist, also für das Kind, nein, das ist schon auch ein Stress fürs Kind, für die Mutter wird es schon etwas mehr sein dürfen. Schauen Sie sich einmal dieses fremde Außersich an. Das Begehren zieht an Ihnen, Sie wollen das Woanders und das Andere. Verstehe ich gut. Sich selbst haben Sie ja schon. Ich höre mit dem Außersich gleich wieder auf, weil ich außer mir kaum etwas oder jemanden kenne und auch kein Bedürfnis danach habe, kein Bedürfnis nach Zerstreuung. Es ist schon komisch, das Fremde. Der Fremde, allein daß er da ist, ist nicht gut, er beherrscht damit die, die über ihn herrschen sollten, er beherrscht die Schlag-Zeilen. Er ist noch fremder als ich, wenn ich mir einmal fremd bin, was ich nie wirklich bin, da ich das Fremde und die Fremde, also die Ferne ja gar nicht kenne. So springe ich hoch über die Gräben weg, die keine sind, hat die einer zugeschüttet?, keine Ahnung, ich weiß nur, daß sie sich unter mir befinden, weil alle und alles sich dort aufhalten, die ich früher gekannt habe. Die Fremde kommt mir nicht nah. Wie soll ich sein, wenn ich nicht weiß, wie ich anders sein könnte? Die Oberleitung leitet mich nicht, vielleicht Sie? Probieren Sies mal! Greifen Sie zu! Wenn die Leitung Ihnen am nächsten kommt und Sie Ihren Fingerabdruck, Ihre Daten, Ihre Namen, Ihre Heimat, alles, alles abgeben müssen, ist sie diejenige, die Ihnen am nächsten ist. Die Oberleitung schaut Sie schon gierig an, Sie sind ihr also nahe wie noch nie, Sie werden gesehen und verglichen, es wird gelesen, womit Sie schon einmal, früher, verglichen worden sind. Die Größe stimmt schon mal nicht, der Dialekt stimmt nicht mit dem Ort Ihrer Herkunft überein, die Sprache, die Sie sprechen sollten, sprechen Sie überhaupt nicht, die Dolmetscherin spricht Ihre Sprache, und dabei stellt sich heraus, es ist eine andre Sprache, die Sie sprechen. Die Dolmetscherin sagt: Aber das ist meine Muttersprache! Ich kenne sie wie niemanden sonst. Sie sprechen einen unverständlichen Dialekt. Eine Frechheit ist das! Ich kenne diese Sprache, die man mir angekündigt hat, aus Ihrem Mund soll sie angeblich kommen, ich kenne diese Sprache wie mich selbst! Unverschämtheit! Wenn es meine Muttersprache ist und Sie mich nicht verstehen, haben Sie gewiß eine andre Muttersprache. Sie können sie nicht, ich kann sie schon. Morgen kann sie ein andrer? Das schau ich mir einmal an! Sie anderer, Sie geben sich aus als etwas anderes, das aber auch nichts wert ist, hier jedenfalls nicht, das ist schon komisch, Sie stimmen nicht mit dem überein, was Sie sind, und Sie sprechen nicht, was Sie sprechen; ich kann Sie vergleichen mit was-weiß-ich, mit einer fremden Sache, einem fremden Land, anderen aus einem fremden Land, anderen aus Ihrem Land, das uns fremd ist, von dem wir nicht einmal eine Idee haben, aber nein, irgendwo ist ja immer einer, der schon dort war, von wo Sie herkommen, ich wundere mich immer, wie viele Menschen schon an wievielen andren Orten waren, etliche von ihnen müssen sogar mehrmals dort gewesen sein. Es kann allerdings nicht mehr Menschen als Plätze in Flugzeugen geben, das ist die Grundregel. Unter anderem sind auch Sie mehrmals hierher geflogen oder vor Antritt des Fluges schon wieder rausgeflogen, und doch, es sollen alle jederzeit in der Luft herumfliegen dürfen, wenn möglich, wenn genug Platz ist, ich will es, ich will es, und jedesmal zählen Sie, Sie zählen zu den Opfern, selbst wenn Sie sonst nicht zählen und allein kommen, jedesmal zählt wie ein neues Mal. Ich kann es nicht besser sagen. Also wenn Sie viermal geflogen sind, dann sind Sie für mich vier Personen.

Ein Nebenstehender meldet sich zu Wort, das ihm steht, aber nicht zusteht, und der sagt, daß Sie nicht von dort sein können, einer, der in Ihrem Land war, vielleicht sogar von dort stammt, einer, der auf Sie zugeht wie auf eine Andersheit, aber er ist ja selber vollkommen anders!, etwas stimmt hier nicht, nichts ist anders, es war alles ein Irrtum von mir, wirklich alles. Und doch strebt einer zum anderen, dauernd ziehen sie an sich und diesen anderen, nichts paßt ihnen. Wenn sie an der Leitung ziehen, gibts ein Unglück. Alle begehren, alle begehren, alle begehren, das haben sie mit allen gemeinsam. Ist das ein Bedürfnis? Was immer es ist, ich habe es nicht. Ich habe vergessen, dieses Kennzeichen an mir anzuschrauben, das Kennzeichen eines bedürftigen Wesens, dem die Zartheit, ja, von mir aus auch die Zärtlichkeit nicht fremd sind, ein Wesen, das irgendwann, es war zu blöd, das gleich zu merken, von seinem hohen Roß herabgestürzt ist, in einer fuchtelnden, die Luft prügelnden Bewegung, die unmöglich erfunden werden konnte, weil es sie schon in mehreren Filmen gab, von wo ich sie mir heruntergeladen habe.

Begehren, ja, wer sagt das?, ich nicht, der andre, welcher angeblich auch ich ist? Was habe ich ihm zu sagen? Ich kann es mir sparen. Ach was, ich sags wie üblich trotzdem: Ich müßte, um zu begehren, zumindest das Bewußtsein eines anderen haben, wenn schon nicht den andren persönlich; ich müßte wissen, daß ich etwas verlieren könnte, wenn ich den anderen nicht aus einem Gerinnsel aus Fotos und Selbstbeschreibungen herausziehen und ihn mir, noch tropfend, einverleiben würde. Aber wie soll das gehen, wenn ich nie das Gefühl hatte, überhaupt etwas zu haben oder haben zu können? Gut. Was man nicht hat, kann man auch nicht verlieren. Hätte ich ein Begehren, hätte ich auch Heimweh nach mir selbst. Oh nein, bitte nicht, lieber nach einem sonnigen Strand oder einem strahlenden Gipfelkreuz als nach mir! Nach was Großem, das ich über meinen Athene-Helm hinweg sehe, aber da ist ein Buschen im Weg, keine Buschenschank, die meine ich nicht, ein bebuschter Helmrand eben, so wie in Griechenland Mode, falls sich die Leute dort überhaupt noch was zum Anziehen kaufen können. Oder anders, aber ähnlich. Ich hätte Heimweh nach etwas, wie der Denker sagt, Lenin, nein, Levin?, so ähnlich, in etwa, Heimweh nach etwas, das ich nicht kenne? Ich habe ja keine Ahnung, was das andere überhaupt nein, nicht ist, das habe ich ja schon angemerkt und oft beschrieben, aber gemerkt hab ich es mir nicht, nein, ich habe keine Ahnung, was es sein könnte, dieses andere, denn ich kenne nichts anderes, in keinem Sinn, auch nicht im Sinn der Rückkehr in ein Land, eins, in dem ich nicht geboren bin, in ein Land, das aller Natur fremd ist, wie der Denker sagt, das nicht unser Vaterland war und in das wir nie einen Fuß setzen werden und wo die meisten sowieso schon tot sind. Unglückliche, wohin blickst du, daß du dieses sagst? Ich könnte aber auch einfach die Augen schließen, es ist egal. Ja, ich werde in mich nie einen Fuß setzen, ich bin ja nicht blöd, daß ich in mich, verschlossene Tür, die ich bin, ein Loch trete, weil ich zugesperrt bin und den Schlüssel weggeschmissen habe. Was würde ich denn in mir tun? Nein, das würde sich nicht lohnen. Vielleicht tut das ja ein anderer, wer weiß? Da ist schon ein Begehren, irgendwie schon, ich gebe es zu, eine Art Drang, Zwang ist mir vertraut, Drang nur von meinem Körper her, aber es ist nichts und keinem verwandt, dieses Begehren. Da ist ein Hunger, der befriedigt werden muß, der Hunger nach Vergnügen zum Beispiel. Mir kommt vor, wie üblich aus der Entfernung, die vom Denker ja erwünscht ist, daß dieser Hunger schon sehr stark ausgeprägt ist, bei fast allen, nur halt nicht bei mir. Das ärgert mich so! Selbst wenn zig Leute ermordet worden sind, will sich der Rest, die Mehrheit, vergnügen, indem sie um die Verlorenen weint und trauert, Gedenkstätten zusammenschustert, Teddybären und Blumen kauft und nett um das klaffende Nichts herum drapiert. Es gibt keine andre Möglichkeit, als sich zu vergnügen, wenn man trauert, und etwas zu befriedigen, egal was, teilweise oder ganz befriedigen, das ich nicht kenne, obwohl es jeder hat, es ist ihm angeboren, daß er die Augenbinde, nein, Angebinde ablegen möchte, so wie er gern seine Kleidung ablegt, falls es sich lohnt. Die Europäer fahren immer seltener nach Europa auf Urlaub, sie wollen lieber höher hinaus, immer weiter herumfliegen, in immer fernere Welten. Und nicht unter ferner liefen, nicht unter ferner fliegen. Sie wollen einfach die Hauptpersonen sein und aus. Auch wenn großes Leid in denen liegt. Da ist dieses andre Begehren, nach Ferne?, das ich noch weniger kenne, denn ich kenne wie gesagt gar nichts, was praktisch ist, weil ich mir die Beschreibung der Fremde ersparen kann, vielleicht kann ich diese Ersparnisse noch einmal ausgeben, woanders, wo man sie noch nicht kennt und mich auch nicht, da fremd. Aber diesen Ort gibt es nicht. Oder nein, es gibt nur solche Orte, die ich nicht kenne. Und sie kennen auch mich nicht. Nichts zu erkennen, nur Gedankendunst, Nebel, Unklarheiten, weil ich zuvor nichts gesehen habe, nichts ist vergleichbar mit nichts, alles ist vorbei, alles oder nichts ist vorbeigegangen an einer, die zu Hause bleibt und für fremde Augen schon gestorben ist. Das Gegenteil ist dieses andre Begehren, steht hier, ich kenne schon das eine nicht, das andre wird mir daher unbegreiflich sein, das Andere begehrt, was jenseits von allem liegt, wodurch es nur, also höchstens ergänzt werden könnte. Ich will mich nicht und auch sonst nichts.

Das gefällt offenbar der Oberleitung nicht, die mich anleiten möchte, das heißt: anleinen wie einen Hund. Sie schlenkert spuckend und geifernd und hechelnd in der Luft herum und sucht nach meinem Halsband. Ich will geführt werden, das bin ich von Mama her gewohnt, doch das Gewohnte soll ich jetzt verlassen. Es wäre ein erster Schritt, ich fürchte mich aber, weil ich nicht weiß, wohin. Wie gehe ich mit diesem Menschen um, der jeder andre sein könnte, nein, nicht jeder andre, aber doch sehr viele andere, die es inzwischen sind, die inzwischen da sind, gekommen sind? Der Denker sagt, das Begehren ist wie die Güte, es wird vom Begehrten nicht erfüllt, sondern immer nur vertieft. Ich will die Bekanntschaft mit dem Fremden jetzt aber nicht unbedingt vertiefen, wenns nicht unbedingt sein muß. Vielleicht wollen es andere, ich will es nicht. Und auch die Oberleitung will Sie vor ihm bewahren, sie hängt direkt durch vor lauter Andersheit und Exteriorität und Exklusivität?, nein, mehr außen als sie kann man nicht sein. Außer man wählt das Innen. Nicht empfehlenswert. Keine Befriedigung, weil man das Andere jenseits der Befriedigung des Vergnügens, die Toten zu feiern, nicht wahrnehmen kann, die Lebenden aber immer noch mehr als die Toten, ich meine, die sieht man besser, sie klatschen, schreien, toben, weinen. Okay, wir weinen alle zusammen jetzt ein wenig, und gut ists, denn wir sind es ja, die noch feiern können, die abfeiern bis zum Abwinken. Keine Befriedigung also, nichts, um die Sehnsucht zu mildern wonach?, keine Ahnung, die Sehnsucht nach Leben, das man aber sowieso hat, während die Toten ein guter Anlaß zu feiern sind, sie zu feiern, aber irgendwann immer sich selbst zu feiern im Sinn des Jetzt-Erst-Recht!, wir lassen uns nicht unterkriegen, wir machen weiter, die kriegen uns nicht klein, aber von oben her gehts vielleicht, von der Oberleitung her, das könnte funktionieren, ja, wir feiern, wir feiern, das ist ein Grundbedürfnis, das jetzt gestillt wird wie Hunger, beides kommt immer wieder, das ist etwas lästig, und um diese Sehnsucht zu mildern, kennt der Leib keine Geste, keine bekannte Zärtlichkeit, aber wer Ohren hat zu hören, hört jetzt diese reizende junge Sängerin mit den tollen Haaren und dem tollen Augen-Make-up und dem tollen Outfit, sie weint sofort, sie weint gleich von Anfang an: Sie macht das für die Toten und die Verletzten, nicht nur das Weinen, sie singt vor lauter Weinen, und wir freuen uns daran, ihr Gesang befriedigt uns, die Ferne wächst, nein, wir holen sie zu uns her, dann kann sie nicht mehr wachsen, sie wird also kleiner, enger, sie kommt uns nahe, vielleicht zu nahe, daß man fast selbst explodiert, und keine neue Geste kann mehr erfunden werden. Sie singt, die junge Sängerin singt für die Verlorenen, sie strengt sich an für sie, aber die, die noch da sind, freuen sich wahnsinnig, obwohl ihrer gar nicht gedacht werden muß, sie denken noch selber, und sie schreien und toben herum, um zu zeigen, daß sie nicht zu den Toten gehören und sich nicht einschüchtern lassen, nein, nein, nicht bremsen in ihrer jugendlichen Freude und Erwartung, daß jetzt noch ein Song kommt, noch ein Hit, den sie kennen, es kommt jetzt auch Odysseus, der immer nur wegfährt, nie ankommt, nein, der kommt nicht oder jedenfalls nicht zur rechten Zeit, weil er den Streit nicht verschärfen, sondern lösen will, leider kommt er eben letztlich doch nicht, dafür singen alle anderen jetzt mit der Sängerin mit, super, Begehren mit Befriedigung oder Begehren ohne Befriedigung, Sie können es sich aussuchen, ich glaube aber, ich weiß, wofür Sie persönlich, denn jeder ist er persönlich, sich entscheiden werden, aber Sie verstehen nicht, Sie verstehen nicht, was der Denker natürlich längst versteht, ich verstehe es ja auch nicht, doch je mehr Ihr Begehren ohne Befriedigung bleibt, desto mehr werden Sie die Andersheit des Anderen verstehen. Das wollen Sie nicht? So weit wollten Sie auch wieder nicht gehen? Auch gut. Aber Sie nähern sich, indem Sie fern bleiben und nicht befriedigt werden, je mehr diese großartige Sängerin, die beinahe selbst tot gewesen wäre, aber nein, sie war ja schon weg, als die Toten hergestellt wurden, je mehr Sie sich entfernen, desto weniger werden Sie also verstehen, der Satz hat anders angefangen, ich weiß, das ist mir aber egal, Sie werden eh nichts verstehen, was ich selbst nicht verstehe, obwohl ich es hervorgebracht habe, es wäre besser drinnen geblieben in seinem Häuschen, was auch für sämtliche Konzertbesucher gilt, die toten wie die übriggebliebenen, und schon gar nicht verstehe ich, wie es ist, anders zu sein, da ich nicht weiß, wer der Andere ist, ich lasse ihn ja nicht an mich heran, die Exteriorität, ja, die Exterritorialität des Anderen, die werden Sie dadurch genausowenig wie ich verstehen. Nicht einmal, wenn Sie jetzt mitsingen wie tausend andere.

Sie nähren sich alle vom Begehrten. Da ist diese süße junge Sängerin, die für all die jungen Leute singt, und dann wird geschlachtet, sie ist schon weg, als das Schlachten anhebt, zu ihrer Musik sind sie abgehoben, jetzt kommt die Hauptsache, die diesen wunderbaren Abend berühmt machen wird. Die Toten fallen links und rechts auseinander wie Mikadostäbe und dann, nur keine Sorge, wenige Tage später singt sie ja schon wieder, die supersüße Sängerin, sie schaut wirklich toll aus und singt auch sehr schön, Stimme echt, ey, aber echt!, und alle schweigen zuerst, und dann schreien sie wie immer. Schreien und Singen, die lieben Geschwister, ich kann sie nicht vermissen, es ist zu lang her, daß ich sie gesehen habe, jetzt erfreue ich mich an ihnen, vor aller Augen, nein, Sie sehen mich nicht dabei. Und es wird weiter gesungen, ins Gras gepißt und gezogen, gestoßen, gesunken und gefeiert, das erste Begehren, Sie erinnern sich nicht, ist ja wurst, und auch nicht das zweite, das erste wird erfüllt und gestillt, aber still ist nie jemand, nur genau eine Minute lang, irgendwo waren es überhaupt nur zwanzig Sekunden, habe ich gelesen, länger haben sies nicht ausgehalten, und dann gehts schon wieder weiter, mit doppelt Speed und doppelt Kraft. Das Begehren der zweiten Art ist wie die Güte, die nur wenige kennen, ich habe sie zum Beispiel noch nie erlebt, nie gesehn, kenn ich nicht, die Güte, dieses Begehren wird vom Begehrten nicht erfüllt, sondern vertieft, sehen Sie jetzt noch mal nach oben, zur Oberleitung, dort steht es schon einmal in Flammenschrift geschrieben, äh, nein, noch nicht in Flammenschrift, dazu müßten Sie die Leitung erst mal erreichen, dann sind Sie selbst die Flammenschrift, ein zweites Mal darf ich noch, wer sollte es mir verbieten, ich sage es so vor mich hin, wie es ein andrer gesagt hat, weil es mir so gut gefällt. Sonst ist alles leer in mir, ja, leider. Totale Leere. Da ist keine Freigiebigkeit, die sich vom Begehrten nähren könnte, denn ich bin nicht frei, ich begehre nicht, ich gebe nichts, und ich nähre niemanden und werde nicht ernährt, nur mit dem bißchen, das ich unbedingt brauche, um mein mageres Flämmchen, welches in letzter Zeit jedoch leider zugenommen hat, am Leben zu erhalten und in die Tastatur zu hauen. Da kann ich es gleich wegschmeißen. Das bedeutet nicht Verschwinden des Abstands zwischen mir und den anderen, aber auch nicht wirklich Annäherung. Ich bin dazwischen und habe mit nichts etwas zu tun. Nichts davon habe ich angestrebt. Es hat ohnehin nichts zu bedeuten.

Die Ferne wächst, die Trennung hat stattgefunden, schon lang, Mama, ja, du bist wieder mal dran, zum Glück aber nicht anwesend!, Papa sowieso, der war zuerst dran!, der hat sich vorgedrängt, was gar nicht seine Art war, im Gegenteil, und jetzt ist klar, wieso ich nicht freigiebig sein kann, denn die Freigiebigkeit nährt sich von ihrem eigenen Hunger. Aber in mir ist kein Hunger nach etwas. So, ich beende, was ein andrer gesagt hat, ich beende es mit ihm, ohne zu begreifen, was er gemeint hat, das gehört aber auch dazu, das gehört zum Denken dazu, daß man meist nichts kapiert. Die radikale Trennung zwischen dem Selben und dem Anderen bedeutet, daß es unmöglich ist, außerhalb der Beziehung zwischen den beiden zu stehen. Nur ich darf das, verstanden? Ich muß diesen Krempel jetzt ein für allemal, freuen Sie sich nicht zu früh!, loswerden, ich darf mich nicht festbeißen, sonst endet das nie, und das wollen Sie doch nicht. Am Ende stehn Sie selber, sonst steht keiner mehr, das kennen Sie schon.

Ohne Hunger darf man sich ohnehin nicht festbeißen, das geht sonst nur in die Zähne, die fallen Ihnen wie Krieger in den Kreidestaub, wenn Sie nicht aufpassen. Das Begehren ist also absolut, wenn das Seiende, das begehrt, sterblich und das Begehrte unsichtbar ist. Was gibt es da zu lachen, Männer? Nichts. Es gibt nichts, wo es Männer gibt. Was meine Mutter begehrt hat, das weiß ich, und ich habe mich möglichst unsichtbar gemacht, damit sie es nicht kriegt. Sie hat mich aber immer hervorgezerrt. Keine Chance für mich. Das interessiert Sie nicht? Es kränkt mich direkt, Ihnen anzusehen, daß Sie von mir lieber unterhalten werden wollen, alles lieber als dies hier, aber das schaffen Sie nicht, wetten? Von mir ist noch niemand unterhalten worden, schon normale Unterhaltungen scheue ich wie die Fernsehwerbung, die mir aber immerhin einmal geholfen hat, die braunen Flecken in meinem Antlitz zu mildern, zu bleichen wie nach vielen Jahren ausgegrabene Knochen. Sogar mein Hund hat immer gestaunt, was aus seinen Knochen geworden war, als er sie wieder aus der Erde grub. Hat dann doch nicht funktioniert, das mit den braunen Flecken meine ich, als ich wieder weiß war wie sonnengebleichter Staub. Ja, Staub ist besser, da hat man länger was davon, tot zu sein. Das Knochenstadium muß man einfach überwinden.

Durch die Täler wandert der Nebel und macht das, was dort ist, unsichtbar, das Tal, in das man will: unsichtbar, wie meine braunen Flecken eben nicht, nichts zu machen, vorübergehend, vorübergehend würde ich an Ihrer Stelle nicht dorthin gehen, Sie könnten achtlos daran vorübergehen, weil Sie Gucki auf Erden vertraut haben. Sie selbst sehen ja nichts, doch unabhängig davon, ob Sie überhaupt sehen, was Sie vielleicht begehren könnten: Im Tal fließt ein kleiner Bach, vielleicht sogar ein ganzer Strom, da stehen Bänke zum Ausruhen, keine Chance, alle Ideen sind verdunkelt, und unabhängig von der Erkenntnis, die uns das Maß gibt, die uns einschenkt, und nicht zu knapp, meine ich, meine ich, nein, nicht ich, einer, den ich aber erst am Schluß, dafür umso herzlicher, er ist ja eh schon tot und kriegt es nicht mit, grüßen werde, er meint in mir und aus mir heraus folgendes: die Maßlosigkeit des Begehrens, die nicht schwierig ist, denn wenn man nichts kennt, kennt man auch kein Maß, man weiß einfach nicht, wieviel man wo hineintun soll. Man begehrt, aber man weiß nicht, wen oder was. Man hat kein Maß, falsch, man hat dieses Maß nicht, das heute verlangt wird.

So. Was sagt die liebe Leitung dazu? Sie denkt immer noch, sie denkt wohl, weil sie die Leitung ist, kann sie Ihnen Leid zufügen, wenn Sie ihr zu nahetreten. Sie wissen es besser. Abstand! Besser anderen etwas zufügen, denen Sie sonst nur schwer Schaden zufügen könnten! Schon unser lieber Held, das Ajaxerl, das Ajaxerle, hatte die Möglichkeit, eine, die ihm offensiven Erfolg versprach, sich an höhere Mächte zu wenden und an ihren Beistand zu appellieren. Ja, das ist der Fluch der Untergehenden. Sie rufen immer nach den Rachegöttinnen, die das Leid der Menschen sehen, doch die heben den Hörer nicht ab, sie haben schon in die Wege, die ich nicht kenne, eingeleitet, nein, kein Wasser, sie haben in die Wege eingeleitet, daß die Elenden und Verdorbenen dahingerafft werden sollen, leider gehört unser Held dazu, welcher ehrlos handelte, weil er selbst ehrlos und gemein behandelt wurde, der arme Ajax, und zwar, das ist jetzt wichtig, von eigener Hand! Wo kein Arzt vorhanden, muß man die Hand eben in die eigene Hand nehmen. Welche von Gott geführt wird. Typischer Fall von Denkste.



SO. JETZT DER NEGER

Nein. Sie sind jetzt nicht mehr derselbe, der Sie irgendwo waren, falls Sie überhaupt schon mal irgendwo gewesen sein sollten, wo Sie nicht sein sollten, dort wollen Sie ja erst recht hin!, wo nicht jede Stadt sofort von Schnee bedeckt wird, wenn sie sich einmal umdreht, um die Winterreifen aus der Garage zu holen. Sie, nein, nicht die Reifen, ich meine schon Sie!, Sie wollten in ein Haus, das Sie aufnimmt, aber es gab keins. Ich lasse Sie heute grüßen, ich weiß nur nicht, von wem. Jetzt können Sie sich das Gesicht anmalen, wir haben nichts dagegen, Sie können von mir aus gern die radikale Andersheit des Anderen vernichten, hab ich das schon mal abgeschrieben oder nicht?, es kommt mir so bekannt vor. Egal. Sie können es sich ruhig noch einmal anhören, es erscheint mir nämlich wichtig, denn der Mißgebrauch von, sagen wir: Neger, den betrifft es immer, wenn einer als erster zu Grabe getragen wird. Und der Mißgebrauch von schwarzer Farbe soll ja diese Andersheit auslöschen, nicht hervorheben, sie soll über die Beziehung zum Anderen auf den Gang hinausgehen, einen Gang hinaus machen, und dann findet sie dort das Klo nicht, wo alle Menschen irgendwann mal hinmüssen, der große Gleichmacher, das heißt, falls man überhaupt eins hat. Der Andere ist aber unumkehrbar anders, da kann das Kind aufstampfen, soviel es will, weil es in der Schule eine Negerin genannt wurde, die es nicht sein will und nicht ist, wie es angibt. Aber Angeberei bringt niemand weiter, denn niemand steht außerhalb der Korrelation von Selbem und Anderem, so, genau!, um von diesem hohen Roß aus die Entsprechung oder Nicht-Entsprechung dieses ewigen Hin und Her zu registrieren. Genauso trage ich es hier ein. Ich fülle es hier aus. Ich fülle meine eigene Rasse zwar nicht vollständig aus, aber das macht nichts. Austragen muß ich da nichts, und wenn, dann nur an mir, ich trage alles mit mir selber aus, und schauen Sie, wie ich ausschaue, wie siebzig, mindestens, bloß viel jünger. Was ich bin, trage ich ein. Nein, ich bin mir selbst der ärgste Feind, denn ich schaue aus, wie ich bin. Der gemeinsame gemeine Blick in den Spiegel, also meiner und der Blick aus dem Spiegel, der auch ich bin, bloß seitenverkehrt, macht ja nichts, schöner werde ich so auch nicht, also unter diesem gemeinsamen Blick vereinige ich mich mit mir.

Ich will nicht, aber ich muß, sagte meine Mutter, als es ans Sterben ging. Ich habe das schon öfter wiederholt, es ist das Wahrste, was ich je von ihr gehört habe. Und nicht nur von ihr. Jedoch. Wenn wir schon beim Menschen sind, unabhängig von dessen geistiger Strömung, in der er schreiend früher oder später untergeht, weil sie so stark ist: Der absolute Abstand zwischen dem Neger und dem bloß angefärbelten, geschminkten Schwarzen, der die beiden trennt, wäre aufgehoben? Nein, wäre er nicht. Keine Chance. Er wäre noch größer, würde ich über meinen Daumen peilen, leider habe ich kein Schießgerät plus Sichtgerät dafür, das mir mein Ziel wenigstens ein wenig vergrößern würde. Die Zeit schreitet, ich möchte aber lieber, daß sie rennt. Keine Chance. Die Uhr sagt mir, daß die Andersheit zwischen ihr und der Zeit jetzt aufgehoben wird oder schon aufgehoben worden ist, sie kann sich ja nicht selber ablesen, nicht wahr, daß die absolute und unvereinbare Heterogenität zwischen ihr, der Uhr, und der verrinnenden Zeit, die ja auch jede Erinnerung mit einschließt, das sage jetzt ich, deswegen ist es ein Blödsinn, ich sollte es lieber diesen Herrn dort sagen lassen, ich sollte es ihm in den Mund drücken, dem Herrn, der aus seinem Grab die Hand reckt, aufzeigt, weil er es nicht aushält, wie ich ihn entstelle, und er kann sich nicht wehren; die Uhr also oder irgendwer andrer, der sich mit der Zeit auskennt (ich lebe schon so lang und kenn mich dennoch mit der Zeit nicht aus, falsch gesagt, also mit der Zeit, die vergeht, kenn ich mich trotzdem nicht aus, nein, vielleicht kenne ich mich immer weniger aus?, ist ja egal), ja, die gute Uhr von vorhin, die sagt mir nun, daß die absolute Heterogenität des Anderen vielleicht doch noch möglich ist, aber nur, sofern der Andere anders ist im Verhältnis zu einem Terminus, der seinem Wesen nach an seinem Ausgangspunkt bleibt und sich von dort nicht wegrührt, außer man klippt die Leine von der Oberleitung, aber vorsicht, sonst kriegt man eine gewischt, dort muß man sie abbinden oder so, wo man das Tier in sich vorübergehend stillgelegt hat, artig sitzt es nun da, weil es noch nicht kapiert hat, daß es dort oben gar nicht mehr befestigt ist, es ist frei, endlich frei; na, sagen Sie das mal der Zeit!, die Uhr redet die ganze Zeit, da kann sie auch was tun. Was?, wurst!, blunzen, wie der Österreicher sagt, und der Uhr können vielleicht Sie es jetzt sagen, was Sie eben sagen wollen, doch in der Uhr ist gar nicht mehr jetzt, keiner zu Hause, jedenfalls befindet sich dort nicht die Zeit, doch sie befindet sich wohl; der Zeit können Sie gar nichts sagen, und der Uhr hätten Sie die Batteriewindel wechseln sollen, als es noch Zeit dafür war, ich probier es heute wieder, der Gezeitenwechsler kommt erst ab halb fünf ins Kaufhaus zu seinem Stand, um zu wechseln, aber nicht die Zeit, die können Sie nicht wechseln, der können Sie es, wie gesagt, nicht sagen. Die liebe Uhr, du liebe Zeit, ja, keine Ahnung, die Zeit bleibt stehen und kann nicht mehr gemessen werden, obwohl beide, Zeit und Uhr (die ja nur ein Werkzeug ist, ein Meßgerät, nicht wahr), eine Beziehung eingegangen sind und dasselbe meinen und dasselbe wollen, und zwar das Gegenteil von mir, die ich mit unwirksamen Cremes gegen das Alter ankämpfe und nichts erreiche.

Sie und der Neger jedoch, Sie werden niemals dasselbe wollen, denn Neger ist eine, nein, keine Eigenschaft, das Wort trägt eine Wesenheit in sich, aber ich weiß es nicht, was für ein Wesen er ist. Ich bin kein Neger, nur er kann es wissen, wie das ist. Am Ausgangspunkt seiner Beziehung bleiben kann er nur als Ich. Und ich kann nicht einmal ich sein, geschweige denn er, der sowieso immer besser schweigen sollte.

Aber weit werden Sie mit alldem nicht kommen, Sie werden nicht zurechtkommen, weil Ihre Uhr nicht geht und niemand die Zeit hinter Ihnen aufräumt. Sie sind nach Troja gefahren und haben Ihren Dreck einfach liegen lassen, wie er Ihnen aus den Händen fiel. Wo Sie jetzt auch sind: Unsere Oberleitung kriegt Sie in jedem Fall, warten Sie und holen Sie sich vorher Ihre Nummer ab. Aber bis dahin sind Sie ohnedies weichgeklopft. Sie sind mit Sinnlosigkeiten beschäftigt, während bereits nach Ihnen gegriffen wird. Es ertönt ein entsetzlicher Negerschrei. Ja, so habe ich das hier hingeschrieben, wie immer hat es ein andrer vor mir geschrieben und mich damit von meinen eigenen Worten freigesprochen. Ein gutes Gefühl, kann ich Ihnen sagen! Das folgende kann ich schon gar nicht mehr hören, so klingen mir die Ohren, ich renne, ich renne, etliche Einträge in wisserischen, Elektronen verschwendenden Foren, wo sie alle stehen und fuchteln und mit ihren Togen rascheln und wedeln und mit ihren Tugenden glänzen und mit ihrem Wissen prunken, als hätte es den lieben Strom nicht immer schon gegeben, man konnte ihn nur noch nicht fassen, also erzeugen, nicht wahr, dann erst fassen; schauen Sie, wie sie hupfen, wie die Eichhörnchen, die Elektronen! Die haben mehr Spaß als wir. Glauben Sie, in der Antike hätten sie das nicht auch gemacht? Nur hat es keiner bemerkt, sie waren unbemerkte Helden, dagegen waren Ajax, zweite Kämpfer-Garnitur, und Achill, erste Kämpfer-Garnitur, ein Dreck, Erster und Zweiter, aber beide ein Dreck, was hätten sie über Ermordetwerden und Selbstmord hinaus zu befürchten gehabt? Sie haben beide nur durch und für den Kampf gelebt, als Kämpfer wollten sie sterben, der eine in selbstmörderischer Absicht, das hätte vielleicht auch anders ausgehen können, der andre gleich und ohne Umweg durch Selbstmord. Und der gemeine Odysseus sowieso, was hat er sowieso gemacht? Den haben eher die Frauen interessiert, und sogar gegen die hat er sich an den Mast binden lassen, damit sein Schwanz größer erscheinen sollte, als er war, diesmal zur Abwechslung mal hinter ihm, wo er hoch aufragte. Der Strom, das ist die irdische Dimension des Seins. Quatsch. Dafür hat er viel zuviel Spaß bei seiner Tätigkeit. Die freien Elektronen springen also, ja, schauen Sie nur hin!, das ist interessant, wäre Ihr Auge frei, könnten Sie es sogar beobachten, sie springen bei ihrer Wanderung von einem unbeweglichen Atom des Stromleiters (normalerweise sind das Müll-, nein, Metallatome) zum nächsten. Man kann einen Stromkreis wahlweise unterbrechen, indem man einen Schalter einbaut — aber nein, doch nicht in die Oberleitung! —, der Fluss der Elektronen kommt dann zum Stillstand, obwohl die Elektrizitätsquelle noch immer angeschlossen ist. Ich finde dieses Gehüpfe so interessant, ich kann es mir immer wieder anschauen, obwohl ich es gar nicht sehen kann, bin geradezu süchtig nach dem Unsichtbaren und werde dazu noch weitere Informationen einholen, habe aber, glaube ich, alle, die mir erreichbar waren, schon großzügig hergegeben.

Sie rennen mir noch nach, klar, ich habe das Licht aufgedreht, und ich kann wieder lesen. Sie kriegen mich. Da habe ich nichts dagegen. Sie kriegen mich immer. Ich habe es nicht nötig zu hoffen, davonzukommen. Was hat er da schon wieder gemacht, der Strom? Nein, ich meine jetzt den Neger, den Neger als solchen, der interessiert mich irgendwie auch, der läßt sich nicht so einfach bestatten, das wurde ja oft probiert; was hat der gemacht, daß wir uns so mit ihm beschäftigen müssen? Er drängt sich uns förmlich auf, weil man ihn nicht benennen darf, gerade deswegen, er drängt uns zum Grenzpunkt unserer Erkenntnis, wenn wir nur wüßten, wo dieser liegt. Der Neger hat sich doch glatt einen antirassischen Rassismus geschaffen! Man könnte ihn wie üblich umbringen und auch selber sterben, aber dann wärs aus mit dem Schaffen. Er hatte entschieden zuviel Zeit, aber die brauchte er gar nicht. Man dreht sich nur einmal kurz um, und schon hat der Neger wieder was geschaffen. Eine schöne Plastik. Nein, diese hier nicht, die ist aus Ozeanien, oder ist das auch Negerland? Ist das das Werk eines Südseekaisers, welcher für Pippi Langstrumpf erfunden werden mußte?, schon wieder müssen die Mädels herhalten? Nein. Doch. Dort sind sie auch schon. In der Südsee? Nein, endgültig nein, gehen Sie ins Amtsgericht Bochum, nein, Blödsinn, das wollen Sie sicher nicht, wie komm ich jetzt auf Bochum?, Schwäbisch Hall! Ja, genau, dies Städtchen! Warum nicht auch Bochum, warum nicht beides? Sie waren schon in so vielen Gerichten, Sie waren schon in vielen Städten Intendant, da kommts auf Bochum auch nicht mehr an, die Schwalben, nein, die Schwaben sind sowieso überall, sogar in Berlin, und wegen der blöden Neger sind Sie jetzt also eine Rassistin und dürfen so auch benannt und herzlich begrüßt werden von den Floristen, nein, den Foristen, die die Preiszettel an die Theaterstücke kleben, bis sie wieder abfallen und was andres modern ist, bei dem man sich wenigstens bewegen muß, was jede ordentliche Bewegung ja auch brav tut. Und dann ist das Spiel halt aus. Ich bin schon richtig im Schleudermodus, also ich werde bereits verramscht, alles darf raus, und ich darf endlich alles sagen, auch das, was gar nicht mehr von einer Beziehung zwischen einem Ich und der Welt ausgeht, das überhaupt nicht mehr ausgeht, das sich nicht mehr ausgeht, von mir aus, ja, das auch, alles paßt. Und sie müssen drauf antworten, das heißt, sie dürfen eben nicht alles sagen, was Sie wollen, jedenfalls nicht mir, mir wird so schnell langweilig, wenn ich alles höre und kein Herrschaftsrecht darüber habe. Ich bin also dann ungestraft eine Rassistin, was leider viele andre ebenfalls sind, ich wäre lieber einmalig, vielleicht bin ich aber auch bald eine gestrafte Rassistin, eine Assi, womit ich nicht Assistentin meine, eine asoziale Unterscharführerin, die niemanden mitnimmt, eine, der man das Geschriebene herausreißt, ohne sie vorher aufzuschneiden, aua, das tut weh. Da kommen ein paar und legen sich ohne Furcht vor meinen Mund, damit sie gleich herauskommen und mich anzeigen können. Davor müssen sie aber noch studieren, was da überhaupt aus meinem Munde kommt. Wer weiß, wie Bochum entscheiden wird oder wer halt dafür zuständig sein wird, gut, und dann werde ich auch noch von der singenden Gemeinde (natürlich müssen sie alle dasselbe Lied singen, wie würde es denn sonst klingen?) abgestraft, ich freu mich schon so darauf und lege meine Steuervorlage vor, damit man sie entweder nachmachen oder sehen kann, daß ich strafberechtigt bin, strafmündig, denn das Delikt ist ja aus meinem Mund gekrochen. Ich könnte Ihnen sogar die Aktenzahl geben, aber die suchen Sie sich gefälligst selber raus. Nein. Nicht? Sie wollen mich ohne Beweis und Urteil beschimpfen? Aber schauen Sie her: Das gibts ja nicht, doch, doch, diejenigen, welche nichts sind, werden natürlich auch nicht sonderlich geachtet, aber dieser Neger hat hier so einen herrlichen Gegenstand erschaffen, das würden Sie nie zusammenbringen, es wäre also besser, Sie würden in Ihrer matt erhellten Küche ein paar Brotreste zusammensuchen, sie naß machen und daraus etwas formen, Sie können es auch aus Lehm brennen, damit Sie wenigstens irgendwas vorzuweisen hätten! Der Neger hat hier also ein wunderbares Kunstwerk zusammengebracht, ein Werk, das darin besteht, daß man Sachen zusammenbringt, die gar nicht zusammengehören; eine herrlich schimmernde Gestalt hat er da erzeugt, wenn auch aus Holz, aber immerhin, es wird sogar ausgestellt!, also keiner von uns könnte das, das kriegen wir niemals hin, das können wir nur kaputtmachen oder nachäffen, kein Affe könnte es besser, ich könnte es auch nicht, und wir dürfen ihn nicht beim Namen nennen, den Neger? Das hat er selbst gemacht, ganz alleine, der Schwarze, aber schwarz allein ist viel zuwenig, das kann man am Leib tragen, wenn man es in einer passenden Größe, die man aber nie erreichen wird, gefunden hat, aber nicht im Leib. Ich glaube übrigens, der Neger ist innen gar nicht schwarz, nur äußerlich. Egal. Es wird etwas aus ihm, weil er schon etwas ist. Nur als Neger wird man zum Dichter der Welt, das sage nicht ich, das sagt ein andrer Neger als der, den ich im Auge habe, aber nicht richtig sehe, denn es ist Nacht, in der er verschwindet. Nur als Neger gibt es uns überhaupt, sonst wären wir verloren, nein, nur als Neger wird es uns noch geben, sonst sind wir jetzt schon verloren. Die Poesie des Weißen ist nicht poetisch, die Seele des Weißen ist zwar verdorben, aber nicht seelisch, was sagt dieser Schwarze dort, nein, nicht der, der ist nur schwarz angezogen, wahrscheinlich Architekt, nein, der wirklich echt Schwarze, und?, was sagt er dazu? Die Neger bilden angesichts der Weißen gleichsam die Versicherungsanstalt der Menschheit, ich glaube, er sagt Assekuranz, nein, was ähnliches, fällt mir jetzt nicht ein, hab vergessen, wo nachschlagen, Kulanz?, daß es sie überhaupt geben darf.

Wenn die Weißen wieder mal zuviel erfunden haben, mit dem sie sich nicht auskennen, das Smarte, das Smartphone, die Waschmaschine, den Fernseher, den sogar besonders, aber ein Bildschirm mit nichts dahinter täte es auch, also ich meine, der ist für mich besonders wichtig, alles, alles, alles, wo nichts dahinter ist, reicht schon für mich, bei mir ist ja auch nichts dahinter, so lautet mein tägliches Ritual, ich sage es mir ständig vor; gehen Sie weg, wenden Sie sich lieber den Farbigen zu, die sieht man besser, dear coloured, sagte einst ein deutscher Präsident, und bitten diese um ein wenig menschliche Nahrung, die Ihnen immer so guttut, wenn Sie sich Musik in die Ohren injizieren, doch diese Nahrung ist dazwischen ungenießbar geworden, besonders wenn sie ständig eingenommen wird und ein gewisser Durchsatz im Kopf erreicht ist. Musik ist überhaupt das Einnehmendste, das wir kennen, doch irgendwann ist es genug, und Sie wenden sich wieder ab. Also ich kenne sie nicht, für mich kann es den Neger wegen seiner wunderbaren Kunstwerke geben, von mir aus. Könnte ein andrer das leisten, wäre der Neger überflüssig. Das Menschliche ist ungenießbar, ein paar Perverse mögen es vielleicht, aber die Mehrheit lehnt es ab. Endlich ist der Neger als solcher anerkannt, ja, auch von mir, er ist nicht mehr ein Nichts, bloß weil man ihn im Dunkeln eben nicht sieht, ich habe diese spezielle Eigenschaft, die ihm manchmal durchaus zugute kommt, bereits erwähnt. Leider habe ich das nicht bewirkt, ich habe es, muß ich gestehen, auch nicht angestrebt. Das hat er ganz alleine aus seiner schönen und guten Haut gemacht. Ganz alleine. Tatsache. Und was soll das jetzt? Er wünsche nicht, die Welt zu beherrschen, er will nur die Abschaffung der völkischen Vorrechte, sagt mir sein Papier, das er vorher für etwas andres benutzt haben muß, ich kann es kaum lesen. Alles dunkel für mich. Das kann doch nicht so schwer sein. Welche Vorrechte? Es gibt keine. Was die schon sagen! Meint er etwa unsere? Unsere Vorrechte bestehen aus Krediten, die mit nichts, mit dem Nichts, mit weniger als nichts, mit Forderungen besichert sind, und damit enden unsere Vorrechte und werden uns vorgerechnet und dann zur Verrechnung, die wir nicht glauben, aber auch nicht nachrechnen können, vorgelegt, wir wissen aber nicht, wer das zahlen soll. Sonst könnten wir vielleicht etwas davon beim großen Steuerungsausgleich zurückverlangen, wenn der Schöpfer wütend den Griff von der Spielmaschine wegwirft, nein, nicht der Spülmaschine an sich, die faßt ein Gott nicht an, den Griff von der Box, mit der er die Welt neu erschaffen und dann damit spielen kann. Denn es kann ja niemandem gefallen, wenn Tausende Häuser auf einmal auf den Markt geworfen werden und plärren, weil sie auf dem Dach gelandet sind, und schreien und getröstet und verbunden werden wollen zu Siedlungen, zu Städten, zu Hüttenstädten, alle auf einmal leer, how come?, alle leer wie mein Hirn, weite, ebene Flächen, nicht einmal Tiere gehen dort herum, oder doch, da sind schon Tiere, sie kommen in meinen Werken ja immer vor, das nächste wird überhaupt nur aus Tieren bestehen, wenns noch eins gibt, ja, ich bestehe auf Tiere; manche klopfen höflich an, vielleicht gibts dort am Tisch noch etwas zurückgelassenes Essen für sie? Wär das fein! Leere Häuser, Hütten, vom Atom leergefegt. Man könnte das Atom doch vielleicht in eine Staubsemmel oder einen Staubsaugroboter hineintun, dann hat der einen ewigen Antrieb, sauberzumachen, um den ich ihn beneiden würde! Leere, öde Stadtbrachen, durch die der Wind uns nachrennt, aber wir sind gar nicht da, was man dem Wind aber vorher nicht gesagt hat; nur das Atom ist noch da, das Geld fehlt, die Menschen fehlen, mir fehlt auch einiges, keine Ahnung, was, ich schreibe das hier einfach so dahin, das ist wie spazierengehen, zu mehr reichts leider nicht mehr. Aber definitiv nichts kann man unternehmen in einer solch kleinen Hütte, einer Blechhütte (sowas hab ich leider nicht oder zum Glück), die einem geblieben ist, in einem gebrauchten Wohnwagenanhänger, der, weil er selbst nur Anhänger ist, aber nicht weiß, von wem, das Auto ist verkauft worden, nichts kann man dort also machen außer etwas sehr Kleinem, ja, das auch, etwas Kleines kann man dort auch machen, von mir aus, gern sogar, ich meine aber etwas oder jemand anfeuern mit Gaskocher, mit Fernseher, mit der Energie der Sonne, mit dem Phone, das ist aber von der Sonne dermaßen aufgeheizt, daß es Ihnen das Ohr verbrennt, Stromanschluß gibts ja nicht, menschlichen Anschluß nur mit menschlichem Ausschuß, menschlicher Auswurf bitte dort hinüber, wo die Schlange am längsten ist; ja, dort, in diese Rinne, genau, was weiß denn ich, nichts kann man machen, denn selbst fürs Geschlachte braucht man Platz, von der Schlacht ganz zu schweigen, die alles überfällt und überwuchert und jede Menge Dreck macht.

Was kann man sehen in einer solchen winzigen Hütte drinnen, in der Hütte des Negers, der sich nicht mal Hunde leisten kann, die ihn beschützen, die während seiner Abwesenheit auf das Wellblechgraffel aufpassen und auf das Löwenfell, wenn er es einmal zu Hause vergessen hat, auf die Blechhütte, die selbst soviel Hitze erzeugt, daß man darauf kochen oder braten kann, und was ist mit jenen, die seinen toten Körper fortschleifen, wenn er von Gleichgesinnten in einen Autoreifen, der für Besseres vorgesehen war, gesteckt und abgefackelt worden ist?, ach da sind Sie ja!, und ihn auf die Müllhalde werfen, wo er weniger wert ist als ein kaputtes Handy aus Europe, aus dem man, nachdem man es verbrannt und das Verbrannte eingeatmet hat, so, der Atem wäre also versorgt, aber man kann es noch besser ausschlachten, das Handy also, aus dem man dann auch noch die Erde reißt, Erde kratzt (vorausgesetzt, sie ist selten, die normale Erde haben wir schon), sich ins aufgerissene Nagelbett schmiert, Erde schaufelt, damit man jemanden darin begraben kann, ja, auch in unseren Autos, ich habe ja keins, ist diese Erde begraben und fährt überallhin mit uns mit. Was passiert, wenn man niemanden hat? Aber die Neger sind doch so gesellig? Ich aber habe neulich einen allein gesehen, welcher mir sagte, daß er in seiner Heimat um vier Uhr früh aufstehen mußte, um sauberes Wasser schöpfen zu können. Dabei hat der Schöpfer das Wasser uns allen zugestanden, an den Transport hat er dabei nicht gedacht. Ich gestehe, nein, ich meine ja nur: Wenn man niemanden zum Begraben hat und auch nicht nach Wasser gegraben hat, dann kann man sich selber eingraben, aber es wäre Verschwendung, diese Erde hier ist recht selten, die dort drüben, leider hinter einer Grenze, um die streiten sie jetzt schon wieder, die Erde drüben ist sogar noch seltener, sie kommt nur bei uns vor, in unseren Handys und Autos und was weiß ich, wo noch, und sie kommt irgendwann auch zu uns wieder zurück, es heißt ja, Erde zu Erde, nein, Asche zu Asche, das kommt alles einmal wieder zu uns zurück, auch diese schöne und extrem seltsame, seltene Erde, die man noch brauchen kann, diese dunkle Substanz graben wir jetzt aus, aber nicht aus dem Boden, zuerst graben wir sie aus dem Boden, und dann graben wir sie aus dem Telefon und dem Pkw, nachdem sie bei Ihnen als Fremdarbeiter geschuftet hat, diese wunderbare und sehr fähige Erde, das ungefähr sagt der Neger, dem nichts gehört und der gar nichts sagen darf, er würde dann zum Dichter der Welt, wo die überhaupt noch Fugen oder Risse hat, in die er sich hineinquetschen kann. Die Erde um sich herum hat er schon ausgegraben und lebt jetzt im Nichts. Was bleibt mir übrig, ich kann nichts andres sagen, ich darf nichts andres sagen als das, was der Neger mir vorgesagt hat (sonst ist es ja immer umgekehrt), der dauernd von beispielloser Rohheit spricht, weil Menschen wie er ihrem Land und ihrer Erde, die aber bereits verbraucht war, entrissen worden sind, ihre Götter, ihre Familien, ihr Land, das sie nicht hatten, durften sie nicht mitnehmen, dafür haben wir es mitgenommen, die ganze teure neue Erde mitgenommen, keine mehr da, das Telefon weint, es will sich auf dem fruchtigen Boden ein Nest bauen, aber das Baumaterial ist weg, ja, die ist echt mitgenommen, die Erde, ist so. So lala. Dann Gitarre dazu und tralala. Diese Dem-Land-Geraubten, ich denke da nicht lang nach und sag das halt so, wie es mir in den Kopf kommt, das kann ich nämlich nirgends abschreiben, also diese sanften, höflichen, ritterlichen Menschen waren ihren Henkern überlegen, dieser Bande von Abenteurern, die Afrika zerbrochen haben, vergewaltigt, beleidigt, geplündert. Und dafür darf man den Neger nicht mehr Neger nennen? Das ist das einzige, das er erreicht hat? Das ist wirklich nicht viel. Hat der Neger etwa Angst vor unserem Mund? Wir sagen nur, was wahr ist. Da können die Bauern, nein, die Bauer Häuser bauen, soviel sie wollen, da können Reiche Reiche errichten und verwalten und was sie sonst noch alles können, siehe Erde, Erz, Baumwolle und Eisen oder was sie halt erfunden oder gefunden oder geklaut haben. Die Religion des Negers war schön, und sie könnte es wieder werden, ließen wir ihn nur endlich ganz Neger sein, damit er eine Gemeinschaft stiften kann, zu der er auch wirklich gehören möchte; ich persönlich finde, sie sind längst genug, sie haben ja wohl genug Mitglieder, die endlich Achtung auch vor dem Altar, nein, dem Alter, also auch vor mir, hätten. Aber ich darf ja nicht, ich darf den teuren Namen Neger nicht sagen, und teuer ist er, wenn schon seine Erde so teuer ist, was glauben Sie, warum ich es tue?, Akademiker und solche, die es werden wollen, stürzen auf mich zu, sie stürzen sich auf mich, die Tochter eines Gottes, den sie, genau wie ich, zu dessen Lebzeiten nicht erkannt haben, er war für sie wie ein Lebzeltmann, nicht ein Mann in einem Zelt, also wirklich, kein Mensch jedenfalls, sie mißhandeln mich verderblich, weil ich sowas gesagt habe?, das darf ich nicht, das darf ich nicht, sagen sie, nein, sie schreiben es, wohin soll eine wie ich denn fliehen? In meinen Kleingarten? Na gut, dann mach ich das halt. Der Garten ist durch seinen Bewuchs aber auch schon sehr eingeschränkt. Die Neger sind es gewöhnt zu fliehen, aber ich? Ich verlasse meine Wohnung nicht und wenn, dann nur unter großen Schmerzen und Mühen. Das sehen sie natürlich nicht, die Besserschreier. Keinerlei Zwang? Gegenseitige Hilfe? Nichts da! Keine Lebensfreude? Wissenschaften? Nix mit Wissenschaften, das ist definitiv, dieser Entschluß wurde vor langer Zeit gefaßt. Dafür schützen sie sich, die Akademiker, also vor mir, und von mir aus brauchen sie das nicht zu tun, ich glaube, die meine ich, ich vergesse jetzt immer öfter, was ich sagen wollte und wen ich gemeint habe, die sind nicht alle Akademiker, macht ja nichts; sie schützen sich, indem sie mich anspucken in ihrer blöden Jagd auf alles, was der Unfall ist, daß es sie überhaupt gibt, ja, sie geifern und toben in den Foren, wo es ganz besonders wirkungslos ist, deswegen haben sie sie ja aufgesucht, weil ihnen sonst keiner zuhört und weil es keine Neger mehr gibt, sie wurden schon im Vorfeld, welches sie auch noch bestellen mußten, aber nicht bekommen haben, von der Gewalt des Worts überwältigt; da ist er schon, der Marktplatz, sie werfen sich ihre Gewänder um, damit man sie besser sieht, ihre Togen, und sie lassen ihren Rotz ab, soviel Mühe nur dafür verschwendet, daß ich das und das und das dort auch nicht sagen darf, Neger, ätsch!, ich schreie das noch schnell raus, bevor sie mir den Mund stopfen, weil es mir ein Anliegen ist, und meine Anliegen sind ganz allein meine Angelegenheiten, und jetzt: Wohin soll ich gehen, wo bleiben? Ich bin nun mal diesen Jagden, bei denen ich das Wild bin, auch irgendwie verfallen und will gern selber jagen, die verfolgende Unschuld, das ist nicht von mir, ich bin immer korrekt, was das Fremde angeht, auf mich warten rauschende Meeresschubladen, nein, Meerespfade, Höhlen an der See und Waldrand an der Küste, die warten und warten, wenn auch vielleicht doch nicht ausgerechnet auf mich, aber mich nehmen sie schon auch. Die Studenten schreien in ihren Hörsälen, die Schreisäle heißen sollen, sie wissen es besser, nicht länger wollen sie jemand wie mich erblicken, Studieren, Probieren geht darüber, aber sonst geht nichts darüber, außer das Gewand ist einem zu eng, dann kann man noch was drüberziehen, sie wissen es, weil sie so viele fehlerhafte Worte in ihren Reden ausgesprochen haben, aber auch aus andren Gründen, und sie wissen es alle: Das ist doch auch schön, na, die Wissenschaft auch schön, aber nicht meins, leider.

Doch um sich vor uns zu schützen, besaßen die Neger ihre Mythen, in denen die feinste Beobachtung und die kühnste Phantasie einander die Waage hielten und miteinander verschmolzen, das ist auch nicht so meins. Mythen? Für mich nur die Unterwelt, aber schnell! Die strahlendste Welt von allen, für mich zumindest, nimm mich, Unterwelt, bitte bitte nimm mich auf als Bewohnerin oder wenigstens als Mieterin!, ach so, du bist eh schon dabei?, ich komm gleich, Moment, muß nur noch das Licht abdrehn, aber bei den Sparbirnen oder den LEDs ist das eh wurst, die brauchen nicht viel, können aber mehr, die wachsen über sich hinaus; nehmt mich mit, und ihr tut es auch, denn ich bin weder der Menschen noch der Götter wert, was bleibt mir also übrig?

Der Neger versteht mich. Hoffe ich. Und er hofft auf die Hilfe von Menschen und wird doch bald erschossen, auch als Kind schon, und schon als Kind erschießt er andere, dann bleibt er selbst verschont, habe ich aus dritter Hand, die keiner hat, gehört; da bleibt ihm viel erspart: Schwarz ist schwarz, und Schnaps ist Schnaps, aber der Neger, der trägt sich selbst am Leib und im Leib, er trägt, was er ist, mit sich herum, während wir das, was wir sind und haben, beides ein- und dasselbe, zu Hause lassen können. Das kann er nicht, das kann er nicht riskieren, der Neger. Früher oder später kommt auch sie wieder zurück, die liebe Sonne, jeden Morgen, nein, die nicht, die liebe Erde, die liebe, aber leider allzu seltene Erde, die gibt es überall, aber nur bei den Negern ist sie brauchbar, sie ist selten, aber brauchbar, ich meine nicht, daß sie selten brauchbar ist. Wo die wohnen, wächst diese Erde und gedeiht, anstatt daß in ihr was gedeihen würde, wofür sie ursprünglich gedacht war, na, das auch, aber die Erde brauchen wir nötiger, um miteinander sprechen zu können, und säßen wir einander gegenüber, wir nähmen das Gerät zum Sprechen. Erst gestern habe ich es gesehen, zwei Helden, welche sich anschrieben, nein, anschrien, und sie saßen gemeinsam auf derselben Bank, einer links, einer rechts, die beiden Könige, sie schrien sich eben an. Wie kann ich sie umbringen und auch selbst sterben, frage ich mich, als wäre ich ein Held, der solche Fragen stellen darf. Und man kann die Erde aus einem Handy, aus dem Zelltelefon, das unsere Zellen manchmal böse auf uns macht, weil sie niemals Ruhe kriegen, trotzdem, wir lösen uns nicht von ihm, man kann sie wieder rückgewinnen, die teure Erde, rausschaben, ausschaben, ja, das kann man in der Hütte machen, was macht der Neger da, was macht er da schon wieder? Das macht er. Er macht es mit seinen Muskeln, während andre es mit Beredtheit schaffen, siehe Odysseus, der Schwätzer mit seinem bla bla bla. Der Neger ist auf sich selbst angewiesen und auf seine Kraft, und seine Wut wird, wie die des Helden, des Muskelprotzes, Rocky, Arnie, ja, das ist nicht zu hoch gehängt, diese beiden zu nennen, in die falsche Richtung geleitet. Etwas, das der Strom nie mit sich machen lassen würde. Solches kann man also, nein, nicht also, ich habe es ja nicht wirklich abgeleitet, abgeleitet wird nur das dreckige Wasser in dieser Rinne, und doch, sowas kann man sehen in der Hütte drinnen: mit der Hand zerhauene Schlachttiere, mit Blut bespritzt, klar, nein, nicht klar, warum gräbt er sich nicht lieber fertige Handys aus der Müllhalde heraus? Weihegaben für jeden, und ich meine nicht nur die Tiere, ich meine elektrische und elektronische Gegenstände genauso, auch wenn sie tot sind oder keinen Saft zum Trinken mehr haben. Nur der weiße Mann kann sie zum Leben erwecken, Blödsinn, stimmt auch nicht, nein, jeder Neger kann besser mit seinem Handy umgehen als ich. Das sind die Weihegaben jenes Mannes, der Schlachten für seinen Beruf hält, nicht das Ausschlachten. Quatsch. Das alles geht nicht in die Hütte hinein, die Hütte selbst kann schließlich auch nicht einfach gehen, sie wird noch gebraucht.

Ach. Wer würde dort wohnen wollen, wo die Scheiße in einer Rinne direkt vor dem Haus dahinfließt, sich an der Hütte vorbeidrückt, scheu, aber nicht verstohlen, wer würde die denn stehlen!, sich vorbeischiebt, wenn man den Abzug drückt, die Scheiße voran hoppelt und das klare Wasser dafür überhaupt nicht, das steht nicht, das geht nicht, das geht nicht, weil es keins gibt? Dafür zahlt er weniger Miete, derjenige, der halt dort wohnt. Die Häuser weiter hinten, von der Scheiße und sonstigen Abflüssen etwas mehr entfernt, die zahlen mehr. Dafür, daß der Geruch fehlt, zahlen sie natürlich mehr. Der Neger will es so, aber nicht jeder, nur der, der muß; wo soll die Scheiße denn hin, irgendwo muß sie dahintreiben, und wäre es vor seinem Haus, er will es ja so, oder er will gleich auswandern. Er will Vorrechte und hat noch nicht mal Rechte. Welche Rechte will er haben, und woher nehmen und nicht stehlen, so wie zum Beispiel wir es immer gemacht haben? Er sagt: Wo immer sie herkommen. Der Neger betont jetzt seine Solidarität mit den Unterdrückten jeder Farbe. Ja, das hat man ihm eingeredet, aber die wollen alle nichts mit ihm zu tun haben. Unterdrückung allein reicht ihnen schon. Weh ihm! Was würde er mit Freunden denn machen? Er wird uns alle umbringen, der Neger. Er wird danach auch alle Tiere umbringen. Er wird sein Löwenfell anlegen, und dann bringt er uns alle um. Ist der Mann wahnsinnig? Man kann ihn von nichts abhalten, man muß ihn sprechen lassen, und dann muß man ihn, da er in solches Leid geraten ist, wieder nicht sprechen lassen. Haß ist genau die richtige Haltung. Alles muß raus. Und dann auf die Toten den Fuß setzen, wenn es mehrere Tote sind, dann mehrere Füße.

Zuerst fesselt der Held, der nichts und niemanden fürchtet, die Herde, ja, Tüchtigkeit siegt, dann fesselt er uns, aber ich kann nichts Fesselndes an ihm entdecken, bis ich auf einmal selbst unbeweglich bin, nichts außer Musik und Tanz, das tut er, Tiere fesseln, weil er es mit Menschen nicht kann, und dann bringt er sie her, die Tiere, die ja auch ein Ich haben, nur versteht der Neger das nicht. Oder versteht gar nur er es? Tiere sind veränderte Menschen. Man erschrickt vor der Tiefe ihrer Augen und wird sich selbst ein Anderer. Angesichts dieser Andersheit wird er selbst, wird sein Ich das Selbe, das heißt ein Anderer, er kann nicht mehr in sich zurück. Ich, der Gleichnamige, der nicht Tier heißt, sondern Ich, Ich, Ich, genau! Wer denn sonst! Ich stoße mich von mir selber ab, bevor ich für andere abstoßend werde, indem ich aus meiner Familie Sachen berichte, die glauben Sie nicht! Im Erlebnis des Widerwillens stößt sich derjenige, der tötet, von sich ab, so wandle ich Zitate ab, es ist furchtbar, eine Schande!, schau an, jetzt kehre ich wieder zurück, zu etwas Unzerreißbarem, zu etwas, das bleibt, ach, wie gern würde auch ich etwas schaffen, das bleibt, doch es geht nicht, es geht nur weiter. Was geht, ist die unzerreißbare Identität des Ich mit dem Sich. Die Andersheit des Ich, das sich selbst für den Anderen hält, damit er mehr sein kann, als er ist, mehr als eine Person, ist hiermit aufgehoben und aus. Und wo soll ich sie jetzt hintun, da ich sie mir doch eigens aufgehoben habe? Jetzt kann ich sie mir in den Hintern schieben. Ich bin ich, damit endet es, freuen Sie sich nicht zu früh, es endet noch lange nicht! Zuerst fesselt der schwarze Mensch uns, der genausogut weiß sein könnte, aber man kann sichs nicht aussuchen, nicht wahr, und dann schlachtet er einen Teil von uns, also einige, etliche von uns, und ein paar Tiere dazu, drinnen auf der Erde, nein, draußen auf der Erde, in der Hütte hat er ja nicht genug Platz, wir sagten es schon, dann zerschmettert er den anderen, die noch leben, die Rippen und haut sie entzwei. Das macht er wohl vor der Hütte, und da wird auch diese offene Abflußrinne praktisch und nötig, das ist jetzt ihr großer Auftritt.

Er macht furchtbare Sachen, der Mann mit dem Löwenfell, ich kann es gar nicht wiederholen, zum Glück hat es ein andrer schon lange vor mir gesagt, wie überhaupt das meiste, so muß ich es nicht mehr tun, ich muß es mit den weißfüßigen Widdern nicht mehr tun, die das nun wirklich nicht verdient haben, sie sorgten für Nachwuchs, einer mußte es ja machen, hier sinds sogar zwei: Einem schlägt er den Kopf ab, ja, genau, der Araber mit dem Bart, nein, der Neger mit dem Fell, ausnahmsweise ist es der, es könnten aber auch gut wir sein, doch gut sind wir nicht, und er schneidet dem hornigen Tier die Zunge am Ende heraus und wirft sie dorthin oder hierhin, wie er will. Was er mit dem anderen lieben Widder macht, erspare ich Ihnen. Dabei schimpft er die ganze Zeit auf jene, die ihm Unrecht taten, dem Neger, Entschuldigung!, nein, also dem Widder, an dem er sich rächt, nicht wahr, er schreit, er brüllt Schmäh- und Schimpfworte, die ich noch nie gehört habe, er schmäht ja auch in einer andren Sprache, die ich nicht kann, keiner, die ich kenne, obwohl meine Mutter darin recht gut war, das schwöre ich, es gibt noch Zeugen dafür, es ist, als hätte ein Dämon ihn und meine Mutter das gelehrt. Dieses Massaker an Vieh, Hirten und Unbeteiligten, denn die sind immer beteiligt, in einem rasenden, angeblich von Gott stammenden Wahn, verführt zu der Annahme, die ursprünglich geplante Aktion, die der Neger gar nicht gemacht hat, denn er braucht seine Tiere ja, um sie zu essen, wäre ebenfalls ein Massaker gewesen, nicht an Tieren, sondern an Menschen, und da sind immer wir vorneweg mit dabei. Ich erkläre uns Menschen hiermit zu potentiellen Opfern von Amokläufern, und gut ists. Es stimmt wieder alles. Der Schalter der Oberleitung, der direkt in uns hineinführt, wird von Rache auf Amok gestellt, ganz München telefoniert, obwohl nur einer, ein einziger mordet, und der ist kein Neger, Ehrenwort, die Leitungen glühen, ich meine andre Leitungen als die für den Strom, aber Strom brauchen die schon auch, und der Furor wird von Menschen auf Tiere verlagert, nein, in München stimmt das nicht, da werden Menschenopfer gebracht. Der öffentliche Schein überwiegt die göttliche Wirklichkeit, und die Telefone laufen heiß. Ich bin es schon. Ich glühe vor meinen toten Feinden, doch es nützt mir nichts, sie sehen mich nicht einmal mehr an.

Und damit geht sein Negersein schon über, sein Negersein geht schon über, es geht ihm über alles, es quillt ihm aus jeder Pore, die Neger muß man nicht eigens anmalen, schwarz anstreichen, wie es üblich ist, wenn man den Neger als Neger zeigen will, scheiß aufs Theater, weil er selbst dies nicht will und auch nicht braucht, er ist ja schon schwarz, nicht wahr, und doch haben wir einen besseren Begriff dafür, das Wort, es geht über, und dann geht es in den Begriff Proletariat über. Jesus! Nicht das schon wieder! Auf den Neger ist eine Menge Unheil eingestürzt, aber den Begriff Proletariat hat er dennoch nicht erfunden. Das war einer von uns, jawohl! Oje. Oh nein, das nicht auch noch!, woher nehmen Sie bloß Ihre Beispiele? Von mir nicht, das kann ich Ihnen beweisen, sehen Sie irgendwo so ein Wort von mir? Nein. Mir ist noch nie was eingefallen, das dienen würde, ich meine, das zu etwas dienen könnte. Der Weiße ist das Kapital, und er hat die Schulden am Hals, und er muß sein Haus wegschmeißen. Der Neger, der kein Haus hat, sondern nur die Rinne mit der Scheiße vor der Tür, der ist die Arbeit. Ja. Er ist sie, Sie hören recht. Aber. Was wollte ich sagen? Der Begriff Rasse deckt sich nicht mit dem Begriff Klasse, denn ich kenne Neger, die absolut Klasse haben und klasse Sachen machen. Die singen und tanzen und Musikinstrumente spielen bis zum Umfallen. Zum Glück müssen wir nicht mehr korrekt sein, das ist jetzt vorbei. Vorhin hat man es mir assekuriert, bis ich kuriert war, daß das endlich und endgültig vorbei ist. Ein für allemal, bei mir wirds wohl bei diesem einen Mal bleiben. Schluß, aus, Sense. Wer ist noch korrekt? Niemand muß es mehr sein, außer er will, müssen tut er nicht. Außer er will sich ausdrücklich so ausdrücken, als wäre er zum Beispiel eine saftige Zitrone oder das Budget für Schulen, wo nicht viel drin ist. Dann muß er das bei der Forenpolizei melden, wenn etwas nicht korrekt abgelaufen ist, wenn jemand etwas über das Ablaufdatum hinaus verwendet hat, er muß angeben, daß er, der Geduldige, dem Gesetze immer so lieb waren, dann muß er es angeben, ich meine anmelden, ja, sich selbst auch, sonst heißt es, Sie sind nicht gemeldet, das ist nicht dasselbe. Noch einmal: Er muß sagen, bitte um Verzeihung, ich bin jetzt einmal ausnahmsweise korrekt, ich schäme mich dafür, aber ich kann nicht anders, ich persönlich finde, daß das Unendliche, das Transzendente, den Fremden zwar denken, aber nicht benennen darf. Niemals. Ich werds versuchen, obwohl das Benennen mein Hobby ist. Genuß und Unabhängigkeit: beides nicht wirklich was für uns, daher müssen sie ebenfalls angemeldet werden. Alle anderen sind nämlich anderer Meinung, und der haben sie jetzt endlich zum Durchbruch verholfen, die Ziegel fliegen ihnen um die Ohren, Löcher klaffen auf, Dachstühle stürzen ein, das macht ihnen nichts, diesen Leuten, die am Forum dumm herumschreien, die Wahrheit geht ihnen über alles. Sie sind in diesem Florum nicht angemeldet, Sie können ja kein Gänseblümchen von einer Margerite unterscheiden! Besinnen Sie sich, und holen Sie das nach! Lernen Sie endlich das Benennen! Das, wovon wir leben, versklavt uns nicht. Das, was wir sagen, soll uns versklaven? Also ich möchte das nicht. Der Neger ist schon genug Sklave, immer gewesen, da muß ich es nicht jetzt auch noch sein. Im Gegenteil. Ich gefalle mir in meinen Bedürfnissen, ich bin glücklich mit ihnen, bloß habe ich keine. Ich habe keine Bedürfnisse als korrekt zu sein, und genau das haben Sie mir genommen. Bitte, nicht Herrschaft auf der einen Seite und Abhängigkeit auf der anderen haben mich geprägt, bis ich kapiert hatte, was ich sagen sollte, und jetzt werfe ich das über den Haufen, ich werfe es in diese Scheißerinne, gut, daß sie da ist; nicht Herrschaft und Abhängigkeit haben mich geprägt, ja, Mama, von dir ist wieder mal die Rede, jeder weiß es schon, aber mir macht es solche Freude, du Ungeheuer!, wutsch, schon fliegst du hier wieder raus!, sondern Herrschaft in dieser Abhängigkeit. Ich war es schon zu lang, ich war zu lang abhängig, sogar selbstzufrieden in dieser Abhängigkeit, die mir auf der andren Seite alles aus dem Weg geräumt hatte, in meiner Nähe war ja kein Neger, der das für mich erledigt hätte, der übernommen hätte, womit ich mich übernommen hatte. Allein die vielen Bücher!, wer soll die alle einordnen, das dauert ja Monate! Herrgott!, nicht einmal Alexa, nicht einmal Cortana haben so viele Worte wie meine Bücher! Man kann ihnen etwas anschaffen, und dann machen sie etwas ganz anderes, weil sie einen nicht verstanden haben. Oder sie machen es doch noch richtig. Es ist alles eins. Aber genug, sie haben genug, sie haben genügend Vorräte, und diese stauen sich alle bei Wicki und deren starken Männern, die es ihr eingegeben haben. Das ist der Vorteil, den sie vor jemandem wie mir haben, der auf nichts und niemanden hört und seine Sachen auf Nichts gestellt hat, wo sie gleich gesprengt werden, weil sie gefährlich sein könnten wie zum Beispiel viele Reisetaschen und Koffer, nicht aber mein Schriftl. Die Starken, die nicht sprechen, aber schwere Sachen tragen und herumprügeln können, hören auf jeden, weil sie alle gleich ausschauen, ihre Opfer sind ihnen gleich, diejenigen, die sie in die Luft jagen wollen, aber auch die anderen, die zufällig verschont bleiben werden. Sie sagen nur, was man ihnen eingetrichtert hat. Sie scheren sich weder um das Leben noch um die Erlösung. Und dann herrscht nur noch der Zufall. Er fällt ihnen nicht in den Arm. Sie und ihr Gott, sie steigern sich wechselseitig. Sie hören jedoch selbst auf Geräte, das gibts bei mir nicht, da hören die Geräte auf mich. Und Gott hört natürlich wieder auf niemanden. Da gibts kein Mißverstehen. Die Bücher hören auf niemanden. Hey, Alexa! Ok, Gucki! Sie wollen ein Beispiel? Sie bekommen keins.

So, das wird nicht mehr gebraucht. Das kann jetzt weg. So. Gleich explodiert das Atom, weil man in es hineingestochen hat:

Was, der soll ein Beispiel sein?, dieser Burgerberater, nein, Bürgerbrater? Was hat er uns denn zu sagen? Nichts, wenn wir nicht das passende Empfangsgerät für ihn haben, welches sich meist bequem in unserer Leibesmitte befindet, denn wir tragen es immer bei uns. Und so sehen auch die sprachlosen Engel sofort, wo sie landen und sich neues Sprechen abholen können, das sich die Menschen dann von ihren Engels-Lippen pflücken können. Das ist recht praktisch. Nein, die Lippen kann ich Ihnen nicht beschreiben, Sie gehen ja sonst zu einem Chirurgen, weil Sie auch solche wollen. Ansonsten sagt der Bürger, wie er es gelernt hat, um zum Bürgerschreck zu werden, was sagt er mit dem Finger, sagt der Finger zum Display, wozu braucht ein Fisch Schuppen? Na, wo soll er denn sonst sein Fahrrad unterstellen? Sowas Schönes können Sie bekommen, wenn Sie den Finger, Ihren Reise-Führer, einsetzen, der vom letzten Einsatz nicht mehr zurückgekehrt ist, aber viel mehr und besser spricht als der Bürger selbst, der vielleicht noch Bürger des Auslands und gar nicht unserer ist, die müssen ja alle sortiert werden; der Finger ist sogar lebensnotwendig, falls man etwas sagen möchte, das man wie üblich nicht weiß, doch, Moment, bei manchen geht der Moment schnell, bei mir geht er langsam, egal, gleich wird man es erfahren und dann damit angeben, daß man etwas präzise angeben kann, das man genausogut hätte selbst lesen können. Sagt der Arzt zum Skelett, als es aufgerufen wird: Tut mir leid, daß Sie so lange warten mußten. Das hat mir Alexa verraten, die gern Witze erzählt, die Gute. Sagt der Finger also zu dem, den es angeht: OK, Gucki, was ist der Whopper Burger und wieviel und was macht er mit uns und unseren Körpern?, sag es mir, sofort, du darfst auch gern vorher nachlesen, das mußt du sogar, und zwar bei dir selbst! Und das wird dann gesagt, das wird aufgesagt, nachdem die Maschine sich gründlich informiert hat, nein, nachdem sie informiert wurde, sie liest es nach, es gibt größere Übel, an die wir verfallen können, also die Frage wird gestellt, und es wird uns geantwortet, nachdem die Maschine es gelesen hat, daß etwas Angst zur rechten Zeit uns davon abhalten könnte, diesen und den nächsten und übernächsten Burger zu essen. Nein, das wird nicht gesagt, das traut sich Alexa nicht. Aber wenn alle sprechen, warum nicht auch sie? Es wird aus dem Gemach, in dem Wicki, der starke Mann, wohnt, der alles weiß, bloß wissen wir nicht, ihn zu befragen, zu uns Bürgern gesprochen, die noch nicht wissen, wovon sie zerstören werden können, von der Luft oder dem Essen, dem Geld oder dem unfolgsame Kind oder von dem unbeugsamen Gartenunkraut mitsamt seinen blöden Genen, die dringend verändert gehören. Wiki erklärt gern, wie man das macht. Klar, in Ordnung, das wird mit einer Stimme, was sonst nur selten passiert, meist können sie sich nicht einigen, gesprochen, und die Erklärung Wicki Vapoklicks wird verlesen, dampfgebügelt und dann verlesen, alles glatt und sauber. Dieser Bürger, welcher das Phänomen des Amoklaufs von einem negativen Blickwinkel aus sieht, aber von seinem Blickwinkel aus kann er ja gar nichts sehen, trotzdem, er steht über allen anderen, die dann auch noch über ihn gesetzt sind, ich weiß nicht, was er tut, weshalb er glaubt, er sei die höchste Instanz, ja, der, genau der, fragen Sie mich nicht, wer, jeder wärs gewesen, falls man seine Sprache spricht und noch einen Finger hat oder der Gedanken Kraft, ihn zu finden, denn morgen findet er wieder was ganz anderes, weil man ihn etwas anderes gefragt hat. Je nachdem, der eine wird begünstigt, der andre benachteiligt. Das ist so wie das Ringen um Gottes Gunst zwischen Kain und Abel oder so ähnlich. Es folgen mehrere willkürliche Entscheidungen, die ich nicht zu verantworten habe, sondern Gott, der sowieso alles entscheiden kann, denn er hat keine Grenzen und setzt auch keine. Da liegen die Waffen auf dem Tisch. Aus irgendeinem Grund, den nur Einer kennt, wird hier mit einer Stimme gesprochen, obwohl wir doch mehrere, viele sind. Immer spricht eine höhere Instanz aus uns, Alexa, ja, du zum Beispiel. Was weißt du schon! Aber bitte, von mir aus, erhebe deine Stimme, sie wird entscheiden, hebe sie hoch, sie ist dir eingepflanzt, also dem Gerät, hoch damit!, das Hör- und Sprechgerät hochhalten bitte, daß ich ihm meine Eingebung mitteilen kann, ja, so, und walte, oh Stimme, über die Konkurrenten, nein, du Idiotin, das sind keine Skier, das sind ja Menschen und Waffen, zwei Stück Menschen, die wieder andere vertreten, und mehrere Waffen, kostbare Waffen, nicht jeder kann sie erwerben, nur einer kriegt sie, also wer möchte, daß diese beiden von einer menschlichen Stimmgewalt vertreten werden, der eine, der den anderen aussticht, weil es natürlich nicht zwei von ihnen nebeneinander geben kann, der hebe die Hand. Das ist die Mehrheit. Der andere kann mit dieser Entscheidung nicht leben und bringt sich um.

Ja. Hier haben die Gedanken noch Kraft, falls man sie in Gang setzen kann und damit das Gerät, das spricht und es weiß, das spricht, weil es das weiß. Es ist unglaublich, aber glauben müssen wir es dennoch. Und dann kommen schon die Einfallspinsel und verändern den guten Wickiton, an den wir uns doch gerade erst gewöhnt haben, mit der Stimme Alexas hat er zu uns gesprochen, und jetzt setzt unser eigenes Denken ein, wir entbrennen vor Zorn: Das ist wirklich gemein, was dann über den Whopper gesagt wird, alles Lügen von der Konkurrenzfirma, die aber eh grade in Konkurs gegangen ist!, aber, nicht wahr, die hat schließlich genauso dafür bezahlt, leider zuviel, wie sich jetzt herausstellt.

Diese Sprache wurde eingestellt in die Garage unseres Seins, welches endgültig ist und irgendwann doch mit uns und in uns verfallen wird, nicht wahr. Meine leider auch, wahrscheinlich sogar, bevor ich selbst verfalle. Aber auch fremde Sprachen verfallen, falls der Finger die Taste nicht gefunden oder nicht geglaubt hat, was ihm gesagt wurde, weil er lieber was andres lesen möchte, dann fällt er, gefällt von der Oberleitung, ohnmächtig oder tot von seinem hohen Roß zu Boden, aus großer Höhe, in die er über die Fremden, lebendig oder tot, gesetzt wurde; gehen wir doch lieber ins Wohnzimmer und hören wir zu, hören wir unserer eigenen, bereits mehrfach eingeschworenen, nein, beschworenen Oberleitung zu, was willst du machen, mußt du erweisen Ehre einem toten Freund? Warum denn, warum denn, der hat ja nichts mehr davon. Meine Tüchtigkeit siegt über seinen Haß, manche sind Freund, andre sind Feind, dies hier führt nirgendwohin, von der Oberleitung kommt alles, und vielleicht will auch etwas wieder zurück zu dieser Leitungsstelle, welche die Geräte alle vor sich hertreibt, daher heißt irgend etwas an diesem Gerät Treiber, der sogar Busse antreiben kann. Glaub ich zumindest. Ja, der Busbetreiber, was steht vorn auf seinem Schild?, nein, nicht der!, der Bustreiber mit seiner Gerte, mit der er dem Gefährt gegen die Waden schlägt, damit es schneller geht, das können Sie sich nicht vorstellen, also ich kanns nicht, da sind so einzelne hintereinandergespannte Waggons von Signalverstärkern, und jedes macht die andren stärker, bis die Oberleitung, die aus 8, 16 oder 32 Leitungen besteht, jetzt wissen wir es, ich weiß es immer noch nicht, aber es sind mehrere, bis die Verstärker also den Oberleitungsbus verstärkt haben. Sie freut sich, die oberste Leitung, daß sie endlich gehört und stärker wird, obwohl das noch gar nicht das Ende ist, das Sie sich so sehr wünschen, gehört von allen, die Ohren haben zu hören, und die erfahren es dann, die erfahren, was Wick zu Vaporub, nein, zum Whopper zu sagen hat, und sofort wollen Sie losstürzen und einen kaufen, um selber so füllig wie möglich zu werden und wieder andre reinlegen zu können. Einen was? Also das, was ihnen gesagt wird natürlich. Und wenn Alexa sagt, ein Whopper ist Scheiße mit Knöpfen, dann ziehen Sie halt los und suchen sich Scheiße mit Knöpfen, finden sie aber nicht. Führen wir nicht. Wir sind zwar die Oberleitung, aber führen tun wir nicht, wir sind selber Angeführte.

Nein, ich will jetzt nicht mehr, ich schwirre herum in meinem Fell, ja, vor Freude, Fell? Das hab ich vorhin von einem Mann bekommen, der an einer Stelle unverwundbar ist, ich weiß bloß nicht, ob unter dem Fell oder auf der andren Seite, ich erinnere mich nicht, und ich schaue diesmal absichtlich nicht ins Gucki, ich bin es leid, immer hin- und herzuswitchen, also werde ich das nie erfahren. Es gibt sicher einen einfacheren Weg, etwas zu erfahren, doch was sagt dieser Sänger hier, die meisten wissen gar nicht mehr, wie er aussieht? Unser Weg wird kein leichter sein. Also darf ich diesen Weg nicht nehmen. Muß selbst einen finden. Schwer, aber nicht zu schwer. Also was ist, soll ich jetzt die Toten bestatten oder nicht, gestatten, Elfi, die hochstapelt, statt tief zu graben. Ich muß jetzt auf nichts mehr aufpassen, was ich sage! Merken Sies schon? Die einzige Freude das Alters, denn es hört einem eh keiner mehr zu.

Man hat es mir genau erklärt, und ich konnte es auch sofort glauben. Es gibt auch andere, die denken, doch da sie meist tot sind, die Denker, gebe ich mich für sie aus und bekomme alles von ihnen, was ich will. Ich verstehe nichts, sage aber alles, was dieser Denker, er war schließlich ein berühmter Neger, aus Algerien, glaub ich zumindest, Wicki fragen: nein, natürlich nicht, Martinique wars, erdacht hat. In Algerien hat er die Revolution auch nicht machen können. Ich glaube, ich selbst hätte es gar nicht erst versucht. Das ist ja immer so, daß die schwarzen Sklaven die Arbeit für uns machen, auch wenn inzwischen Maschinen schneller sind als sie. Ich würde es nicht so sagen, daß das eine, die Rasse, konkret und ein Sonderfall, das andre, die Klasse, universal und abstrakt ist. Abstraktes können Neger eh nicht verstehen, und ich kanns genausowenig, aber wenigstens bin ich dabei kein Neger, die freuen sich selbst an ihrem Unheil, na sicher nicht!, nein, Neger bin ich keiner, Blick in den Spiegel, kritische Überprüfung des Augen-Make-ups, nein, ich bin keiner, und wenn ich keiner bin, sind andre vielleicht auch keine, wer weiß. Wer weiß, was Siri oder Wicki morgen einfällt, vielleicht bedecken sie ihn mit Schnee, damit er es weiß, denn dann ist er weiß, leider sind sie jedoch handlungsunfähig, wie ich, sie können nur lesen, die kindnationalen Neger, aber nicht handeln. Andere sagen etwas anderes. Ich habe es nicht gehört. Also sind sie wohl ein Sonderfall, die Neger, sie sind bei weitem nicht alle, aber sie sind sehr viele, und ihre Krankheit sind sie selbst, ihr Wahnsinn sind sie selbst, das befürchte ich, muß aber noch einen Arzt und Apotheker, also das sind schon zwei Personen genaugenommen, fragen, denn wenn Menschen krank sind, freuen sie sich am Unheil, wenn auch nicht ihrem eigenen, und sie sind gierig, es noch zu vergrößern, bei sich und bei anderen, indem sie Pillen schnupfen und Schachteln öffnen und sprühende Lebensfreude einatmen, zisch frisch für das freie Atmen und gegen das Schlimme, das ihnen trotzdem geschieht, und an dem, was sie anderen antun, da nehme ich Tiere nicht aus, ganz besonders nicht. Doch uns, die Besonnenen betrübt er, aber nicht sehr, sein Leid betrübt uns, wenn auch nicht sehr, wir leiden gleich ihm, unserem lieben, kinderfreundlichen, in Kindernationen gebürtigen Neger, nicht geringer als zuvor, nein, wir leiden deutlich geringer, eindeutlich. Und die meisten von ihnen fallen bei der Aufnahmsprüfung in den Polizeidienst schon mal grundsätzlich durch, eindeutig, weil sie neunzig Prozent der Sprache nicht beherrschen, und die letzten zehn Prozent auch falsch verstehen. Sie haben ihre eigene, doch wen kümmerts. Bei uns kennt die keiner. Oder waren es neunzig Prozent, die unsere Sprache nicht beherrschen? Egal. Sie können wahrscheinlich kein Wort von irgendeiner Sprache, die wir erwachsenen Menschen kennen. Wir können sie ja selbst nicht; die Sprache ist schwer, kaum einer kann sie heben, sie heben alle lieber was andres, ja, mehr davon! So, jetzt gehen wir einen heben, sagt die Sprache, bei herben Verlusten immer gut, egal, was man verloren hat, denn entehrt wie ein griechischer Held, der viel geleistet und nichts dafür bekommen hat, möchte man denn doch nicht zugrunde gehen, vielleicht können wir dann die Sprache besser oder vielleicht auch überhaupt nicht mehr, dann können wir immer noch so tun, als hätten wir sie gelernt, die teure Muttersprache, ja, es ist teuer, sie zu lernen, und ihr Kurs ist immer voll, irgendwer hat immer den Kompaß gestohlen, und es fühlt sich ja kaum jemand für sie zuständig, auch wenn er bei seiner und für seine Mutter zuständig ist, man bekommt sie nicht überall. Die Sprache. Die Mutter natürlich schon. Die Mütter sind einfach überall, sogar auf Schiffen im Meer sind sie schon gesichtet worden. Ohne die geht schon einmal und auch mehrmals gar nichts, nicht einmal das Abhorchen fremder Mächte, die Mütter hören schon von sich aus immer alles. Da stürmen wir lieber ins Haus zurück, wo genug Elektrisches auf uns wartet, sogar ganze Eisenbahnen in klein, mit dem wir uns beschäftigen können, der Rest ist eingesteckt, festgesteckt in so Löcher, damit er sich auch mit den Elektronen infizieren kann, und wir beschäftigen uns ausdauernd und ausständig, nein, ständig mit unseren Geräten, die saugen von selbst, die sprechen, die sprechen selbst, die können auch unsere Sprache inzwischen besser als wir, müssen aber, wie gesagt, immer alles vorher ablesen. Ich habe es Ihnen hoffentlich schon bewiesen, sie korrigieren uns sogar, ich finde das super. Ich bin erlesen, nein, ausgelesen.

Während das Heer schläft, sprechen demnach also Geräte, immer spricht eines, sie sprechen für sich, und sie sprechen für uns, sagen aber nicht immer, was für uns und uns paßt. Ja, zu uns auch, da sprechen sie also, von mir aus, ich muß noch selber sprechen, Sie sehen ja das Ergebnis, jedes zweite Gerät könnte es besser. Na, singe ich halt, singe ich Nervensäge, ich singende Säge, das alte Lied, Frau, Frauen bringt das Schweigen Zier. Deswegen heißen diese Apps ja alle nach berühmten Frauen. Und wenn nicht, so werden sie sich Ruhm durch die Apps erwerben. Ich bin lieber still. Unter mir befinden sich immer noch einige von diesen Negern, das heißt aber nicht, daß sie auch unter uns weilen, es heißt nicht das, was Sie denken. Sie sind einfach unter mir, falls Sie sie gesucht haben, damit sie auch unter Ihnen sein können. Egal. Sie sind jedenfalls unter uns, nein, nicht unter uns, niedriger als wir, ich meine, wir sind ihnen vorgesetzt, ohne ihnen je vorgestellt worden zu sein. Früher hätten sie uns noch aufgefressen, als ein Kessel Buntes gekocht und aufgefressen. Wer kennt den noch? Niemand. Wieder mal nur ich.

Sie stauen sich in Aufnahmezentren, und dort nehmen sie ihre Musik auf und spielen sie wieder ab, während wir sie aufnehmen, die Africans aus Nord und Süd, im Westen und Osten gibts angeblich auch welche, nur heißen sie dort anders, ob wir sie also in Empfang nehmen und stempeln, in Kästen einordnen, in Käfige setzen oder nicht. Sie sind nichts als Begriffsvermögen, und das ist auch schon ihr einziges Vermögen. Sie haben kein Betriebsvermögen, was eher nötig wäre, und sie gehören nicht dem Intellekt an, welcher schließlich auch nicht ihnen gehört. Das ist erwiesen, das ist von der Oberleitung bewiesen worden, auch wenn zum Beispiel Syrer natürlich keine Neger sind und keine sein wollen, das muß ich wohl nicht eigens erwähnen, jeder beliebige Syrer auf der Straße oder in einer Berliner Schule wird es Ihnen bestätigen, und sie wollen keine Menschen beerdigen müssen, weil die fast alle schon unter der Erde angekommen sind.

Platz machen im unheilvollen Kreis der Nacht! So sehen Sie nämlich gar nichts, und ich kann es zehnmal erläutern und eine unnachsichtige Haltung einnehmen, wenn es nicht erleuchtet ist, nützt es Ihnen nichts. Beim Negersein müssen Sie natürlich bedenken, daß es auch eine Vorstufe eines gewissen Fortschritts sein könnte, wenn sie eben so ein Neger sind und sich darauf ordentlich konzentrieren. Wir haßten sie, als Haß die richtige Haltung war. Jetzt hassen wir sie aber auch. Wenn man herreist, muß man auf die Stufen achtgeben. Man kann hinfliegen. Bitte, inzwischen wissen wir, daß das nicht stimmt, das mit dem Fortschritt, aber es gab durchaus schwarze Menschen, die das Irrationale dem Rationalen gegenübergestellt haben, und das Irrationale durfte gewinnen, wenn auch manchmal nur knapp. Vielleicht werden sie noch mehr, diese dunklen Menschen, ich finde jedoch, sie sind jetzt schon zu viele, wie sollte man sie noch übersehen können? Die These besteht darin, daß die Weißen die Überlegenen sind, sie überlegen einfach öfter, nicht nur Einfaches, ich schwöre, daß ich nie wieder Witze mit Überlegungen und Überlegenen mache, das hat sich überlebt wie ich, dies war das letzte Mal, ehrlich!, Sie können mich schlagen, wenn Sie es noch mal irgendwo finden, aber dann müssen Sie erst mal mich finden! Der Tag läßt sein Licht aufflammen, und ich, ich stelle meins mühsam, weil es so hell ist, unter den Scheffel, der ein Lampenschirm ist, aber beschwören könnt ichs nicht, daß ich das nicht noch ein paarmal sagen werde, in verschiedenen Paarungen, und dann sind sie also die Überlegenen, aber nur kurz, denn wir schließen die Reihen. Das sieht ja ein jeder, daß alles immer nur kurz währt, nur die Nullzinsen währen schon lang.

Von mir aus, diese Abhängigkeit ist nicht ohne Gegengewicht, das die Abhängigkeit dieser dunklen Menschen im Endeffekt wieder aufhebt, wenn man in der Nacht nur das Weiße ihrer Augen sehen kann, das haben sie nicht sehr praktisch eingerichtet, da hat ihr Innenausstatter geschlampt. Unter der Erde aber verwischt sich jeder Unterschied. Jeder Körper wird ja, je nach Vermögen, eingerichtet, hat man ihn erst mal bekommen oder gemietet als Teilzeitgefährten. Da müssen sie nur zum Dom gehen, nein, nicht hinein, diese Religion gehört Ihnen nicht, schlagen Sie sich diesen Gedanken aus dem Kopf, daß das Ihre ist! Allerdings müssen sie vorher noch warten, die dunklen Männer, nicht so dunkel wie die Neger, aber auch schon durchgebraten, bis Silvester ist und die Frauen sich wieder einmal dort sammeln, wo sie auch nicht hingehören, ausgerechnet vor einer Kirche, geh bitte! In die Kirche gehen nämlich fast nur Frauen. Ja, das tun sie. Wieso gehen die ausgerechnet dorthin, wo sie nicht gevögelt werden dürfen, in der Moschee tun wir das doch auch nicht, weil wir gar nicht rein dürfen! Wir müssen leider draußen bleiben! Das, wovon wir leben, versklavt uns nicht, es fickt uns nur, und wer weiß, vielleicht genießt es eine von ihnen, nein, das habe nicht ich gesagt, das können Sie vergessen. So, jetzt habe ich sozusagen die These in den Raum gestellt, der mein Schreibtisch ist, einen andren Raum kenne ich kaum, trau mich nicht hinein, also jeden andren Raum kenne ich kaum, ich trau mich allerdings auch nicht wieder raus, so, jetzt können Sie sich einen Reim auf diesen Raum machen. Die Antithese ist die Stellung des Negerseins, also der andre Raum, ein enger, wo immer etwas berührt wird, wenn man die Hand ausstreckt, ja, immer die Hand nach dieser Oberleitung ausgestreckt, bereit zu gehorchen, bereit zu dienen, so kennen wir sie, so werden sie uns gezeigt, immer den Arm erhoben, das Fell zurechtrückend, das vom Löwen, und immer in Aktion, denn eigentlich ist das Belaufen großer Strecken ihr Leben, da sind sie in ihrem Element, da sind sie die Größten, dafür haben sie eigens Medikamente eingenommen und vergessen, daß es in der Stadt Gesetze dagegen gibt. Trotzdem: Immer wollen sie sich rächen und können nur mit Mühe zur Vernunft gebracht werden, in den gewaltigen Schlaf, den das bedeutet, der Schlaf selbst ist das Ungeheuer, das daraus, aus sich selbst hervorwächst wie ein Ast aus dem Baum, vielleicht weil er so lange geschlafen hat, also der Neger unter seinem Baum, nicht wahr, viele sind jetzt Freunde, schwankend unter den üblichen Sterblichen, und dann sind sie wieder Feinde, er ist zumindest mir überlegen, der schlafende Neger, ich wollte, ich könnte wenigstens fünf Stunden Schlaf zusammenraffen. Ein paar davon hat er mir sicher gestohlen. Und wenn er dann aufwacht, merkt er, daß er gefesselt war, man hat ihn mitsamt seinem Löwenfell gefesselt, den schwarzen Mann, damit er nicht noch mehr Tiere und Menschen umbringen kann. Und zwar mehr, als er je essen kann, mehr, als er und alle seine Freunde essen können. Jetzt müssen wir nur noch Kinder herbringen, damit sie sich vor ihm fürchten, vor dem berühmten schwarzen Mann, nein, berühmt ist er nicht, also dieser jedenfalls nicht. Andere sind es vielleicht schon. Kann es sein, daß ich soeben eine Erfahrung gemacht habe? Nein. Die Erfahrung, ich gebe sie dennoch preis, auch wenn es keine ist, beinhaltet, daß das gar kein Neger ist, echt nicht. Dunkel, das ja, das genügt im Grunde schon auf diesem Kathedralenplatz, wo sich unsere Gegner formieren, aber nicht richtig Neger, nicht wirklich. Und daß der Feind nur insofern von uns zu hassen ist wie einer, der auch wieder Freund sein wird, und für den Freund will ich bereit sein, so weit Dienst und Hilfe zu leisten, als ob er es nicht immer bleiben wird, wird er sicher nicht!, ich wandle das ab und sage, ich werde mich gewiß nicht am Bahnhof mit fremden Menschen abschinden oder herumprügeln oder mir die Strumpfhosen und Unterhosen runterreißen lassen, weil ich ja nicht weiß, ob die für immer bleiben werden oder ob sie hinüber zur Kirche wollen, wo noch mehr Frauen ihnen Angst und Schamgefühl und Sektflaschen zeigen werden. Und wenn sie dann immer noch unversehrt geblieben sind, die Schwarzen, dann können sie schneller abreisen, abtauchen, sich verpissen, meist wollen sie nach Inner-Deutschland weiter, sie haben noch nicht gemerkt, daß sie dort ja schon sind, wenn auch draußen bleiben müssen, ja, auch Neger, alles, was farblich unter uns ist auf der Skala, von denen könnte ich Ihnen Sachen erzählen, jede Stunde fallen in ihrer schönen Heimat viele ihrer Art, von Kugeln oder Messern getroffen, zu Boden, deswegen kommen sie ja her, weil wir hier nicht so gut treffen und sie, ja, vor allem sie gar nicht treffen wollen. Sie dagegen glauben, daß sie es gut getroffen haben. Das ist oft nicht leicht für sie, sie sind ja nicht Antäus, keiner von ihnen, der dann erfrischt wieder aufsteht, jedes Mal, bis man ihn hochhebt und fortwirft, sie sind, was weiß ich, Menschen wie wir, die keine Vorurteile über die Hauptfarbe kennen, sondern nur Urteile über die Nebenfarbe, die unserer Innenwände, nein, nicht unserer Einwände, sagen wir lieber: ihr Innenleben, das wir aber nicht wirklich kennenlernen wollen, nein, sie auch nicht unseres. Vorher ist nichts, nachher wird etwas sein, ich weiß nur nicht, was. Da kann man nichts machen, auch gegen mich nicht, und der Freundschaft Hafen ist derzeit noch ganz ungewiß, der sichere Hafen ist weit weg und rückt in immer weitere Ferne. Den Negern und ihren Gefährten wird jetzt gesagt, und gleichzeitig nimmt man ihnen den Motor für ihr Boot weg, daß das alles gut ausgehn wird und ihr Dasein bis ans Ende ordentlich durchgeführt werden kann, das bald kommen wird, aber nicht bei uns, nicht einmal das Ende findet bei uns statt, tut uns echt leid, mit dem Ende wollen wir verschont werden, weil wir den Anfang nicht kennen, und das macht es nur mäßig spannend, ihnen zuzuschauen.

Überhaupt können sie zuwenig, das uns nützt, und ihnen scheint es auch nicht viel genützt zu haben, ich glaube, das kann man so sagen; es wechselt stetig miteinander, daß sie uns auf die Nerven gehen oder daß sie einander auf die Nerven gehen. Singen und Tanzen allein reicht nicht. Und an die wunderbaren Plastiken kann sich nicht einmal mehr der älteste Stamm, der derzeit gerade gefällt wird, erinnern. Die Höhen, meine ich hier die Bergeshöhen?, haben schon Größe, die Schwarzen ringen noch darum, hinaufzukommen. Was ihr Herz begehrt: aber nicht bei uns. Das ist ihnen alles zu hoch. Sie verstehen es nicht. Bei ihnen hat ja das Zeitalter der Vernunft noch gar nicht begonnen, sie sind wie Kinder, sagt Fichte, nein, mehr dazu erspare ich mir. Ich schreie hier Schatten an, in einem schönen Film habe ich gestern gesehen, wie dunkle Schattenmänner einen Toten wieder zum Leben erweckt haben, nein, das war vorgestern, gestern habe ich es mir noch einmal angeschaut, weil es so schön war. Ich weiß, sowas kann passieren, die schwarzen Schattenmänner haben einen Toten vom Tod geheilt!, das hat vorher nur Jesus geschafft. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, ich hätte diese schwarzen Männer gern, ihr leises Rudel, von stiller Musik umweht, soll auf mich zutapsen, auf mir herumtrampeln, mich berühren, über mich hinwegstreichen wie Wind, wenn ich einmal sterbe. Dafür sage ich eine Menge und schaue mir eine Menge an, so tolle Filme, Serien, ja, von zu Hause aus, ja, von Haus aus bin ich eher häuslich, auch darin meiner Mutter leider ähnlicher als mir guttut. Nur war die öfter weg, auf der ganzen Welt unterwegs, die Glückliche, vorübergehend befreit von mir. Ich selbst schaffe das nicht.

Wenn sich schon die Armen nicht erheben wollen, obwohl es ihnen so oft gesagt worden ist, daß das besser für sie wäre, als ewig unten unter sich zu bleiben, dann hebt halt der Neger das Bein, nein, den Arm, die Deutschen haben das ja auch jahrelang mit großer Geschicklichkeit getan und in dieser Stellung auch lange ausgehalten, Neger meine ich nicht, also nicht immer, ich meine sie schon, benenne sie aber nicht immer, nicht jedes Mal, vielleicht jedes zweite oder dritte Mal, und dann zittern zahme Menschen wie ich schon vor Angst, der Scheißesturm ist nämlich bereits losgebrochen, die Bäume biegen sich bereits, ich könnte das Wort jetzt seltener verwenden, aber es gefällt mir so. Ihr Gefährten, danke, daß ihr mich auf die Gefahr aufmerksam macht, in die Fresse gehauen zu werden, der Ziegelstein liegt auch bereits in meinem Vorgärtchen, ich sage das alles trotzdem, weil es mir solche Freude macht, das endlich zu dürfen, ich durchspähe mein Haus nach Unheil, ob ich dem Neger noch was anhängen kann, bevor er es mir antut, aber an dem hängt schon sein Löwenfell, wahrscheinlich hängt seine zahlreiche Familie auch noch an ihm, und dennoch tobt er herum, wie früher dieser Löwe, dem es gehört hat, von dem ich jedoch nicht sicher bin, daß es einer war, herumgetobt ist, das glauben Sie nicht, also mir glauben Sie das nicht. Die Erfindung des Dynamits konnte helfen, dem Attentäter konnte es helfen, dem schwarzen Mistkerl dort im koscheren Supermarkt, aber der hat nur geschossen, er wollte sich nicht feig erscheinen lassen unter all den Gleichgesinnten. Mit dem Attentäter fange ich aber gar nicht erst an, das hier wird sonst uferlos, und ich sehe ja jetzt schon das Ufer nicht mehr, Tatsache ist: Da tobt einer wie wahnsinnig herum und hat auch die Geräte, die er dafür braucht. Diesmal nicht das Dynamit, das kommt aber auch noch dran. Die Erfindung des Buchdrucks hat auch geholfen, bloß holen die sich ihre modernen Verhaltensmuster, die derzeit wieder sehr in Mode sind, nicht aus der Rotationspresse, sondern aus dem dunklen Internetz, in dem die großen Fische gefangen werden und der kleine Beifang krepiert. Eine Presse brauchen wir jetzt nicht mehr, die Menschen stehen eh schon eng genug, und wenn der Attentäter den Abzug seines Gürtels betätigt, sind schon viele bereit, wenn nötig sofort, ins Grab hineinzustürzen. Jeder Mann bemüht sich um sich selbst und nimmt dabei andere mit. Das Begräbnis folgt erst später. Zuvor muß man ja tot sein, nicht wahr.

Folgen wir dem Neger, der es nicht gewohnt ist, daß man ihm folgt? Ja, das machen wir jetzt. Ich biete hier eine absolute Neuheit an, die aber leider keinen Neuigkeitswert hat. Haben Sie jetzt bitte Phantasie, denn ohne Phantasie kein Massenmord, und Sie wollen sich doch in den Mörder hineinversetzen. Erweisen wir Ehrfurcht einem toten Feind! Fangen wir im Kleinen an, mit Tieren, am besten solchen, die ohnehin nicht mehr leben und sich nicht wehren können. Wenn er sein Unheil, nein, sein Unglück plötzlich und endlich einsieht, wenn er kapiert, der Neger und der Löwe, beide mit den Hunden kämpfend, was er gemacht hat, dann der Neger, der Löwe, der Hund, immerhin, die kapieren ja nicht immer was, dies aber ist nicht zu leugnen, da liegt es, sonst würden sie feig erscheinen an diesem heutigen Tag, da liegen die Fetzen und Knochen und die Wurst, nein, die nicht, die hätte zuviel Arbeit gemacht, die muß ja erst hergestellt werden, die liegen nun überall herum, die Überreste von den armen Tieren, 500 Steaks, 180 Schnitzel, 20 Grillhendln, alle totgeschlagen oder sonstwie abgeschlachtet, so traurig!, so schrecklich!, sie waren eigentlich schon brat- oder grillfertig fürs Brat- oder Grillfest, und dieser Unmensch hat das Fleisch mutwillig zerstört, eindeutig der Neger, ja, nur den meine ich, und ich nehme eine unnachgiebige Haltung gegen ihn ein, welcher auch am Dorffest teilnehmen und sich dort einkaufen oder durch die Hintertür hineindrücken wollte. Keiner hat ihn dort gesehen, denn das Fest fand in der Nacht statt, da sieht man ihn nicht. Aber es müssen die Unsrigen, die edel von Geburt erscheinen wollen, es aber nicht sind, solche fehlerhafte Rede aussprechen, solch fehlerhafte Ausrede ansprechen. Und die Rede geht ungefähr so: Diese Drohnen, die auf unsere Kosten leben, haben das Fleisch zerstört, und zwar gründlich, Tüchtigkeit siegte über den Haß, sie haben hineingeschossen und es kaputtgemacht, egal welches, dieses auch, das hat einmal geatmet, so passen Sie doch auf!, was glauben Sie, von wem ich hier spreche? Wo ich mich doch sonst um keinen mehr bemühe als um mich?, aua, ich weiß nicht einmal mehr, von wem ich hier so fehlerhaft spreche, von denen, die gekommen sind? Übers Meer vielleicht?, ja, übers Meer, denn Landweg gibt es keinen, aber eins will ich behaupten, und welches Recht habe ich, meine Rede hier in Worte zu fassen? Keines. Niemand will es hören. Erlauben Sie mal: Dieser Sohn der See, denn irgendein Meer muß er ja durchquert haben, um zu uns zu gelangen, der schlägt dann sich selbst an sein Haupt, oje, er hat das falsche Meer genommen!, also er haut sich auf den Kopf, weil er die Blut- und Leberwürste vergessen hat, er kommt ja aus einer Gegend, in der ständig Blut vergossen wird, das ist nichts Neues für ihn, und die guten Käsekrainer und Frankfurter, also die Wiener, kommt drauf an, wo Sie Steuern zahlen, so, hat er auch vergessen, die hat er erst hier kennen- und schätzen gelernt, und er schreit laut auf, auch das verstehe ich nicht, das kann mein Telefon besser: schreien, das kann es, es kann auch besser sprechen, nein, meins nicht, ich habe mir diese Applikation nicht eigens aufgeladen, ich habe mir zuviel anderes aufgeladen, aber das andre dort, das andre Telefon, dem keine Taten zugerechnet werden können, nur Worte, das beherrscht meine Sprache besser als ich, ja, er stürzt nieder, der Neger, er fällt nicht einfach um, er stürzt nieder vor den vielen Leichen, vor den vielen Toten, den vielen toten Tieren, die er gemacht hat, sind zwar alles nur Tiere, Menschen diesmal nicht dabei, ausnahmsweise, beehren Sie uns wieder beim nächsten Mal!, aber ich mißbillige den Mord auch an Tieren auf das äußerste, es gibt sogar nichts, was ich mehr mißbilligen würde. Das ist doch viel besser, als selber dauernd mißbilligt zu werden, wie es mir so oft geschieht, oder?

Da sitzt er also, der Neger, der das alles gemacht hat, mit stolzem Sinn, aber Sinn hat das keinen, und dann auf die Leichen stürzt er nieder, die er erzeugt hat, diesmal hat er sein Bild nicht verbreiten können, und auch das Medium für die Verbreitung hat nicht funktioniert, das wäre überhaupt das wichtigste gewesen, für sich Werbung zu machen, und so nimmt er denn dem koscheren Supermarkt auch noch, weil seins nicht funktioniert, das Notebook weg, um sich zu verbreitern, der möchte ausschauen, als wäre er keiner allein, als stünden viele hinter ihm, was sie tun, den Blutdruck brauchen wir, den Buchdruck braucht er dafür nicht, das war früher, das ist etwas von früher, das Buch, und der Druck ist es auch, der Druck ist aber noch vorhanden. Hoffentlich nicht zu hoch! Ist ihm etwa das Geschriebene zu hoch? Er würde gern sein Leid verkünden, kann es aber nicht, in welcher Sprache soll er das denn machen? Vielleicht kann ich Siri dazu bringen, sein Leid an seiner Stelle auszudrücken, aber das arme Programm, ich meine die arme Appihappi, was soll sie denn noch alles können? Das ganze Leid verkünden, schon dafür würde Siri ein ganzes Leben brauchen und mehrere schwere Batterieladungen verbrauchen, so lang, wie das Leid halt dauert, um zu erklären, in was für eine Sache der Neger da geraten ist, warum wir uns vor ihm so fürchten müssen (ich würde mal sagen, wäre ich ein Ochse vor seiner Axt: berechtigterweise), was überhaupt passiert ist, Siri (ja, auch du, Alexa, auch du, Cortana, ihr braucht nicht so durcheinander zu plärren, ich verstehe euch schon, also zumindest weiß ich, daß es euch gibt, den Rest müßt ihr erledigen), bitte frag ihn das, du hast die Worte dafür, ich habe keine mehr, ich habe alle meine Spiel-Steine schon verbraucht und nichts mehr, womit ich werfen könnte. Was sagst du? Siri gibt mir darauf zu bedenken, daß zu einem feigen und schwermütigen Mann, der immer nur singt und tanzt, aber ungern und nur, wenn er damit was verdienen oder andren Leuten imponieren kann und es wirklich keinen anderen gibt, der sich freiwillig schwarz anstreichen lassen würde, also daß zu einem solchen Mann die Schmerzenslaute gehören, ja, genau, immer beklagt er sich, immer nur klagen, daß zu einem solchen dunkelhäutigen Menschen schon grundsätzlich das dumpfe Stöhnen wie das des Stieres gehört, den er grade umzubringen sich anschickt. Der Stier weiß schon, was ihm blüht. Die Griechen, die kein Geld mehr haben, haben diesen Mann nicht geschickt, das weiß ich gewiß, und auch, daß Klagen zu ihm gehören wie seine eigene Haut, noch mehr als sein Löwenfell, und daß er überhaupt in der Scheiße sitzt, die aus der Rinne vor seiner Wellblechhütte ein- und ausgetreten ist, weil sie halt auch einmal austreten mußte oder weil es einfach zuviel davon gab. Ohne Speise und Trank also der dunkle Mensch, nicht jeder, aber einer gilt bei denen immer für alle, so sind wir halt, so sehen wir sie, sie sind einfach zu viele, sie müssen zusammengefaßt werden wie der eine schwarzhäutige Mensch inmitten des Viehs, das er gestohlen und dann auch noch erschlagen hat, er selber ist ganz ruhig hingestürzt, ja, nachdem sie alles und alle umgebracht haben, was wir schon längst hinter uns gebracht haben, wir Weißen, wir waren da schneller, doch er, er hat es grade erst gelernt und übt es eifrig aus, lang mußte er da nicht üben, die lernen schnell, wir sollten sie nicht unterschätzen!, da sitzt er also inmitten des erschlagenen Viehbestands eines anderen, denn das eigene Vieh hat er natürlich nicht genommen, er ist ja nicht blöd, und er hatte wahrscheinlich auch gar keins mehr, alles, was jemand gehört, gehört nicht ihm, ist so, ihr Freunde!, und ihr Feinde noch mehr!, na, und da klagt er halt, daß er gar keine Tiere gehabt hat, die er überhaupt hätte umbringen können. Natürlich. Wenn es seine gewesen wären, hätte er ihnen ja nichts getan, logisch, immer die anderen. Immer sind es für den Neger die anderen, immer sind wir für sie die anderen. Und sie für uns. Die, die sich was erlauben. Die, denen wir nichts erlauben. Die wir besiegt haben, einer für alle, ein für allemal.



MEINE AUTOBIOGRAPHIE. HIER IST SIE.

Die Chinesen, mal was anderes, aber nicht sehr!, die sowieso immer alles haben wollen, was die anderen haben, und zwar genauso, darunter tun sies nicht, woher nehmen und nicht stehlen?, stehlen!, kommen an dieser Stelle, die ich Ihnen aber nicht zeigen kann, ich kann das Navi nicht bedienen, das sollte eher mich bedienen, also die kommen gerade angerannt: Afrika, ich behalte dich im Gedächtnis und im Auge! Du bist in mir wie der Splitter in der Wunde, wie ein Schutzfetisch mitten im Dorf, mach aus mir den Stein deiner Schleuder, aus meinem Mund die Lippen deiner Pein und aus meinen Knien die geknickten Säulen deiner Erniedrigung. Schön wärs, ich möchte das bitte sofort bestellen, bloß ohne die Erniedrigung, wenn möglich, denn seit ein paar Tagen komm ich aus der tiefen Kniebeuge nicht mehr hoch. DENNOCH will ich nur und ausschließlich eurer Rasse angehören, Arbeiter, Bauern, Volk, unzähliges Volk der kapitalistischen Galeeren, ja, so hat man es mir beigebracht, die meisten waren dagegen, daß ich sowas lerne; das mit dem Neger muß ich für mich streichen, das wird nichts mehr bei mir, obwohl ich einige persönlich kannte, na ja, nicht übertreiben, drei, vier warens, mehr nicht. Keine Tat wird man mir zurechnen können, darauf habe ich geachtet. Das Schicksal stellt uns Schulter an Schulter und so weiter. Und wenn der Wildbach Grenze ist, brechen wir den Vulkanen ihre Kiefer, so gewaltsam denken die Neger und machen sich selbst vieles damit kaputt, dabei machen das die Vulkane eh von selber, denen kann man nichts anschaffen. Und das ist nur ein Beispiel eines besonders friedfertigen Revolveranhängers, nein, Revolutionsanhängers. Das hat die Völker dieser Erde zu nichts geführt. Die Revolution ist ein kranker Mann. Eine Frau ist sie nicht, denn die Frauen sind nicht so blöd.

Aber es ist immer der schwarze Mann, wenn auch nicht immer derselbe, auch wenn ich vorhin durchaus einen Syrer gemeint habe, nein, nicht daß Sie glauben, ich hätte den aus den Augen verloren, ich habe nur genug über ihn gesagt, so daß ich jetzt selbst genug von ihm habe, meiner Freigiebigkeit wurde er vorhin teilhaft, nein, was jetzt?, er wurde ihrer teilhaftig? Siri fragen. Alexa antworten lassen, welche die Frage aber nicht verstanden hat. Und das Negersein ist die Negativität als Antithese, sagt der Volksmund, der sich blutig öffnet, weil ihm jemand die Zähne ausgeschlagen hat, so daß man immer nur einzelne Worte versteht, die hört man aber oft, dieser Blutmund hat wie der Vulkan vorhin oder der Tiermörder, der jetzt schreit, oh weh, weh mir, zu mir gesprochen, sich mir ganz offen offenbart, man konnte ihm aber gar nicht entgehen, er spuckt von überallher seinen blutigen Schleim plus ein paar Zähne, ich würde an seiner Stelle den Mund wieder schließen, so schaut es nicht gut aus, also mich selbst verschließen, aber nein, der ist es gar nicht, der Mörder. Wer ist das, verdammt noch mal. Der Mann scheint krank zu sein. Nein, doch nicht, doch. Kind! Kind! Aber dieser negative Moment, Momenterl, der will noch bleiben, dann ist er aber kein Moment mehr! Was machen wir mit dem? Für den Anfang hören Sie endlich auf, diesen Mann schwarz anzumalen und dann den Leuten so vorzusetzen, ich weiß, Sie haben das schon oft gemacht, aber ist das denn nötig, es gibt doch so viele, die von Natur aus schwarz sind!, ja, von mir aus, aber ich kenne inzwischen nur noch einen (die anderen, die ich kannte, habe ich leider verloren), und der will nicht, der sagt nichts, und überhaupt: Malen Sie ihn sich nicht zu schwarz aus, er kann ja nichts dafür!, seien Sie nicht so voreilig, wir haben doch auch Gutes über ihn zu sagen, und da bleibt er gewiß lieber weiß, aber wäre er schwarz, also wäre er echt schwarz, nicht nur fürs Theater, das heute um ihn gemacht wird, angefärbelt und eingetunkt, also was jetzt? Wäre er echt schwarz und würde nicht auf uns abfärben, ja, was, dann würde er doch sicher versuchen, sich durch wirre Erzählungen vor der Angst zu schützen und lieber uns tatkräftig beizustehen! Was ihn vor uns noch lange nicht schützt, das weiß er. Das Geld liegt auf der Straße, die Toten auch. Kugeln befinden sich in ihren Leibern, deren man sich entledigt hat. So, die sind erledigt. Das wäre wieder mal geschafft. Viel Arbeit war es nicht. Es genügt nicht, schwarz zu sein? Dann ersparen wir uns ja noch mehr Arbeit! Dann bleiben wir einfach weiß und aus und malen unser Haus mit der überschüssigen Farbe aus, den Rest kaufen wir dazu.

Es genügt vielmehr, Gott zu fürchten oder die Natur, wie die meisten von ihnen? Ich bin ja Atheistin geworden, wissen Sie, ich finde, das war vernünftig, nachdem ich meine Religion richtig kennengelernt und dann adieu zu ihr gesagt hatte. Ich empfange nicht mehr die Hostie, ich empfange das Absolute, ja, du slut, das Absolute als etwas, das von der Gewalt des Heiligen endlich gereinigt ist, und so blendet auch das Heilige, nein, so blendet, Entschuldigung, ich war in der falschen Zeile, nicht in jener, in der ich in meiner Kindheit so oft england-, nix england, ich habe mich vertippt, dort war ich noch nie, ich wollte sagen: entlanggegangen bin, die Alszeile, falls es Sie interessiert, in Wien, so blendet das Unendliche, das ist es, das Unendliche!, es blendet nicht die Augen, die sich zu ihm erheben. Es ist nicht so hell, wie Gott war, aber ich bin ja auch nicht sonderlich helle.

Ich weiß jetzt auch nicht weiter, und Sie hoffen, daß es bald aus ist und daß ich den Wetzstein nicht finde, der das glühende Eisen in mir frißt, fressen soll, daß ich das Eisen in mir nicht noch mehr schärfen kann. Erst muß es sowieso abkühlen. Aber das ist ein Irrtum, es war keiner, kein Wetzstein, es war ein gewöhnlicher, normaler Stein, ich kenne den Unterschied leider nicht. Ich habe ihn mir selbst fest hineingesteckt und ihn gut festgemacht, falls mal eine Sense oder ein Messer vorbeikommen. Wenn man nur mal schnell sterben will, ist das das Beste, er sollte wohlgerüstet sein, ha, nicht wohl gerüstet! Schauspieler, bitte verleih mir als erstes Hilfe, daß du das so sagst, genauso wie ich es schreibe! Normalerweise kannst du sagen, was du willst, aber diesmal bemüh dich bitte, auch wenn dir kein Gott Hilfe verleiht, und ich verleihe schon mal gar nichts. Und die Farbe im Gesicht sollte dich nicht stören. Grundsätzlich verleihe ich schon meine Sprache, wenn sie jemand haben will, ich hab sie mir ja selbst ausgeliehen, diesmal aber nicht. Es soll sich jetzt jemand melden, der mich zu Grabe trägt, so schwer kann das nicht sein. Diese Negativität, von der ich gesprochen habe, ich und Hegel, nein, der war zuerst, wir haben gesprochen, nein, er hat zwar so gesprochen, aber so dann doch nicht!, diese Negativität also soll die Verwirklichung des Menschlichen in einer rassenlosen Gesellschaft vorbereiten, zumindest vorbereiten, wenn sie schon sonst nichts kann. Echt? Nein, nicht echt, aber diese Farbe kommt dem schon recht nahe, zu dunkel sollte sie nicht sein, Präsidentendunkel reicht völlig, also Halbdunkel. Das Negersein ist, um sich zu vernichten, es ist Übergang, nicht Endzustand, der nicht mehr ganz so negativ sein wird, ein paar werden überleben dürfen, wenn auch nicht bei uns, doch so weit sind wir noch nicht, wir sind noch unter der Oberleitung, die uns endlich leiten soll, erst mal allerdings leiten Elektronen sie, dazu habe ich bereits alles gesagt; das Negersein ist also ein Übergang, nicht ein Endzustand, wer würde denn dauernd Neger sein wollen? Na also. Es ist Mittel, nicht letztes Ziel. Und was machen wir jetzt, wenn wir keine Neger sind, die wir ja ohnedies nicht sein wollen? Wenn aber doch, wenn wir doch ahnen, daß Afrika mitsamt seinen interessanten Tieren und Menschen existiert, was dann, was ist dann mit ihnen und war es immer schon? Dann sind wir fertig und färben als schwarzer Fluß das Meer, anstatt selber schwarz eingefärbt zu werden. Hier steht die Bühne, dort werde ich von Feinden ausgespäht, die hätten gern, daß ich Hunden und Vögeln ausgesetzt zur Beute hingeworfen bin, dabei sind sie selbst die Jäger!

Wir wälzen uns dahin, das Bett hat man uns bereitet. Was man alles danach wieder runterwaschen muß, man muß die Schwärze abwaschen, wenn man kein Neger mehr sein will, das geht ruckzuck, wählen Sie Ihren speziellen Seelenführer, bevor Sie eingeschläfert werden, Sie werden ja sehen, ob der einen Neger überhaupt mitnimmt, wenigstens hinten im Nachen, also im Boot, wird er ein paar Plätze freigehalten haben, ganz hinten, ja, das hoffe ich. Dableiben kann er nicht. Auf Sitzplätze kann er nicht hoffen. Und die Oberleitung ist der Platzanweiser und weist uns und ihm jetzt die Plätze zu, da wir noch leben und nicht vom eigenen Stamm erschlagen wurden, was Negersitte wäre. Den Platz des Negers will wieder einmal keiner einnehmen, das weiß ich Weiße, aber er muß. Wer muß? Alexa ist ratlos. Ihre Schwester ist verreist.

Da geht einer erhaben in neuen Zeiten herum, nein, erhoben, ein Mann, der hat so ein Fell auf der einen Seite, es war schon öfter von ihm die Rede, eigentlich dauernd, bei mir ist immer sehr oft von etwas die Rede, bis auch wirklich alle es kapiert haben, auch die, die das gar nicht wollten, ein Fell also, ich weiß nicht, ob auf der verwundbaren oder der anderen Seite, ich kann ihn unmöglich mit Siegfried verwechseln, Sie wissen, warum. Ein Lindenblatt wäre ihm zu klein gewesen, sie haben ja alle so riesige private Teile, die man aber nur selten sieht, sie sind ja privat, und der Neger wäre dann womöglich ein Deutscher gewesen, Drachensaat, strahlende Verfolger, ja, das können sie, Menschen verfolgen, ich und meine halbe Familie, wir wissen, wovon ich spreche, aber wenigstens kann er irgendwas, der Deutsche, der dann gleich dafür gefeiert wird. Niemand wird so gefeiert wie der Deutsche. Das gilt für die gesamte Welt. Was hat er bitte geleistet, daß er feiern darf? Na, er selbst feiert ja nicht, er jammert und klagt, weil er als einziger auf der Welt jetzt noch übrig ist und niemanden mehr zum Erobern hat. Die Kaufmannschaft der Deutschen zieht jetzt sich die Kampfdressen einer berühmten deutschen Sportfirma an, welche aus zwei Teilen besteht, die sich auch wieder seit jeher heftig bekriegen. Diesen Kämpfer hier, der jetzt völlig vernichtet ist, weil er statt Menschen Tiere getötet hat, den feiert wieder mal kein Schwein, den feiert kein Ziegenbock, auch kein Wolf, den Schuh hat er sich nicht angezogen, daß er irgendwo unverwundbar ist, also an der Ferse, glaub ich, dort muß ich immer Pflaster draufkleben, weil der Schuh drückt, und wen der Schuh drückt, der sollte ihn sich nicht anziehen, dieser Schuh war offensichtlich nicht für mich bestimmt. Meine Schuhe sind flach und bequem, den Toten zum Ärger, weil sie schneller mit mir ins Jenseits kommen, mir aber zur Freude, weil mir nichts mehr weh tut. So einen Schutz vor der Blase braucht er nicht, der Kämpfer, wer denn sonst, wer denn, wir sieden vor Spannung? Gleich kommen die neuen Börsenkurse, dann sage ich es Ihnen. Oder sie sagen es selbst. Der Mann wird sich die Hände blutig machen, fürchten wir, aber nicht an uns. Jetzt lenkt er seinen Schritt im Kreis. Wir sind verwirrt, weil wir ihm soeben schon wieder begegnet sind. Ah, deshalb! Weil er im Kreis geht und nirgendwo ankommt! Man kann ihm natürlich auch woanders begegnen, doch dazu müßten wir in seine Kreise eindringen, und das wollen wir natürlich nicht. Doch jetzt sind wir einmal hier. Ich glaube, er ist der einzige Mensch, den es noch gibt, warum macht er dann so gefährliche Sachen? Mit ihm würde ja der letzte verschwinden, aber nein, er ist nicht der einzige, dagegen sprechen Milliarden andere, die jetzt vergiftet werden, wenn sie nur ein wenig von den Auspuffen der berühmten deutschen Autos wegatmen wollen, deren Atem aber überall ist, nur nicht in diesem Schlauchboot und in dem dort auch nicht, man muß sich nicht zu ihnen begeben, sie kommen zu uns. Diesen Dieselmotor und den dort, die kann man gar nicht vergleichen. Ich meine, sie sprechen nicht dagegen, keiner spricht gegen den anderen, denn sie haben sich alle abgesprochen. Ein Diesel kann mehr als ein anderer. Ist bei den Menschen ja auch so. Nicht hingegen: die Neger. Sie sprechen einfach was andres. Genau. Und jetzt wieder was ganz anderes. Das kann ich hier, immer was andres sagen, oft was andres, als ich will; die Mühe, es auf mehrere aufzuteilen, mache ich mir nicht mehr. Daher habe ich diesen einzigen Menschen erfunden, dem ich alles aufhalse, das macht weniger Arbeit, dem kann ich alles anordnen, und der sagt jetzt, was ich will. Ich will, daß er sagt, was er will, doch es wird immer das draus, was ich will. Das habe ich mir natürlich immer gewünscht. Kein Widerspruch, und wenn, dann einen in sich, der tut keinem weh, nur sich selbst. Ich werde jetzt die Zukunft verbieten und niemand mehr für hilfsbedürftig halten, das ist alles vorbei, bevor es noch kommen kann, sagt mein Freund Robert W., der eher an Süßigkeiten interessiert ist, aber leider Erbsen zählen mußte im sicheren und gemütlichen Irrenhaus.

Der Staat hat kein Recht, nein, falsch, er hat kein Interesse an Verweichlichung, er wartet, bis wir alle weichgekocht sind, die Erbsenbeilage braucht er nicht, sie dient ja nicht der Sättigung, sondern der Gesundheit, egal, dann frißt er alles auf. Er frißt sich selbst auf, nachdem er sich geschossen oder mit einem Messer geschnitten hat. Aber andere dürfen das nicht. Jeder Mensch ist ein potentieller Selbstmordattentäter, wieso tritt das bei einem in Kraft und beim anderen nicht? Also angeblich sind es, vielleicht nicht in dieser Reihenfolge, befriedigende Beziehungen, Kreativität und Humor. Und dann mischt sich auch noch der Staat ein, er liefert die letzte Kraft, mit der man über die Ziellinie kriecht, nämlich die Mündigkeit im Denken und Handeln, mir bleibt die Mündigkeit offen stehen, das gibts ja nicht! Also ich denke nicht und handle noch weniger. Doch umbringen will ich mich trotzdem nicht. Und meine Mündigkeit wurde mit einer neuen Plombe versehen, damit keiner unbefugt durch eine Fuge eintreten kann. Vielleicht probiere ich es mit einer befriedigenden Beziehung, die mich vor despotischem Mißbrauch schützen könnte? Ja, das probiere ich jetzt. Der Staat ist ein Ritzer, aber er hat keine Ritzen, in denen man verschwinden könnte, hat er einen erst mal erwischt. Es wird mich nicht freuen, diesem Staat noch einmal zu begegnen, der seine Bürger mit sich selbst, nein, mit ihnen versorgen will, der Staat als Selbstversorger mit seinen Bürgern, nicht seiner Bürger. Ja, von mir hat er auch etwas haben wollen, jetzt und in Zukunft, es wird sich überhaupt nichts geändert haben, ich habe ihn kennengelernt, den Staat, es reicht mir, ein zweites Mal hielte ich es nicht aus. Die Leute werden immer noch atmen, aber, was immer sie einatmen, Kohlenstaub wird es nicht sein, auch kein andrer feiner Staub, auch nicht der Staub aus Gräbern, die schleunigst mit den Händen ausgehoben werden müssen, weil der Inhalt sonst stinkt, bevor er versenkt werden kann. Obwohl diese Leute eben so drauf hoffen, daß sie wieder etwas mehr Kohle kriegen und in deren riesige offene Schächte starren dürfen, links und rechts an den Kreuzen die Schächte. Oder waren es die Schächter? Ja, die schon, immer, doch es waren diesmal die Schächer, anmutig, nicht mutig an ihren Kreuzen hängend, jetzt hab ichs. Auch Gas würden sie dazwischen wieder mal gerne atmen, diese Schächer, dann ginge es schneller mit dem Totsein. Erstickungsoxide auch gut, mir egal. Und übrigens: Wenigstens die Kohle sollte gefördert werden, wenn wir schon die Kinder der Nachbarn nicht fördern! Arme Kohle! Das lohnt sich nicht, es rentiert sich nicht. Die Kohle muß leider in Frührente. Ach, diese Leute sind einfach nicht einverstanden damit, daß ich sie in Schutz nehme. Sind sie nie gewesen. Sie mögen mich nicht. Wenn ich bedenke, wen ich schon alles in Schutz genommen habe, und sie wollten auch ihn nicht, haben mir den Schutz aus der Hand und vom Glied geschlagen, sogar während es noch drin war, es war allerdings ein fremdes Glied, nicht wahr, woher sollte ich denn eins haben?, also davor hab ichs ehrlich versucht, nachdem ich gesucht habe, wo überhaupt den Schutz draufstülpen, das Schutzhäuschen fürs Glied, ungeschickt wie üblich, sie, wer auch immer sie waren, jeweils nur einer, einer nach dem anderen, haben es dann selbst übernommen, sich zu schützen. Besser so. Alles ist besser, was andre machen.

Das Fell schützt also nicht, nicht wirklich. Ich glaube, das Fell befindet sich auf der unverwundbaren, auf der sicheren Seite, es kann aber auch die andre sein, muß ich googeln, finde ich unsinnig, jeder kann jederzeit die Seiten wechseln, na, dann habe ich das mit dem Fell halt erfunden, ganz oder teilweise gilt es dann auch. Was ich sage, gilt, weil vor mir auch das schon ein andrer gesagt hat. Vielleicht gibt es ja Krieger, die Hemmungen haben, in ein Fell hineinzustoßen oder zu schießen, weil sie glauben, sie töten ein Tier, welches die Nacht bisher halbwegs vor ihnen verborgen gehalten hat, also die Nacht das Tier, nicht umgekehrt. Jetzt aber sehen sie es, wie die ewig Unvermählten alle Leiden der Menschen sehen, die erhabenen Erinnyen, die sehen alles und erinnern uns dauernd daran. Ich erynnere mich nicht, ich schreite zwar auch weit aus, aber ich sehe nichts, und ich leide selbst, das sehen Sie doch. Was man selber machen kann, das sollte man nicht anderen überlassen. Leiden kann ich schon allein. Warum seine Kraft mit Tieren vergeuden, wo doch noch Menschen vorhanden sind? Irgendwo müssen die doch sein. Irgendwer wird sie schon begraben, und wir können dann mit den Händen ihr Grab berühren, um nachzuprüfen, ob sie auch wirklich tot sind. Den Toten tu ich zumindest das nicht zum Ärger, ich gehöre ja bald auch zu ihnen; da sind Schlimme darunter, die schlimm vernichtet wurden. Und die Kinder der Toten sollen, so sie es vermögen, den Leib ihrer Väter in Liebe anfassen und ihn in die Höhe heben oder auch nicht, aber anfassen sollen sie ihn, auch wenn ihnen davor graust.

(Atmo: Atmosphärisches Rauschen und Brummen, als wäre der Ton gestört, wie aus einem alten Radio. Die Leute auf der Bühne können das mit Hilfe der Technik sicher schaffen, sie tragen ein Gerät dafür, das ihre Stimme verfremdet, muß fragen, ob das möglich ist, sie tragen so ein Gerät umgeschnallt, man darf, man muß es sehen. Und natürlich: hören):

Ich gebe Ihnen nun ein Beispiel schlimmster Vernichtung, Sie können es gern weitergeben, ich habe es allerdings nicht selbst erlebt, und es darf nicht gezeigt werden, wie auch die Ermordeten nicht gezeigt werden dürfen, man konnte sie nicht mehr auseinanderhalten, sie waren einander zugetan, nein, zusammengeschmolzen, miteinander verklebt, und der Verkehr drängte schon nach, das muß schneller gehen, das Produkt sollte das gleiche, nur kleiner werden; aus zwei, drei wurde einer, so daß keiner einen Vorrang eines Anderen mehr erkennen konnte; ich glaube, auch das habe ich schon irgendwo gemeldet, allerdings ein Hochhaus betreffend, und es wurde mir gesagt, nicht ich war es, es wurde gesagt, wenn auch mit anderen Worten, welche aber auch nicht zu mir gehörten. Zeit, dem ein Ende zu machen, da es kein andrer tut. Neger waren eigentlich keine dabei, gut, ich widme denen hier ohnehin zuviel Zeit, doch vom eignen Stamm auch keine, warum sollten die denn weg wollen?, es gibt keinen besseren unter den Sterblichen, es waren keine von uns, keine Mörder von uns und keine Opfer. Es waren andre, die aufs elendste, die Elenden und ganz Verdorbenen, das ist nicht als verdorben im Sinne von Fleisch gemeint, gemetzelt wurden, nein, still erstarben oder nicht still, nein, nicht still, ohne Furcht vor ihrem Mund spreche ich für sie, jeder tut oder sagt ja, was die Toten angeblich wollen, es ist immer genau das, was wir auch wollen. Obwohl das nette Huhn, diese leckere Fast-, nein, Fasten-Speise für Kalorienbewußte (außer es ist eine Panier drübergeklebt; daß man aber auch noch atmen können sollte, haben sie nicht berücksichtigt) draußen auf dem Kastenwagen draufgemalt worden ist, kann es nicht helfen, mit welchem Recht auch, ein gemaltes Huhn kann hier nicht helfen. I can help. Vielleicht ist das Riesenhuhn ja doch echt? Nein, es ist gemalt, stimmt schon, das ist belegt, nein, das ist Belag. Das Huhn war wie gemalt, weil es gemalt war. Ausnahmsweise haben wir die nicht mit unserer eigenen Hand gemordet, aber vom eigenen Stamm auch nicht, keine Opfer, keine Täter, saubere Trennung!, wir warens nicht, wir warens nie, unsere liebsten Nachkommen, nein, die kommen uns nicht nach und nicht nah, und da haben wir wieder mal Glück gehabt, daß wir auch sie nicht mehr kennenlernten, unsere liebsten Vorfahren, die fahren natürlich nicht, also die sind eher mit anderen so verfahren, aber das vergessen wir schnell wieder, auch wenn der Taxifahrer die 200 Euro Burgenland bis Wien pro Person verrechnet und nicht, wie es nötig und billig, nein, das nicht, aber recht wäre, pro Fahrt, egal, wie viele drinnensitzen und mitfahren. Hören Sie die Worte oder besser nicht, sie wurden nicht rechtzeitig fertig oder nicht rechtzeitig übersetzt, von wem denn, wir haben keine Leute, wir haben nur Menschen, die Worte von Toten, die ohnedies nicht mehr zählen, nicht rechtzeitig in unsere Sprache übertragen, sonst hätten wir das Auto ja gar nicht erst losfahren lassen. Geht, strafende Erinnyen, nein, nicht übertreiben, das ganze Heer müßt ihr nicht strafen, im Gegenteil, das müßt ihr verschonen. Heere müssen grundsätzlich verschont werden, außer voneinander. Zur Hölle mit ihnen, ich weiß bloß noch nicht, mit wem und wer sonst noch mitgehen mag.

26. August, Ausguß des Jahres 2015, mein väterliches Land, nimm du die Zügel, ich kann sie nicht mehr halten, all das Gold, mit dem die verziert sind! Hab so kleine Hände! Es reicht nicht. Es reicht den Griechen nicht, und es reicht auch sonst niemandem. Nie reicht es jemandem. Nur mir reicht es schon. Damit bin ich absolut allein. Ich melde mein Unheil und mein Geschick, doch die sind gar nicht meine, die muß mir jemand untergeschoben haben wie ein Sitzkissen, ich kann nichts dafür, ich melde es nur, wie es schon so viele gemeldet haben. Die Väter, die unglückseligen Nährer! Alle tot! Die Mütter, mit ihren Kindern, glückselig zuerst, dann auch tot, Unselige, laute Klage erschallen lassend, die keiner hört. Die alle jetzt hören, sie wird im Radio übertragen, Podcast gibts auch, nein, doch nicht, also es ist keine Live- Übertragung, wie sollte das denn gehen: Tod, Tod, komm her, komm sofort her da und blicke jetzt dorthin, ja, sag einmal, bist du blind? Offenbar, sonst hättest du nicht wahllos alle genommen, da waren doch noch Brauchbare dabei, aber das sollte ich so nicht sagen. Nichts sollte ich so sagen, wie ich will. Kein Mensch ist brauchbar, aber alle brauchen sie was, da fängts ja schon an, und jede Klage ist vergeblich. Die Tat wird mit gehöriger Schnelligkeit begangen, aber die Klage währet endlos, Tod, komm her und blicke auf mich, ja, blicken darfst du, aber nicht anfassen!, die Sense läßt du dort drüben in der Parkbucht, dort wird sie nötiger gebraucht, daneben stehen das Gras und das Unkraut hüfthoch, ich darf wohl noch ein bißchen bleiben, oder? Vor allem, wo ich noch nie dort war. Jetzt sprechen die Menschen persönlich, das darf nicht gezeigt und nicht aufgenommen und nicht gehört werden, sie sprechen trotzdem miteinander, der Tag strahlt noch, als sie sprechen. Sie sagen, und das muß jetzt echt aufgeteilt werden, was sonst gar nicht meine Art ist:

Chor (jawohl, alles muß raus, alle müssen raus!): Falls sie sterben sollten, soll er sie dann in Deutschland im Wald abladen? Helios, der Wagenlenker, nein, der nicht, ein andrer Wagenlenker lacht. Eine oder evtl. mehrere Personen lachen ebenfalls. Wird notiert. Es würde sonst ja in der Pannenbucht vergessen, Helios, ja, der Wagenlenker, nein, der nicht, nicht der Chauffeur, der doch nicht!, er wird angesprochen, zum allerletzten Mal, nein, wahrscheinlich nicht, er wird noch öfter angeredet werden, und er spricht ja auch selbst, niemals wird er später vor sich hinsagen: O Sonnenlicht, o heimatliches Land, heilger Grund, o väterlicher Herden, oje, nein, väterlicher Hühnerbräter, Hühnergriller, oje oje, das Bild auf dem Laster ist ein Irrtum, hier wohnt kein Geflügel, nein, väterlichen Herdes Sitz ist das auch nicht. Sitzen Sie gut? Haben Sie sich angeschnallt? Denn ich werde später vielleicht auch die Flüsse und Seen meiner Heimat ansprechen, vielleicht aber auch nicht, egal, nach alldem kann alles gesprochen und nicht gesprochen werden. Der Gegenstand der Erkenntnis ist immer gemacht, schon gemacht und wieder vergangen. Der Anruf erfolgt, wenigstens einer, der folgt, es folgt sogleich ein Wort dem anderen. Der Angerufene ist aufgerufen, das Wort zu ergreifen, oje, er läßt es sofort fallen, nein, er hebt es wieder auf, wir heben es uns auf, nein, wir nicht, wir wissen nichts, der Angerufene: Seine Rede besteht darin, seiner Rede sozusagen zu Hilfe zu kommen, das heißt gegenwärtig zu sein. Aber auch das ist dann schon vergangen, dagegen kann er gar nichts machen. Es ist vergangen wie das Wasser der Heimat, das vorhin an mir vorübergeflossen ist. Macht nichts, da kommt schon neues, zwei, drei Meter Wasser sind in einem Aufwaschen gleich weg, während ich spreche, aber neue kommen herbei. Endlos, außer es trocknet was aus, das nicht Wäsche ist oder mich naß gemacht hat. Dafür ist jetzt auch die Luft verbraucht, die gesamte Luft, wirklich die ganze, aber nicht meine, zum Glück. Wie das Wasser vom Wasser selbst immer wieder aufgenommen und mitgenommen wird, so nimmt die Gegenwart die verströmenden Augenblicke, denn die strömen ja auch, unaufhörlich wieder auf, kommt ihnen zu Hilfe, nein, das nicht, sie müssen selber sehen, wo sie bleiben, und steht für sie ein. Nein, das auch nicht.

(So. Der Menschentransport vom 26. August ist auf Band, er ist nicht auf Schiene, er ist auf der Straße. Die Gespräche zwischen dem Fahrer und den mutmaßlichen Drahtziehern. Hätten die Ermittler ihren direkten Draht in die Hölle auch direkt genutzt – all dies hätte verhindert werden können. Ich meine ja nur. Und nicht nur ich. Es folgt die Wiedergabe, die uns nichts wieder zurückgibt und keinen zurückbringt. Die Störgeräusche werden sukzessive lauter).

Ich: O Tod, blicke jetzt einmal nicht auf mich, blicke lieber auf die Wagenlenker, also ich täte das, die haben dich auch verdient, bekommen dich aber nicht. Helios anzusprechen, das traue ich mich nicht, aber in einem ansprechenden Audi, der noch nicht alt ist, aber das falsche, das fehlerhafte Abgas abgibt, jemanden ansprechen, das geht, in einem Mercedes und einem BMW sprechen, das geht auch, aber besser man hört Musik. Holen Sie mir sofort einen Schauspieler her, der soll folgendes sagen, noch muß er nicht viel auswendiglernen, er sagt: Hallo.

Wo ein Schauspieler ist, sind auch weitere, sie kommen ja immer zu mehreren, und sie sagen, Moment, sie sagen es natürlich der Reihe nach, hintereinander, jedoch immer ein andrer, ich schreibe sie immer extra in einen neuen Absatz hinein, der nicht abbricht, kapiert?, ich spreche sie an, aber das wollen sie nicht, sie wollen lieber selber sprechen. Bitte, können sie haben, grammel, grammel, ich erlaube ihnen ohnehin nicht, das öffentlich zu tun. Aber sie wollen immer an die Öffentlichkeit treten, auch wenn die Öffentlichkeit manchmal zurücktritt wie dieser berühmte Parteigänger es neulich brühwarm tat, ja, jetzt ist er weg, kommt aber garantiert wieder. Also, ich fürchte, ich fürchte es, sie werden es überhaupt nicht tun, nicht sprechen, denn sie tun eben nichts, was nicht öffentlich ist, in absoluter Unhörbarkeit und Unsichtbarkeit. Ihr Wort soll ja bringen, was mein geschriebenes Wort schon verloren hat: die Herrschaft. Also bitte! Die hatte ich nun wirklich nie.

Sprich, Schauspieler, singe, oh Sargnagel (du nette Frau mit der Mütze, nein, dich meine ich nicht, dich meinen alle, also bitte): Sprich oder laß es bleiben, das bleibt alles eins, denn niemand wird dich dabei sehen und hören können, ich weiß, das gefällt dir nicht. Sag folgendes:

Fertig. Es gibt keinen mehr. Dann mach los. Es gibt keine weiteren Leute mehr. Schließ hinten ab und fahr los.

Der nächste bitte, er ziert sich noch, ein ganz eigenes Schauspiel, weil er nur ein einziges Wort sagen darf, er ahnt aber schon, daß später neue Mühe auf ihn zukommen wird, und er hat dafür, nein, nicht er, die Erstickten haben genau 30,4 Kubikmeter Luft zu ihrer freien Verfügung, das reicht nicht mehr für den Landgang, tut mir leid, da müssen sie eben in der Kabine bleiben, wie angenagelt oder angeklebt, das müßte genügen, sie können sich ohnedies nicht rühren. Dem gefrorenen Geflügel, das sonst dort wohnt, tut es nicht leid, das gibt es nicht mehr, es ist verschwunden, keine Ahnung, wo, in welchem Schlund.

Ich sage Ihnen: Der Morgen bricht an, vielleicht hat er das ganze Hühnerfleisch gegessen, ihm ist schlecht. Der nächste Schauspieler trete vor. Er spricht, was vor ihm ein andrer gesprochen hat, aber das wird nichts mehr, das wird keine wirkliche Rede von Angesicht zu Angesicht, wie die Schauspieler sie so lieben, wir anderen aber auch, wir finden bloß keinen, der uns zuhört, eine Rede also vor möglichst vielen Angesichtern, nicht wahr. Das Andere als Anderes ist: der andere Mensch. Ich stelle jetzt die sprachliche Beziehung zwischen ihnen her, nur nützt es nichts, es nützt nichts und niemandem, es ist wie nicht gesagt. Daher geben sie sich auch nicht so viel Mühe wie sonst, wenn sie bei Shakespeare nachschlagen oder Shakespeare gleich schlagen, die Schauspieler. Nichts wollen sie nun gar nicht sein. Sie wollen es auch nicht spielen. Dieses in der Rede von Angesicht zu Angesicht Ansprechen nennen wir Gerechtigkeit. What????? Wurscht. Sag es, sagt es, bildet einen Chor, wechselt euch ab, damit keiner die Last allein tragen muß, die Wahrheit wird dann schon in der absoluten Erfahrung in ihrem eigenen Lichte strahlen, Moment, hier tauchen sie schon auf, die Schauspieler, ja, von mir aus auch die Schauspielerinnen, mindestens fünf Stück, damit sie einen Mann ersetzen können. Wenn sie gut ausschauen, dürfen sie kommen, sollten sich freuen, daß sie sagen dürfen, was wahr ist, auch wenn sie keiner hört und keiner sieht, denn hier ereignet sich die Wahrheit in der wirklichen Rede oder in der Gerechtigkeit, nein, schon wieder übers Ziel hinausgeschossen, von Gerechtigkeit ist nicht die Rede! Es redet einer nach dem anderen und Action:

1) Was ist los, Ivo? Würde auf Serbisch besser klingen, oder? Dann machen wir das doch! Das folgende also bitte auf Serbisch! Holen Sie sofort einen Serben her!, weit müssen Sie dafür sicher nicht gehen.

2) Sieh, was die machen. Sag denen, daß sie mit dem Blödsinn aufhören sollen.

1) Klopfen sie etwa?

2) Sie haben an der Tankstelle sehr stark geklopft. Scheiße, oh mein Gott!

Scheiße.

Dies letzte Wort, das wir alle kennen, aber immer wieder gerne hören, spricht folgender Schauspieler, leider, mich dürfen Sie nicht fragen, keine Ahnung, welcher, irgendwer wird das schon bestimmen, der zu Hause nichts zu sagen hat und dafür hier Befehle erteilt, euch als letzten Gruß, doch es ist nicht der letzte, er will es denen dort drinnen sagen, hier steht drunten, aber eigentlich müßte es drinnen heißen, im Wagen, nicht wahr, das ist das absolut letzte Wort, das ich hier an ihrer Stelle spreche. Das andre sprechen die schon im Hades, jedenfalls im Transporter dorthin. Die letzten Worte, die sie noch draußen gesprochen haben, sind nicht überliefert, und wenn, dann nicht mir. Los, Schauspieler, jetzt bist du wieder gefragt, du würdest aber sicher auch antworten, ohne gefragt worden zu sein:

1) Hör zu. Jetzt habe ich mit dem Afghanen gesprochen. Der Fahrer soll den Lkw weiterfahren. Er soll so tun, als ob er sie nicht hört. Ihr werdet nicht auf einer Tankstelle, sondern auf einem Rastplatz halten.

Ich, aber bitte mit anderer Frisur, wenn möglich, mit andrem Coiffeur: Leuchtet mir ein. Guter Schauspieler, ich weiß, die Mühe bringt zur Mühe neue Müh, aber du mußt das jetzt machen und aus. Wohin, wohin willst du? Nirgends ist Platz, also ist es egal, man sieht dich ja nicht in deiner Finsternis. Wohin bist du denn noch nicht gegangen? Dorthin, wo du noch nicht warst? Gut. Genau dorthin gehst du jetzt wieder und sprichst, ich weiß nicht, ob ich nicht öfter Nummer eins und Nummer zwei verwechsle, sowas gefällt Schauspielern schon mal überhaupt nicht:

1) Ja, aber dort gibt es auch Leute, Mensch! Und diese hier kreischen und schreien. Sie leuchten mit einer Lampe, nein, mit ihren Handys, die auch Lampen sein können, solang sie noch in Saft stehen, sie leuchten, man kann das hinten an der Tür sehen.

Ich: Kurzer Text, macht ja nichts, es kommt vielleicht noch ein längerer für diesen:

2) Nein, bloß nicht! Hör zu. Wie?

1) Hinten an der Tür steht einer und leuchtet mit der Lampe von einem Handy und man kann sehen, wohin er leuchtet.

Wieder ich: Ein andrer, ich stelle ihn mir recht robust vor, hab acht, hab acht, daß du dir deinen Text merkst, und der geht so:

1) Er schneidet gerade, ich habe es gesehen, sie schneiden Gummi. Das muß Ihre Dichtung sein, die Sie da auf die Welt kommen lassen wollen, Sie werden ja sehen, was Sie davon haben, nein, nicht das Auto ist gemeint, sondern die Autorin, ich seh sie im Moment nicht, ah, da ist sie ja!, sie schaut in dieses Gerät, wo ich erscheine, wird ihr das denn nicht langweilig?, ist ihr denn nichts heilig?, die betet doch so gern irgendwas an! Was, die gehört gar nicht Ihnen? Hätte mich auch gewundert, tiefer gehts nicht, während andre diese Welt bereits verlassen müssen und nicht einmal mehr winken können. Das würde diese Frau auch wieder nicht wollen. Es entsteht unvermeidliches Gedränge. Aber hiermit habe ich meine Befugnisse überstiegen, nein, überschritten.

2) Ich weiß nicht, wo wir anhalten können, um gesunden Diesel einzufüllen. Was können wir machen? Sie sind Abschaum! Damit spreche ich nicht Sie direkt an, na ja, Sie schon auch, aber vor diesem Sterbenden in süßer Landschaft, erfüllt vom Frühling, also die Landschaft, nicht wahr, nein, nicht wahr, außerdem ist bitte Hochsommer! Das Wetter wollte hier einfach nicht mitspielen.

1) Aber sie können nicht atmen. Er sagt mir, daß du auf einem Parkplatz anhalten sollst. Das sagte ich auch Ivo, auf einem Parkplatz, wo es keine Tankstelle gibt.

Ich: Das ist mir unverständlich. Deswegen kann ich es auch nicht schreiben.

Ein andrer, kein Ort versteht es, mir zu sagen, wer er ist und wo er ist:

3) Nur ein einfacher Parkplatz?

Ich: Mehr Text, hab acht, hab acht! Hab noch einmal acht, falls ich das schon mal gesagt habe:

2) Ja, ein Rastplatz. Und innerhalb von einer Sekunde sollst du ihnen das Wasser zuwerfen und ihnen sagen, daß sie nicht reden sollen. Und du sollst danach so tun, als ob du sie nicht hörst.

1) Hey, Bruder! Kannst du bitte den Leuten sagen, daß sie für fünf Minuten aufhören sollen zu klopfen und zu reden. Ich (wer immer das ist, ein andrer, wie üblich, ich bin es sicher nicht, ich fahre seit Jahrzehnten nicht mehr Auto) möchte volltanken und schauen, wie ich den Leuten Wasser geben kann.

2) zu 3) Er sagt, er hat Angst, die Türen zu öffnen, weil die Leute dann sofort auf das Feld rennen würden.

Ich: Jetzt, große Emotion, nicht so drängeln, Schauspieler, ihr kriegt auch noch eine, in die ihr euch einleben könnt, wenn auch zu spät, weil alles immer zu spät ist. Moment. Ich höre irgendein Geräusch, und das geht so oder geht nicht so:

2) Nein, nein, nein, nein! Das geht nicht, daß er die Tür aufmacht! (Zu 3) Wenn er die Tür aufmacht, werden alle rauskommen!

Das muß 1 sein: Also, ich weiß es. Und wie soll er diesen Leuten Wasser geben?

Ich: Einer, der mit auf dem Schiff ist, das ein BMW ist und sogar auf dem Trockenen fahren kann, der ist dagegen, daß dieser Lastwagen durchforscht wird, das kriegen Sie locker hin, jetzt etwas aufgebracht sprechen bitte:

2) Er kann ihnen kein Wasser geben. Sag ihm, er soll nur weiterfahren. Und falls sie sterben sollten, soll er sie dann in Deutschland im Wald abladen.

Ich: Der nächste Schauspieler bitte, erzählen Sie uns doch was von den arbeitsamen Söhnen, die die See durchquerten, mit Schwimmwesten, die aber gar nicht schwimmen konnten, die Westen, Tatsache, die können nicht schwimmen, ist so, und mit Menschen, die sterben können, ohne vorher zu schlafen, oder erzählen Sie was andres, von Flüssen, die irgendwo münden, leider bei uns, also zumindest in der Nähe von uns, und dieser Schauspieler soll uns auch sagen, ob er einen Hartherzigen irgendwo herumirren sieht, und den darf er dann auch spielen, zur Belohnung, daß man ihn nicht sieht.

(Keine Ahnung, vielleicht der Chor? Vielleicht Gesang:) Sie schweigen nicht, sie bleiben nicht still!

Ich: Ein andrer, gelassen, er soll spielen, daß er bedauert, keinen kranken Mann zu sehen, er sieht also nicht, wo der ist, dabei sind es 71 Kranke und inzwischen und bald Verstorbene, an nichts Verstorbene, an dem Nichts Verstorbene, also sie konnten nicht atmen, nicht wahr, ich weiß nicht, ob das als Krankheit zählt, wenn man keine Luft zum Atmen hat.

2) Die werden schweigen, wenn ich es dir sage. Nur so lange, damit der Mann etwas Diesel in den Tank füllen kann. Und danach soll er nirgendwo mehr anhalten, sogar wenn die Person so lange und so viel klopfen sollte, bis sie tot ist.

(Also ich lass es jetzt. Macht euch das alleine aus! Ich hab den Faden verloren, mit dem ich diese Marionetten führen wollte.) Einer von vorhin, weh ihm, er ist unhörbar, furchtbare Strafe für Schauspieler! Er legt die Hand hinters Ohr und fragt: Wessen Ruf drang so aus der Nähe aus dem Wald? Ich bin dahin, verloren, Freunde, völlig vernichtet. Was weiß ich. So halt. Also, sag schon:

2) Er wird schon nicht anhalten. Wenn wir auf einem Parkplatz anhalten, werden sie das Ding da kaputt schlagen. Und drin kreischen Frauen, schreien, heulen, was soll ich sagen. Oh mein Gott, jetzt ist er auf den Rastplatz gefahren, oh nein, nein, mein lieber Gott! Setzt sich keiner ein für den allerbesten Mann hier? Nein, denn der dort drüben ist noch besser, und für den setzt sich auch keiner ein. Das sagte ich von einem, damals, als er noch lebte.

Ich, ja, sagen Sie ruhig Ich und zeigen Sie auf sich, nur keine Scheu, wir sind unter Toten oder bestenfalls Untoten, wir sind hier unter uns und tun den Toten nichts zum Ärger: Der nächste bitte, er soll es so spielen, man sieht es ja nicht, trotzdem soll er so spielen, als sähe man ihn, das muß er können, hat er gelernt, er soll wieder weh mir, weh mir sagen, das sollen sie alle dauernd sagen, das versteht ein jeder. Dann soll er fragen, wessen Ruf so aus der Nähe aus dem Wald drang, das soll er noch einmal sagen, damit Sie es sich vormerken, obwohl wir es schon mehrmals gesagt haben, obwohl wir es nie mehr brauchen werden. Da liegt unser Ajax, frisch verletzt, nein, das ist nicht ein treuer Hund, auch nicht Argos, der liebe alte Hund des Mannes, welcher letztlich die Waffen erhielt und Ajax damit in den Wahnsinn trieb, die beleidigte Leberwurst, nein, das ist ein Mensch, der von einem Schauspieler gespielt werden soll, welcher sich aber derzeit noch weigert. Ich will es aber, ich will es, sagen Sie es halt, ist ja egal. Es ist so gemein. Vielleicht bringen Sie einen anderen aus dem Heer her, der für den Mann sprechen kann.

1) Hey, Bruder.

Ich: Der andre, wir wollen doch genau sein:

2) Der Lkw ist auf einem Parkplatz, um Wasser in den Lkw zu füllen und den Leuten Wasser zu geben. Er sagt, daß die Kinder und Frauen weinen. Der Schauspieler imitiert das Wimmern und Jammern, iiiieh, iiiieh, heu! heu!, heul!, aber viel Aufwand treibt er dafür nicht, er macht es so lala, nicht so gut, wie er es sicher könnte.

Ich: Der übernächste Schauspieler, der längst nach Hause oder in die Kantine gehen will, wird von mir jetzt nicht durchgelassen. Ich bilde mit mir zusammen eine Menschenkette, die protestiert, und schmeiße ihn wie einen Gegenstand auf die Bühne, sieht ja, wie gesagt, keiner, daß ich so grob mit Menschen umgehe. Er jammert: Weh über meine Heimkehr (er ist aber noch gar nicht zu Hause, seine Frau greift sofort zum Telefon). Getötet diese Schiffs-, nein, das war vorher, diesmal sinds diese Lastwagengefährten, du Unseliger (meint der etwa mich?), oh unglückselige Frau (da meint er ganz sicher mich)! Von eigener Hand habe ich das vollbracht, das können Sie nicht glauben? Sie müssen aber!

2) Sag ihm, ich ficke alle! Sag – nein. Er soll ihnen sagen, daß er sie lieber sterben lassen würde. Das will ich!

Der nächste bitte oder derselbe wie vorhin, egal, das ist von mir, nein, es ist nicht von mir, doch ich will, daß er es sagt:

2) Ich habe ihm schon gesagt, daß er nichts aufmachen darf, sondern nur Wasser füllen und weiterfahren soll. Er muss es nur bis Österreich schaffen. Ist er nicht selbst hierher gefahren, als sein eigener Herr? Nein. Bist du dessen Chef? Nein.

Ich: Und der allernächste, nicht mein Nächster, mach schon! Mein Blick darf nicht fallen, er darf keinen Augenblick fallen, und es darf auch auf diesen Lastwagen, also eher in ihn hinein, nicht wahr, kein Blick fallen! Etwas, eine Plane oder so, soll dieses Gefährt ganz verhüllen, aber vorher die Handyfotos nicht vergessen!, die machen wir immer, das geht ganz automatisch, damit wir in der Zeitung was sehen können, ich halte die Taschenlampe, kein Blick sollte hierher fallen, aber, hopperla, er ist bereits gefallen, keiner sollte das sehen, weil niemand, und sei er auch ein Freund, aber ein solcher ist garantiert nicht anwesend, es wagen soll anzuschauen, wie die zusammengeströmt sind, ununterscheidbar wie die Flüsse an der Donaumündung, die doch alle die Donau mit ihren freundlichen, moskitobewehrten (meine Güte, das Moskito in Belgrad damals! Mein Auge! Jesus!) Armen anströmen und sich vereinigen zu etwas, das größer ist als sie, unüberschaubar, niemand hat mehr ein Herrschaftsrecht, fragen Sie die örtlichen Fischer, das Dynamit hat ihnen schon mehrere Glieder abgerissen, aber das verteilt sich unter ihnen, die fehlenden Glieder teilen sich noch einmal auf, auf mehrere, und jedes von ihnen lebt und ordnet sich immer wieder neu an, ich schweife ab, wie üblich, da sind sie zusammengeströmt, die Menschen, die alle woandershin wollten, wie das Wasser, das nicht die Wahl hat, es muß nur immer die Schuhe ins Kiesbett rammen und möglichst flott bergab marschieren. Diese Menschen! Man kriegt sie kaum auseinander, da braucht man ja eine Axt, die kleinere, nicht die fürs gefrorene Meer in uns, das ist die Rede von mir, mir allein gehört sie, und sie ist wahr. Nur daß sie von mir ist, ist nicht wahr. Hier hat die Rede aber die Wahrheit erreicht und überholt sie jetzt, ja, sie setzt zum Überholen an, die hat ja noch Atem, im Unterschied zu anderen, die ich nennen könnte, aber nicht nennen kann.

Ein Gott, glaub ich zumindest, also einer, der einen Gott spielt natürlich nur. Der sagt nicht dauernd weh und ach, wie die anderen, ihm ist das egal, er hat nur die Bestattung anzuordnen. Wie kann ein Mann nur in eine solche Lage geraten!

Chor, damit ich auch einmal entlastet bin: Da die Toten, also der Menschenhaufen in Kastenform, oder wie sollen wir sagen, damit wir nicht korrekt wirken und korrekt sind, wie sollen wir das nennen, wer von seinen Freunden soll sich diese Männer aufheben? Genug der Worte? Nein. Wir wissen ja bis heute nicht einmal von allen, wer sie überhaupt sind. Das passiert bei Toten oft, wenn sie zu vielen auftreten und am Zahltag alle gleichzeitig zu Gott drängeln. Die will sich sicher keiner aufheben, geschweige denn bezahlen, in diesem Zustand!, Gott schon gar nicht, Moment, er kommt gleich, aber die Toten werden sich noch wundern!, und wenn, dann weiß es keiner, wenn Gott die Namen nicht weiß, dann weiß sie keiner, würde ich mal sagen. Weh mir, würde ich sagen, doch ein andrer würde was andres sagen, nämlich:

2) Er soll ihnen sagen, dass er die Türen nicht öffnen kann, egal, ob sie ihre Notdurft verrichten wollen oder was anderes, auch wenn sie sterben sollten. Egal.

Ich? Keine Ahnung: So. Ich geh jetzt zum Höchsten, nach dem man immer streben sollte. Gott spricht, er hat nicht einmal einen Führerschein, den braucht er aber auch nicht, die Leute prügeln sich darum, ihn zu fahren; er spricht einfach zu uns, denn verstrichen ist schon viel von unserer Zeit, er, der Herr, hat ja auch nicht den BMW persönlich zusammengeschraubt, dafür hat er sein Personal, er kann ganz in Ruhe abwarten, daß die Abflußsünder, nein, die Auspuffsünder zu ihm kommen, diese Kinderlein der Technik.

2) Starte den Motor und fahre los. Mach schon! Du sollst nicht darauf achten, daß sie klopfen, außer der Motor beginnt zu klopfen, und so weiter und so fort.

Chor: Er, der Gott, nein, der nicht, ich muß schauen, wer in Afghanistan der diensthabende Gott ist, wahrscheinlich der, dessen Namen sie immer schreien, wenn es unangebracht ist, wenn es besonders peinlich wird, wenn gleich was Schreckliches folgt, das noch schrecklichere Folgen hat, also der Gott oder wer auch immer ist sehr verärgert, nein, nicht verändert, es ist immer der gleiche und immer das gleiche, und dieser Gott, welcher hier in Gestalt eines einfachen Mannes, nicht einmal eines einäugigen Wanderers anwesend ist, nicht einmal ein einziges Auge wollte er dafür opfern, hat vorhin gesagt, daß sie alle drin sterben sollen. Ich möchte, daß sie alle drin sterben, sagte er. Oh mein Gott, hau von diesem Parkplatz ab. Nein. Sagt er extra nicht.

Ich: Endlich ein Schauspieler, der tut, was man ihm sagt. Er stöhnt einmal, zweimal würde eine Frau stöhnen, weil es beim ersten Mal nie funktioniert und keiner es hört, es geht ans Herz, ich weiß, die echte Qual. Also sprich jetzt und sei brav:

1) Ich bin von dem Parkplatz dort weggefahren.

Ich: Sein Kontra, sein Gegenspieler, der Meister, der keinen Mitknecht hat, höchstens einen Mietknecht, denn er will selber keiner sein, kein Knecht, das fehlte ihm noch, der spricht hier nun und schweigt dann wieder:

2) Egal, was auch geschieht, du sollst die Tür nicht aufmachen.

Chor: Zwiesprache mit der Konterbande, mit der Kontrabande, also dem anderen aus der Bande halt, im folgenden wird es eh öfter ausgesprochen. Oder ist es schon aus? Gleich! Gleich! Weh mir, weh! Für Leidenschaften ist hier aber kein Platz. Man soll immer nur über die herrschen, die man auch beherrschen kann. Der andre also sagt:

1) Ja, aber sie klopfen. Weißt du überhaupt, wie stark sie klopfen? Wie soll ich so über die Grenze kommen?

Chor: Jesus, nein, der ist nicht zuständig, kann aber immerhin noch stehen. Verhindern möge ein Gott, daß das noch einmal passiert. Jesus sagt, das würde er schon machen, aber er ist hier nicht zuständig:

1) Sie versuchen, ein Loch in die Decke zu machen. Scheiße, hoffentlich kommen sie so an. Das Loch sollte, wenn schon, dann doch im Boden sein, oder?

Ich, nur kurz: Ein andrer, der den Diener eines andren Gottes spielt, oder irre ich mich, man könnte mir mit dem Joch der Sklaverei drohen, und ich würde es nicht kapieren und mein Herrchen nicht finden. Und mein Herrschaftsrecht über dies hier nicht ausüben können. Und niemandem gebieten können.

1) Wenn sie weiter so klopfen, wird man es an der Grenze hören. Dort gibt es Polizei. Wie soll man es dort machen?

Ich befehle: Ersterer, war das der Gott, der das ausgesprochen hat? Keine Ahnung. Er spricht tröstend und beruhigend, eine Seltenheit hier, endlich ein andrer Ton, er sollte jedoch schwer gestört sein oder werden:

1) Es gibt noch Zeit, bis man an die Grenze kommt. Man könnte meinen, daß dieses Mal einfach zu viele Leute drin sind, das stimmt aber auch nicht. Aber das ist ein Kühlwagen, und dort drin riecht es eindeutig zu stark.

Ich: Einer muß jetzt den Mechaniker spielen, also einen, der technisch was draufhat, das sollte der Schauspieler auch, der sollte das können, wir wollen doch natürlich bleiben, und die Leute merken es, wenn dieser Schauspieler nicht weiß, was er tut und was er sagt, und den Kühler nicht vom Motor unterscheiden kann. Es wird jetzt absolute Natürlichkeit und Verschmelzung mit der Rolle verlangt, auf dem Theater dürfen nur natürliche Personen auftreten, die natürliche Personen spielen, natürlich, wer denn sonstwen, nein, wer denn sonst irgendwen?:

1) Es riecht wirklich sehr stark.

Ich: Und einer, der medizinisch was draufhat, es ist der erste, der es aber nicht sein will, am besten, ein Arzt sagt dies:

2) Ich denke, daß sie keine Luft bekommen, ich bin mir 100 Prozent sicher, es sind weniger das Wasser und der Durst das Problem. Du sollst weiterfahren, das ist das Wichtigste.

Ich: Eine ganz neue Schauspielerin, die wollen schließlich auch was tun, sachkundig, sie spielt eine Krankenschwester, zumindest ihr Kostüm läßt darauf schließen, also ihre Tracht. Sie sagt, was Frauen sagen: Weh mir, weh mir! Mir! Es geht ans Herz. Eine unerhörte Tat, ich weiß nur nicht, von wem. Und dann sagt sie noch: Sie schreien einfach die ganze Zeit, du kannst dir gar nicht vorstellen, was hier los ist, wie sie schreien. (Ich: Das müßte doch eigentlich 1) sagen, oder?)

Ich sage das, weil es den anderen zuwenig Text ist, zu kurz:

1) und 2) Alles klar.

(Es sprechen zwei Schauspieler serbisch miteinander. Telefonieren wäre besser, dann müssen die Serben nicht jeden Abend persönlich erscheinen, um der Natürlichkeit auf die Sprünge zu helfen. Sie können das einfach aufnehmen. Serben werden wir wohl noch auftreiben können, die sind gut integriert hier, können aber ihre Sprache noch, und wir stehen schließlich als Aufseher über ihnen. Einer und dann ein andrer, wie gehabt:)

Wo bist du, Bruder?

Zu Hause.

Weißt du, was passiert ist?

Was ist passiert?

Dieser Lastwagen vom Meister, der Volvo. Man hat gehört, daß die Hälfte der Leute gestorben sind. (Lacht)

Gestorben?

Die Hälfte der Leute sind gestorben, ja.

Sie sind nicht am Leben?

Sie sind nicht am Leben. Ja.

Ts ts ts.

Der Chor: Nicht wäre dies so eingetreten, wenn sie die Tür hätten eintreten können oder die Seitenwände, nichts wäre so eingetreten, wenn nicht durch unserer oder der Götter Macht, der wir hier Ausdruck und Stimme leihen. Die machen alles, Sie müssen sich um nichts mehr kümmern. Zu großen, überschweren Schmerz vollendet haben sie! Das Leid wurde gesät, es wurde geerntet, und jetzt wollen sie sich auch noch eine Flex, als Investition in die Zukunft, kaufen und Löcher in die Autos schneiden, damit niemand mehr drin ersticken muß. Und paßt schon! Ich kann Ihnen sagen, wo der nächste Baumarkt ist.

(Ein andrer Teil, und ich teile gar nicht gern, diesmal aber ist es nötig. Hoffentlich passiert nicht, daß jetzt lautes Gelächter einsetzt):

Den Toten sollte man gar nichts zum Ärger tun, wer weiß, wie sich das auf einen selbst auswirkt. Lassen wir sie! Um wen sollten wir uns mehr bemühen als um uns selbst? Und wir tun, was notwendig ist. Die Toten also in Ruh lassen! Jetzt auf einmal die zarte Rücksichtnahme! Den Toten ists egal. Eine andre Schar, eine Schar von Männern, natürlich Männern, das ist halt ihre Natur, wie die Natur des Kindes Lauterkeit, ich meine Lautheit ist, he, Elfi, bitte nicht noch einmal!, besser das: Die Männer sollen den Waffenschmuck bringen, von mir aus auch dieses räudige Löwenfell, in das jemand geschossen hat, und wenn der Neger ein Kind hat, soll dieses Kind des Vaters Leib in Liebe anfassen und diesen mit einem Helfer in die Höhe heben, also das war bestimmt schon einmal, es kommt mir so bekannt vor, aber ich kann schließlich nicht alles dauernd im Auge behalten, oder?, trotzdem muß man den toten Vater jetzt irgendwie anheben, je nachdem, wo die Verletzung liegt, denn noch sprudeln seine Adern, das heißt, er ist noch nicht ganz hin, vielleicht kann man ja noch was machen, aber nein, der dunkle Lebensmut entweicht dem dunklen Körper. Kein Wunder. Und ein jeder, der als Freund dabeisein möchte, soll eilen, kommen, und sich einsetzen für diesen Mann, denn einen besseren hab ich noch nicht gefunden, außer natürlich in einer Vision, nein, einer Version in Hell, also nicht in der Hölle, in Helligkeit. Wenn Sie also etwas warten, finde ich schon noch einen, zum Beispiel diesen spanischen Banker, es sterben schließlich auch reiche Leute, für mich ist der Tod bitter, für die Reichen vielleicht süß, ich weiß es nicht, für die ist ja alles süß, ein CEO, der inzwischen auch im gewölbten Grab liegt, R.I.P., nachdem er vorher im nassen Grab war, nein, Sie können diesmal nicht wissen, wovon die Rede ist, also jener, der die Frau vor dem Messer des Feindes gerettet hat und dann selbst von hinten erstochen wurde. Es geschehen entsetzliche Dinge, wen soll man als Beispiel dafür nutzen? Ich nutze alles, alles kommt mir gelegen, was aus eines anderen Menschen Mund gesprungen ist, das ist noch gut, alles ist noch gut, alles kann ich noch brauchen, die meisten schmeißen es weg, ich nicht, ich bin eine gute Resteverwerterin, auch wenn ich das nicht immer in weisen Sätzen darlegen kann. Gibts was Neues? Nein. Neu ist es nicht. Nie. Eine Schar von Männern kam aus ihren Hütten und brachte Waffenschmuck und Schilde, tja, was man hat, das benützt man auch. Und ihr Begeisterten und gleichzeitig Vernünftigen, ein Glück, nein, falsche Zeile, wieder mal, ach wehe, daß ich euch kenne. Ihr habt großartige Dinge vollbracht, habt mit Stühlen und Flaschen auf die Mörder geworfen, ich hätte mich das nicht getraut. Ihr werdet belohnt werden und alle andern auch, alle sollen belohnt werden, von mir aus, nehmt mich mit, wartet, nehmt mich auch auf als Bewohnerin der bewohnten Welt, das Geschlecht der Menschen werde ich doch wenigstens wert sein, zu denen gehöre ich doch noch, oder?, es sollte mir ausgezahlt werden, wird sich aber nicht ausgezahlt haben, und damit ihre Hilfe, also der Menschen Hilfe, wartet auf mich! Wohin sollte eine wie ich denn fliehen? Dank der Begegnung mit dem Anderen, der gut ich sein könnte, aber nicht bin, könnte sich euch das Unendliche öffnen. Wenn wir die Toten nicht mehr vermissen, ist alles unendlich, weil wir sie vorher nicht vermessen haben und jetzt jede Summe für sie verlangen können, die wir dann sowieso nicht kriegen. Die Mörder warten aber auch schon dort, also wollt ihr vielleicht, daß das Unendliche verschlossen bleibt? Daß also keiner mehr reinkommt? Macht nichts. Daneben ist ja auch noch Platz. Wartet auf mich, ich habe solche Angst, hab ich immer, das ist nicht erfreulich, ich will nur fort, und bevor ich mich verirre, will ich, daß ihr mich mitnehmt, alles drängt mich zu den Menschen hin, die mich retten werden, sie sollen sich endlich bei mir melden, für 300 Euro die Stunde, aber nur, falls sie studiert haben, sind sie dabei, unbedingt, zu euch treibt es mich, zu euch Menschen, ja, zu den Menschen, genau, und das System dieses Instinkts ist Natur, offenbar auch meine, was ich nicht gern zugebe, doch wenn man zum Beispiel am Saum eines Kleides etwas mehr zugibt, kann man es nachher wieder auslassen, falls man es verlängern möchte. Dieser Kalauer ist mir sehr wichtig, jeder einzelne ist mir wichtig, dieser aber besonders, weil er mit zwei Ebenen arbeitet, nicht wahr, das verstehen Sie doch und lassen ihn mir! Ich werde zu einem geeigneten Zeitpunkt vielleicht mehr dazu sagen. Außerdem hätte ich nie gedacht, daß ich eine Natur habe.

Diese Frau. Sie tut es nicht, hab vergessen, was, und wartet, daß einer sie mitnimmt, wohin sollte ich sonst gehen und wo bleiben? Ihr wartet nicht. Da kann man nichts machen. Bitte! Wartet wenigstens noch ein Weilchen! Wartet nur, bald wird es ein Mega-Konzert gegen den Terror geben, größer als das vorherige, da nur Betrübnis und Klagen aus der wunderbaren Musik hervorgingen, und es war viel und viel laute Musik, wir Lauteren, na, das kann ich vielleicht diesmal doch nicht sagen, das können Sie ja schon auswendig, wir stehen zusammen und holen uns die Gratis-Snacks, die von Geschäftsleuten gestiftet wurden. Da ist ein Mann, ich sehe ihn kaum, es ist zu dunkel, und er ist es auch. Sonst würde ich ihn ja sehen. Der eine ist der einzige, der sowas tut. Und wie ein Tier sieht er natürlich nur von einer Seite aus, die wir seine Schokoladenseite nennen wollen, nein, nicht wollen, aber was andres fällt mir nicht ein. Mir fällt nur ein, daß ich keine passende Gesellschaft für mich bin. Deshalb will ich ja weg. Danke, daß Sie jetzt stillschweigen und nicht applaudieren.

Da sind so viele Tiere, auf einem Haufen, sind nicht einmal in Uneinigkeit geraten und doch sind sie von Menschenhand zunichte gemacht, von Raserei ergriffen, ist ihr Mörder in Schande geraten und hat sie alle geschlachtet, nicht nur die Hühner, die nicht, ich glaube, die waren gar nicht dabei, die waren des Todes nicht würdig, weil wirklich jeder sie umbringen kann. Über sowas würde Odysseus oder wer auch immer nur lachen, sein berühmtes Hohngelächter, er würde sie gar nicht als Tiere erkennen, das sind keine Tiere, es sind eher weniger Tiere, ich meine, sie haben weniger Tiernatur als andere, obwohl man auch sie essen könnte. Aus rein materialistischen Gründen wird da herumgetrötet, herumgetönt und herumgetötet, nicht um sie zu essen, die Tiere, die meist noch Zeit hatten, einen Klageruf auszustoßen, na schön, wenigstens das soll ihnen gestattet sein. Diese Meldung über einen feurigen Mann, der die Waffen erwünscht hatte, um die gesamte Menschheit auszurotten, ist es denn die Möglichkeit!, eine Atembombe der Mann, was der uns allen wegatmen kann, man faßt es nicht!, und dann setzt man ihm nur Tiere vor, diese Meldung also setze ich hier ab. Mehr hat man mir nicht aufgetragen, nein, ich hab nicht mehr auf der Platte, auch diese Tiere nicht, die werden aufgetragen, doch nicht einmal ein Teller war mir bereitet, ich muß in der Küche beim Menschheitspersonal sitzen, das selber bald umgebracht werden wird, da bin ich mir sicher, die schauen schon so ungemütlich drein, als wären sie Gegner und würden die heilige Waschung fürchten. Nicht nur, um sie zu essen, hat der Held die Tiere gemetzelt. Die gestohlenen Hendln von vor einer Woche, für Sie werden es Monate werden, die sich zur Unendlichkeit ziehen, die sehe ich derzeit nicht, aber die geklauten Steaks, das könnte gut hinkommen, das geht sich aus, wenn jemand sie ordentlich zerteilt und in die Kälte zum Warten schickt; falls nicht alle gemeinsam auf den Grill draufgehen, nützt ihnen das ganze Warten auch nichts. Da, eine Spur. Schauen wir mal, ob wir deuten können, wessen Spur das ist. Da jagen sie dahin, die Göttin hat Sympathie für Jäger, solange sie nicht der Göttin das Wild vergrämen oder gleich ganz kaputtmachen, welches alles ihr gehört. Gewogen bei der Jagd? Gewogen und zu leicht befunden? Also bitte, das waren Herdentiere, Kriegsproviant, die wären eh irgendwann geschlachtet worden, umgebracht wird alles, was nicht als totes Ding in die Hand genommen werden und für was andres benützt werden kann.

Die Gewehre, auf die der Held so scharf war und die auch selbst scharf geschossen haben, hat (wir sollten uns drum kümmern, tun es aber nicht), die Gewehre also hat ein andrer gekriegt, der sie eh nur im Pick-up herumführt, nicht einmal um in Afrika die Menschen mit Wohltun zu bedenken, nicht einmal, um irgendwas sonst noch zu bedenken, zu besiegen oder zu bedecken, das macht die Plane des Staats, welche zu spät kam, wie seine Pläne, die das meist auch tun, das macht der Deckel des Transporters, welcher überall, unten, oben und in der Mitte verflixt und zugenagelt ist, das wurde verfugt, nein, verfügt, sonst wären womöglich noch Wärme und Leben in die toten Tiere, die vorher darin herumgefahren worden sind, gekommen, nein, er fährt einfach nicht, der Laster, oder?, meine ich einen anderen?, wer auch immer, der wars, der hat diese Waffen gekriegt, obwohl er nichts dafür getan hat. Das finde ich gemein und ungerecht, denn jetzt dienen diese Dinge der Mobilisierung des Mobs, der Wachs in unseren Händen ist, denn der Mob sind wir selber. Uns hat jemand weichgeknetet. Das hätte man auch besser machen können, oder? Verstrichen ist schon viel Zeit, geschehen ist gar nichts. Wer hat gesündigt? Der kriegt jetzt sofort eine drauf. Der soll seinen Dreck selber wegräumen, sonst muß er die ganze menschenverseuchte Ladung wegschmeißen. Und kriegt den Rest, welcher müde mit seinen Adern herumstrudelt, ins Gesicht. Ich trete in meinem Ornat der Würde jedem entgegen, der Gott schmäht, schauen Sie sich das Bild an, es ist unerträglich, denn ich kenne das Foto von Gott, welches ihn, genau, ich sagte es doch, ich wußte es!, von seiner besten Seite zeigt, es ist das einzig beglaubigte Originalfoto, die anderen Fotos zeigen ihn nämlich von einer ganz andren Seite, jetzt glaube ich auch und könnte das Foto, so schnell es geht, hierherbringen, damit Sie eine Vergleichsmöglichkeit haben, auf die sich Gott aber nie einläßt, er gehört ja zu meiner Familie, die seit jeher unversöhnlich ist. Gott, ein Familienmitglied, das Glied ist nett mit einem Tuch bedeckt, daher habe ich es aufgehoben. Dann wird der Lästerer und der Schmäher und der Rächer, die werden alle sehen, wie schnell das geht, daß man einen Gott satt hat, auch wenn man ihn nicht sieht. Man hat ihn irgendwann mal über. Umso leidenschaftlicher beschützt man ihn, vielleicht aus schlechtem Gewissen, daß man ihn so lang nicht angerufen hat?

Aber, und hier scheinen mir das Unendliche und der Unendliche irgendwie fehlerhaft zu sein, was jedoch unmöglich ist, es ärgert ihn so, na, ihn nicht, aber seine Anhänger in den streng voneinander getrennten Sektoren im Stadion regt es wahnsinnig auf, und sie schmeißen mit Sachen aus Plastik, denn Glas, das ihnen lieber wäre, ist ihnen verboten, und mit Feuer oder was weiß ich, mit Bengalen, mit ihren Handys schmeißen sie auch, nein, die behalten sie, sie werfen Sachen aufs Spielfeld, auch ihre Fahnen und T-Shirts, wenn er geschmäht wird, der Herr Gott, statt daß alle ihn lieben und verehren würden. Falls also gelästert wird, daß der Herr das Tor nicht einmal trifft, wenn er schon drinnensteht, hinter der unsichtbar gezogenen Linie, die jeder für sich selbst ziehen darf, dann führt jeder Schritt, jede Schmähung zu einem imaginären Verbrechen, oder sollte ich sagen immateriell?, denn wo steht es geschrieben, wo steht es geschrieben?, in der Schrift natürlich, Idiotin, wo sonst, nur die Schriften kann man so schön platzsparend stapeln, in der Schrift steht es geschrieben, wo sonst, jede Schrift ein Gift und trotzdem gibt es sie in riesigen Mengen, die Schriften, aufgestapelt und dann verbrannt, es ist aber immer noch genug von ihnen übrig, für uns, damit wir auch noch für etwas brennen dürfen. Dort steht es geschrieben, Moment, nein, dort und jetzt hier, falsch, egal, ich werde dort drüben unermüdlich weitersuchen. Achtung, ein Gläubiger, verbergen Sie sich rasch vor ihm!, sonst nimmt er Ihnen noch das Letzte und das Weiße aus den Augen, die von der Anstrengung bald brechen im Bewußtsein ihrer Unwürdigkeit angesichts ihres und nur ihres Gottes. Moment, nicht so drängeln, es sind genügend vorhanden, jeder kriegt einen. Er kriegt dafür jeden. Nein, wirklich nicht. Sie sind Unwürdige, so beten sie dahin, in Teppichgeschäften, denn wo sonst gibt es überhaupt so viele Teppiche?, aber man kann sie dennoch beleidigen, die Betenden, nicht die Teppiche. Man muß sie nur anschauen, schon sind sie beleidigt. Das Bewußtsein der Unwürdigkeit ist nämlich nicht seinerseits eine Wahrheit, es ist keine Rücksicht auf eine Tatsache, es bedeutet nicht Unterordnung unter die Tatsache Ihrer Unsterblichkeit, ja, Sie sind gemeint, welche Ihnen Ihr Gott, der allerbeste Mann, für den Sie sich einsetzen müssen, sonst pflanzt ihn ein andrer, garantiert hat (einer bietet sogar Frauen, Unterhaltung und Musik dazu an, dabei ist er auf Erden so streng mit den Leuten, er verbietet ihnen quasi alles! Und natürlich denken sie dann an nichts anderes mehr), aber das nur nebenbei, wie das meiste hier, es gibt einfach keine Hauptsache, keinen Hauptstrang und keine Nebenhöhle, die man verstopfen könnte, damit keiner mehr rein kann, tut mir leid, als Unterführerin fuhr ich her, als Unterführung endete ich, also, das wird nichts mehr, obwohl so viele über mich drüberfahren, nein, nicht also, ich kenne keinerlei Logik, und hier kommt sie mir auch nicht mehr hinein, vor meinem Tod, welcher bereits absehbar ist, kommt hier keine Logik mehr dran, auch wenn sie sich noch so lang angestellt und noch soviele Nummern gezogen oder geschoben hat.

Das Bewußtsein der Unwürdigkeit vor diesem oder jenem Gott ist nicht eine Wahrheit, es ist keine Rücksicht auf eine Tatsache, zum Beispiel, daß einer, unserer, für den haben wir uns natürlich was Besonderes ausgedacht, er gehört schließlich uns, am Kreuz für uns gestorben ist. bla bla bla. In meinem Hochmut dachte ich das einst, auch für mich persönlich, und gleich würden meine Handflächen zu bluten anfangen, immer am Karfreitag, ist nie passiert, Tatsache, sonst würde ich ja von den Menschen verehrt! Den andren Gott taste ich nicht an, ich habe zwar so Teststreifen und einen echten Phasenprüfer, doch ich fürchte mich ja so vor der nächsten Phase, denn auch ich werde einmal sterben, bloß sagt mir keiner, wann. Mir schwebt daher vor, daß ich überhaupt nicht sterbe, weil ich nicht will, wie Mama vorhin, und das Vorhin ist fünfzehn Jahre her, mindestens, und auch ihr hat es nichts genutzt. Und wenn ich dann ewig lebe, bloß, damit ich Gott nicht anschauen muß, dafür lohnte es sich dann wieder schon, das ewige Leben, komme ich vielleicht in die Zeitung, welche die Zeit enthält, aber nicht die ganze, nicht meine und nicht lange. Habe ich die falsche Religion gewählt, indem ich gar keine wählte? Immer diese Unordnung! Ich meine diese Unterordnung unter die Schrecken der Sterblichkeit, die ist gewiß, nein, gewiß ist gar nichts, ich glaube es halt, daß diese Unterordnung unter die Angst vor dem Sterben nicht eine Unterordnung unter Gott, sondern unter die Tatsache ist, daß er uns irgendwann einmal sowieso alle umbringen wird, wenn unsere Zeit gekommen sein wird, vielleicht schafft er es schon früher, ich kenne etliche, bei denen ihm das gelungen ist; die Zeit ist für ihn ja nicht bindend und fesselnd schon gar nicht. Sondern, nein, es ist ganz besonders eine Unterordnung unter den Anderen, wenn auch nicht jeden. Also daß wir uns vor dem Sterben fürchten, ist schon eine Unterordnung unter jeden, der was andres glaubt, es ist die Unterordnung unter das Unendliche, welches nicht überprüfbar ist, logisch, er wäre ja bis heute davon noch nicht zurück, nicht wahr, weil er keine Grenzen gefunden hat. Ich schreibe ab, nicht einmal das kann ich richtig, oje, und jetzt bedrängt auf diesem Weg auch noch jemand mein Herz. Nein, tut er nicht. Er geht einfach weiter und bedrängt mein Kreuz, ich meine meine Lendenwirbelsäule, an der ich nun gewiß nicht hänge.

SO, WIRD DAS NOCH GEBRAUCHT ODER KANN DAS WEG? ALSO ICH BRAUCHE ES NICHT. ICH MUSS IHNEN LEIDER SAGEN: DAS KÖNNEN SIE VERGESSEN. JETZT SCHAUEN SIE MAL IN RUHE NACH, OB IHNEN WAS FEHLT! HIER WERDEN SIE ES NICHT FINDEN UND AUS.

Machen Sie was draus und glauben Sie endlich an irgendwas, ich biete Ihnen auf einem Stück Zeitungspapier die Vagina einer toten Frau an, einer Nonne sogar, das ist was Besonderes!, (ich frage mich, woran man die erkennen soll, die Vagina meine ich, und wieviel überhaupt herausgeschnitten wurde), extrahiert von einem Kinderschänder, der dazwischen, also zwischen den einzelnen Kindern, die er hernahm, viel gebetet hat und mit gutem Grund, er war ein Priester der Katholiken, die machen sowas, viele andere aber auch, sie bedenken nicht, daß Sterbliche, die sehen, viel erfahren können. Ich für meinen Teil, den ich noch habe, glaube, das ist nur ein Stück Kalbfleisch, der Fleischer hat mich, wie üblich, beim Wiegen betrogen, obwohl meine Wiege doch hier stand und ich hierher gehöre. Bla bla bla. Es ist alles ein- und dasselbe. Ich bin die einzige Ungerechte, über die Freude sein wird im Himmel, ätsch, während die neunundneunzig Gerechten, welche sie jetzt keinesfalls mit den Gerechtfertigten verwechseln sollten, die stets gedient und gebüßt haben, bei ihrem Gott durchfallen werden. Es steht nirgends, daß Gott sich nicht auch über die freut, doch ich, ich werde dennoch an ihnen vorbeigeleitet werden, die Leitlinien werden extra für mich neu gezogen werden, sodaß ich den Weg der Gerechten gar nicht verfehlen kann, selbst wenn ich wollte. Ich werde an ihnen vorbeigewinkt werden, ätsch, ich werde in den Himmel kommen und neunundneunzig andere dafür nicht! Weil sie nämlich schon dort sind. Bla bla bla. Wenn Sie nicht dieselben TV-Serien sehen wie ich, das nächste Mal erzähle ich sie Ihnen nach, doch solange Sie es nicht gesehen haben, existiert das alles nicht, ich habe zwar das Herrschaftsrecht über mein Gerät, aber was nützt es mir, wenn andere das nicht kennen, was ich sehe und hier vor sie hin spucke. Ihr Schaden. Ich bin keine blinde Seherin, ich habe vielleicht nur den grauen Star. Also nein, ich bin natürlich kein grauer Star! Und die Leute sind schon wieder beleidigt, das heißt die, die noch nicht ausgestiegen sind; ein Weg, der von allen Wegen am meisten mein Herz bedrängt, den ich jetzt gehe, um einen Gesetzestext zu lesen, den ich nicht verstehe, der aber, vielleicht für andere, die ich auch nicht kenne, dennoch Gesetz ist. Letztlich kriegen sie alle Waffen, alle kommen dran, sie könnten genausogut aufhören, sie zu verwenden, bevor sie noch damit anfangen, sonst fangen die anderen auch noch an. Wenn alle welche haben, ist es doch sinnlos und macht die Waffenhändler kaputt. Am Ende kann keiner mehr was kaufen, durch das die Leiber ihre vorgesehene Form verlieren und zu Objekten unter andren Objekten werden, die Gott bei den Amazonen bestellt hat. Er will schließlich genügend Auswahl haben. Tot. Alle tot. Damit ist er zufrieden? Daß es, mit mir, jetzt hundert Selbstgerechte sind? Von mir aus, sowieso. Mehr sage ich dazu nicht, es gibt dann nichts mehr zu sagen. Soviel Glück haben Sie derzeit aber nicht.

Mit der Sterblichkeit habe ich mein Lieblingsthema abgehandelt, aber noch nicht bis zum Ende, das bittere Ende kommt erst noch, vielleicht sogar heute, doch schreiben werde ich es nicht mehr können. Die Hand kann dann nicht als Hand auftauchen, der Fuß nicht als Fuß, der Kopf? Der wird in ein Kanalgitter, das man vorher anheben muß, oder ein Abflußloch oder sowas gepreßt, geht schwer durch, der schwerste Teil des Körpers, es wäre Zeit, dieses Haupt in Hüllen zu verbergen wie das jeweilige Genital und sich zu Fuß davonzustehlen. Oder sich ein paar Runden mit Trainingsgeräten abzuschinden, damit auch der restliche Körper was davon hat, es wäre Zeit, sich freien Lauf zu lassen, doch wohin? Bitte, darf man auch gehen?, mit Laufen ist bei mir nicht mehr viel los. Ich bin erfüllt von Furcht, daß ich vielleicht, sagen wir mal: auf dem Weg gesteinigt werden könnte, wenn ich im Gebirg unterwegs bin, wieso fällt mir das jetzt ein? Das droht mir nun wirklich nicht. Ich verreise ja nie. Bla bla bla. Wahrscheinlich weil der Held sich davor auch so gefürchtet hat. Ohne leuchtendes Blitzen, wie ein scharfer Südwind, der fortstürmt, hat sich dieser Mörder beruhigt und dieser dort auch, endlich!, der hier hat ja doch nur liebe, schöne Tiere umgebracht. Was heißt: nur! Wenns um Tiere geht, wirke auch ich an Taten gegen ihre Mörder mit, ich kann kein fremdes Leid anschauen, und mein eigenes schon gar nicht. Aber bei dem Leid von Tieren, da erkenne ich ihren Vorrang vor uns an, der ihnen zukommt und für den man auch bremsen soll.

Aufpassen! Es geht mit mir durch, haltet mich, ich fürchte, wie der Held, den Anblick meiner Untaten, die aber keiner dokumentiert hat, als Dokumentarfilm oder auch sonst, Kunststück!, ich war ja sogar dafür zu faul; und damit meine ich, daß ich überhaupt nichts getan habe, also keine Taten getan habe, die irgendwas wert gewesen wären, wenn, dann wüßte ich es, um wen sollte ich mich mehr bemühen als um mich?, also mein Kopf geht nicht mit mir durch, es ist eher umgekehrt, ich muß mit ihm gehn, ihm nachrennen, bis in die tiefsten Kanäle, aus denen keine Musik mehr erschallt, nur noch das Gurgeln wie aus einem aufgeschlitzten Hals, ein Geräusch, das wir früher nie zu hören gekriegt hätten oder nur in den Fällen, da ein Tier gefällt werden mußte, und da war ich nicht dabei. Er nützt mir nichts, mein Kopf, er nützt nicht meinem Genuß, ich hab es oft probiert, er wollte einfach nicht mit, die Musik war ihm zu laut, zuviele Männer da, meine Ansichten waren ihm zu boshaft, es hat ihm nicht gefallen, daß ich das Gute schon in Händen hielt und dann fallen ließ, da kann man nichts machen. An den neunundneunzig Gerechten komme ich so mühelos vorbei, das geht sich locker aus. Im Genuß ohne Zeit und ohne Sorge fiele der Unterschied von Aktivität und Passivität in der Annehmlichkeit zusammen, per Autostop durch Amerika zu reisen oder die lieben Affen im Urwald im Original anzuschauen, nachdem man im Lotto gewonnen hat, anstatt immer nur in Plüsch die netten, lustigen Tiere, oder in unendlichen Ozeanen baden zu gehen oder über gigantische Felsmassive massiv herzufallen und herunterzufallen, aber bei mir fällt nichts zusammen, denn ich bin sowieso immer nur drinnen, auch wenn ich nicht bei mir bin, würde diese tote Elfriede sagen, die dann jedoch still ist, endlich, doch in die Unendlichkeit eingegangen, also eingegangen auf jeden Fall, oder so ähnlich, bla bla bla, in mir bin ich drinnen und möchte nicht durch ein Begräbnis auch noch in ein Grab hineingestürzt werden: Hier bin ich, in meinen Kleidern, die keiner sieht, in meinem Haus, das keiner kennt, manche leugnen ja sogar, daß es dieses Haus überhaupt gibt, jedenfalls nicht dort, wo ich es angegeben habe und meine Eltern es da hingestellt gelassen haben, nein, gelassen waren sie nie, sie haben immer getobt, geschrien, beschimpft, beschuldigt, und trotzdem steht das Haus jetzt da, klein, aber mein. Und der Genuß, den ich auch gern hätte, würde sich ganz von dem Draußen ernähren, wohin ich nicht komme, dort würde die Annehmlichkeit mir ihre Herrschaft zeigen, ja, der Genuß würde endlich herrschen, das Geld würde endlich bei allen Menschen vorausgesetzt werden, nur bei mir aber Platz nehmen, Essen würde ihnen allen vorgesetzt werden, bla bla bla, ich wäre endlich selbst Vorgesetzte, weiß aber nicht, von wem, bitte, das immerhin darf ich, sie liefern punktgenau an die Tür. Die Genußfirmen liefern direkt ins Haus, der Genuß der Weite jedoch bleibt mir in weiterer Folge, wie gesagt, verwehrt, oder sollte ich sagen erspart? Lieber sage ich erspart, denn wenn alles aufhört, glaube ich bestimmt, daß das Glück auch zu mir kommen kann, darauf spare ich das, was man mir noch nicht weggenommen hat. Hier, wo ich bin, nützt sie mir nichts, die Freiheit, ich habe nicht genug Platz, und meine Freiheit ist von andrer Art, sie ist fremd, sie ist mir fremd, weil ich nicht frei bin zu kommen oder zu gehen.

Ich schaue auf die Zornigen in ihrem Groll. Sie haben alle etwas nicht bekommen, was ihnen zustand, genau, das war ihr Problem. Achtung, Spoiler, doch es wird nichts enthüllt: Religion! Mehr muß ich wohl nicht sagen. Mit dir bin ich noch nicht fertig, da können Sie flehen, soviel Sie wollen! Die ist vielleicht ein Zustand! Haben sie immerhin bekommen. Kostet nichts, ihren Gott kostet es nichts, sie können ihn sich aussuchen, wollen aber immer nur ein- und denselben, den sie schon ausprobiert haben, egal, sie kriegen nichts, aber es kostet sie auch nichts. Von Ewigkeit zu Ewigkeit alles gratis. Von Angesicht zu Angesicht vielleicht noch weniger. Manche sollten etwas dafür zahlen, öffentlich erscheinen zu dürfen, das hätte ich auch der Madonna von Fatima empfohlen, hätte ich sie damals erblicken dürfen. Sie soll aber eh recht fesch gewesen sein. Die Zornigen, Gewalt ist ihre Natur, meiner entgegengesetzt, aber nach dem Antlitz dürfen sie nicht gehen. Das wahre Antlitz ihres Gottes dürfen sie nicht kennen, sonst würden sie es womöglich noch wiedergeben, weitergeben, also ich nehms nicht, ich lasse diesen Gott aus, und von den anderen habe ich ohnedies nur einen einzigen näher kennengelernt, und ich habe keine Lust, einem ins Antlitz zuschauen, nicht einmal ein Foto will ich von ihm sehen, doch das ist dumm, denn das Wesen des Menschen präsentiert sich doch genau dort!, wie soll ich denn sonst wissen, wie sich Allah von Jesus unterscheidet? Eben. Vielleicht gar nicht. In seinem Antlitz ist der Herr Gott unendlich anders als eine Gewalt, die meiner gleichkäme, ihr entgegengesetzt oder feindlich wäre, und diese Gewalt käme mit mir früher oder später in Konflikt. Ich glaube, jeder Tod gilt den Göttern, nicht mir, und ich bin für Gewalt ja auch zu faul, für alles, sie ist aber schon groß, sie ist etwas Großes, keine Frage. Das Antlitz dort gebietet meiner Gewalt Einhalt und lähmt sie durch einen Blick ins Kosmetikforum, so viel sehe ich dort, was mir noch fehlt und was ich unbedingt noch brauche! Kommt gleich in den Warenkorb. O.k., es kann auch bloß ein Anruf sein, der von oben kommt, ich weiß nicht, wo das ist, es ist auf jeden Fall über mir. Die Freiheit, die über sich selbst Scham empfinden kann, begründet die Wahrheit, welche sich nicht von der Wahrheit ableitet, daß diese Falten nun, ab sofort, nie mehr weggehen werden, jetzt, da sie schon mal da sind, niemand hat je eine Falte weggehen sehen, wenn sie mal da war. Das gibt es nicht, daß Falten wieder abgehen können, mit einer Verbeugung vor einem Schneider, also einem Chirurgen, es sei denn, sie werden von Jesus mildtätig aufgehoben und zum Leben erweckt und geglättet. Dann wäre es gratis. Ich selbst würde sie mir nicht aufheben wollen.

Die Zornigen, ja, genau, genau wie ich, immer zornig, bin sogar deformiert in meiner Sicht auf die Lippenstifte, schon drei habe ich mir diesen Monat gekauft, keiner paßt mir. Gleich schmeiße ich sie alle weg! Die Zornigen sagen das auch, genau wie ich hier und jetzt: diese Menschen, ja, ganz und gar Befehl und Autorität, ganz und gar Überlegenheit, sowas glauben die von sich! Wenn sie in den Spiegel schauen, kommen sie sich schön vor, und zwar weil sie von der Natur nichts andres mitbekommen haben, von dem sie jetzt zehren könnten oder sich für später aufheben. Ihrem Zorn zum Gedenken wird später eine Autobahn gebaut werden, die sie dann entlangrasen können. Immer ist alles für Später. Ihr Aussehen wollen sie sich für später aufsparen, da ihnen von einem Kreuz, das es mit ihnen hat, versprochen wurde: Diese Creme hilft, wenn auch nicht sofort. Sie wollen daher sofort wieder jung sein, Jugend kostet nichts. Sofort — das können Sie sich von nichts und niemandem erwarten. Der Zorn steigt jetzt auf Bergeshöhn. Alles, was wirkt, wird immer erst später wirken. Ein ewiges Versprechen, ein Gut-Schein, der nie eingelöst wird. Durch dieses viele Papier hier lass ich mich nicht bekümmern, ich habe alles im Kasten und werde es später ausdrucken. I can help, sagt mir jemand nach, aber ich habe es selbst auch schon jemandem nachgesagt, einer Serie aus Film und Licht, doch ohne Luft, schauen Sie, vor mir sagte es ein andrer, und Sie können es beweisen! Ein höheres Wesen, welches spricht, bla bla bla, recht originell gefertigt, in Form eines kleinen, wandernden Strichmännchens in dieser Serie, vielleicht kennen Sie sie ja: ein Figürchen, welches etwas symbolisiert, das die Menschheit längst zurückgestoßen hat, sogar mehrmals, und dabei ist es ganz reizend, das Figürchen, sehr sympathisch. Es ist das älteste Wesen der Welt, der nicht geholfen werden soll, die Welt will das nicht und aus. Und traurig geht das Helferlein davon, solang es das noch kann, nachdem man ihm auch noch einen Arm ausgerissen hat, mit dem zweiten hatte es noch viel vor, doch am Ende wird es ganz zerlegt werden. Es hat lang genug gelebt, weil es gar nie gelebt hat. Und ist es deswegen wütend? Nein. Sie aber. Sie wollen etwas beitragen, die Zornigen, ja, genau, aber was?, egal, die meine ich jedenfalls, sie kochen schon ewig vor Zorn, werden aber nie genießbar, vielleicht klappts ja einmal doch mit denen, daß geholfen werden kann; schaut man sie an, kann man gleich mich anschauen oder mein Foto, schaut man solche Menschen an, solche wie mich, aber nicht dich, so ist das wie eine Krümmung, eine Brechung im Raum und daher auch in der Zeit, denn ich werde immer älter, immer krummer, und immer weniger Cremes helfen auch immer weniger, das haben sie allerdings auch früher nie getan, nur habe ich es nicht gemerkt. Die Zornigen sind auch immer enttäuscht, Zorn ist Enttäuschung, würde ich sagen, der Zornige: In seinem Gesicht kann man immer lesen, nur steht das gar nicht dort; der Herr ist mein Hirte, oje, mein Gesicht zeigt bereits meine erste Enttäuschung, weitere sollen folgen, schauen Sie auf meine Mundwinkel, der Zorn hat sie so niedergebrochen, nein, heruntergebogen, bloß keine Scheu: der nicht!, nein, ein Gott ist mein Retter, tot bin ich, wenn es nach diesem geht, die einzige Ungerechte, welche ordentlich gebüßt hat und direkt ins Paradies einmarschieren darf, welches aus der Kosmetikabteilung eines großen Kaufhauses besteht, wo freie Auswahl besteht. Es geht aber nicht nach ihm, dem Gott, nicht nur. Nur ein Beispiel: Mir tragen sie den berühmten Massenmörder, den Frauenmörder ewig nach, jedesmal, wenn ich mich nach meinen Feinden umdrehe, ist er schon da, direkt hinter mir, ich kann ihn mir wie einen Albatros umbinden.

Und genauso tragen wir es auch dem zornigen Helden nach, der gekränkt wurde, entsetzlich gekränkt, und deshalb jetzt ausgerechnet unschuldige Tiere umbringt, die ihm nicht gehörten. Wie ungehörig! Immer soll er schuld sein, er weiß aber nicht, wer ihm das aufbürdet. Der gekränkte Held wäre ein eigenes Thema, vielleicht irgendwann einmal meins, nein, das ist ab sofort vorbei, wäre aber interessant, denn dieser Mann ist Beute dieser Krankheit, aus der er sich nicht befreien kann, er hat ja die Waffen, die ihm zustanden, die Waffen, die seinem Zorn dienen sollten, nicht bekommen, die Waffen wurden ihm entzogen, bevor er sie noch hatte, sie dienen einem anderen, welcher jetzt den ganzen scheppernden Krempel auf seinen Reisen mitschleppen muß, geschieht ihm recht, dem Helden, was immer ihm geschieht. Als Lebende hier die Toten verhöhnen, ja, das kann ich. Genau, schon klar, die Waffen, die so viel Gutes tun könnten, die jedoch nicht die Seinen wurden, nicht die Beute des Helden, welcher die Satzungen, die Götter aufgestellt haben, nicht gelesen hat, jedenfalls nicht das Kleingedruckte. Die schönen Waffen hat jetzt also dieser andere, ein sorglos Reisender, der mit allen Feinden auch ohne Waffen fertig wird und sie nicht verdient hat. Nie hat ein andrer etwas verdient, das eigentlich uns gehören sollte, dieser andere oder jener andere? Na, ein andrer halt, immer ein anderer, der alle ist, der plattgemacht ist, nein, das nicht, der fährt irgendwann einfach nach Hause zu seiner Frau, welche die ganze Zeit was Besseres zu tun hatte, als sich in ihr eigenes Los allzu sehr zu verstricken. Sie hat sich gedacht: Bevor das Glück mich erschlägt, werde ich mich lieber ablenken und beim Fernsehn handarbeiten. Dieses Los gewinnt vielleicht noch, hat sie sich gedacht und sich das Gesicht ihres Mannes gut aufgehoben, damit sie es mit Männern vergleichen konnte, die da einherkamen. Sie hat sich dann aber doch, vielleicht aus Langeweile, immer das Gute in den Händen zu haben und nichts damit anfangen zu können, einen Freier genommen, nein, einen Faden genommen und sich vorgenommen, etwas Schönes für einen Toten zu weben, die Toten kommen immer zuerst, das müssen wir anerkennen, es wäre falsch, sie ohne Bestattung einfach wieder hinauszuwerfen, während Diebe und Stimmenfälscher nach ihren neuen Pullovern schreien, welche der Zeit der Toten mühsam abgerungen wurden. Sie ließ sich nicht beirren, die treue Gattin, welche entweder nach einem Gewebe oder nach einer Entenart benannt ist, danke, Wiki, da bin ich froh, Enten sind meine Lieblingstiere! Nichts geht mir über sie. Sie sind die Krone der Schöpfung, leider nicht meiner. Aber ich hätte sie ganz genauso geschaffen.

Irgendwann verliert er die Waffen, der zornige Held, für die zum Ausgleich, damit das Gewicht wieder stimmt, so viele Tiere sterben mußten, er erinnert sich gar nicht mehr an sie, Sie erinnern sich vielleicht noch an die Schlachterei, irgendwo hatte er sie aufgebahrt, wenn auch alle durcheinander, und irgendwann waren sie weg, die Tierleichen, bei einem Altwarenhändler für Hundefutter hätten sie vielleicht noch einen guten Preis erzielt, in den richtigen Händen hätten sie vielleicht das Gerücht des Schrecklichen überall verbreitet, wie eines Gottes eiliges Gerücht. Die Helden sind alle, ich meine, Helden sind sie alle, so muß ich mir nicht mehr saftige, fleischliche Menschen einfallen lassen, welche am Theater immer noch verlangt werden, sonst aber nirgends, überall sonst gehen sie einem auf die Nerven, die fallen schon von selbst ein, mit ihren Rollkoffern und Rucksäcken und Reisetaschen, auf Bahnhöfen, Flughäfen, Häfen, nein, eher nicht, aber jedenfalls wo sie wollen. Und so blöd, ihre Waffen gegen Tiere einzutauschen, wären sie nicht. Sie machen schon alleine genug Dreck.

Ich glaubs nicht, der Mensch, der den Umstehenden eine so gute Show abliefert, um die wir übrigen uns abends in den Nachrichten kümmern müssen, wir waren ja nicht dabei, der lenkt jetzt stürmisch seinen Schritt auf diese Straßenbahn zu, nein, natürlich nicht der, ich habe doch ausführlich, viel zu ausführlich erklärt, wer, hier kommt er nicht mehr vor, bla bla bla, vielleicht ein Hauch von ihm, nicht der letzte, keine Ahnung, was jetzt mit ihm ist, der Mensch denkt und Gott lenkt, umgekehrt sollte es nicht ablaufen, der Mann dreht am Lenkrad und wendet seinen Kurs, den er wieder mal versäumt hat, zu seinem eigenen Schaden, denn dort hätte er unsere Sprache lernen sollen, auf die Herden zu, warum tut er das nur? Warum lenkt er stürmisch sein Auto, nein, seinen Schritt dorthin, wo Tiere sind, wo nichts Besseres als Tiere ist, also für mich persönlich sind Tiere sowieso das Beste, was es gibt, viel besser als Menschen. Auch in Plüsch erhältlich und alle wohnhaft bei mir zu Hause, das sind überhaupt die Allerbesten, kein Wasser, kein Futter, nur Warten auf eine Hand, die einen hält, einen Mund, der einen küßt, und man selber kann küssen, soviel man will, während andere nur Schmerzen säen und ihre Milch hergeben müssen! Der Zornige, also dieser spezielle Zornige, den ich meine, ich habe fast alles abgeschrieben, was es über ihn zu wissen gibt und verstehe ihn immer noch nicht, obwohl das Gesagte schon so lang ist, wenn auch nicht schon lang gesagt, der Zornige will immer das Beste vernichten, das es gibt, sonst würde er ja Menschen töten anstatt der guten Tiere, nicht wahr? Was macht er da jetzt schon wieder? Einen Anschlag? Dort ist die Wand, hier kann er doch nichts anschlagen, hier haftet nichts, außer der Liebe ihre Augen, also die Augen auf der Liebe, die ich aber auch schon lang nicht mehr gesehen habe. Vielleicht gibt es sie gar nicht, die Liebe, das Endliche und das Unendliche zugleich, wir zerfallen in ihr, indem wir halt jemandem verfallen, der irgendjemand sein kann, doch gern auch jemand anderer. Das ist der Grund, daß wir das Sein nur als etwas von außen Kommendes begreifen können. Den Mann, nein, nicht jeden, da würde ich mir zuviel vornehmen, den Gekränkten und Beleidigten, ja, genau, den mit den toten Tieren, nehme ich hier als Beispiel, weil ich grade niemanden anderen habe, den ich mit meinem Mut zu Lachtränen reizen könnte. Auf uns wenden wir es nicht an, wir sind ja schon, es gibt uns, da bin ich mir sicher, von uns aus dürfen auch andre sein, nicht alle, andere als alle, eher wenige, neben uns, damit der Sinn der Endlichkeit auch von ihnen verstanden werden kann. Weichen Sie diesem Anschlag bitte aus! Oder werfen Sie sich selbst auf den Boden! Kaum hat man eine Ahnung, daß man ist, schon hat man Heimweh nach der Unendlichkeit, der Unbegrenztheit, nach dem unverständlichen Verfall des Unendlichen, und der Sinn, daß es uns überhaupt gibt, besteht in der Sehnsucht auf Rückkehr. Die ganze Zeit schreibe ich hier über meinen Tod, und Sie merken es gar nicht.

Ich riskiere einen Blick: Die kommen nicht wieder!, die sind erstochen, erschossen, überfahren, erstickt worden, in diesem Zustand würde ich sie auch gar nicht wiedersehen oder gar wieder haben wollen; es war alles Willkür, die auf Unendlichkeit oder, ohne Umweg über diese, auf Vermögenserwerb gezielt hat, oder bei den Jungfrauen, dort landen sie später, später, hat man ihnen erklärt, immer später, als sie denken, sie warten derzeit immer noch; sie hätten das alles aber auch ohne Erklärung verstanden. Das versteht jeder. Die glauben, daß sie dorthin kommen, wo es Frauen gibt, die sie gleichzeitig aber immer vermeiden müssen und mit Steinen oder mit was sie grade zur Hand haben umbringen wollen, wenn sie nicht folgen, sondern anderen Followern folgen. Und wenn sie Jungfrauen waren, dann sind sie es ein paar Augenblicke später schon nicht mehr, es bricht mir das Herz. Jungfrauen nur mehr im Jenseits erhältlich. Im Diesseits ausverkauft. Jeder Mörder, der aus dem Ruder läuft, weil sein Schifferl den Kurs nicht halten konnte, welcher bei der Volks-Hochschule bestellt worden war, jeder Mörder also schreit, na ja, vielleicht nicht jeder, aber sehr viele Mörder schreien, aber schreien tun sie immer: Ich will Frauen töten!, jetzt kommen erst mal die Frauen dran!, zumindest Hand will ich an sie legen, das hat Hand und Fuß, überall, wo ich sie erwische, das lassen sie sich leicht gefallen, ja, jetzt endlich sind die Frauen dran, jetzt kommen einmal zuerst die Frauen dran, die sonst immer als letzte kommen, aber diesmal zuerst, sie brauchen ihre Zeit, es braucht seine Zeit, bis sie kommen, mein tausendster Scherz darüber, krieg ich jetzt eine Medaille dafür oder wenigstens einen Blumenstrauß?, nein. Auch gut. Ich verzichte. Ich will das nicht, nachher jammern und sich beklagen, ich will lieber gleich jammern, sofort komme ich und klage an meine Peiniger und Belästiger und diejenigen, die sich von mir belästigt fühlen, die verklage ich auch gleich. Ja, wir Frauen! Und dann kommt lang nichts, so tief stehen sie unter uns, die Frauen, ich gehöre leider zu ihnen, sie stehen tief wie die Sonne, also wie wir gegenüber der Sonne, die sich vom Firmament nicht losreißen kann, aber doch verschwinden muß, untergehn, obwohl sie die Pflicht hätte, uns hier unten noch weiter zu verbrennen und unsere gute Haut abzuschälen, damit wir genießbar werden. Ich kann immer noch nicht glauben, daß es welche gibt, die sowas glauben, daß man Frauen umbringen muß, damit man zu den Jungfrauen kommt. Eigentlich sollte es ja umgekehrt sein, oder? Ich verstehe diesen Prozeß nicht, ich würde einen Prozeßrechner brauchen, bei dem haben Menschen wenigstens nicht viel zu melden, am Eingang geben sich die Sensoren die Händchen, beim Ausgang die Aktoren, danke, Wiki. Mein Problem, daß ich dich für jeden Dreck brauche. Das ist der Zug meiner Beschränktheit, der die Trennung zwischen meinem Körper und meinem Geist, beide recht armselig ausgefallen, doch ganz ausgefallen noch nicht, betont, mein Problem, ja. Ich verstehe es nicht, was verstehe ich schon. Die beiden kommen einfach nicht zusammen, obwohl sie sich beide beim Leben beworben haben.

Der Anschlag gilt den Menschen?, und zwar beiden Sorten Fleisch, Vanille oder Erdbeer. Echt?, was Besseres fällt Ihnen nicht ein? Ich habe gelesen, daß er vor allem den Frauen gilt, dieser Anschlag, Moment, ich schau mal nach, da steht was andres drauf, auf dem Anschlag. Hier steht allgemein: den Frauen, welche dauernd anschlugen wie Hunde, wenn sie eines Mannes nur ansichtig wurden. Und überhaupt. Also dieser Massenmörder in Amerika, nicht wahr, der hat die Spreu vom Weizen, nein, die Männer von den Frauen getrennt, und dann hat er die Frauen erschossen, welche fast alle Maschinenbau studierten, sie befanden sich nämlich in einer technischen Hochschule, in die sie nicht hineingehörten, die werden ja sonst vorher aussortiert, diesmal leider nicht. Und verworfene Frauen sind dort, wo Gott der Retter ist und will, daß wir alle tot sind, außer den Mördern natürlich, keine Frage, die sind gar keine Frauen. Sie kommen auf einen Haufen mit anderem Weggeworfenen. Und auch sonst hört man, nach des teuren Allahs Namen das Wort Huren für sie, oft hört man das, überall, wenn auch nicht von allen. Die Wahrheit wird man wohl noch sagen dürfen. Und sogar das Echo hört man noch sehr laut. Den Tod erstreben Mörder wie wir, ich nehme mich, wie immer, aus, ich bin ein Ausnahmetalent, weiß nur nicht, wofür, den Tod wollen sie also, und wäre es nur für ein schönes Begräbnis, bei dem man den Leichnam eines Menschen aus seinem Grab nicht mehr bergen kann, schnell!, sonst schmeißt ihn der bleiche Sand hinaus, weil nur noch ein paar kleine Stücke von ihm vorhanden sind, das lohnt sich für den Sand nicht. Nicht einmal der Boden nimmt sowas. Halten wir es für recht, wenn der Glück hat, der uns erschlägt? Warum sagen Sie das? Wären Sie erschlagen worden, lebten Sie ja nicht. Also erschlagen oder nicht? Entscheiden Sie sich! Also irgendein Gott will, daß ich sogar als Erschlagene doch lebe. Wenn es nach ihm geht, soll auch ich leben, Glied für Glied, sogar wenn man es mir abhackt. Höre ich da die Posaune? Nein, es war eine Baßtuba. Tote nicht zu bestatten, weil sie in zu viele Stücke zerbrochen sind, ist ein Eingriff in deren Rechte, und es ist einfach verboten, Tote nicht zu bestatten. Wenn nötig, muß man es sogar ein zweites Mal machen. Was aber, wenn wir sie nicht finden? Das ist nicht gut, gar nicht gut, denn sie traten uns ja nie gegenüber als ein Feind. Und auch wenn sie im Meer treiben und die Fische mästen, würde ich das nicht Bestattung nennen, die ihnen zusteht, nicht einmal ein Seebegräbnis. Dort werden Sie kein Schäuferl Sand finden, den es doch so reichlich gibt. Manchmal werden sie angeschwemmt, die Toten, gern auch Kinder. Wir Blinde tappen alles an, denn sehen können wir es nicht. Irgendwo wird ein Mensch und ein andrer auch den Vögeln, die am Meer leben, Nahrung sein, denn es wurde denen irgendwann zu blöd, nach Aas zu suchen, es war ja schon da, warum also nicht zugreifen? Keine Ahnung hat dieser Mensch, über den kein Richter ein Urteil sprach. Und der dort, bei dem die Richter total fehlgingen? Er hätte seinen Zorn nicht entbrennen lassen sollen, als er das Licht noch schaute. bla bla bla. Niemals herrscht jemand über den Zornigen, der herrscht immer selber, aber nicht einmal über sich selbst, und jetzt, da er tot ist, herrschen wir, herrschen wir bestimmt, auch wenn er und andre das nicht wollen, mit unseren Händen lenken wir ihn.

Den Tod erstreben die Mörder, das ist klar, da wissen sie wenigstens schon vorher, wann es passiert, und müssen sich nur kurz fürchten, die Wohlgenährten und Wohlgegürteten, denen es noch gut ging und dann auf einmal nicht mehr, nicht ein ganzes Leben lang müssen sie sich fürchten vor ihm, dem Tod, das ist das Los, das man erlangt, andre sollen auch was davon haben. Gewinnen tut es nie. Es gewinnen wir, die Herren der Toten, denen es hier gut geht, wir können aber nichts dafür, und wir zahlen auch ein bißchen Miete dafür, daß der und der unter uns gewohnt hat. Die Angst hat bei uns Platz genommen, wir zahlen für ihren Sitzplatz, welcher reserviert wurde, schon vor Fahrtantritt. Es gibt kein Gesetz in der Stadt, bevor nicht die Angst ihren festen Platz bekommen hat. Etwas Betrübnis und Klagen, mehr kommt nicht einmal von den Frauen, die sind uns da keine große Hilfe, außer wenns um sie selber geht, und dann sind auch sie schon bald dahin. Fazit: Auch wenn der Mann riesig ist von Wuchs, da er bei uns aufwuchs, und wir erzeugen ja nur Großes und tragen meist auch große Größen, so mußte er doch bedenken, daß er auch von etwas kleinerem Übel fallen konnte: Das war seine Möglichkeit. Er hat sich seiner Taten geschämt, er tat, was er wollte, und danach hat er sich jedesmal geschämt, wo kämen wir denn hin, wenn alle täten, was sie wollen? Dafür ist die Stadt nicht gebaut worden, daß einer Unheil anrichtet und damit davonkommt, und trotz günstigem Wind wird die Stadt dann ein Trümmerfeld werden. Sie wird einstürzen. Und durch das Begräbnis dieses Mannes, jetzt kapier ich erst, weshalb wir es ihm verweigern wollten, warum wir ihm die Beerdigung vorenthalten wollten, stürzten wir selbst ins Grab. Es ist ja groß genug. Er aber kommt hier schon wieder heraus. Er ist nicht zu halten. Er hat noch was zu erledigen.

Ich schlage in die Tasten, die so eifrig sind, manchmal übereifrig, lang machen sies nicht mehr; das a, ja, den lieben Buchstaben a, der so oft vorkommt, haben sie jetzt gleich fünfmal hintereinander gebracht, vielleicht weil ichs selbst nicht mehr bringe. Ich haue weiter auf die Tasten, die können sich ja nicht wehren, ich haue hin, um ihn zu schildern, also um den Tod zu schildern, am liebsten schildere ich ja das, was ich gar nicht kenne, ja, über den Mann taste ich mich auch hin, von dem ich förmlich, nein, formell besessen war, als er noch lebte, es grenzt an Belästigung, Sie wissen nicht einmal, wen ich meine, oder? Nicht über die Toten hohnzulachen, tu ich das, sondern um ihn Ihnen zu schildern, mach ich mir die Arbeit, ich weiß schon, sie sollte längst beendet sein, wenns nach Ihnen ginge. Ihretwegen hätte ich sie mir nicht zu machen brauchen, doch er stand in der Zeitung von vorgestern und gestern, dort steht er heute noch wie bestellt und nicht abgeholt, nur interessieren Sie sich schon nicht mehr für ihn. Es gibt andere als ihn, Neuere, von heuer, von gestern, einer ist noch auf der Flucht, morgen wird es ein andrer sein. Sie haben sicher besser verstanden als ich, warum er Schlimmes bewirken konnte, der Mann und der dort drüben auch, heimlich und geschickt, und inzwischen sind Wochen, in Einzelfällen sogar Jahre ins Land gegangen, aber für Sie, setzen Sie hier bitte die Namen der Betreffenden und dann die der Betroffenen ein und seien Sie selbst betroffen!, hat kein Zug gehalten, er wurde also sehr ausführlich geschildert, der Anschlag, den ohnedies jeder nachlesen und nachschauen kann, das Fernsehen siedet förmlich, die Podcasts stellen sich zum Casting an, doch die Leichen werden kalt. Ruhe bitte, ich darf hier alles sagen! Nachlese halten, Lese halten, die Toten verarbeiten, auf ihnen herumtrampeln, viel früher, ja, die von früher auch, da hatten Sie noch mehr Zeit; inzwischen wird es wohl noch mehr von ihnen geben, von den bösen Anschlägen, fast jeden Tag; ich bin wie immer dagegen gewesen, natürlich gegen den Anschlag und dagegen, daß über ihn berichtet wird, sonst glauben andere, sie dürfen das auch, einen Anschlag machen, dafür spare ich mir hier Arbeit für mein Leben vom Mund ab, mein Wort bringt niemandem Leid, aber wenn sich die Worte dermaßen summieren wie bei mir, bla bla bla, dann macht es Sie wahnsinnig, und Sie bringen womöglich auch noch jemanden um, womöglich mich. Ist ja egal. Also mir nicht, aber sonst allen.

Ich kann nichts schildern, das ist meine Schwäche und nicht nur ein Gerücht für niemanden, den es interessiert, ich beschildere nur, was es schon gibt, ich meine, wo schon was hängengeblieben ist. Wird schon noch mehr hängenbleiben. Wir leiden nicht mehr als wir anderen Leid zufügen. Ich sage Ihnen schmucklos, was sonst nicht meine Art ist: Die Armen werden aufstehen, sobald sie erst aus ihren brennenden Wohntürmen herausgekrochen sind, und sie werden sich erheben, also die, die es noch können, kaum daß sie sich in ihren Notquartieren hingesetzt und Wasserflaschen und Isomatten und mehrsprachige Fragebogen entgegengenommen haben. Sie werden sich gegen die Reiche und die Reichen erheben, ja, das glaube ich, es wird passieren, wetten?, das glaube ich seit fünfzig Jahren, also muß es stimmen, sie werden sich erheben, wenn auch nicht so bald; sie werden wie eine Flut kommen, wie Löwinnen, denen ihre Jungen geraubt wurden, was gewiß auch schon öfter passiert ist dort, wo sie zu Hause waren; geht, eilt, holt Hilfe, aber es wird euch nichts nützen, ihr Reichen werdet euer süßes Glück nicht mehr genießen können, so, ihr werdet zermalmt werden, sage ich. Sie werden sehr bedauern, daß sie im Leben so hitzig waren, auch mit der Zunge, daß sie sich eifrig überall eingemischt haben, ohne einen besseren Menschen zu erzeugen, wofür sie schließlich Zeit gehabt hätten. Alles hätten sie tun dürfen, nur diese Fabrik, diese Bruchbude, hätten sie nicht bauen dürfen. Die ist jetzt hin. Sie da! Sie, ja, Sie auch, Sie werden im Fernsehn sehn, daß die gestorben sind, egal wer, am Ende alle, alle werden sie am Ende sein. Tun Sie trotzdem den Toten nichts Böses an! Sie werden vielleicht dabei mitgewirkt haben, daß die tot sind, auch wenn Sie gar nicht dabei waren?, wenn Sie es aus der Ferne, mit Fernzündung getan haben und das Auslöschen unter lautem Schreien gar nicht hören konnten, diese Fabrik stürzt ein, dort, das Haus verbrennt, sogar dieses stolze Anwesen hier, in dem Sie Ihre Anwesenheit immer so genossen haben, das mußte ja kommen, und zwar von mir, von meiner Zunge, aus meinem Gerät, aber einmal muß Schluß sein. Tun Sie das ja nicht wieder! Und die Reichen, die im Leben alles erreicht haben, sonst wären sie ja nicht reich, werden es aus der Ferne schon lange vorher kommen hören, das sage ich Ihnen. Sie wohnen woanders, daher können Sie es nicht wissen.

Die Gedanken zum Tag, nein, zur Tat: Ich glaube, der Mann mit dem Fell sollte sich spätestens jetzt zurückhalten mit irreführenden Ideen, die andre auf seine Augen geworfen haben, in seine Brust, in seinen Mund, überall, wo Platz war und Luft verdrängt werden konnte. Er wirft die Augen, heillose Lust! Einmal nicht eine Bahn als Gegnerin, wenn er sich auf die Schienen legt, sondern im Gegenteil, etwas, das ihn aus der Bahn wirft. Auch nicht schlecht. Ich glaube, ich sehe hier die Neigungen dieses Mannes überdeutlich vor meinem geistigen Auge, ach, wenn es nur Neigungen blieben! Ach, wenn meine Augen doch Geister sehen könnten! Aber ich fürchte, der wird umfallen und dabei viele mitreißen, in kleinen Stücken, sich selbst auch, das ist nur gerecht. Ein feuchtes Erdstück wird bleiben, falls er Glück hat. Da ist nur noch ein Loch, wo er vorher war, und er kann sein Los dort hineinlegen, vielleicht gewinnt er ja doch was.

Jetzt also: nicht mehr hinein, sondern hinaus und frisch unters arme, verurteilte Kleinvieh gemischt, damit man nicht erkannt wird. Wenn sie alle in Fetzen sind, kann man sie ohnedies nicht mehr voneinander unterscheiden, das sind Tote, die nicht bestattet werden. Das war mal ein schöner Widder, du Ungeheuer! Was hast du mit ihm gemacht? Und den herrlichen Kühen und Ochsen dort mit ihren wunderbar bewimperten, liebevollen Augen? Was hast du mit denen gemacht? Von den Menschen rede ich gar nicht. Aber geh, enthülle dein Unglück oder laß es zugedeckt wie einen Hundehaufen: Alles, was gemacht wird, müssen wir entweder hinnehmen oder rechtzeitig zur Anzeige bringen, sonst ist es zu spät. Wir sagen dann zur Polizei: Dort ist ein Mann, ein Vater, der seinem Bruder die eigenen Kinder zum Mahl vorsetzte, ist das denn gar nichts? Wer soll das noch toppen? Und das wollen wir jetzt melden, leider zu spät. Das ist alles schon gegessen. Der Mann mit dem Fell, von dem ich die meiste Zeit rede, ja, der, haben Sie eine Ahnung, wie schwierig es ist, ein Fell an einer Körperhälfte zu befestigen?, man kann dort ja keinen Nagel einschlagen; da ist es doch einfacher, die Ringer, nein, Rinder an die Wand zu hängen, schauen Sie, da sind so Haken eigens dafür angebracht, und die sind nicht für Kleider gedacht, nicht für Felle, diese werden vorher abgenommen, nicht wahr, alles wird einem abgenommen, oder sie schwimmen einem einfach davon, die Felle. Das ist ein Lebensprinzip, daß sich jeder gern möglichst viel abnehmen läßt, aber dieser Mann läßt sich sein Fell aus Löwe, also sein Stück Löwe ohne Löwen drin, nicht abnehmen, nicht abnehmen die Last. Ich habe noch immer nicht geschaut, ob das seine verletzliche Seite ist. Da haut der Mann dem Rind mit der Axt das Rückgrat ein, ist das zu fassen?, gar nicht gut, wenn Sie mich fragen, aber der Umwelt tut das nichts. Als das Rind noch gelebt hat und gehen konnte, schon, da hat es Gas ausgestoßen, und nicht fürs Kochen. Man konnte dieses Gas nicht recht einfangen, bevor es dann alles zerstören durfte. Aber jetzt ist es ja tot, das Weidetier, und könnte gut zur Nahrung dienen, sogar sehr gut. Wenn es nur nicht so viele auf einmal wären! Wer soll denn das alles essen? Berge aus Fleisch und Knochen, ein Spott für den Holocaust, der ja immer nur ein Teilopfer ist, grad ein Oberschenkelknochen mit ein bißchen was dran, das schon halb verfault ist, ist für Gott übriggeblieben, und sowieso für den menschlichen Genuß nicht mehr geeignet wäre, keiner wollte ihn mehr, den Knochen solo, sowas kann man beruhigt opfern, es erhebt sonst keiner Anspruch darauf. Das kriegt jetzt der liebe Gott. Kein Wunder, daß er über uns herfällt wie wir über das Vieh oder als Vieh. Ja, der Mann dort auch, der kam als ein Lebender und wagte es, tote Tiere zu höhnen. Erst hat er sie getötet, dann verhöhnt, oder nicht? Aus Wut, daß er nicht noch mehr bekommt. Furchtbar der Mann, der Löwenmann! Er könnte es sich ja einteilen, um die Menschheit satt zu bekommen. Ich habe jetzt schon genug, auch von ihm. Er soll stehenbleiben, der Mann, damit ich ihn ordentlich mit Unheil umgarnen kann, anders umgarnen kann ich schon lang niemand mehr. Nur mit Mühe komme ich noch zur Vernunft, daß das nichts mehr für mich ist, da ist nichts mehr drin für mich, ich würde mich ja lächerlich machen. Wenn ich was abwickle, dann kommt keine hübsche Larve darunter zum Vorschein, auch kein Penelope-Faden, von Ariadne ganz zu schweigen, die braucht ihn noch, damit sich wenigstens eine hier auskennt; nicht einmal mein Spiegel will mich noch behalten, er enthüllt mich sofort wieder, statt mich brav zu schlucken, und jetzt seh ich das Unglück ganz.

Der Mann stürzt sich jetzt auf die Führer, nein, nicht auf unseren Führer natürlich, auf die anderen Führer, das sind aber alles Ochsen, ja, Kühe auch dabei, wie sollen sie sich sonst fortpflanzen, und mit den Ochsen geht das nicht, die Kühe wissen das instinktiv sofort. Auf Tiere stürzt er sich, der Wahnsinnige, weil er keine Menschen findet. Das ist der Wahnsinn, der den Zorn mit sich bringt, der einem einredet, daß der Andere höher stehe als er, der hinübergeht zum Empfangs-Tresen der Ewigkeit, wo man ihn zwingt, eine Natur anzunehmen, nein, wahrzunehmen, er darf sich nicht einmal aussuchen, welche. Er schaut mich an, ich frage nach seiner Kreditkarte oder womit er sonst zahlen will, denn bezahlen muß jeder, mit irgendeinem Zahlungsmittel, er sagt, er hat ein Foto, und auch sein Antlitz selbst würde für ihn sprechen, das da von außen auf mich zukommt, und dieses Außen, dieses Antlitz ist halt seine Wahrheit, eine andre hat er nicht. Und wo ist der Beleg dafür? Auf diesem Foto erkennt man Sie aber nicht, das ist doch ein andrer! Gut. Aber zahlen muß er trotzdem. Er versteht das nicht recht, denn außer ihm gibt es ja keine Menschen. Und ich? Bin ich etwa nichts? Ich würde sie für ihn schon finden, die Anderen, aber mich fragt natürlich keiner. Ich bin die Göttin Athene, ja, das würde mir schon so passen, die Göttin des Kampfes, genau, das wäre gut für mich und für andere, weil ich doch nie kämpfe, aber ich habe mich als Göttin verwechselt, ich bin doch viel lieber Artemis, die bin ich jetzt, das habe ich soeben neu beschlossen, ich glaube, die wollte ich schon früher einmal sein, notfalls auch aus Plüsch wie meine Miss Piggy; ich denke, denn das müßte ich in diesem Fall: Athene möchte ich ja schon gern sein, darunter tu ichs nur ungern, und die beschützt halt die Spinner, nein, jetzt bin ich doch lieber die Artemis, da kann ich viel Gutes tun, auch für Tiere, für die ich nicht bremsen kann, ich habe ja kein Auto, ich helfe den Tieren gern, jagen tu ich nicht, niemals, ich würde ihre andren Apps nutzen. Das wäre Voraussetzung für den Job. Vielleicht darf ich also diese Göttin auch nicht sein und muß mir schon wieder eine andre aussuchen. Was bleibt mir übrig? Die lehnen doch alle ab! Da muß ich dann sicher auch irgendwas machen, das ich nicht kann. Ich jage sie nicht, die Tiere, ich esse sie nicht, die Tiere könnten mich essen, ich würde sie trotzdem nicht jagen. Ich wende die Blicke ab, wenn ich einen Mann sehe. Der ist sicher auch ungenießbar. Komm sofort vor deine Behausung!, sagt die Göttin, welche auch immer. Aber es kommt keiner. Er kommt einfach nicht. Blöde Göttin, ruf den keinesfalls raus, du hast ja keine Ahnung, wozu er fähig ist!

(Es folgt: die Schöpfung, ey, bloß nicht! Die Oberleitung macht das schon, sie macht weniger, als sie könnte. Der Störton hat sich sehr gesteigert, zum Glück für Sie, für uns alle, versteht man kaum noch was.)

Wir alle. Große Schwierigkeit erst mal, daß etwas Unendliches, also ein Unendlicher, ja, von mir aus, etwas neben sich hat oder duldet oder daß ein freies Seiendes in dem Unendlich (Sie fragen, was das ist, das Unendlich? Ich weiß es nicht, aber es hat sich im Volksmund eingebürgert, besser dieses Wort als irgendwelche Leute, die wir nicht kennen), also im Unendlich eines Gottes verwurzelt ist, vor dem wir jetzt stehen und das vorzeigen, was wir uns mitnehmen durften, nämlich nichts, aber schon gar nichts. Ja. Das stimmt. So sehe ich es auch. Wieso sind Ihre Hände so blutrot? Woher kommt das? Und wo ist überhaupt Ihr Körper? Der fehlt jetzt natürlich, da Sie ihn brauchen würden, und in einem Stück wird man ihn wohl nicht mehr finden. Jedenfalls nicht in meinem. Da lacht einer. Der hat sich geirrt. Das wundert mich nicht, ich würde auch lachen, wenn ich mir die Schöpfung so im Detail betrachte, es gibt ja nur noch Details, so kleine Schnipsel und Stücke, jemand muß sie wütend zerrissen haben, als er den Bauplan sah, nicht wahr, ja, gern auch dieses wirklich winzige Detail, in welchem aber auch die ganze Schöpfung enthalten ist, so war es geplant, soll ich es Ihnen einpacken? Wollen Sie eine Tüte?, die kostet zehn Cent, ganz schön teuer, aber man rettet die Meere damit. Moment, die ist ja noch gar nicht fertig, also die Schöpfung, nicht die Tüte, in die sie nicht hineinkäme, bitte um etwas Geduld, die Störung, ich meine die Schöpfung, ist gleich behoben, sie können so lange auf Ihrem Platz sitzen bleiben, bis wir das bewerkstelligt haben. Die Elektronen folgen halt nicht immer, die Quanten sicher auch nicht, ich könnte es Ihnen erklären, wenn ich nur wüßte, wer die überhaupt sind. Angeblich sind sie Mechaniker, die sich die meiste Zeit um sich selbst kümmern, aber das glaube ich persönlich nicht. Sowas tut keiner. Da sitzt aber nun der Schöpfer, für die einen ist es der, für die andren der andre, und ruft uns drohende Worte zu. Das nimmt der Held natürlich zum Anlaß, seinerseits sein Leid zu verkünden, vorhin war er noch so schön still, sein Leid also herauszuschreien und zu fragen, wohin er da überhaupt geraten ist bittesehr. Gott sagt, einen Rat habe ich nicht für Sie, aber in meinen Augen, und ich habe Sie gemacht, ist es besser, es gibt Sie einfach überhaupt nicht mehr, na, einfach ist das nicht, manchmal muß man auch kritisch seiner Schöpfung gegenüber sein.

Zu einem feigen und schwermütigen Mann gehören halt solche Klagen, ja, Klagen: diese wunderbaren Charakterdarsteller der Dichtung, ihr Verfasser glaubt auch an einen strengen, bösen Gott, aber ich persönlich kann nichts Schlechtes über ihn sagen, außer daß sie ein paar meiner Ahnen seinetwegen vor Eifer in Stücke gerissen haben. Doch die wenigsten haben selbst Grund zu klagen, und die meisten haben ihre Peiniger schon zerrissen, so wie es dieses Hochhaus vorhin, durch Feuer von innen her zerrissen hat, also eher ausgebeindelt. Diesem feindlichen Bau entspringen immer noch Verbrannte, nur sehen kann man sie nicht mehr, sie sind klein wie Brotwecken, so waren sie sicher nicht gedacht, man übersieht sie glatt in dem ganzen Schutt, und doch wollen wir auch diese Toten nicht ausgeschlossen lassen, nicht wirklich, aber was sollen wir machen, wenn wir sie nicht finden, weil sie dieses Stück Holz sind, und das Holz ist natürlich auch tot. Ich hätte es wissen können. Wir können hier sowieso nicht alle erwähnen, wir erwähnen schon viel zuviele. Ich fürchte, ich werde im Alter mürrisch. Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Und der Tag, an dem der Herr ruhte, noch fern?

Ich möchte jetzt nicht die Religionen verwechseln, und ich möchte keine bevorzugen, auch wenn sie mir wurst sind, entschuldigen Sie, hat Allah auch die Welt geschaffen? Dann wären das schon zwei gewesen, und wenn zwei Männer was machen, geraten sie sich immer in die Haare und zerraufen sie, ja, auch die Bärte, falls sie welche haben, das ist das mindeste, sie stechen einander mit scharfen Schwertspitzen oder was sie halt dafür nehmen, meist Messer, die sind zur Zeit hoch in Mode, und sie suchen Schwerter, in die sie andre hineinstürzen lassen können, und suchen Schmerzenslaute, die sie ausstoßen können, doch die sind schon längst alle ausgestoßen worden. Aus einem Haufen Sprachen suchen sie immer die ihre heraus und stoßen ihre Schreie aus, da sie selbst ja ausgestoßen sind, wie sie ständig behaupten. Sie sind die einzigen, die hier mit Menschen arbeiten wie Sozialarbeiter, nur anders, und sie schaffen und erschaffen und sehen, daß es gut, wenn auch leider verschwunden ist. Das sehen sie ja immer, das Verschwundene. Sie haben es schließlich gemacht. Ein Haufen Fleisch, Blut und Knochen, das ist das Ergebnis der Schöpfung, welches ursprünglich die Krone sein sollte. Das hätte aber mehr Arbeit gemacht. Zuerst die Tiere zerfetzen, alle Tiere mitreißen, die bei diesem Zirkus nicht mitmachen wollten, jetzt reißen sie sich auf einmal drum, sie wollen dabei sein, die Arche geht angeblich pünktlich ab, wäre das erste Mal, daß die pünktlich ist. Die Arche ist groß, doch keiner ist drin. Es ist sowieso klar, daß man alle vernichten muß, die nicht mitmachen wollen (jetzt hätte ich wieder mal gern die Plüschtiere, doch die hab ich hier schon verbraucht, verbraten! Der eine wird sie mir geben, die andre nicht. Wär aber nett, auf der letzten Reise Gesellschaft zu haben, die dauerhaft den Mund hält). Jetzt, Moment, ich sehe es nicht genau, wo ich heute abend essen gehen soll, ach ja, hier, da sitzt dieser Mann aber schon, noch ohne irgendwas gegessen zu haben, inmitten seiner Opfer, selbst dumpf brüllend wie ein Stier, ohne Speis und Trank, alles hat er umgebracht, was da war, zerschmettert, bis den Tod sie fanden, den haben sie nicht lange suchen müssen. Der Gestank nach Verwesung hat sie geleitet. Und was hat er jetzt davon, der Mann? Ich frage Sie! Er kann bis zu seinem eigenen Tod Rindsuppe essen und auch dem Totenfahrer welche, natürlich entfrostet, anbieten. Was macht er jetzt? Er steht immer noch am Empfang, er hat die vorige Krankheit, die er hatte, abgelegt und sich bereits eine neue eingefangen. Ich frage noch einmal: Kreditkarte, bar, mit dem Handtelefon oder wie oder was? Sie können mit allem bezahlen, außer mit sich selbst, sagen Sie nur die letzten vier Zahlen, wo schauen Sie hin?, auf der Rückseite stehen sie. Sie können auch mit Ihrer Beute bezahlen, wenn auch nicht hier bei mir, aber dafür gibts sicher extra einen eigenen Schalter und eine eigene Kasse, aber mit sich selbst können Sie nicht zahlen. Gehn Sie mitsamt den Fleischfetzen, den Knochen und dem Sehnen, das Sie ja auch gespürt haben müssen, in die Kirche?, nein, die Küche? Gehn Sie selbst zugrunde? Dann sagen Sie es bitte rechtzeitig, bevor Sie mich mitreißen. Sie scheinen mir bei Sinnen und doch wieder nicht. Er sieht nur mich am Tresen, der Mann, er sieht mich, doch er sieht nur sich selbst, wie üblich. Schauen Sie, ich öffne jetzt, ich sehe zwar immer noch nicht, und Sie sagen es mir nicht, wie Sie zahlen wollen, aber wir haben weitere Kontrollen eingebaut, und die lassen Sie dann auf keinen Fall mehr durch, wenn Sie kein Zahlungsmittel besitzen und behaupten, mit sich selbst zahlen zu wollen. Das nehmen wir nicht an. Unser Bankomat befindet sich im Vorraum, stecken Sie einen Finger hinein, und Sie werden sehen, was passiert, nämlich nichts, denn ein Auto zerrt gerade an unserem Geldausgeber, von dem wir uns so viel erhofften, er wurde erst vorige Woche ausgegeben, doch wenn Sie sich beeilen, können Sie noch was ziehen, noch was herausziehen, hoffentlich nicht die Arschkarte, weil nichts mehr drin ist. Alles leider überzogen. Anschauen können Sie, was Sie getan haben, aber angreifen nicht.

WAS WIRKLICH GESCHAH:

So. Wir müssen das ganze Fleisch jetzt erst mal einfrieren, damit es dann vom Kühllaster wieder gestohlen werden kann, wie die ganze Menschheit, die mir persönlich gestohlen bleiben kann. 500 Steaks, 180 Schnitzel, 20 Grillhendln, ich sagte es schon, und mehr wirds nicht. Was gemacht wird, wird wieder genommen. So. Die Armen kommen, innerlich entsetzt lachend, äußerlich in rasender Wut. Viele Wütende lachen ja, wenn sie zustechen. Das hat mich immer schon gewundert.

Die Tür der Hütte öffnet sich jetzt, das Innere wird sichtbar, das ist eine Anweisung, die nun wirklich niemand mehr befolgt. Alle schlafen längst. So. Jetzt noch schnell das Meer schaffen, willst du, Allah, mein Großer, oder soll ich? Ich glaube, davon verstehst du mehr, mach also, mach hin, wie, glaub ich, der Deutsche sagt, der schon sehr viel gemacht hat, vor allem mit seinen Pkws, und es auch weiß!, leider zu spät, die Autos werden ihm auch nicht mehr erlaubt werden. Aber der schweigt, nein, nicht der Deutsche, der schweigt natürlich nicht, das kann er gar nicht. Das verbindet uns wie die Sprache nicht. Die will einfach nicht in mich hinein, deshalb kann ich sie auch nicht herausgeben, soviel Kleingeld habe ich nicht.

Ich fürchte, ein Trumm Fleisch hat diesen Mann mit dem Fell da getroffen, und er steigt jetzt aus der Schöpfung ganz aus. Einfach so. Aus Trotz. Noch so ein Beleidigter. Er kann aber gar nicht beleidigt sein, er ist ja erst viel später auf der Bildfläche erschienen, als alles schon geschöpft und abgeschöpft war. Also schöpfen wir halt das Meer, nein, nicht ausschöpfen, schöpfen hab ich gesagt! Dieser Gott kapiert mal wieder überhaupt nichts. Seeleute, die meist nicht schwimmen können, halten sich schon präventiv fest, denn auch diese Schöpfung kehrt sich irgendwann gewiß gegen sie, das Meer, die Welt besteht hauptsächlich aus ihm, also aus Wasser, trotzdem haben viele keins, ich sehe da keinerlei Sinn darin. Sollen sie halt Zucker hineintun, um das Salz zu neutralisieren. Jede Schöpfung kehrt sich gegen jeden, der Schöpfer fehlt halt, der ist gegangen, als er das sah, daher heißt es ja: jeder gegen jeden. Es fällt mir schwer zu verstehen, daß ein unendliches Sein etwas neben sich hat oder duldet. Oder daß ein freies Seiendes in dem Unendlichen eines Gottes verwurzelt sein soll. Das stimmt nicht, außer Sie verstehen die Transzendenz, aber wenn Sie sie verstehen, beziehungsweise durchschauen, lassen Sie das Transzendente gewiß schon mal draußen, dort ist es sicherer. Dafür muß man Licht machen, sonst sehen wir nur eine Seite. Kann sein, daß einer drüber stolpert, man sieht das Unsichtbare und den Unsichtbaren ja auch nicht. Und man kann es nicht verstehen. So. Ich erschaffe jetzt fertig, damit ich endlich ausschlafen kann, an welchem Wochentag auch immer ich hier fertig bin. Genau. Heute. Bin ich froh! Und Sie erst!

Nichts zu danken. Schlafen allein würde mir schon reichen, es würde mich befriedigen. Doch ich erschaffe jetzt noch schnell die Idee des Guten jenseits des Seins. Aua. Aus, also wirklich!, aus jetzt! Na, dann erschaffe ich halt gar nichts mehr, denn dann werde ich wieder mal vollkommen fertig sein. Wenn Sie es ohnedies nicht wollen, dann kann ich es mir ja ersparen beziehungsweise schenken. Ich wollte das Ganze ja eigentlich Ihnen schenken. Ich fürchte, daß Sie diese Schöpfung, mit der ich mir solche Arbeit gemacht habe, nicht anerkennen können. Das ist vielleicht der Widerstand der Seienden gegen die Totalisierung, nein, das stimmt nicht, auch das mit der Verwöhnung, oder heißt es Versöhnung? (ersteres möglich, letzteres leider nicht), im Selben kann nicht stimmen. Was die Denker denken, stimmt oft nicht, deswegen fange ich mit dem Denken gar nicht erst an. Das führ ich mir gar nicht erst ein. Alles wäre falsch. Ich sehe nirgends, daß sowas passiert, es kann ja nicht einmal gedacht werden, und wenn doch, dann ist es falsch. Wie mans macht, ists falsch. Ich stürze mich jetzt in mein Schwert, das habe ich auch irgendwo gelesen. Wo hab ich es nur hingetan? Aber das, wo ich mich reinstürze, ist auf einmal, wahrscheinlich nicht auf einmal, aber doch, ein Gefäß für Menschen zum Schwimmen und Baden, aber ja doch!, der Pool steht schon vier Jahre hier!, aber jetzt nehme ich ihn erst wahr, mittels knabenhaften Brüllens und Kreischens, welches von ihm her erschallt, von ihm ausgeht, denn ausgehn tun sie alle gern, macht er sich bemerktbar. Er ist eine glitzernde Fläche, aber eine sehr kleine, es ist ein kleiner Pool mit Gegenstromanlage, sonst wäre ich oder ein andrer, faktisch jeder, mit drei Tempi schon durch, das ist mir zuwenig. Herrlich glitzerndes Wasser, wunderschön, nur halt eben klein. Wieso sagt einem keiner, wie klein diese Schöpfung ist und wie klein ihr Schöpfer? Der ginge ja sonst gar nicht rein in den Pool, obwohl der beheizt ist und die Schwimmer anheizt, bis sie brüllen vor Freude wie Tiere auf der Wiese, bevor einer auf sie einschlägt, ein Blitz oder wer auch immer. Und was wissen wir von der Anstrengung Gottes, ihn zu erschaffen? Der kocht vor Wut, daß auch der Schwimmer so klein ist, kleiner, als er ihn sich vorgestellt und erdacht hat. Einer wie wir. Ist es zu fassen? Die Gegenstromanlage hat mehrere Stufen, an denen ich drehe, bis sie Blasen wirft, und die ich dann langsam emporsteige. Und schon werfe ich mich wieder rein ins wunderbare, kühle Wasser. Hier brauch ich kein Schiff zu besteigen, muß nicht heimfahren über lange Wege, bin schon zu Hause und bleibe auch dort. Schwimme gegen einen Wasserstrom an, den ein sinnreiches, kleines Gerät erzeugt hat, und bin wieder auf der Welt und kann schon wieder aufs neue dort reinspringen. Ach, wenn ich doch schwimmen könnte, dann wäre es sogar noch besser, dann würde ich das alles machen und mehr! Ach, wenn der Pool doch mir gehören würde! Glauben Sie mir! Das würde mich so freuen. Ende der Schöpfung. Was Neues fängt nicht an. Aus. Geschick hingewendet, geschickt hergewendet, Geschick abgewendet und aus.

ZUR HÖLLE

26. August 2015. Ein Transporter wird bestiegen, aber nicht mehr verlassen. Folgende Mühe muß nicht mehr gegeben und nicht mehr genommen werden: der Tod von Freunden, Feinden und Helfern mit ihrem Krempel, den sie da anschleppen. Kinder, die sie in die Hand oder an die Hand nehmen und küssen oder unter der Hand verschachern. Fenster öffnen, vor denen sich was ausbreitet. Duschen für Damen, in die sie nicht reingehen, damit ihnen keiner zuschaut. Alte Anzüge, die keiner mehr tragen will, jedenfalls nicht hier. Ein, zwei oder mehrere Leute, die das Geschick der Sterblichen in Ruhe betrachten wollen, welche aber schon in einem Kühltransporter, der nicht kühlte, der auch selbst nicht atmete, der auch keine Luft gab, weil er sie für sich allein ja nicht gebraucht hat, da hat er sich die Mühe nicht gegeben, die also dort, ich kann es nicht anders sagen, muß es aber auch nicht: gestorben sind. Erstickt, wenn Sie schon fragen. Hier gibt es nichts mehr zu sehen außer dem Foto in der Zeitung, und das hätte es auch nicht geben dürfen. Das wird Folgen haben, nur folgt niemand.

Da kleben ein paar Leute zusammen, die man nicht mehr voneinander losreißen kann. Man sieht eigentlich nichts, will aber natürlich immer was sehen, das steht einem zu, daß man immer alles sehen darf. Ein Zug fährt ein. Helfer stürzen herbei, die sich mit dem Unendlichen messen wollen, der alles so gut gemacht, aber ein paar Sachen übersehen hat, nämlich, daß es weniger Menschen geben könnte, als er gemacht hat, oder gar mehr, und daß sie alle atmen müssen. Wo sollen die bitte überhaupt atmen? Sie machen es besser, nein, nicht die Helfer, die Leute halt, da sind sie sich sicher. Um die ungerechtfertigte Faktizität des Könnens und der Freiheit zu entdecken, what?, darf man weder sie noch den Anderen als Objekt betrachten, man muß sich doch immer am Unendlichen messen, oder?, das heißt, es begehren. Halten Sie sich dran! Halten Sie sich ran! Nein. Diese Decke können Sie niemandem mehr geben, die ist ja völlig verdreckt, hat da ein Kind oder ein Hund draufgekotzt? Eine Katze vielleicht? Für den menschlichen Genuß ist die nicht mehr geeignet, für Schlaflose auch nicht, für die ist gar nichts geeignet. Aber die Windeln, das Klopapier, die Damenbinden, die Sneakers, die können Sie dort drüben abliefern, also bis ins Jenseits müssen Sie nicht gehen, dort drüben, es ist alles beschriftet, auch die Größe, nein, meine nicht, ich habe keine, doch Sie, gehen Sie nur hin, nicht als Sklave, sondern als freier Mann, als Sklave hätten Sie ja keinen Besitz zum Verschenken. Sie sind jedoch frei zu helfen. Entschuldigung, ich spreche schon wieder zu weitläufig, dabei kann ich gar nicht mehr so weit laufen, wie ich kotzen möchte.

Hat nicht der Hades den hergestellt, den Urheber?, also ich bin eine Urheberin von Worten, und mich haben wiederum meine schrecklichen, aber fleißigen Eltern hergestellt, bloß brauchen kann mich keiner. Diese Kekspackungen, die Wasserflaschen, die alten Kleider und Schuhe, die kann man dafür, ich weiß aber bei vielen Sachen nicht, wofür sie sind, aber dafür kann man sie sicher noch brauchen, also bringen wir sie her, und dann bringen wir sie weg. Wenn die Leute schon drinnenstecken, wenn sie sich hineingekuschelt haben, als wären sie hier zu Hause, nehmen wir die auch gleich mit. Warum sich doppelte Arbeit machen?

So, das Licht im Fernsehkasten geht an, ein Wunder!, woher kommt all das Licht und der ganze Ton?, es wird mir gesagt, daß das Möbelhaus jetzt, in dieser Minute, ebenfalls öffnet. Sie zeigen im leuchtenden Bild, heller als jede Bombe, heller als tausend Sonnen, muß mal fragen, ob das stimmt, sie zeigen in diesem Moment ein paar Möbel und Textilien, darunter ein Bettzeug, in dem meine Mutter gestorben ist. Ganz genau das gleiche. Also zumindest das Muster stimmt, meine ich, so weiße Blüten, ich glaube Kirsche, auf Hellgrün, und das war vor fünfzehn Jahren, und jedes Jahr dürfen Sie eins dazurechnen! Und immer noch sterben welche. So neu kann das Neueste in diesem Möbelhaus also nicht sein. Und da regen sie sich auf, wenn Leute alte Sachen spenden, die ihnen nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen!

Und was für mich auch noch die Hölle ist, endlich kann ich es einmal loswerden, das ist, wenn aus den Ohrstöpseln von anderen Leuten in meiner Nähe noch Musik herausspritzt. Die Musik wurde sorgfältig in sie hineingeleitet, da sollte eigentlich nichts spritzen, man sollte in sie eintauchen können, ohne zu spritzen, sonst gibt es Punkteabzug. Da brauchen wir vielleicht einen Abzug, nein, eine Dichtung, nein, nicht noch eine! Noch eine andre Hölle fällt mir dafür ein: Ich stehe da, ich stehe nicht allein, ich stehe nie allein, und ich fordere von einem serbischen Autofahrer, der seinen Kastenwagen ins Nichts gestellt hat, es war ja nicht seine Sache, also ich fordere von ihm seitenweise, diese Toten hier nicht zur Bestattung wegzubringen, sondern sie zu lassen, wie sie sind, sie auszusetzen, unbestattet, so ohne Gefühl. Das erschiene mir irgendwie richtig. Aber sonst niemandem. Jetzt nehmen die ja niemandem mehr was weg.



Die Herren dieser Schöpfung:

Sophokles: "Aias", in der Übersetzung von Rainer Rauthe (das Reclam-Heftl halt)
Emmanuel Lévinas: "Totalität und Unendlichkeit", Monsieur, Sie bitte ich unendlich oft um Verzeihung!
Frantz Fanon: "Schwarze Haut, weiße Masken", lasten Sie das also gefälligst nicht mir an!
Süddeutsche Zeitung vom 26.8. 2015
Arata Takeda: "Ästhetik der Selbstzerstörung"

26.12.2017

Fotos/Abbildungen:
Selbstmord von Ajax
Afrikanische Masken (Yoruba, Baluba, Baule)
Ajax schlachtet die Herden
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